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Donnerstag, den 7. September 1882.

JH 205.

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-g. Monarchische Gesinnung des deutschen Volkes.

Zu unserer Zeit, wo die Männer der Loge, die Agitatoren der offenen und heimlichen Revolution und die Anhänger eines radi- calen Liberalismus mit aller Macht gegen die Throne wüthen, wo die Herrscher nicht sicher sind vor Attentaten und Mordanschlä­gen, wo mächtige Parteien darauf ausgehen, das Königthum zu beseitigen und die sog. Republik an die Stelle zu setzen, bietet die monarchische Gesinnung des deutschen Volkes, gottlob wenigstens bei uns, einen festen Wall gegen die destruktiven Tendenzen der Um­sturzparteien. Das Volk hängt an dem Königthume und es schützt dasselbe selbst dann, wenn es Blut und Leben kostet. Es weiß auch den Werth der Monarchie als den Hort der Ordnung, der Sitte und des Rechtes zu schätzen und verlangt nicht nach Zuständen, die der Name „Republik" deckt, und die nichts weiter als das vollständige politische Durcheinander sind. Blicken wir auf die republicanischen Staaten, welches traurige Bild bietet Frankreich jetzt unter der dritten Republik! Parteiungen überall, ein wüthender Jnteressenkampf und entfefselter Ehrgeiz, keine Sicherheit und kein festes Staatsziel, ein fortwährendes Hin- und Herschwanken zwischen den Parteien, statt eines einzigen Regenten, der mit fester Hand die Zügel der Ordnung hält, hat Frankreich deren hunderte in .Gestalt von ehrgeizigen, sich gegenseitig bekämpfenden Deputaten; das Parlainent ist der Schau­platz aufregendster Scenen und das Ende vom Lied ist der Srraßenkampf zwischen

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Der Weg zum Verderben.

Nach dem Französischen von I. Rüttgers. (Fortsetzung.)

„Ich kenne das edle Herz dieses jungen Mädchens", schrieb er, „wenn sie das Un­glück ihres Vaters erfährt, wird sie nur den einen Gedanken haben, diesem Jrsin- nigen sich zu weihen. Wenn Gott, der schon so viele Wunder gewirkt hat, dem Vater Conrad's seine Vernunft nicht zurückgibt, dann ist der Traum meines Lebens für immer vorbei — dann wird Celia nie meine Frau fein können. Die strenge und harte Pflicht wird sie in erster Linie stellen, und wenn ich dann mich auch abwenden muß, um meine Thränen zu verbergen, so kann ich ihr doch nicht abrathen, so zu handeln. Es gibt ein Zartgefühl, welches die Feuer­probe adeln und heiligen muß bis zur äußer­sten menschlichen Gewalt. Ich unterwerfe mich — ich werde Celia aus Deinen Hän­den und denen ihres Vaters empfangen, oder ich werde sie nicht als Lebensgefährtin haben. Du wirst mich in tiefem Schmerze finden, weil ich sie verloren, aber Du wirst ihn, glaube ich, hinlänglich zu würdigen wißen, um zu begreifen, daß man keine Andere wählen kann, nachdem man geträumt, sein

Bürgern. Wie glücklich wäre das schöne Frankreich als Königreich und wie traurig steht es jetzt als Republik da! Welch' ab­schreckendes Zerrbild gewährt uns die Repu­blik des vielgepriesenen Amerika, Corruption im Staatswesen, überall eine feile käufliche Beamtenschaft, geschaffen von dem momen­tanen Parteierfolg, welche nur bestrebt ist, sich die Taschen zu füllen und dann wieder anderen Strebern Platz zu machen. Welch' unwürdiges Schauspiel bietet doch die ameri­kanische Justiz und wie traurig ist es mit dem Rechte in diesem Freistaate bestellt!

Wie ganz anders zeigen sich die Zustände in monarchischen Staaten und wie bestärkt uns ein Blick auf die sog. Republiken in unserer königstreuen Gesinnung. Freilich, Monarchien, die mit der Revolution coquet- tiren und deren Grundsätze annehmen, die sich selbst den Ast absägen, auf dem sie sitzen und in thörichter Verblendung der Republik den Weg ebenen, haben wir nicht in Auge, für solche Ausartungen können wir uns nicht erwärmen, solche Monarchien haben auch keinen Anspruch aus Existenzbe­rechtigung, fiEderstreiten unseren Anschau­ungen vom Königthume und wenn sie heute von der Revolution über den Haufen ge­worfen werden, so haben die Repräsentanten derselben keinen Anspruch auf Mitleid. Sie hatten es ja nicht anders gewollt und sie müssen auch die Suppe ausessen, die sie gekocht haben. Gottlob sehen wir in Deutsch­land das Königthum auf eine andere festere Basis gestellt und die Träger derselben be­greifen auch ihre Aufgabe ganz anders als z. B. die Dynastie von Savoyen oder jene ganzes Leben diesem Kinde zu weihen. Du allein besitzest Zartgefühl und Seelenstärke genug, um sie vorzubereiten auf die Leiden, die sie mit einem Male erwarten. Ich würde nach Genf geeilt sein, um Euch Beide auf­zusuchen, wenn meine Pflicht mich nicht zu­rückhielte. Ich denke nur an Dich, wenn es sich darum handelt, Celia zu lieben und zu beschützen. Von nun an werden Eurer nicht zu Viele sein, um sie zu trösten und aufzurichten."

Nach der Berechnung Rolland's mußte feine Mutter mit Celia sich vier Tage nach Abgang seines Briefes auf der Eisenbahn befinden.

So wartete er denn ungeduldig und ängstlich auf die Ankunft des Eisenbahnzuges, der seiner Meinung nach Fräulein Belle- forge und seine theure Mutter herbeiführen mußte. — Er hatte sich nicht geirrt. Der Zug fuhr ein — ein Schrei entfuhr seinen Lippen — der Blick Celia's begegnete ihm, und seine Mutter schloß ihn in seine Arme. Celia, in Schwarz gekleidet und bleich wie eine Todte, reichte ihm die Hand; der junge Mann, drückte sie heftig. Auch die Baronin Roybert hatte es sich nicht nehmen laßen, mit nach Paris zu reisen. Rolland grüßte sie freundlich.

„Mein Sohn," sagte die Gräfin, „führen

in Spanien. Dort haben die Monarchien ihre Macht an die Revolution preisgegeben, der sie ihre Throne verdanken, und sie sigu- riren als Schattenkönige von Revolutions­gnaden. So weit ist es in Deutschland bei allem Liberalismus nicht gekommen, die Monarchen und Landesfürsten haben hier ihre Macht noch gewahrt und sich nicht der Revolution ausgeliefert. Diese kann es nicht wagen, ihre gierigen Zähne daran zu wetzen und der Liberalismus darf seine letzten Kon­sequenzen bei uns nicht ziehen. So lange wir in Deutschland noch ein christliches und conservatives Volk haben, wird dies nie geschehen. Ein guter Katholik ist nie­mals Revolutionär und er wird, wie schlimm sich auch immer die Zustände ge­stalten mögen, sich nie gegen die legitime Herrschaft erheben. Die Geschichte lehrt es uns auf tausend Blättern, daß die guten Katholiken stets die treuesten Unterthanen waren und daß, wo ein Volk auf seinen Glauben hält, auch der König sicher sein Zelt inmitten seiner Untertharen aufschlügt. Gläubige Christen stehen treu zu ihrem Könige, sie lieben und verehren denselben schon seiner hehren Würde willen und sie laßen sich auch durch keine Zufälle in ihrer Liebe und Treue wankend machen. Sie bilden die Stützen der Throne und den festen Damm wider die brausenden Fluthen revolutionärer Gesinnung. Monarchen, welche die Zeit begreifen und ihre Aufgabe voll und ganz erkennen, werden auch diefen mäch­tigen Factor zu ihrem Schutze nicht außer Acht laßen, sie werden sicher das Volk im Glauben zu erhalten suchen und deshalb

wir dieses Kind zu seinem Vater." ... Man bestieg einen Wagen.

Als der Wagen vor dem Hotel Belleforge hielt, stieg Rolland zuerst aus.

Dann setzte das junge Mädchen den Fuß zur Erde, zwei Thränen perlten in ihren Augen, sie versuchte, den edlen Frauen zuzu­lächeln, welche sie verließ, und indem sie ihnen beide Hände entgegenstreckte, schluchzte sie: „Adieu! Adieu!"

Doch auch ein Freudenstrahl erglänzte unter ihren Thränen, und hoffnungsvoll rief sie Rolland zu: „Auf Wiedersehen'"

XXVII.

Rolland d'Jvree befand sich wegen Fami­lienangelegenheiten in Versailles, als ihm einer seiner Freunde rieth, dem Kriegsgerichte beizuwohnen.

„Nein," antwortete der junge Mann, „ich habe daran Theil genommen, als man die Communemitglieder aburtheilte, und ich habe mich entschloßen, nie mehr mich daran zu betheiligen. Es ist eine ungesunde Neu­gier, auf den Gesichtern die Verwüstungen entfesselter Leidenschaften zu studiren. Ich glaube noch das Gesicht Ferre's vor mir zu sehen, mit seinen krummen Linien wie ein Raubvogel; das von Furcht entstellte Gesicht des Doctor Rastoul, die rothumrändertcn