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Jfä 248. Freitag, den 27. October 1882.

Fuldaer t® Jeitmig.

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Dei»1fches Reich.

* Berlin, 25. Oct. Der Kaiser ist wohlbehalten hier eingetroffen, von der Wildparkstation bis hierher durch das Kron­prinzenpaar begleitet.

— Die Kaiserin wird gegen Ende des Herbstes wie gewöhnlich nach Berlin zurück­kehren. Die »Post' meldet, daß die Jagd­ausflüge nach Ludwigslust und Wernigerode, welche der Kaiser in nächster Zeit in Aus­sicht genommen hatte, vorläufig verschoben worden sind.

— Die .Provincial-Correspondenz' sagt in einem Artikel über das Ergebniß der Urwahlen, dasselbe gewähre einen freund­lichen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft insofern es der Besserung der wirth- schaftlichen und socialen Lage vor­nehmlich der ärmeren Classen und dem kirchlichen Frieden dienenden kaiserlichen Reformpolitik die Wege ebne. „Möge die Stimmung des Landes, die sich unzweideutig für Festhalten an der Reformpolitik und für wirksames, vertrauensvolles Zusammengehen mit der Staatsregierung ausgesprochen hat, nunmehr auch aus die Wahlmänner, zumal auf die Unentschlossenen, von wohlthätigem Einfluß sein und in deren Abstimmung zu um so klarerem Ausdruck gelangen.

— Dem Landtag sollen sofort nach seiner Constituirung der Etat und einige unwich­tigere Gesetze vorgelegt werden. Das Haus werde, so nimmt man an, den Etat zum großen Theil in commisiarischer Berathung erledigen und dann eine Vertagung der Be- rathungen des Landtages eintreten, um dem

Oswin Connor.

Eine Erzählung aus dem Volksleben Irlands.

Aus dem Englischen des Charles Lever, frei übersetzt von Alice Salzbrunn..

„Diesmal irrt Ihr Euch, mein Freund," sagte eine scharfe Stimme, deren Accent man in Irland englisch nennen würde, „Ihr könntet der ausgezeichneteste Beurtheiler eines Esels sein, aber das Pferd, welches Ihr das beste nennt, hat im Vergleich zu dem andern nicht den vierten Theil des Werthes."

Mit diesen Worten drängte sich ein junger, schöner Mann in Reitkleidung dreist durch die Menge, ergriff den Zügel des geführten Pferdes, schwang sich leicht in den Sattel und ritt davon. Philipp blieb dem Spott und Gelächter der Menge überlassen, denn die Ehrerbietung des Volkes vor der Meinung eines Herrn steht nur unter derjenigen, welche es für den Priester hegt.

„Meiner Treu, das traf Dich, Philipp!" „Da hatte er Dich!" „Haha, Du magst wohl zornroth werden!" So lauteten die Bemerkungen über den Farmer, der vor nur wenigen Minuten als Sachverständiger betrachtet worden war.

„Wer war das denn?" fragte ein zu spät zu dem Auftritt Gekommener.

Ende November wieder zusammentretenden Reichstage Zeit zur Aufnahme seiner Thä- tigkeit zu geben. Auf diese Weise hofft man ein gleichzeitiges Arbeiten beider Körper­schaften zu ermöglichen, ohne eine Störung der Arbeiten der einen durch die Thätigkeit der anderen herbeizuführen.

-- Wie verlautet, ist neuerdings bei der Reichsregierung die gesetzliche Regelung des Feingehalts der Gold- und Silberwaaren in Anregung gebracht worden, uni einerseits das Publicum im Handel und Verkehr mehr als bisher gegen Täuschung zu sichern und andererseits die Fabrication in ihren auf die Vereinfachung der bestehenden Legirungs- verhältniffo gerichteten Bemühungen zu unter­stützen.

— In einem Artikel mit der Überschrift „Wahlsystem", weist die ,Prov. Corr.' auf die inneren Schwierigkeiten hin, welchen die von einem Theile der Presse verlangte Ein­führung eines andern Wahlsystems begegnen würde. Bezüglich des vorgeschlagenen Reichs­tagswahlsystems, meint sie» es sei bedenklich in der kurzen Periode von 3 Jahren regel­mäßig zweimal — da der Antrag auf vier­jährige Reichstagslegislaturperioden abgelehnt worden — die Aufregung in das preußische Volk zu tragen. Das preußische Wahlsystem vermindere die Heftigkeit des Wahlkampfs» während der Wähler bei den directen Wahlen durch die Agitation von drei ober vier Par­teien doch zu sehr aufgeregt werde.

— Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat Zwecks einer möglichst vollständigen Sta--- tistik der Waaren-Ein- und -Ausfuhr an- geordnet, daß vom 1. Januar 1883 an alle

„Der junge Mr. Leslie, der Sohn des Besitzers unserer Grundstücke," antwortete ein alter Mann ehrerbietig, „er kam herüber, um im See zu fischen."

„Bei Gott, er ist nicht der Besitzer meiner Fann," sagte Philipp, zum ersten Mal sprechend; „ich bin Mr. Martin's Pächter, und die Familie Martin war hier, ehe inan den Namen Leslie hörte."

„Die Worte wurden mit verächtlicher Miene gesagt, und Philipp sah sich im Kreise um, als wolle er seine Meinung bei etwaigem Widerspruch behaupten. Zum Glück für den Frieden des Augenblicks be­stand die Menge fast nur aus Martin's Pächtern und daher folgte ein Murmeln der Zustimmung auf die Rede. Ihre Auf­merksamkeit war nicht länger bei der Sache, sondern die Meisten folgten mit ihren Augen dem Reiter, welcher von seinem Stallknecht gefolgt, im Galopp über die Felder am See hinjagte. Die irische Leidenschaft für Heldenthaten der Reitkunst fand hierin die größte Anziehungskraft; unter der Menge wurden Meinungen laut, es fei ein Wettlauf zwischen den beiden Pferden, und mehr als einer behauptete, der kleine Bursche in der Livree sei der bessere Reiter. Endlich nach einem weiten Kreislauf um Dorf und Felder schienen die Reiter sich im langsamen Trab

auf den Staats- und unter Staatsverwal­tung stehenden Eisenbahnen beförderten Maa­ren zur Anschreibung zu bringen seien; gleich­zeitig ist den Privatdirectionen anheim ge­geben worden, sich diesen statistischen Erhebun­gen anzuschließen.

— In der gestrigen Bundesrathssitzung wurde die Verhandlung über die den Aus­schüssen überwiesene Vorlage betreffend die Feststellung der Einnahmen an.Zöllen und Verbrauchssteuern und der Verwaltungs­kosten für 1877/78 und 1878/79 ausgesetzt. Schließlich legte der Vorsitzende mehrere die Zolltarifirung von Eisenbahnschwellen, die Errichtung einer Zollniederlage für inlän­disches Getreide im Freihafengebiete Ham­burg und die Abänderung der Gewerbeord­nung in Bezug auf den Gewerbebetrieb der Handlungsreisenden betreffenden Eingaben vor, bereit Ueberweisung an bie zustänbigen Ausschüsse zur Vorberathung von ber Ver­sammlung beschlossen würbe.

Frankreich.

ng. Paris, 24. Oct. Die Herrn Anarchisten scheinen das durch ihre verschiedenen Existenzproben bereits geängstigte Land nicht mehr zur Ruhe kommen lassen zu wollen. Mit unheimlicher Rasch­heit folgen und mehren sich deren bombenwerfende Kundgebungen. Das „Apostolat" des Dynamit thut allenthalben seine Wirkung. So sind allein am gestrigen Tag zwei Bombenattentate zu Lyon und Montpellier zu verzeichnen. In letzterer Stadt platzten zur Mitternachtszeit 2 Bomben im Garten der Präfectur. Als die erschreckten Amtsdiener dem Schauplatz solch' umheimlicher „Knalleffecte" sich nähern wollten, erfolgte eine dritte Explosion, welche die amtlichen Kundschafter in eiligste Flucht jagte und denselben für die ganze Nacht die weitere Befriedigung ihrer Neugierde benahm. Der am folgenden Morgen zur Aufnahme des Thatbestandes roieber bem Jahrmarkt zu nähern. Rirgeubs werben kühne Reiterkünste höher geschätzt, als in Jrlanb. Die Tapferkeit, welche in reicheren Ländern ausgestorben ist, herrscht bort noch, unb bie volle Anerkennung ist bemjenigea sicher, welcher Geschicklichkeit unb Muth vor einer irischen Volksmenge ent­wickeln kann. Daher würbe bem jungen Leslie manches Wort bes Ruhmes zu Theil. Seine schönen Züge, seine schlanke Gestalt, jebe Einzelheit in seiner Kleibung unb Hal­tung fanden einen Bewunderer, unb währenb einige seiner Reitkunst verschwenderisches Lob zollten, versicherten Andere, welche ihn zu Fuß gesehen, er habe einen sehr schönen Gang. Das Lob hat einen epidemischen Charakter. Der rollende Schneeball ver­größert sich nicht schneller als die Lobeser- höhung; so geschah es jetzt: Viele erzählten Anekdoten über Lesite's Vater, um zu zeigen, daß er das wahre Muster eines Landedel­mannes und Grundbesitzers sei unb nur einen Fehler habe, inbeni er nie unter seinen Pächtern wohne.

„Ich sehe ben jungen Herrn heute zum ersten Mal," rief Einer, „unb nächsten Mi­chaelis sind es dreiundzwanzig Jahre, daß ich meine Hütte von Leslie gepachtet habe."

„Sieh, Barney," rief ein Anderer, „ich möchte lieber einen harten Mann, welcher