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Fuldaer

Freitag, den 8. September 1882.

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qp. Die deutsche „Reichsbank."

Der bekannte bayerische Agrarier Frei­herr von Thüngen hat eine Broschüre über die „Bauernfrage" veröffentlicht, in welcher er zum Schlüße auch von der deut­schen „Reichsbank" handelt. Nach Thüngen ist die Reichsbank nicht, was sie sein sollte, ein deutsches, den nationalen Interessen dienendes oder dem Reiche gewinnbringendes Institut, sondern weit eher könnte man sie, sagt Thüngen, ein jüdisch-nationales Wucherinstitut nennen. Im Central- ausschusse regieren die Juden, im engeren Ausschüsse regieren die Juden, die Haupt­kunden der „Reichsbank" sind Juden, die Hauptactionäre sind Juden, kurz, die ganze „Reichsbank" wird in der Hauptsache von und für die Juden regiert und geleitet. Daß ein Reichsbeamter und wie man gerne zu­gesteht, ein sehr tüchtiger Mann als Präsi­dent an der Spitze dieses Instituts steht, ändere nichts an der Sache, denn über die durch das Bankgesetz geschaffenen Verhält­nisse kann er nicht hinaus, und wenn er auch noch so früh aufsteht, in Geldsachen stehen die Juden immer noch früher auf.

Allein nicht nur die einheimischen Juden regieren die „deutsche Reichsbank", sondern auch die ausländischen Jüden fangen an, an dieser Herrschaft zu participiren. Im Jahre 1878 waren die 40,000 Anteilscheine, welche das Grundcapital der „Reichsbank" bilden, im Besitze von 7690 Personen; da­von waren bereits 1470, also 20 pCt. Ausländer, welche zusamnien 11,382 An­teilscheine besaßen. Die „deutsche Reichs­bank" ist also bereits zu über einem Vier-

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Der Weg $um Verderben.

Nach dem Französischen von I. Rüttgers.

(Fortsetzung.)

In diesem Hofe waren die Wartesäle für die Angeklagten, sowie auch die Galerien, welche aus eben diesen Sälen in andere Höfe führten, welche sie zu durchschreiten hatten, um entweder in's Gefängniß oder in den Sitzungssaal zu gelangen.

In deniselben Augenblick, wo Rolland d'Joree in den Hof eintrat, gingen der Striker und Faraude in Begleitung von Gensdarmen vorbei. Das Gesicht des Er­steren machte, so am hellen Tage gesehen, einen traurigen Eindruck. Das hohle, roth- geweinte Auge starrte in's Unbestimmte hinein; der Mund verzog sich nervös, die bleifarbigen Wangen waren eingefallen und den ganzen Mann schien eine große Nieder­geschlagenheit befallen zu haben. Die grauen Haare fielen unordentlich auf eine blaue schäbige Blouse mit zerrissenem Halskragen hinab. Faraude dagegen befand sich in einer sorgfältig gewählten Toilette, gerade als ob sie im Begriff stände, zum Theater zu gehen.

Sie schien, wie schon früher, mehr gefaßt zu sein als der Striker — sie erwartete ihre

tel in den Händen ausländischerGeld- j u d e n, denn daß diese das Hauptcontingent : der „Ausländer" bilden, ist selbstverständlich.

Wer aber das Geld hat, hat auch die Macht, es kann sich also sehr wohl ereignen, daß in einiger Zeit die „deutsche Reichsbank" von auswärtigen Juden dirigirt wird.

Der Production nützt die „Reichsbank" verschwindend wenig, ihr Geld fließt nicht den Producenten direct, sondern ganz vor­zugsweise den Geldhändlern, Bankiers, Mak­lern, Wucherern zu, die es dann erst wieder gegen Wucherzins an die Producenten ver­treiben. Es sind in erster Linie die Händ­ler, und vornehmlich die Geldhändler, welche den Credit bei der „Reichsbank" ansnutzen, bei ihnen muß die ungeheure Mehrzahl des Publicums wieder borgen gehen und erhält das Geld dann erst gegen Wucherzins.

Die „Reichsbank" ist, wie bekannt, eine Zettel- oder Notenbank, d. h. sie genießt das Privilegium, auf Papierzettel ihren Namen und das Wappen des deutschen Reiches zu drucken und dieselben als baares Geld in die Welt hinauszusenden. Sie theilt dieses Privilegium mit nach 17 anderen Actienbanken, früher waren es 32; 15 sind bereits von der „Reichsbank" aufgefressen worden, denn diese hat -größere Privilegien, wie die anderen alle. Diese 18 Notenbanken dürfen für 385 Millionen Mark ungedeckte und unversteuerte Noten ausgeben, die ihnen etwa 15 bis 20 Millionen Mark Zinsen einbringen, wofür sie nur die Druck­kosten und die Kosten für das Papier aus­zugeben haben, aus denen die Noten gemacht sind. Gegen eine Steuer von 5 pCt. dürfen Strafe schon längst und darum war sie auf das Unvermeidliche schon vorbereitet.

Rolland nahm, wie er gesagt, seinen Platz bei den Advocaten. Der Saal bot keinen besonderen Anblick dar. Die Journalisten- Tribüne war natürlich voll von Reportern, eine elegante Menge drängte sich auf den Bänken in der Mitte, jenseits der Barriere wogte eine gewaltige Menge, neugierig zu sehen und zu hören.

Der Zeugen waren viele, unter Anderen auch ein Kind — Grain-de-Mil. Er sollte nicht gegen seinen Vater und seine Mutter zeugen, sondern er sollte nur vernommen, nur üöer Einzelnes verhört werden.

Als man den Striker. fragte, ob er sich einen Advocaten wählen wolle, antwortete er: „Ich will nicht vertheidigt sein."

Als der Präsident ihm bemerklich machte, daß das Gesetz für jeden Angeklagten einen Anwalt forderte, erwiderte der Striker gleich- giltig: „Dann nehmen Sie, Herr Präsident, wen Sie wollen. Wenn ich mich selbst aus- geliefert habe, so habe ich dies gethan, um bestraft zu werden. Ich kenne meine Ver­brechen — ich wünsche bestraft zu werden — das ist das Ganze."

Darauf richtete der Präsident an die an­wesenden Advocaten die Frage, ob Niemand ।

sie weiter so viele Noten ausgeben, als sie nur wollen und anbringen können. Die „Reichsbank" hat von Hause aus den Löwen- antheil von den ungedeckten Banknoten er­halten, nämlich 250 Millionen Mark, und die Notenantheile derjenigen Banken, die auf ihr Notenrecht verzichten, wachsen ihr auch noch zu.

Die „Reichsbank" hat es in der Hand, den Geldstand in Deutschland beliebig zu vermehren und so den Werth des Geldes herabzudrücken, oder aber je nachdem es der mit ihr enge liirten Börse beliebt, billig zu kaufen, oder theuer zu verkaufen. Diesem unwürdigen Zustande muß ein Ende gemacht werden. Wenn wir Geld aus Lumpen machen wollen, brauchen wir keine Juden­banken und keine Bankjuden dazu, das kann das Reich besorgen, fällt dabei ein Gewinn ab, dann kommt er dem ganzen Reiche, d. h. der Gesammtheit der Steuerzahler zu Gute, und nicht einem Häuflein privilegirter Millionäre, die ohnehin reich genug sind.

Thüngen fordert mit Recht die Aufhebu ng der Privilegien der Zettelbanken und die Umwandlung der fälschlich so genannten „Reichsbank" in ein wirkliches Re ichsin- stitut, welches das alleinige Recht besitzt, Noten anszugeben llnb zwar unter der Controls des Reichstages. Das Reich braucht keine Baarbedeckung für seine Noten, es deckt dieselben mit seinem eigenen breiten Rücken und mit der Arbeits- und Steuer­kraft seiner 45 Millionen Angehörigen. Der Gewinn aus der Notenemission fließt ihm also ganz und voll zu, ohne daß er es nöthig hat, baares Geld zinslos in seine die Vertheidigung des Angeklagten überneh­men wolle? Keine Stimme erhob sich.

Nochmals richtete der Präsident seine Bitte an die Advocaten. „Im Namen des fran­zösischen Gesetzes", sagte er zu denselben, „beschwöre ich Einen von Ihnen, die Ver­theidigung des Angeklagten zu übernehmen."

„Ich erkläre mich bereit, Herr Präsident", antwortete ein junger Mann. Der Name des Grafen Rolland lief durch die dichtge­drängte Menge und brachte eine allgemeine Sensation hervor. Die Ueberzeugungen und Verbindungen Rollaud's mußten mit diesem Manne nothwendig im schroffsten Wider­spruche stehen — warum mochte er also wohl seine Vertheidigung übernehmen? Und dann: welche Gründe würde er wohl aus­findig machen, um ihn zu vertheidigen. Mit Staunen vernahm man, daß der Graf d'Jvree Fräulein Celia Belleforge heirathen solle — die Schwester des Abbö Conrad, der von dem Striker ermordet worden war. Mochte man auch in jenen Tagen schon Un­erhörtes erlebt haben — ein solches Drama, wie es sich hier abspielte, übertraf alle Er­wartungen.

Das Verhör des Strikers und Faraude's förderte nichts Anderes zu Tage, als was bereits aller Welt bekannt war. Der Mann erzählte kurz seine Lebensgeschichte. Er ver-