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M 195. Sonnabend, den 26. August 1882.

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8ejt*o*8' "scheint tiglich. Sonn- und Feiertage ausgenommen. Ran avonnirt gegen Vorausbezahlung zu Fulda

tn der SMÄntion, Buttermarkt Nr. 112, auswärts bei den Postämtern. Der vierteljährliche ASonnementspreis beträgt ausschließlich Bringerlohn in Fulda 1 Mark ”t® ®° M' nnt Brmgerlohn 1 M. 70 Pfg., auswärts bei den Postämtern: bei der Post abgeholt 1 Mark und 50 Pfg.. ins Haus gebracht 1 M. 90 Pfg. Mrt den ,Jllustnrten Sonntagsblättern^ kostet dieFuld.Ztg vierteljährlich in Fulda M. 1.90; auswärts am Postschalter M. 1.75; in s Haus gebracht M. 2.15. Inserate: Die Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechenden Rabatt.

* Ein Trost.

Die europäische Atmosphäre wird von Tage zu Tage schwüler, alle Welt suhlt, daß der Eintritt eines Weltbrandes nur noch eine Frage der Zeit ist. Ganz Europa starrt in Waffen. Woher dieser Zustand? Weniger sind es widerstreitende Principien und gegensätzliche Volksinteressen, die um die Herrschaft ringen, als vielmehr die Gefühle der allgemeinen Unsicherheit über die zukünf­tige Lage, die über kurz oder lang zu einer Krisis führen muß. An Stelle der Heilig­keit der Verträge/ des internationalen Rech­tes, ist ein Opportunitätssystem getreten, deren Kern die Machtfrage und deren äußere Erscheinung der bewaffnete Frieden ist. Wie richtig diese Kennzeichnung der allgemeinen Lage sich darstellt, illustrirt England augen­blicklich in Egypten. Dazu sieht es in dem Innern mancher europäischen Staaten traurig aus. Rußland laborirt an den Nihilisten und einer durchgängigen socialen Auflösung, England an den Feniern, Frankreich und Italien sind nahe daran, der Herrschaft der Commune zu verfallen Ueberall gährt und rumort es. Auf die Dauer vermögen die Völker aber weder den Zustand der Un­sicherheit, noch die schweren Militürlasten zu tragen, eine Krisis ist daher unvermeidlich. Mag auch die egyptische Angelegenheit noch einmal wieder in ruhigere Bahnen geleitet werden, die Situation wird in Europa doch wesentlich dieselbe bleiben. Unter solchen Umständen ist es erklärlich, daß die einzelnen Staaten fortwährend auf ihren Schutz Be­dacht nehmen, um in dem Augenblicke einer entscheidenden Krisis ausreichend gerüstet da-

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Der Weg zum Verderben.

Nach dem Französischen von I. Rüttgers.

(Fortsetzung.)

Der Striker brach in ein wildes Lachen aus, und indem er den Priester, der ihn ruhig betrachtete, bei der Schulter packte, fragte er:

„Erkennst Du mich wieder?"

„Nein — ich wüßte nicht . . ."

„Nun denn! ich erkenne Dich wieder! Noch nach fünfzig Jahren würde ich Dich wiedererkennen! Du bist es, der auf dem Schlachtfelde von Champigny mich als Theil- nehmer an der Bande der „Hyänen" bezeich­net hat, Du hast mich als einen Schurken und Leichenräuber einsperren laffen. Die Commune, die weiß, daß ich ein guter Pa­triot bin, hat mir die Freiheit miedergegeben. Ich bin Mitglied des Municipalrathes und Bataillonschef, augenblicklich habe ich das Commando. Auf ein Zeichen von mir wird man Dir eine Kugel durch den Kopf jagen."

„Ihr werdet euch wohl hüten, uns zu ermorden", antwortete Conrad, „sttaoul Ri­gault würde es euch nie verzeihen. Ich und Mein Genoffe bleiben unter dem Schutze der Kommune, und nur ihren obersten Häuptern

zustehen. So schwer diese Rüstungen nun auch auf unfern Schultern ruhen, immerhin gewährt es ein Gefühl der Beruhigung und Sicherheit, einen Trost, zu wissen, daß Deutsch­land mit keinem kriegerischen Ereignisse über­rascht werden, sondern mit Ruhe allen Even­tualitäten entgegengehen kann.

Was Organisation, Führung, Disciplin, Ausrüstung u. s. w. betrifft, so nimmt die deutsche Armee den ersten Rang in Europa ein, darüber herrscht nirgends ein Zweifel. Auch in numerischer Beziehung steht die Armee mindestens ebenbürtig der Militär­macht jeden anderen Staates gegenüber. Interessant dürfte in dieser Beziehung ein Blick in die Vorlage sein, welche die Negier­ung über den Stand des Heereswesens im Jahre 1881 dem Reichstage gemacht hat.

Deutschland besitzt 18 Heerkörper ä 40,000 Mann, dazu ebensoviel Landwehr-Divisionen zu ä 22,000 Mann, macht im Ganzen — 1,080,000 Mann. Seit 1870 sind jährlich annähernd 160,000 Mann einberufen und militärisch vollständig ausgebildet, so daß sich unter Abrechnung von 10 Pror. Abgang und unter Hinzurechnung der Officiere und Unterofficiere ein Bestand von 1,800,000 Mann ergibt, die vollständig kriegstüchtig in wenigen Tagen ins Feld geführt werden können. Außerdem gestattet das Gesetz zur Erricht­ung des Landsturmes die Einberufung aller ausgebildeten Mannschaften von 32 bis 42 Jahre behuf Verrichtung des Dienstes inner­halb des Landes einschließlich der Festungs- vertheidigung und des Küstenschutzes. Jeder Jahrgang des Landsturmes, gering zu 80,000 Mann veranschlagt, gibt abermals einen werden wir Enthüllungen machen, wenn es uns paßt."

„Der Schatz! Der Schatz!" schrie die Bande wild durcheinander.

„Hoffet ihr wirklich, ihn zu eurem eigenen Vortheil zu rauben? Oder ist der Schatz für eine Handvoll Leute da? Der Abbö de Hautinonstier verlangt nichts als Gerechtig­keit • wenn es jetzt überhaupt in Paris noch Gerechtigkeit gibt! Führen Sie uns vor die Chefs der Commune!"

Der Abbo Conrad wandte sich an ein Mitglied der Commune, das sich durch eine rothe Schärpe vor den Anderen auszeichnete, und sagte:

„Wir verlangen nichts als Gerechtigkeit. Wenn wir zum Tode verurtheilt sind, nun denn, so werden wir fallen; aber vorher haben wir das Recht uns auszusprechen."

„Conrad", sagte der Abbö de Hautmon- stiec: „Thomas Decket und Prätextatus waren edle Bischöfe, die eine gottesräuberische Bande am Fuße des Altars erschlug, be­weisen wir, daß wir sterben können wie sie."

„Unser Beispiel wird Andere in ihrem Muthe stärken", erwiderte der junge Mann, „aber wir haben nicht das Recht zu sterben, wenn wir die Möglichkeit behalten, unser Leben zu erhalten. Ist es nöthig, so wer­den wir den Martyrertod erleiden, Gott ver-

Bestand von 800,000 Mann, vollständig genügend zu vorbezeichneten Zwecken, so daß jene 36 Heereskörper im Betrage von 1,800,000 Mann ausschließlich als eigent­liche Feldtruppen verwendet werden können. Mithin besitzt Deutschland einen Vertheidig- ungskörper von 2,600,000 Mann ausge­bildeter Truppen, die unmittelbar, sofort nach Eintritt der Kriegserklärung in Activi- tät treten können.

Diese an sich schon hohe Ziffer ist aber leicht noch auf das Doppelte zu bringen, wie aus nachfolgenden Mittheilungen her­vorgeht. Im Jahre 1881 wurden 1,250,000 Militärpflichtige im Alter von 20—22 Jahren in die Rollen eingetragen. Nach Abzug des Ausfalles durch Untauglichkeit, Abwesenheit und so weiter bleiben ca. 800,000 Mann, die der Militärverwaltung als Recruten behuf Ergänzung der Armee zur Verfügung stehen. Dazu kommt die Ersatz reserve erster und zweiter Classe, aus welcher der Feldarmee neues Material zugeführt werden kann. Da nach den gemachten Angaben jährlich 145,000 Mann Mr.-Ersatzreserve erster und zweiter Claffe eingestellt werden und diese Mannschaften 12 Jahre pflichtig sind, so betrüge hiernach die ganze Ersatz­reserve ungefähr 1,500,000 Mann, die Totalsumme aller zur Ergänzung des Heeres disponiblen Mannschaften von 20 bis 32^Jahren daher 2,300,000 Mann.

Fassen wir obige Angaben kurz zusammen, so ergibt sich: Deutschland besitzt in Linie, Landwehr und Landsturm 2,600,000 Mann ausgebildeter Krieger, und für den äußersten Fall, unter Hinzurechnung der vorhandenen bietet uns ihn im Voraus, unnöthiger Weise zu suchen." Dann sagte er, sich zu den Soldaten wendend:

„Führet uns zu Raoul Rigault!"

Die Elenden sahen einander an und be- rathschlagten untereinander. Möglicherweise konnte der Canonckus und sein Begleiter trotz ihres Läugnens ja noch immer die Stelle wissen, wo der Schatz der Kirche ver­borgen lag. Es wäre also vielleicht unklug gewesen, diese Leute zu tobten, die durch ihre Enthüllungen der Republik einen Schatz im Werthe von mehreren Millionen Milli­onen retten konnten. Die Chefs würden ja noch immer über das Loos der beiden Prie­ster bestininien können.

Der Striker, welcher sie gern gleich auf der Stelle massacrirt hätte, bat und flehte seine Spießgesellen vergebens, seinen Wün­schen zu willfahren, die Habgier siegte doch über die Mordlust. Und so wurden denn beide Priester gefesselt und von einem Pi- quet Soldaten auf die Polizei-Präfectur ge­leitet.

Auf ihrem Gange begleitete sie das Ge­heul und der Hohn der entfeffelten Pariser Communard's, und vor dem Eingänge des Polizei-Gebäudes drängte sich eine gewaltige Menge um den Ausgang dieser Verhand­lungen abzuwarten, obwohl solche Verhand«