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M 198.

Fuldaer

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_____________3"f»ate: D,e P°tü,e.l° oder deren R-um 15 Pfg, sog. Pl«tz°nn°ncen IQ Psg.; bei Wi-derhMng-n sprechenden Rabatt

W Für den Monat September nehmen Bestellungen ans die ,Fuld. Zeitung' alle Postanstalten, Land­briefboten und für Fulda die Erpe- dition, Büttermarkt 112, zu Vs des vierteljährigen Abonnementsprei- ses (50 Pfg.) entgegen.

* Der St. Raphels-Verein.

Schon wiederholt und wiederholt hat un­sere Zeitung den Auswanderern nach Ame­rika den Raphaelsverein empfohlen, dessen große Vortheile ausführlich dargelegt und dabei bekannt gegeben, daß bei der Redac­tion der Zeitung Vereinskarten ganz umsonst zu haben seien und jedem Auswanderer be­reitwilligst verabreicht würden. Nichts desto weniger treten auch bei uns noch Viele jene höchst gefährliche Reise in die neue Welt an, ohne sich mit einer solchen Karte zu ver­sehen. Erst vor Kurzen: kam uns der Fall zur Kenntniß, daß ein Vater seine ganz un­erfahrene zwanzigjährige Tochter allein nach Amerika zu schicken in: Begriffe stand. Zum Glück konnten wir ihr eben noch vor der Ab­reise eine Raphaelskarte geben. Ein ganz ähnlicher Fall kam uns voriges Jahr vor. Und gerade solche arme Kinder, unerfahrene Mädchen vom Lande, sind in den Hafen­städten und noch mehr auf den Schiffen den entsetzlichsten Gefahren ausgesetzt. Daher wollen wir den Raphaelsverein noch einmal auf das dringendste empfehlen und durch die Aufnahme eines Aufsatzes, den wir eben in der Zeitschrift ,Kath. Missionen' lesen, in Erinnerung bringen, was wir in unserer Zeitung schon oft gesagt haben.

49~"

Der Weg zum Verderben.

Nach dem Französischen von I. Rüttgers. (Fortsetzung.)

„Ich danke Ihnen, mein Herr", sagte sie; „sollte mein Mann in diesen unglücklichen Geschichten sich bloßgestellt sehen, so werde ich Ihr Zeugniß anrufen."

Rosa entfernte sich und der Banquier eilte schleunigst, seinen Sohn, wenn es möglich sei, zu sehen.

Es war bereits zehn Uhr vorbei; die Temperatur war ruhig und mild. Das Getöse der Schlacht, die immer mörderischer wurde und immer näher kam, erschallte von allen Seiten zugleich. Barrikaden versperr­ten alle Straßen, hinter jeder standen Män­ner mit Waffen in der Hand, bereit bis auf den letzten Tropfen Blutes sie zu vertheidigen.

Die Revolution lag offenbar in den letzten Zügen — Recht und Gerechtigkeit waren offenbar nahe daran, zu siegen. Einige der Elenden, welche an der Spitze jener blutigen Saturnalien standen, schworen sich mitten in einem unermeßlichen Leichenfelde begraben zu laflen. Der größte Theil der Rädels­führer der Commune dachte an die Flucht. Sie waren es gerade, welche die ganze Stadt aufgewühlt, Banditenschaaren zusam-

Den Auswanderern drohen, falls nicht gehör:ge Vorsorge getroffen wird, die größ­ten Gefahren für Leib und Seele, für zeit­liche und ewige Interessen, für sie selbst und ihre Familien, Gefahren, von denen Fern­stehende sich kaum eine Vorstellung machen können. In den großen Stapelplätzen des Welthandels, die gewöhnlich Ausgang- und Zielpunkt der Seereise sind, treiben sich viele der ruchlosesten und durchtriebensten Gauner herum, die mit Gier über den Auswanderer herfallen, um ihn zu betrügen und auszu­rauben und nicht selten, wenn das gelungen ist, die Seelen seiner Angehörigen noch obendrein der Sünde und Schande zu ver­kaufen. Natürlich verhüllen sie ihre schlech­ten Absichten unter dem Schein von Gefäl­ligkeit und Dienstleistungen, machen Aussicht auf großen Gewinn und handhaben die Ueberredungskünste so meisterhaft, daß sie Unzählige in ihr Garn gelockt haben. Noch leichteres Spiel haben sie jenseits des Oceans, weil die Auswanderer wegen ihrer Unkennt- niß des Landes und der Landessprache dort noch leichter zu berücken sind. Hierzu kom­men während der Seereise die größten Ge­fahren für die Sittlichkeit; denn die sitt­lichen Zustände auf den Auswandererschiffen sind im großen Ganzen der traurigsten Art, ja spotten bisweilen jeder Beschreibung, da sie himmelschreiend sind. Und wenn so schon der Anfang des neuen Lebensabschnittes, den der Auswanderer beginnt, mit Sünde befleckt, durch Unglück verkümmert ist, wie soll das einen guten Ausgang haben, was so schlecht anfängt? Die Unzahl der Sün­den und Betrügereien, die auf der Reise mengeworben, bis dahin ehrenfeste Männer verdorben hatten - - aber sie gedachten nicht im Geringsten, mit diesen Unglücklichen zu­sammen unterzugehen.

Belleforge ging eiligst in der Richtung auf Pont-Neuf zu, als eine große Helle zur Linken ihn fast blendete. Der Himmel war blutroth erleuchtet und garbenartig stiegen Tausende von Funken in die Höhe. Das Rathhaus stand in Flammen.

~ Der Banquier stieß unwillkürlich' einen Schrei des Entsetzens aus — ein Ruf wil­der Freude antwortete ihm', und einige zwanzig Männer, im Laufschritt vorbeieilend, heulten im Chor:

„Bravo! So recht! Die Versailler Schur­ken sollen gebraten werden wie die Schweine!"

Belleforge blieb einen Augenblick stehen: er glaubte in einem schrecklichen Traume be­fangen zu sein. Aber der Reihe nach stieg aus dem Hotel der Ehrenlegion eine Rauch­wolke empor, dann verschwand der Börsen­saal unter einem rothen Schleier, die Tui- lerien stürzten krachend zusammen, das Pa­lais de Justize, Häuser, Theater und andere öffentliche Gebäude standen in Flammen und vollendeten das Bild des Entsetzens.

Mit Mühe arbeitete er sich in dem schreck­lichen Gewühle vorwärts. Bald versperrte ihm eine Barricade den Weg, bald hielt ihn

geschehen, stehen nur im Verhältniß zu der Unzahl der Seelen, die jenseits des Oceans ihren Glauben, ihre Sittlichkeit und ihre Seligkeit verloren haben. Die Zahl der nordamerikanischen Katholiken ist um mehrere Millionen geringer, als sie sein würde, wenn die Auswanderer und ihre Nachkommen katholisch geblieben wären. Und woher dieses ? Sie hatten keine gehörige Leitung vor und auf der Reise und bei der Auswahl der Ansiedlungsorte. Hätten sie einen Raphael gehabt, der ihnen mit Rath und That bei» gestanden, Alles wäre besser gegangen, un­zählige Sünden wären verhindert, unzählige Seelen gerettet worden. Es kann darum kaum ein segensreicherer, apostolischerer Verein gedacht werden als der St.-Raphaels- Verein, welcher unter der umsichtigen Leitung Sr. Durchlaucht des Fürsten von Isenburg wirksam den Zweck verfolgt, „die Auswanderer vor den sie so zahlreich bedrohenden moralischen und materiellen Gefahren durch Belehrung und Schutzmaß regeln zu bewahren." Diesen Zweck sucht der Verein besonders durch Vertrauensmänner in den vorzüglichsten von Auswanderern benutzten Seehäfen zu erreichen. Wir wollen hier kurz deren Namen und Wirksamkeit in: Jahre 1881 aufzeichnen: Der Vertrauensmann :n B re men ist Herr Pastor P. Schlöfser (Werderstr. 12.) Von bei: 122,737 Per­sonen, die dort sich einschifften, nahmen 22,483 ihn in Anspruch; er hörte 2214 Beichten, erhielt Depositen im Betrag von 329,865 Mark und vermittelte 565,270 Mk. Geld- wechsel. In Hamburg, von wo in dem- eine Truppe Föderirter an und forschte ihn aus. Mehr als einmal wäre er fast zum Gefangenen gemacht worden. Nach zwei qualvollen gefährlichen Stunden Weg<s langte er endlich an der Polizei-Präfectur an. Raoul Rigault war nicht anwesend. Einer der Secretäre ließ sich bewegen, Belleforge anzuhören.. Als er hörte, daß es sich um die Freilassung eines Gefangenen handle, zuckte er die Achseln.

„Sehr schwierig, besonders in diesem Augenblicke. Wer weiß, ob Raoul Rigault zurückkommen wird. Ist der Mann, um den es sich handelt, schwer commpromittirt?" „Ich kann bezeugen, daß er sich nie mit Politik befaßt hat". „Sein Name?" „Abbe Conrad."

„Nichts wird ihn retten können", antwor­tete der Secretär kurz. „Ehe die Armee sich der Stadt Paris bemächtigt hat, wird man diesen Vaterlandsverräthern die ver­diente Strafe gegeben haben. Aber Sie selbst", fuhr der junge Mann, den Banquier scharf anblickend fort, „Sie, der Sie einen dieser Elenden in schwarzem Gewand zu retten suchen, wer sind Sie ? Ein Feind der Commune, ein Royalist?" „Ich heiße Belle­forge." „Belleforge? Der Banquier?" „Ja", antroortete der unglückliche Vater, „und ich kam hierhin, um Gnade für me inen Sohn