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Freitag, den 13. October 1882.
Fuldm Itilung.
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c- Gehört Rom den Italienern?
Die italienische Revolution sucht den sacri- legischen Raub des päpstlichen Rom auf verschiedene Weise zu beschönigen. Aber hier trifft immer der Spruch des hl. Augustinus ein: „Das Vergehen war schlecht, dieEnt- sc. ldigung ist noch schlechter." Eine dieser Beschönigungen lautet: „Rom gehört den Italienern." Und welches ist die einzig richtige Antwort darauf: „Rein! Und ewig Rein!"
Rom gehört dem P a p st e, es gehört der katholischen Welt, die seit 15 Jahrhunderten in ihm seine Hauptstadt ehrt, liebt und besucht, die großentheils mit ihrem Gelds daselbst Anstalten je für die verschiedenen Nationen gestiftet hat, die größeren- theils mit nichtitalienischem Gelde alle jene Wunder der Frömmigkeit und Kunst mitten in die öde Campagna hineingezaubert und so beigetragen hat, daß Rom nicht ein Ruinenhaufen wurde, wie Ninive, Babylon oder Carthago. „Ja wahrhaftig," schreibt der ,Offervatore Romano', „Rom gehört den Päpsten und ist bestimmt für die Päpste, die Geschichte und die Erinnerungen der Völker haben beide so innig mit einander verbunden, daß der Name des einen sich von dem des andern nicht trennen läßt, so daß Rom zu jeder Zeit als das Symbol der katholischen Einheit betrachtet wurde, und selbst die Gegenpäpste sich bemühten, Rom zu besitzen, um dadurch in gewisser Weise ihrer Erwählung eine höhere Weihe und Rechtmäßigkeit zu verleihen." Und auf der andern Seite haben alle Katholiken des Erdballs ein Recht auf Rom als die Haupt-
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Das Wunder am Feste Mariä Himmelfahrt.
Aus dem Französischen von Heinrich Lasserre, übersetzt von Konrad Helfrich.
(Fortsetzung.)
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Am 21. August verließ Abbä de Musy und sein treuer Begleiter die gesegnete Stadt, nachdem sie Pfarrer Peyramale, Herrn Pellegrin, Abbo Sire, dem kleinen Peter, den Freunden, welche sie gewifser- maßen aus den Händen Unserer lieben Frau von Lourdes empfangen hatten, Adieu gesagt hatten.
Trotz seiner großen Sehnsucht, Digoine und dessen theuere Bewohner wiederzusehen, konnte der Geheilte doch nur unter vielen Thränen seine letzten Gebete vor dem Felsen von Maffabielle zu Ende bringen.
Er hatte, wie er sich vorgenommen, für die Hauscapelle von Digoine die Statue Unserer lieben Frau von Lourdes ausgewählt, welche im Augenblicke seiner schmerzvollen Ankunst im Hause der Rue de la Grotte zuerst seine Aufmerksamkeit erregt hatte.
„Möge fortan", sagte er, „Unsere liebe Frau von Lourdes die Beschützerin unseres häuslichen Herdes sein!"
stadt des Christenthums. Dasselbe Blatt schreibt: „Die katholische Welt bedarf eine Hauptstadt, deren Ruhm über die ganze Welt hin leuchte, erhaben durch ihre religiösen Erinnerungen, weit genug, um Mittelpunkt für das katholische Leben auf der ganzen Welt zu sein, geographisch günstig gelegen, um in rascher Verbindung mit allen Theilen der Welt zu stehen und unter Verhältniffen, welche der Welt die feste Ueberzeugung gewähren, daß dieses große Centrum für alle geistlichen Interessen so vieler Millionen Gewissen völlig frei ist in seinen Bewegungen, seinen Urtheilen und Entscheidungen, und zwar frei nicht blos seiner Natur nach, sondern auch unabhängig von jeder äußeren und weltlichen Einwirkung und vollk mmen selbstständig." Diese Stellung des Papstthums und seiner Hauptstadt ist nicht blos kein Nachtheil, sondern die größteZEHre und ein allseitiger Vortheil für die Italiener, wie ihre uneigennützigsten Patrioten von jeher anerkannt haben. Der Glanz der päpstlichen Tiara strahlt am hellsten über die Apenninen- Halbinsel, verleiht ihr einen gewissen Vorzug vor den übrigen Ländern; weil sie den Stellvertreter des Welterlösers beherbergt und bringt ihr materielle Vortheile ohne Zahl, da sie eine Art von Weltemporinm wird. Man denke nur an das massenhafte Zuströmen der Fremden aus allen Ländern die letzten Jahre vor dem Herbst 1870, als die Römer schmunzelnd ihren Erwerb priesen und als die italienischen Verkehrs-Anstalten und Städte gleichfalls „ihre Soldi machten". Die Päpste waren, neben ihrem kosmopolitischen Charakter, doch zugleich die wärmsten
Die beiden Pilger reisten gegen 6 Uhr Morgens ab, und reisten den ganzen Tag ohne Unterbrechung weiter bis Cette, wo sie übernachteten.
Wir wollen nicht das Staunen der Bediensteten am Bahnhofe und im Hotel beschreiben, als sie in diesem so frisch und kräftig aussehenden Priester den unglücklichen, hilflosen Kranken erkannten, welchen sie vor 2 Wochen so mühsam auf ihren Armen getragen hatten; noch die Erregung der frommen Besucher der St. Josephskirche zu Cette, als während der Messe, welche er vor seiner Abreise las, unter den Gläubigen die Kunde sich verbreitete, daß dies der von der allerseligsten Jungfrau wunderbar geheilte Priester sei; — noch die Mühe, welche er hatte, um aus der Stadt zu entkommen und einer Ovation zu entgehen. Wie er, so versagen wir es uns, uns bei den Zwischenfällen der Reise aufzuhalten; wie ihn, so drängt es auch uns, mit Dampfesschnelle voranzukommen; wir haben Eile, nach Di- aoine zurückzukehren.
XXVI.
Den Freitag Abend verließ Herr Humbert de Musy, obschon mehr als gewöhnlich leidend und kaum vermögend, sich zu bewegen, Digoine und kam lange vor der Stunde des Zuges am Bahnhofvon Chagny an.
italienischen Patrioten — ein Alexander III., Jnnocenz III. und IV., Pius IX. ! -- und Rom war das Herz nicht blos der Kirche, sondern auch Italiens. Kein Katholik verargte es, daß das Papstthum fast nur von Männern italienischer Nationalität bekleidet wurde, ja man wünschte dieses, damit nicht ein „Ausländer" über Italiener herrsche. Das heilige Collegium war, wiederum ohne Widerwillen der übrigen Nationen, größten- theils aus Italienern zusammengesetzt und die liebliche Sprache des Landes allen Kindern der Kirche theuer, da s Volk trotz aller etwaigen Mängel der Benjamin des Katho- licismus. Was konnte der glühendste Patriot des Südens Weiteres verlangen? Ja, Leo XIII. verkündete in seiner Encyklica vom 15. Februar 1882 die bevorzugte Stellung Italiens mit den Worten: „In Wahrheit schuldet Italien hauptsächlich der Kirche und den Päpsten Dank dafür, daß es den wiederholten Einfällen barbarischer Völker nicht unterlegen ist, daß es die furchtbaren Angriffe der Türken siegreich zurückschlug, in vielen Punkten eine berechtigte uud gesetzmäßige Freiheit sich lange Zeit bewahrte und daß "seine Staaten mit so vielen unvergänglichen Denkmälern der Kunst sich bereicherten. Und nicht das geringste Verdienst der Päpste ist es, daß sie die durch Geistesanlagen und Sitten verschiedenen Provinzen Italiens durch die Gemeinschaft des Glaubens und der Religion vereinigt und vor der verderblichen Zwietracht bewahrt haben. Mehr als einmal wären die Staaten bei schlimmen und bedrängten Zeiten in die größte Gefahr ge- rathen, wenn nicht der Papst ihnen Hilfe
Es war ihm, als wenn er aus einem ganz außergewöhnlichen Traume erwachte.
Ungeachtet aller Briefe aus Lourdes, ungeachtet aller moralischen Sicherheit fühlte er, sich selbst zum Trotze, sich von jener Zweifelsucht angefochten, welcher auch der Apostel Thomas nicht hatte entgehen können, indem er alle Aussagen der übrigen Jünger zurückwies.
„Ihn gehen sehen! ihn gehen sehen! o nein, das ist unmöglich. Gewiß, wenn er mich bemerkt, wird er alle seine Kräfte zusammen nehmen. O, wenn ich abseits stehend, und ohne daß er etwas von mir wüßte, seine natürlichen Bewegungen und seine Schritte mit meinem Auge verfolgen könnte!"
So denkend beschloß er, im Bureau des Bahnhofsvorstehers zu bleiben, und von dort aus im Schatten einer Ecke verborgen, das Aussteigen der Reisenden zu beobachten.
Das ferne Rollen der stählernen Räder auf den Eisenschienen ließ sich vernehmen; die Glocke läutete; die Bediensteten eilten herbei; aus nächtlicher Finsterniß tauchten allmählig die Lichter der Locomotioe auf, welche endlich am hellerleuchteten Bahnhofe still hielt.
Der Entschluß Humberts kann der erwartungsvollen Ungeduld gegenüber, welche ihn erfaßt, nicht Stand halten, und mit