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Mittwoch, den 27. September 1882.

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___lnIelate; D" ober bereu Raum 15 Pfg., sog. Pl-tz-nnoncen 10 Pfg.; bei Wied"rh°lung-n entfprejenben Rabatt

in her ^Lon?= unb Feiertage ausgenommen. Ran abonnirt gegen Borausbezahlunq »u Fulda

Einladung zum Abonnement

auf das 4. Quartal 1882.

Wir bitten unsere verehrt. Abonnenten, das Abonnement bei den Postanstalten oder Land- post-Boten rechtzeitig erneuern zu wollen, da­mit die Zusendung keine unliebsame Unterbrechung erleidet. Bei Bestellungen, welche erst nach dem 2- d. M. aufgegeben werden, erhebt die Post ein Strafporto von 10 Pfg.

Die ,Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen, und kann durch alle Postanstalten wie folgt bezogen werden:

«) ,Fnldacr Zeitung' mit der jeder Sams­tags-Nummer beigefügten ,Wochenbei- lagc' (kirchlichen und religiösen Inhaltes). Preis: 1 Mark5«Pfg. vierteljährlich (ohne Bestellgeld).

(Nr. 1741 der Zeilungspreisliste.)

b) ,Fuldaer Zeitung'wie vorhin mit,$3 ochen- ßeilage' und mit den ,Jllustrirten Sonn­tagsblätter' (Redacteur W. Koch); letztere enthalten spannende, im kath. Geiste ge­schriebene Originalromane, Novellen, Er­zählungen und schöne Illustrationen. Preis: 1 Mark 75 Pfg. vierteljährlich.

(Nr. 1741a X der Zeitungspreisliste.)

In der Stadt Fulda kostet die ,Fuld. 8tq' frei ins Haus gebracht 1 Mk. 70 Pfg., mit .Jllustr Sonntagsbl.' 1 Mk. 90 Pfg. '

Deutsches Reich.

* Berlin, 25. Sept. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin hat. heute Nachmittag P/2 Uhr von der Station Neu- Babelsberg aus mittels Extrazuges die Reise nach Baden-Baden angetreten.

— Der Berliner „Verein für Rechtsschutz und Justizreform" erläßt soeben folgenden Aufruf:

Mitbürger! In weitesten Kreisen unseres ganzen Vaterlandes haben vielfache Mängel unserer

Rechtspflege eine Mißstimmung erzeugt, die durch Zerstörung des Gefühls der Rechtssicherheit das Gemeinwohl schwer zu schädigen droht. Angesichts dieser Gefahr hat sich Hierselbst ein Verein für Rechtsschutz und Justizreform gebildet, der es sich zur Aufgabe macht, Rechtsverletzungen auf dem Gebiete der Civil- uud Strafrechtspflege, soweit sie das öffentliche Interesse berühren, zu bekämpfen und die auf diesem Gebiete hervortretenden Mängel aufzudecken und auf deren Beseitigung hinzuwirken. Diesen Zweck will der Verein durch Erörterungen in öffentlichen Versammlungen, durch thatkräftiges Einschreiten in einzelnen Fällen, erreichen. Mitglied kann Jeder werden, der das 24. Lebensjahr erreicht hat und einen Jahresbeitrag von 1 Mk. zahlt. Im Vertrauen auf den Gemeinsinn unserer Mitbürger richten wir an die Anhänger aller politischen Par­teien die Aufforderung, unsere Bestrebungen durch Beitritt zu dem „Verein für Rechtsschutz und Justiz­reform" zu unterstützen.

— Gestern fand in Köln im großen Gür­zenichsaal der Parteitag der rheinischen Cent­rumspartei statt. Die Herren Dr. Windt- horst und Dr. v. Schorlenier waren auf besondere Einladung erschienen. Herr Windthorst bestieg unter lautem stürmischen Beifall der beiläufig 3000 Männer zählen­den Versammlung die Rednerbühne, um eine jener zündenden, mit sich fortreißenden Reden zu halten, die wir aus seinem Munde ge­wohnt sind. Wir können zwar diese Rede nicht einmal im Auszuge vollständig bringen, aber wir wollen uns nicht versagen, die wichtigste, auf den Culturkampf Bezug neh­mende Stelle unseren Lesern zu kosten zu geben. Es war, so ungefähr führte Windt­horst aus, durch das Gesetz vom 31. Mai 1881 dem Staate die Möglichkeit geboten, die Bischöfe zurückzurufen und den bekannten Brodkorb wieder niedriger zu hängen. Aber bis heute spürt inan von deni Wohlwollen

des Staates nichts. Wir wiffen also, was man von der discretionären Gewalt in Zu­kunft zu halten habe. M. H., die hl. Kirche kann nicht stehen auf dem Ermessen einzelner Menschen. Die zeitweiligen Träger der Ge­walt mögen die versöhnlichsten Menschen sein, aber wer bürgt mir dafür, daß nicht auf einmal ein Ministerium Bennigsen-Hänel- Richter zu Tage tritt, und was würde dieses wohl mit der discretionären Gewalt anfangen; nein, diese Basis können wir nicht acceptiren.' Allein die Geschichte beweist, daß solche Dinge sich langsam entwickeln; es bedarf dazu der Ruhe; was weiter von uns erreichbar ist, das hängt wesentlich von den Wahlen ab. Wird das Resultat ein noch besseres, dann wird die Centrumsfraction ein erhebliches Gewicht in die Wagschaale wersen. W e in die Freiheit der Kirche am Herzen liegt, der bleibe nicht von derWahl fern. Der Augenblick ist sehr ernst, die heilig­sten Güter stehen auf dem Spiele. Wehe uns, wenn wir den rechten Augenblick vor­übergehen lassen. Wir wollen keine Geist­lichen vom Staat, sondern von Gott, von seiner hl. Kirche; wir wollen christliche Kin­dererziehung, wir wollen, daß unsere Bischöfe frei ihres heiligen Amtes walten können. Darum auch fort mit den Maigesetzen, darum kämpfen wir in erster Reihe für die Freiheit der Kirche, in zweiter für die christliche Schule, dann auch für Alles, was mit des Volkes und Vaterlandes Wohlfahrt, Frei­heit und Ehre verbunden ist. .

Alle Katholiken ruft auch der andere ge­feierte Centrumsredner, Herr v. Schor- lemer-Alst zur nächsten Wahl auf. „Thun

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Das Wunder am Feste Mariä Himmelfahrt.

Aus dem Französischen von Heinrich Lasserre, übersetzt von Konrad Helfrich.

(Fortsetzung.)

XI.

Nach Lourdes zurückgekehrt sagte er zu Abb« Antoine:

. „Ich möchte jetzt doch wohl beichten."

„Gut! ich will einen von den Geistlichen der Wallfahrtskirche rufen."

„Nein, nein," erwiderte der gelähmte Priester, „ich will bei dem Pfarrer von Lourdes beichten, bei Abbe Peyramale. Er ist der besondere Diener der allerseligsten Jungfrau. Suchen Sie ihn auf und bitten Sie ihn um die Gefälligkeit, zu kommen, und mich Beicht zu hören."

An jenem Nachmittage war es für Abbe Antoine unmöglich, den zu treffen, welchen ersuchte.

Des anderen Morgens, es war an einem Sonntage, begab er sich in die Sakristei der Pfarrkirche. Und da er daselbst einen Priester von etwas barschem Aussehen sah, welcher stch anschickte, zum Altäre zu gehen, so näherte er sich demselben ehrerbietig.

„Sie sind gewiß der Herr Pfarrer von «ourdes," redete er ihn an.

„Ich habe nicht die Ehre", erwiderte der Geistliche.

„Bitte um Entschuldigung", fuhr Abbo Antoine fort, „da ich im Buche des Herrn Lasserre gelesen habe, daß er ein etwas rauhes Aeußere habe, so glaubte ich . . ."

„Möge der Himmel geben, daß meine Aehnlichkeit mit ihm sich nicht, auf diesen Punkt beschränke. Wenn er jedoch äußerlich rauh erscheint, so ist er sanft im Inneren, gerade so, wie es bei St. Paulus der Fall war. Uebrigens, da kommt er selbst."

In der That öffnete Abbs Peyramale in diesem Augenblicke die Thüre der Sacristei.

„Herr Pfarrer, es wohnt hier in der Rue de la Grotte ein kranker Priester, wel­cher gern bei Ihnen beichten möchte."

„Ich will nur die Messe lesen, und werde dann sofort zu ihm konimen."

Dreiviertel Stunde später sah Abbe de Musy ihn in sein Zimmer eintreten.

Der Psarrer umarmte den gelähmten Priester.

„Muth!" sprach er. „Wenn die aller­seligste Jungsrau sich in's Mittel legen will, werden Sie bald geheilt sein."

Daraus ließ er sich an der Seite des Abb« de Musy nieder, und hörte ihn bei verschloffener Thüre Beicht.

Und nachdem er im Namen Gottes die

Worte der Absolution gesprochen, erhob er sich und ging, den Pilger von Digoine sei­ner Andacht überlassend, stillschweigend im Zimmer auf und ab, indem er ohne Zwei­fel selbst betete und diejenige, deren Werk­zeug und Apostel er hier auf Erden ge­wesen war, bat, als Vermittlerin einzuschrei­ten und so langen Leiden Heilung zu bringen.

Darauf unterhielten sich die beiden Priester mit einander. Abbo de Musy erzählte seine Geschichte. Auf das heilige und unverletz­liche Bekanntniß folgte die vertrauliche Mit­theilung.

Welches waren die Gedanken und Gefühle, welche Pfarrer Peyramale dem Herzen des Kranken einflößte? Ein Wort drückt sie aus: — „Hoffnung."

Im Gegensätze zu dem, was oft geschieht, menn man sich plötzlich einer hervorragen­den Persönlichkeit gegenüber befindet, welche man nur durch ein in großen Zügen ent­worfenes, auf den Seiten der Geschichte ein­getragenes Lebensbild kennt. — Abbe de Musy fand sich nicht enttäuscht. Wie er sich den Pfarrer von Lourdes gedacht hatte, so sah er ihn vor seinen Augen. Beide waren wie geschaffen, dem sich gegenseitig zu verstehen; sie redeten dieselbe Sprache, ste gehörten demselben Vaterlande an; sie waren Beide Kinder Mariens.