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: christlichen Schulen." Unter obrigkeitlichen Aemtern verstehen die Mitglieder des Con- gresses nicht alle Staatsstellen, sondern die­jenigen, in welchen im Namen des Staates eine richterliche oder Herrschergewalt ausge­übt wird. Am berechtigtsten sind die Thesen, welche die seitens des Judenth ums drohende sociale Gefahr hervorheben, und auch die dagegen vorgeschlagenen Mittel: „gesetzliche Einschränkung der Capitalmacht, Hochhaltung der christlichen Weltanschauung im wirthschaft- lichen und politischen Leben, Bekämpfung des jüdischen Geistes in Literatur und Preffe", verdienen Beachtung. Aber diese Begriffe sind zu vag und es mangelt dabei der An­gabe ganz bestimmter Mittel und Wege. Gerade deshalb fehlt auch ein gewünschtes Resultat des Congresses. Die Versammlung will aus reiner Quelle im Besitze der er­forderlichen Geldmittel sein. Sie könnte dieselben praktischer verwerthen als durch be­zahlte Annoncen in judenfreundlichen Blättern. Der Verein sollte die christliche antijüdische Presse unterstützen, er sollte für Abgeord­nete sorgen, welche der Kirche die Freiheit und ungehinderte Betheiligung an der Lös­ung der socialen Aufgabe sicherten und eine gesunde Reforni durchführten, die sich nicht nur auf die Arbeiter erstrecken, son­dern auch den Bauern- und Handwerker­stand aus der Macht der Juden befreiten und den Giftbaum der Börfe mit der Wurzel ausrotten muß. Daneben muß auf Heranziehung eines christlichen Kauf­mannsstandes, auf die Errichtung lebens­fähiger Innungen für das Handwerk, auf Unterstützungscassen für brodlose und kranke zu ihrer Familie gehörig behandelt wurde. Alle Bediensteten liebten und verehrten sie, und gleichsam ihre Gedanken errathend, ge­horchten sie ihr jederzeit, ohne erst ihre Be­fehle abzuwarten. Es war dies die Herr­schaft des Geistes und das Reich der Liebe.

Gleich der hl. Elisabeth von Thüringen hatte sie eine Leidenschaft für die Armen und Leidenden. Rach dem Gebete, der Messe und der Betrachtung begann sie ihr Tage­werk mit Verrichtung rührender Werke der Barmherzigkeit.

Von 10 Uhr des Morgens an sah man die Armen und Leidenden, welche ihre Hilfe bedurften, sich dem Schlosse nahen.

„Ich habe soeben an der Thüre Gottes angeklopft," sagte sie dann, indem sie sich vom Gebete erhob, „jetzt kommt Gott und klopft an meiner Thüre an."

Es gab da Bedürftige jeder Art. Diesem fehlte warme Kleidung für den Winter; jener bat um Fleischbrühe, Fleisch oder Arznei­mittel für einen Kranken, der zu Hause ge­blieben war; eine Andere hatte Weißzeug nothwendig; mehrere, welche hinkend und den Arm in einer Binde tragend herbeigekommen waren, bedurften des Verbandes und der kör­perlichen Pflege.

(Fortsetzung folgt.)

der Grenze wendeten. Andere Befchlüsse find als gänzlich erfolglos zu bezeichnen. Das von dem ungarischen Antisemiten Jstoczy verfaßte phrasenhafte Manifest an die Re­gierungen und Völker Europas gehört in diese Kategorie: es wird lächelnd ad acta gelegt und wie die Henrici'sche Petition an den Reichskanzler nicht einmal beantwortet wer­den. Wenn man das Manistest als Bro­schüre verbreiten will, so mußte es populär gehalten sein und von unwiderleglichen That- sachen strotzen; das ist aber nicht der Fall. Die Blätter, an die man es versenden will, werden dasselbe meist in den unergründlichen Papierkorb wandern lasien, denn, abgesehen von der kathol. Preffe, befinden sich ja fast alle in Händen der Juden. Indessen ein Resultat hat der Congreß doch gehabt. Er hat nach Ablehnung mehrerer thörichten Vor­schläge der radicalen Antisemiten ein von Stöcker verfaßtes Programm angenom­men, das manchen beachtenswerthen Punkt ent­hält, allerdings neben manchen unprakt. Ideen. Unpraktisch ist zunächst, wie schon be­merkt, die geforderte internationale Vereinig­ung. Auch wäre es opportun gewesen, wenn man stark betont hätte, daß man die r e l i g i ö s e, die Gewissensfreiheit der Juden nicht antasten wollte. Hat man das absichtlich verschwiegen? Ganz richtig dagegen ist es, daß die Emancipation der Juden ein Fehler war. Aber die Congreßler fühlten selbst die Unmöglichkeit, die Emancipation ganz rückgängig zu machen, und darum beschränkeu sie sich in dieser Hinsicht auf die Forderung: „Obrigkeitliche Aemter sind den Juden nicht einzuräumen, ebenso wenig Lehrämter an

Frau de Musy, damals ungefähr 65 Jahre alt, war die starke Frau des alten Testamentes, mit all der frommen Zärtlich­keit und feurigen Liebe der Christin des neuen Bundes. Orabat et laborabat: Sie betete und arbeitete.

Sie lebte für Gott und Gott lebte in ihr. Der Glanz ihrer Tugenden verbreitete sein Licht über diesen alten Adelssitz und über den ganz kleinen Fleck Burgunderlandes, welcher in seiner Umgebung lag. Die Mutter des gelähmten Priesters verwirk­lichte in unserem Jahrhunderte das christ­liche Ideal der Schloßfrau, wie das Leben der Heiligen und die goldene Legende uns dasselbe zuweilen in den Burgen des Mit­telalters vorführt.

Vor allem bildete sie das Glück ihres Gemahles. „Die starke Frau ist die Freude ihres Mannes und sie wird alle Jahre seines Lebens mit tiefem Frieden erfüllen," sagt die hl. Schrift. Seit einem halben Jahrhun­derte sah der Graf de Musi) diesen lieb­lichen Ausspruch der hl. Schrift an seinem häuslichen Herde sich bewahrheiten. Sie hatte ihre beiden Söhne und ihre Tochter in der Liebe Gottes und des Nächsten er­zogen, und mit gleicher Sorgfalt wachte sie auch über die zahlreiche Dienerschaft, welche unter ihrer Fürsorge lebte und ganz wie

-nk-. Der Dresdener internationale Antisemitencongretz

ist zu Ende, sein Programm liegt vor und darum ist ein Rückblick und ein Urtheil über das Ganze am Platz. Es war eine bunt zusammengewürfelte Schaar, die dort gegen die Seniiten declamirte, verschie­den nachNationalität sowie religiöser, politischer und socialer Stellung.- Daher die verschie­denartigsten Aeußerungen, Tendenzen und Mittel zur Lösung der Frage. Die Juden­frage und ihr berechtigter Kern ist unleug­bar, muß aber unter Rücksichtnahme auf die Lage des einzelnen Volkes gelöst wer­den. Eine internationale Liga ist deshalb zu verwerfen, sie begibt sich schon durch ihre Existenz des Rechtes, gegen das Dasein der internationalen Alliance israelite aufzutreten. Die antisemitische Bewegung beweist ferner deshalb wenig Zugkraft, weil ihr Gehalt bisher ein geringfügiger war. Das einzige Bindemittel war der Haß gegen das Judenthum, der sich oft in recht kin­discher Weise Luft machte; wo es sich um praktische Mittel zur Bekämpfung des Nebels handelte, traten sofort erhebliche Differenzen ein. Auch auf dem Congreß fehlte es nicht an solchen wie auch nicht an kindischen un­ausführbaren Vorschlägen. Ist es nicht kindisch, wenn der protestantische Judenmis­sionär de la Boi an England die For­derung zu richten vorschlug, es möge die Juden kostenfrei nach Egypten schaffen? Oder wenn ein anderer Redner für die Zwangsexilirung aller Semiten plaidirte und bemerkte, man brauche sich nicht darum zu kümmern, wohin sie sich jenseits

Das Wunder am Feste Maria Himmelfahrt.

Aus dem Französischen von Heinrich Lasserre, übersetzt von Konrad Helfrich.

(Fortsetzung.)

HI.

Wenn von den mannigfachen Leiden die Rede ist, welche auf dem Menschengeschlechte lasten, so richten sich die Gedanken gern zu dem großen Dulder, den uns die hl. Schrift als Vorbild in großen Leiden hinstellt. Jedoch ist wohl zu bemerken, daß Abbe de Musy, weniger unglücklich als Job, nicht, wie dieser Patriarch von Jdumäa, von den­jenigen verlaßen und verleugnet wurde, welche ihm theuer waren.

Seine Person, sein Schmerzenslager um­gab eine vortreffliche Familie und versüßte ihm alle Bitterkeiten seiner Prüfung, und bildete, wenn wir diesen Vergleich wagen dürfen, für seine schmerzerfüllte Seele gleich­sam ein sanftes Kissen, ein Ruhebett voll Linderung und Trost.

In dieser Familie gebot namentlich eine Erscheinung Hochachtung und feffelte die Aufmerksamkeit. Die Leser dieses Berichtes mit derselben bekannt zu machen, ist das einzige Mittel, sie in das häusliche Leben des Schlaffes von Digoine einzuweihen.

M 214

Fuldaer

Sonntag, den 17. September 1882.

Zeitung.

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