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Ziehungen mit einem Reiche zu pflegen, in welchem der deutsche Rainen hintangesetzt sei und das allmählich selbst slavischen Cha­rakter annehme. Sie glaubten, eine wuch­tige Waffe gegen das Ministerium Taaffe zu handhaben, indem sie prophezeiten, daß die Wendung im Innern auch das Verhält- niß Oesterreichs zuni deutschen Reiche zer­stören oder daß sie wieder umkehren müsse.

Run jammerten sie selber umgekehrt, daß in dem Verhältniß zum deutschen Reiche die österreichische Selbstständigkeit zu Grunde gehe und Wien zum Berliner Schatten herabsinke. Die Frage aber, weshalb denn aber jetzt das Donnerwetter über die „Herbst­zeitlosen" ausbrechen mußte, haben diejenigen vielleicht am richtigsten beantwortet, welche dasselbe dem Widerstande der Deutschliberalen in Oesterreich gegen das neue Wehrgesetz zu­schrieben. „Wir wissen", so hieß es in der Augsb. Illg. Zeitung' vom 18. Juni er., „es jetzt authentisch, daß Fürst Bismarck es als seine Hauptaufgabe betrachtet, eine Coali- tion gegen Deutschland zu verhindern; das Bündniß mit Oesterreich ist ihn: auch nur ein Mittel dazu. Aber er will, daß der Verbündete stark sei und mindestens 800,000 Mann in's Feld stellen könne, wenn eine europäische Conflagration ausbrechen sollte."

Deutsches Reich.

* Berlin, 19. Oct. Der Kaiser ist, wie aus Baden-Baden gemeldet wird, von seinen: Unwohlsein wieder hergestellt; das Befinden der Kaiserin ist durchaus be­friedigend. Gestern Nachmittag traf der Großherzog von Baden zum Besuche der Majestäten ein und wurde von den an­wesenden Fürstlichkeiten und sämmtlichen Be­hörden auf das Festlichste empfangen. Der Oberbürgermeister begrüßte den Großherzog mit einer Ansprache, die Schulen bildeten Spalier. Zu Ehren des Großherzogs sand bei Ihrer Majestät ein Familiendiner statt. Abends kehrte Se. königliche Hoheit nach Karlsruhe zurück.

— Die Berliner Wahlmännerwahl ergibt nach der Parteitaxtion die Wahl von 2900 fortschrittlich-secessionistisch-nationalliberalen Wahlmännern gegen etwa 750 Conservative und Anti-Fortschrittler.

— Das Centrum hat in Köln einen glänzenden Sieg errungen. Die Majori- Nachtwachen, meine Gesundheit und meine Kräfte, wie ich sie in der Grotte von Lour­des wiedergefunden habe. Ich habe meine Familie, meine Freunde, :ne:ne Missions- thätigkeit verlassen, welch' letztere ich so lieb gewonnen hatte; und das Alles für euch; und ich habe es mit Freuden gethan. Ich werde weder rückwärts, noch vorwärts schauen, sondern nur den Acker eurer Seelen sehen, welcher zu bebauen ist. Und in diesem wich­tigen Werke rechne ich nur auf Maria. Nein! Nein! Gott sei Dank, ich habe kein Vertrauen auf mich selbst gehabt.

Unsere liebe Frau von Lourdes muß das Wunder fortsetzen. Sie, Maria die Unbe­fleckte, soll diese Pfarrei hüten; ich will, daß sie bei euch verehrt und geliebt werde, ich will, daß sie hier Königin sei. Ja, Geliebte, ihr werdet ihr euer ganzes Herz schenken, ihr werdet ihr eine kindliche Verehrung er­weisen und sie wird das vollenden, was sie zum Heile eurer Seelen zu Lourdes begon­nen hat.

Täglich werde ich für euch zu ihr beten. Ich werde zu ihr beten für euch, ihr Greise, die ihr weiß geworden seid in der langen Reihe eurer Jahre und die ihr euch dem Paradiese nähert; ich werde zu ihr beten, damit sie den Abend eures Lebens verlängere und segne, und damit sie euch zuletzt in der

tat der Wahlmänner des Centrums beträgt dort 120.

— Der ,Nationalztg.' wird aus Baden geschrieben, daß die Aerzte keine ernsteren Bedenken an dem Zustande des Kaisers hegen und sind die Reisedispositionen, wo­nach der Kaiser zwischen dem 20. und 22. October seine Rückreise nach Berlin antritt, aufrecht erhalten. Das Unwohlsein des Kaisers bestand in einem Anfall von Nieren- colik, ein Leiden, welches im November v. I. in ganz ähnlicher Weise aufgetreten war. Die Aerzte äußern sich jedoch vollkommen zuversichtlich, wozu das gute Allgemeinbe­finden des Kaisers wesentlich beiträgt. — Es heißt, daß der neuzuwählende Landtag in der Zeit zwischen dem 8. und 15. No­vember zusammenberufen werden soll.

Oesterreich-Ungarn.

* Wien, 19. Oct. Das Militärgericht in Triest erkannte Ob er dank des Todes schuldig. Tas Urtheil wurde jedoch dem hiesigen Militärappellgericht zur Bestätigung unterbreitet und zur Aeußerung darüber, ob die Strafe durch den Strang ober Pulver und Blei zu vollziehen sei. Oberdank's Mutter ist hier eingetroffen, um Begnadigung zu erbitten. Graf Taaffe wies dieselbe an die Militärbehörden, da er in dieser Frage incompetent sei. (Fr.Ztg.)

ProvincieUes und Locales.

* Fulda, 20. Oct. Zu der gestrigen Wahlmännerwahl in hiesiger Stadt haben wir noch folgende Bemerkungen nachzu­tragen: 1) die Zahl der Wahlmänner, welche von der Centrumspartei durchgebracht worden sind, verhält sich zu der Anzahl derjenigen, die von den vereinigten Liberalen gewählt wurden, fast ganz genau wie 12 zu 5. Denn die Proportion 31 :14 — 12:5 ist nahezu richtig, da das Product der äußeren Glieder gleich 155, das der inneren gleich 156 ist. Im Verhältniß zu 100 ausgedrückt erreichen die Centrumswahl­männer 68,88 . . ., die liberalen 31,111 Procent. 2) Die Israeliten waren nur zum Theil zur Wahl erschienen. Die an der Wahl betheiligten Israeliten stimmten in verschiedenen Wahlbezirken verschieden, in: III. Bezirke gab ein Israelit in einer Ab- theilung für die Centrun:spartei den Aus­schlag. 3) Die Wahlagitation der Centrums­partei hat in den dritten Abtheilungen — schrecklichen Stunde betstehe und euch die Pforten des Himmels öffne. Ich werde zu ihr beten für euch, ihr Männer im reifen Alter, die ihr die Last der Arbeit zu tragen und ost unter vielen Schwierigkeiten und Mühen die Geschäfte dieses Lebens zu be­sorgen habt: ich will sie bitten,_ damit sie euch helfe, euch erleuchte und führe. Ich werde zu ihr beten für euch, ihr Jünglinge, die ihr den Versuchungen und Stürmen der Jugend ausgesetzt seid, damit sie euch vor allem Bösen bewahre und euch die Gnade erlange, den mächtigen Drang, der sich in euch regt, zum Guten anzuwenden. Ich werde zu ihr für euch beten, ihr Jungfrauen, damit sie den schönen Schmuck eurer Un­schuld vor aller Gefahr bewahre und euch entzünde mit der Liebe zu Gott. Ich werde für euch beten, ihr Kinder, damit sie euch, gleich ihrem göttlichen Sohne Jesus, zuneh­men lasse an Alter und Weisheit und Gnade bei Gott und den Menschen. Ich werde zu ihr beten für die Verirrten, damit sie dieselben auf den rechten Weg zurückführe; für die Bösen damit sie gut, für die Guten, damit sie besser werden. . . . Und ihr, auch ihr werdet zu ihr für mich beten, damit sie mir etwas von ihrem Herzen mittheile, um euch immer mehr zu lieben, etwas von ihrer Macht, nm euch immer bester zu dienen."

der VI. und der VII. Bezirk sind wohl auszunehmen, was denselben besonders zur Ehre gereicht — eine verhältnißmäßig nur geringe Betheiligung erzielt, weil man den Fehler begangen hatte, den Urwählern der 3. Elaste eine besondere Einladung nicht zugehen zu lassen. 4) Nicht wenige Urwähler der3.Ab- theilung, namentlich solche, die zur Partei des Centrums gehören, haben aus puren: Jrrthum nicht die Namen genannt, welche ihnen von unserem Comito empfohlen waren, sondern andere, gewöhnlich solche, die in der 2. oder l.Abtheilung ausgestellt waren. Für die Folge wird daher sehr zu empfehlen sein, jedem Wähler diejenigen Namen, welche er bei der Wahlmännerwahl zu nennen hat, seperat auf e:nen Zettel gedruckt einzuhän­digen.

— Der heutige Tag ist in vielen katho­lischen Landgemeinden unserer Diöcese ein halber oder ein ganzer Feiertag, der zu Ehre:: des hl. Wendelinus begangen wird, jenes Heiligen, der, obwohl ans königlichem Geschlechte stammend, einst selbst ein Hirte war und von unseren guten Landleuten als Beschützer ihrer Heerden angerufen wird. Die Wendelinus-Capelle bei Steinhaus wird alljährlich am 20. Oct. von zahlreichen Landleuten aus der ganzen Un:gegend be­sucht. Das diesjährige Fest wurde wieder von Herrn Stadtcaplan End er t durch eine ergreifende Festpredigt verherrlicht.

Es ist doch ein Glück, daß die Dinge nicht immer so enden, wie sie anfangs aus­sehen. So zeigte gestern unser erster Ur­wahlbezirk einen gar antiklericalen Anstrich, und doch waren schließlich von den 6 zu wählenden Wahlmännern, 4 unsrer Partei. Dieser Anstrich war dem'betreffenden Wahl­bezirk nämlich künstlich gegeben worden, in­dem der Herr Wahlvorsteher sich das Ver­gnügen machte, sämmtliche Mitglieder des Wahlvorstandes aus der sog. nichtklericalen Partei zu ernennen, während doch die Mehr­zahl der Wähler der Centrumspartei ange­hörte. Das war, unserer unmaßgeblichen Meinung nach, nicht klug und weise ge­handelt.. Anders aber ist das Benehmen aufzufassen, welches der Herr Wahlvorsteher seinem Stellvertreter gegenüber eingehalten hat. Als Domcapitular und Mitglied des Stadtrathes war letzterer doch wohl in ge­sellschaftlicher, und als Doctor beider Rechte auch in wissenschaftlicher Beziehung befähigt,

So lauteten einige seiner apostolischen und väterlichen Worte. Das Volk, welches dichtgedrängt die Kirche füllte, vergoß Thränen.

Nachmittags kam ein Bediensteter der Eisenbahn in das Pfarrhaus, um ein Packet oder eine Depesche zu überbringen. Er war einer von denjenigen, welche vor P/2 Jahren in der Nacht des 6. August, als Abbö de Musy nach Lourdes reifte, denselben aus feinem Wagen in den Wartesaal und aus dem Wartesaal in den Eifenbahnwagon ge­tragen hatten. Indem er sich an alle diese Einzelheiten erinnerte und dieselben erzählte, konnte er nicht müde werden, diesen näm­lichen Priester zu betrachten, welcher jetzt wunderbar geheilt vor ihm dastand, und welcher nun durch eine besondere Fügung der Vorsehung Pfarrer des Ortes geworden war, an welchem er auf der damaligen Pil­gerfahrt feine erste schmerzvolle Rast genom­men hatte.

(Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

* Woher es kommt. „Junge, die Milch sieht ja so blau aus," sagte eine Hausfrau zu dem Milchbuben. „Da wird wohl meine Schwester wieder Regenwaffer zugegoffen haben, und die Mutter hat doch gesagt, sie sollte Brunneuwaffer nehmen."