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Sonnabend, den 7. October 1882.

Fuldaer Jdtung.

Die ,Fuldaer Rettung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Ran abonnirt gegen Borausbezahlung,u Fulda in der Lrpedition, Buttermarkt Nr. 112, auswärts bei den Postämtern. Der vierteljährlich- Abonnementspreis beträgt ausschließlich Bringerlohn tn Fulda 1 Warf unb 60 Pfg., mit Bringerlohn 1 M. 70 Pfg., auswärts bei den Postämtern: bei der Post abgeholt 1 Mark und 50 Pfg.. ins Haus gebracht 1 M. 90 Pfg. Mtt den .Jllustrirten Sonntagsblättern' kostet dieFuld.Ztg vierteljährlich in Fulda M. 1.90; auswärts am Postschalter M. 1.75; in’8 Haus gebracht M. 2.15. 'Inserate: Die Petit,eil« oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechenden Rabatt.

C.K. ZurnCapttel.Sonntagsrirhe'".

Sie haben in Ihrem geschätzten Blatte einen Artikel über Sonntagsfeier gebracht und hat es mich gefreut, daß es doch noch viele gute Menschen gibt, die dahin streben, daß der Sonntag wieder besser geheiligt werde. Es wird Ihnen nicht unangenehm sein, wenn Sie hören, wie unser einer darüber denkt. Von Jugend auf ein Feind aller Sonntags­arbeit, habe ich in meiner 25jährigen Praxis als Bauer nie an Sonntagen gearbeitet oder arbeiten laßen, obwohl es in der Ernte bei schlechtem Wetter vom Pfarrer oft er­laubt wurde, und dennoch ist mir bei einer starken Bauerei noch niemals Etwas ver­dorben. Ich gebe also jenem Herrn ganz recht, die Sonntagsarbeit läßt sich vermei­den, wenn man nur will. Bei mir ist es auch so gegangen, wie bei jenem Herrn in Ihrem Artikel, der da sagte, daß die Arbeits­leute in 6 Tagen bei Sonntagsruhe eben so viel arbeiten, als in 7 Tagen ununter­brochener Arbeit. Ja, man muß es selber erfahren haben, wie fleißig die Leute an den Werktagen arbeiten, wenn sie wissen, daß ste am Sonntage auf jeden Fall völlige . Ruhe haben ^hingegen wo am Sonntage dann und wann etwas gearbeitet werden inuß, da geht's die ganze Woche schleppig. Ich habe also die Erfahrung gemacht, daß bei Sonn­tagsarbeit durchaus kein materieller Gewinn herauskommt.

Nun kommt aber der zweite Theil, das Gebot und die Strafe Gottes. Ich will nur an einigen Beispielen zeigen, daß die Sonn­tagsarbeit sich rächt, roenn’S Mancher auch nicht recht glauben will. Als nach dem

Das Wunder am Feste Mariä Himmelfahrt.

Aus dem Französischen von Heinrich Lasserre, übersetzt von Konrad Helfrich.

(Fortsetzung.)

XX.

Herr Ahbö de Musy hat sich wieder auf den Weg /begeben. Er geht hierauf zum Hause der Missionäre, um von seiner Heil­ung Zeugniß abzulegen. Die Menge, welche nicht müde wird, ihn gehen zu sehen, folgt » dicht gedrängt seinen Schritten. Er steigt den steilen Weg hinan, mit flinkem, kräftigem Fuße: kein Hinken, keine Beschwerde, keine Schwierigkeit, keine Ermüdung!

Sobald der Geheilte vor den Hütern des Heiligthums seine Erklärung abgegeben hat, wendet er sich zu seinem Begleiter, und der­jenigen gedenkend, welche in diesem Augen­blicke seiner Person so fern, aber seinem Herzen so nah waren, sagt er:

„Eilen Sie zum Telegraphen! Welch eine Freude für meine Mutter, für meinen guten Vater, für Alle! Bringen Sie auch die Nachricht dem Pfarrer von Lourdes. Ihm werde ich meinen ersten Besuch machen."

Nachdem Abb« de Musy etwas genoffen hatte, ging er wieder zur Capelle hinauf.

Es war ungefähr 1 Uhr. Alle Messen

Kriege das viele Geld nach Deutschland kam, wurde Tag und Nacht, Werktag und Sonn­tag gearbeitet. Alles wollte gleich mit Ge­walt reich werden. Allein nach einigen Jah­ren gab's so wenig Arbeit, daß viele große Fabrieanten die Woche nur noch 3 Tage arbeiten ließen und sehr viele Fabriken ganz stille standen aus Mangel an Arbeit.

Ein zweites Beispiel habe ich an mir selbst erfahren. Ich habe meine ersten Schafe am Sonntage gekauft, aber auch niemals recht Glück gehabt mit denselben. Noch eins. In dem Dorfe, wo ich früher war, wurde des Sonntags so ziemlich Nichts gearbeitet. Eine Viertelstunde von uns, im Dorfe T.^ wurde im Sommer sehr viel, auch ohne Noth, an Sonntagen gearbeitet, und die Leute kamen doch zu Nichts. Hingegen hob sich in un- serm Dorfe der Wohlstand sichtlich. In T. hatte ich einen guten Freund. Zu diesem sagte ich einmal: „Warum arbeitet ihr denn immer an dem Sonntage? Seht doch uns! Wir haben doch mehr Arbeit als ihr, und wir werden fertig ohne Sonntagsarbeit; könnt ihr es nicht auch? Zweimal seid ihr schon tüchtig verhagelt, uns hat der Hagel ver­schont, glaubt ihr denn nicht, daß das von Gott kommt als Strafe für eure Sonntags­arbeit ? Wenn ihr euch nicht ändert, so wird euch noch Schlimmeres widerfahren." Erschüttert antwortete mein Freund: „Du hast ganz recht, aber der Eine verführt den Andern. Ich will künftig an Sonntagen nicht mehr arbeiten und arbeiten laffen."

Mein Freund starb und es blieb im All­gemeinen beim Alten. Da, vor 10 Jahren, war wieder eine reichliche Ernte bei schönem waren beendet; die Volksmenge war zur Stadt zurückgekehrt, um ihr Mittagsmahl zu halten. Das Schiff der Kirche war ganz vereinsamt. Abb« de Musy dankte Gott dafür. Wer seine Kräfte erschöpft tat, fühlt das Bedürfniß, neue Kräfte zu sammeln. Und siehe! in Mitte so vieler Menschen, so lauten Lärmens, so großer äußerer Auf­regung fand er hier zur Freude seiner Seele eine tiefe Einsamkeit, eine vollkommene Stille und jenen eigenthümlichen erquickenden Frieden, welcher nur am Fuße der Altäre und unter den Wölbungen der Kirche wohnt. Er war allein, allein mit Gott. Er konnte sich niederknieen, ohne daß tausend Blicke den geringsten Bewegungen seines Leibes folgten; er konnte meinen, ohne daß man seine Thränen fließen sah; er konnte im stillen Gebete sein Herz ausgießen vor Gott, vor der Muttergottes, ohne daß jeden Augen­blick ihn Jemand störte mit der Bitte: „Beten Sie doch auch für mich!"

Er schritt unter den stummen Wölbungen des hl. Ortes hin und fiel ganz nahe beim Altäre auf feine Kniee nieder. Da blieb er, dem Tabernakel gegenüber. Sein ganzes Leidensleben, das so plötzlich in ein Leben voll Gesundheit und Kraft umgewandelt worden war, ging an seinem Gedächtnisse vorüber. Die Vorhersagung des Pfarrers

Wetter und vieler Sonntagsarbeit heimge­bracht. Alle Winkel und Ecken, wie man zu sagen pflegt, waren vollgestopft. Es war am 12. September, Mittags 12 Uhr, da brach in T. Feuer aus und am Abend lag fast das ganze Dorf in Asche: 7 Bauernhöfe und von 3 anderen die Scheunen, die neu reftaurirte Kirche und die neue Schule lagen in Asche. Unsere ganze Gemeinde war mit ihrer neuen Spritze schnell zur Hand, allein dem feurigen Element war kein Einhalt zu thun. Ich hörte Stimmen von meinen Nach- baren: „Seht, das ist für euere Sonntags­arbeit." Weinend antworteten die Betrof­fenen: „Ja, ja, wir glauben's." Blos 2 Bauernhöfe blieben stehen und man sagte allgemein, diese beiden hätten des Sonntags am wenigsten gearbeitet. Ich kann es heute mir nur noch durch ein Wunder erklären, daß die Scheune des Einen, die nur 20 Fuß von einer großen, mit Stroh angefüllten nieberbrenneuben Scheune entfernt war, stehen bleiben konnte. Hier ist noch zu bemerken, baß fast nichts von Mobiliar unb Ernte gege»§euer versichert war. Die Einwohner von T. haben sich burch tiefe Heimsuchung gebessert.

Wenn nun Gott eine kleine Gemeinde für ihre Sonntagsarbeit so straft, wie kann da unser ganzes deutsche Vaterland, wo der Sonntag so schlecht gefeiert wird, auf Segen rechnen?

Müssen wir Christen uns nicht vor den Juden schämen, die so strenge ihre Sab- bathe halten? Alban Stolz sagt: Wahr­scheinlich hätten die Juden das viele Geld, weil sie ihre Feiertage so strenge halten.

von Ars, — die Wallfahrt nach Paray-le- Monial, — die Vorahnung des Priesters von Marseille, — die fast zudringlichen Rathschläge der Frau de Pomey, — der Traum des Armen, — die Worte des Pfarrers von Lourdes — erschienen ihm wie ebensoviele leuchtende Markpfähle, den Weg entlang aufgestellt, welcher ihn zu seiner wunderbaren Heilung geführt hatte. Und an jedem dieser Markpfähle war der Name des Herrn eingeschrieben.

Die Erinnerung an seine Mutter drängte sich am stärksten in seine Gedanken ein, unb der Heiligkeit dieser Frau nach dem Herzen Gottes schrieb er die wunderbare Gnade zu, welche ihm zu Theil geworden war. Wie der hl. Augustin, von den Thränen seiner Mutter Moniea redend, ausrief : „der Sohn so vieler Thränen konnte nicht verloren gehen," so sagte er in seinem Herzen: „der Sohn so vieler Gebete mußte geheilt werden." Er sah ein, daß Gott ihn so lange Zeit habe krank sein laffen, um ihn in ihrer Nähe zurückzuhalten und ihn durch das wunderbare und stete Beispiel dieser ganz von der Liebe Gottes erfüllten Seele mehr und mehr für die priesterlichen Tugenden vorzubereiten.

„Sie hat mich dreimal zum Leben ge­boren," dachte er: „zum natürlichen Leben,