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AkO* Sonnabend, den 16. September 1882.

Fildsrr fll Jriliwg.

-u. Wie ein wucherischer Jüd jüngst reingefallen ist.

Ditz „besten und edelsten Kräfte der Nation", wie Herr L a s k e r vor einiger Zeit im Reichs­tag zur allgemeinen Heiterkeit die Schacherer und Wucherer unter seinen Glaubensgenossen nannte, setzen, trotz Wuchergesetz und der täglich immer mehr anschwellenden antise­mitischen Strömung ihr altes abgefeimtes Treiben fort. Es vergeht fast keine Woche, in der nicht ein neuer Fall jüdischer Gau­nerei und Prellerei bekannt würde. Das neueste bekannt gewordene jüdische Wucher­stückchen, wobei der Jüd' jedoch 'reingefallen ist, spielt in Gogolin (Oberschlesien).

Der in Gogolin allgemein geachtete För­ster M. war im Monat Mai d. I. noch glücklicher Bräutigam und eben im Begriff, in den Stand der hl. Ehe zu treten. Wie nun das so zu geschehen pflegt, brauchte er Geld dazu. _ Da er in sehr guten Verhält­nissen lebt, so war die momentane Verlegen­heit ein gefundener Handel für den menschen- freundlichen Kaufmann (Juden) Waldmann dortselbst. Dieser versuchte deshalb, dem jungen Forstmann ein Darlehen von 200 Mk. aufzudrängen, obgleich der Letztere nur 100 Mk. haben wollte und auch trotz allen Drängens von Seiten des Juden nicht mehr nahm. Der junge Mann hatte seine Wohn­ung neu und stattlich eingerichtet, das stach dem Menschenfreund in die Augen. Der Förster hatte das Geld in Empfang genom­men und 5 Mk. Zinsen dem Darleiher für die Frist von 14 Tagen freiwillig zugebilligt. Nun mußte aber noch „a" kleines Papierche zur Sicherheit unterschrieben werden. Auf

Das Wunder am Feste Mariä Himmelfahrt.

Aus dem Französischen von Heinrich Lasserre, übersetzt von Konrad Helfrich.

(Fortsetzung.)

Unter diesen Umstanden verweigerte man ihm lange die Aufnahme in das Seminar, und nur, nachdem eine vorübergehende Bes­serung eingetreten war, und auf seine sehr dringenden Bitten, öffneten sich ihm endlich die Thore. Er trat 1851 in das Seminar zn Annecy ein.

Kaum war er einige Monate dort, so begann er die Anfänge eines Nebels zu fühlen, welches nach und nach alle seine Glieder ergreifen sollte. Es war dies ein Rückenmarkleiden. Selbst diejenigen, welche von Medicin nichts verstehen, wissen, daß derartige Krankheiten fast immer starke Lähmungen in den verschiedenen Theilen des Organismus herbeiführen.

In unserem Falle traf die Lähmung zu­erst den Kehlkopf und verursachte ein "gänz­liches Schwinden der Stimme. Der junge Mann mußte Annecy verlassen, und zu seiner Familie zurückkehren.

Die Gluth seines Verlangens, sich Gott zu weihen, sein Glanbe und seine Frömmig­keit nahmen nur zu und wurden gestählt

diesem „Papierche" sollte Herr M. einen Schrank, ein Sopha nebst Tisch und ein gutes Centralfeuergewehr dem Juden ver­pfänden. Der Wortlaut des Schuldscheins war aber mehr eine Art Rückkaufsschein, den Herr M. auch nach an einigem Zögern vollzog, da er sich sagte, daß es doch nur pro forma sei, denn nach der Hochzeit sei er doch bestimmt in der Lage, das Darlehen zurückzuerstatten. Nichts ahnend und guten Muthes fuhr unser M. darauf zur Hochzeit, um sein Bräutchen heimzuholen. Die Woh­nung hatte er gut verschlossen und den Schlüssel zu sich gesteckt. Nach Verlauf von kaum vierzehn Tagen kehrte er mit seinem jungen Weibchen zurück und — findet seine Wohnung — ausgeräumt. Man denke sich den Schrecken des jungen Paares, ein recht tröstlicher Eintritt für eine junge Frau in vier leere Wände. Unser Förster geht zu dem Juden, legt ihm 105 Mark aus den Tisch und fordert die sofortige Heraus­gabe seiner Sachen. Waldmann hatte sich nicht entblödet, auch die JnveNtarienstücke initzunehinen, die nicht einmal verpfändet resp. verkauft waren. Er denkt einen besseren „Rebach" zu machen und verlangt von dem Förster 50 Mk. „Provision". Da kam er aber an den Unrechten. Herr M. requirirt stehenden Fußes den Amtsvorsteher, dieser läßt auf Kosten des Juden die Sachen sammt und sonders wieder zurückräumen, die 100 Mk. werden unverzüglich beim Gericht de- ponirt und die ganze saubere Geschichte dem Staatsanwalt unterbreitet. Derselbe hat auf Grund dessen die Untersuchung gegen den sauberen Menschenfreund wegen ver- in diesen Prüfungen. So vergingen mehrere Jahre.

In Folge einer Wallfahrt nach Tour, in Folge glühender Gebete vor dem Bilde des hl. Antlitzes Christi, welches dort in der Hauscapelle des Herrn Dupont verehrt wurde, erlangte die Stimme wieder ihre gewöhnliche Stärke, und Viktor benützte als­bald seine Heilung, um seine unterbrochenen Studien wieder aufzunehmen, diesmal aber nicht mehr in Annecy, dessen Klima zu meiden räthlich erschien, sondern im Seminare von St. Sulpice zu Paris.

Noch nicht lange war er von dem einen Uebel befreit, so wurde er von einem anderen heimgesucht. Während seines Aufenthaltes zu St. Sulpice wurde nämlich sein Gesicht so schwach, daß er nicht unter den gewöhn­lichen Bedingungen die hl. Weihen empfangen konnte. Da man in Anbetracht seines gro­ßen Eifers, seiner reichen Kenntnisse, der offenbaren Zeichen seines Berufes den be­scheidenen Platz in den Reihen der Geistlich­keit, um welchen er bat, ihm nicht verwei­gern konnte, so ertheilte man ihm das Sub- diaconat, aber mit der sehr seltenen Dispens vom Breviere, statt dessen er die Verpflich­tung übernahm, täglich den Rosenkranz zu beten. Und gleich als ob das materielle Licht im nämlichen Maße schwinden sollte,

suchten Wuchers, versuchter Erpressung, Dieb­stahls und Einbruchs eingeleitet. Waldmann's Vorleben soll übrigens reich an derartigen Erfahrungen sein.

In diesem Falle ist die Energie anerken- nenswerth, die der junge Forstmann dem Wucherjuden gegenüber entwickelte. Gleiche Energie möchten wir Allen wünschen, die in ähnliche Fälle kommen, damit noch so manchen anderen „aus den edelsten und besten Kräften der Nation" das saubere Handwerk gelegt werde. Freilich das Aller­beste ist und bleibt es, selbst in der größten Noth sich mit solchen jüdischen Vampyren durchaus in keine Berührung zu setzen.

Deutsches Reich.

* Berlin, 14. Sept. Der Kaiser ist heute von Breslau nach Dresden gereist. — Die ,Nord. Allg. Ztg.' versichert, daß sich das Befinden des Reichskanzlers, trotz allen widersprechenden Nachrichten, nicht gebessert habe. - An das Ministerium der öffent­lichen Arbeiten sind aus Handwerkerkreisen mehrere Petitionen bezüglich des Submis- 'ionsverfahrens gerichtet worden.

— Der Kaiser und die Kaiserin pendeten sehr namhafte Summen zur Un­terstützung der beim Hugstettener Bahnun­glück Verwundeten sowie der Hinterbliebenen der Getödteten.

— Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stephanie von Oesterreich empfingen in Breslau eine Deputation des dortigen Hilfs­vereins „Austria". Der Kronprinz spendete der Unterstützungscasse des Vereins 1000 M. in welchem das geistliche Licht für ihn zu­nahm, und in welchem er sich stufenweise zu dem Heiligtbume der Sonne der Gerech­tigkeit erhob, — als er am 24. Sept. 1859, ini Alter von 31 Jahren, zum Priester ge­weiht wurde, war sein Augenlicht so schwach geworden, daß man noch über die Dispens vom Breviere hinausgehen mußte. Weil er nicht einmal den großen Druck des Mis- sale lesen konnte, erhielt er die Erlaubniß, jeden Tag immer nur ein und dieselbe Messe zu lesen, nämlich die Messe zu Ehren der allerseligsten Jungfrau: Salve, sancta Parens, welche er auswendig wußte.

Welch ein Fest war für ihn die Feier der ersten hl. Messe! Sie fand am Tage nach seiner Priesterweihe in der Capelle von Digoine Statt. Niemals war ein Sieger, welcher nach tausend Strapazen und tausend Schlachten seinen Einzug in die eroberte Hauptstadt hält, niemals war ein König, welcher die Stufen eines ihm lange streitig gemachten Thrones hinaufsteigt, glücklicher und sreudestrahlender, als der junge Priester, welcher zum ersten Male zum Altäre schritt.

Frau de Musy, seine Mutter, besaß eine Reliquie, welche sie überaus hochschätzte. Es war dies der Amikt eines heiligmäßigen Priesters unserer Zeit, welcher seitdem durch durch die Stimme der Kirche „selig" ge-