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tags empfängt er auf Babelsberg Herrn Schlößer, berauch zurTafel geladen ist. — Dem General Goltz wurde anläßlich seines heutigen Jubiläums der Schwarze Adlerorden verliehen.

— Auch das Kanonenboot „Cyclop" (4 Geschütze) ist am 19. d. M. nach dem Mittelmeer in See gegangen.

— In Hannover ist gestern der Verband deutscher Architecten und Ingenieure zur Generalversammlung zusammengetreten. Der Landdrost v. C r o n a ch begrüße die Ver­sammlung Namens der Staatsregierung. Baurath Kyll mann hielt einen Vortrag, der internationale Fachausstellungen in Deutschland empfiehlt. Baurath Garbe berichtet über die Wafierfrage. Die nächste Generalversammlung soll 1884 in Stutt­gart, und im nächsten Jahre soll eine Dele- girtenversammlung in Frankfurt a. M. ge­halten werden.

* Aus dem Bisthum Limburg, 19. Aug. Durch den am 15. d. M. er­folgten Tod des Pfarrers Burggraf in Elz, unweit Limburg, ist, wie die Bonner ,Reichsztg., berichtet, die 39 Pfarrei der Diöcese ohne Pfarrer, und sind im l. I. bereits 5 Seelsorgegeistliche gestorben. Die Pfarrei Elz, bekannt durch ihre sangeslustigen Einwohner, die theilweise in weite Ferne ziehen, zählt 2000 Einwohner, und hat eine recht schöne Kirche. Der verstorbene Pfarrer, der schon Jahre lang kränkelte und unliebsame Erfahrungen in der Culturkampfsaera nie ganz verschmerzen konnte, war Pfarrer zu Elz seit 1864.

Egypten.

Die wichtigste That der Engländer ist die zeitweilige Sperrung des Suez-Canals, gegen welche Lessep s, der Generalbevollmächtigte der Saezcanal-Gesellschaft, energisch protestirt hat. Die Mächte scheinen aber in dem eng­lischen Vorgehen nichts, als ein nothwen- diges liebet zu erblicken, da nicht zu ver­kennen ist, daß die englische Kriegsflotte für einige Tage den Vortritt und unbehinderte Fahrt im Canal haben muß, wenn die eng­lischen Truppen die nöthigen Manöver aus­führen sollen. Die Pforte wurde von sämmtlichen Mächten aufgefordert, alle Vor­kehrungen zu treffen, um die aus Syrien signalisirten Ausschreitungen der Moslims gegen die Christen sofort zu unterdrücken.

Eine von der englischen Admiralität ge- sie jetzt in schweren seidenen Roben einher, und ließ das gestohlene Gold und Silber in der Sonne erglänzen.

Die Kinder, "welche dieses unerwartete Glück nicht begreifen konnten, aßen jetzt wieder nach Herzenslust und bekamen ihre gesunde Farbe zurück. Die armen Kinder, welche nichts von dem Raub uud der Plün­derung wußten, wie sie um sie herum in der schamlosesten Weise in's Werk gesetzt wurde, benutzten den Segen des Raubes und stinim- ten mit ein in die schändlichen Rufe und Ge­sänge, die sie in den Versammlungen lern­ten, wohin sie Faraude regelmäßig mitnahm.

Wie gesagt, der Saal war zum Erdrücken voll, wild wogte die Menge auf und ab, zum größten Theil Gesichter, in denen man alle Laster und Verbrechen fast wie in einem Buche ablesen konnte. Oben in einer Loge thronte Faraude in einem Kleide von blauer Seide, geschmückt wie ein Pfau, stolz auf die Menge zu ihren Füßen hinabblickend.

Sobald der Striker sah, daß die Menge ungeduldig zu werden bgann, fuhr er sich rasch durch's Haar, knöpfte oben seinen Rock los und trat bis an den äußersten Rand des Theaters vor. Er grüßte die Menge nicht, er sah sie blos festen Blikes an.

„Ein Redner bin ich nicht", begann er; „ich verstehe nur zu marschiren, wenn es sich

stern versandte Depesche theilt über die aus­geführten Bewegungen der englischen Trup­pen Folgendes mit: General Edwards besetzte während der Nacht den Canal und Kantara. General Fair fax besetzte Port Said, Fitzroy besetzte Jsmailia; alles ge­schah, ohne die geringsten Schwierigkeiten. Fitzroy vertrieb den Feind aus Neftch durch Bombardement. Commodore Kane wurde leicht verwundet. Die Truppen des Fein­des in Port Said legten die Waffen nieder. In Port Said wurde ein neuer Gouverneur im Namen des Khedive eingesetzt. Die Telegraphenverbindung mit Kantara und Jsmailia ist wiederhergestellt, überall herrscht Ruhe. Admiral Hoskins beorderte 340 Seesoldaten auf „Dee" und „Ready" zur Verstärkung Fitzroys. Im Canal strandete ein Schiff, es können aber andere Schiffe daran vorüberkommen.

Provincielles und Locales.

* Fulda, 22. Aug. (Vl. Congreß des Verbandes der kaufmännischen Con- gregationen und der kathol. kaufm. Vereine Deutschlands.) Dem am Sonntag, Abends 8 Uhr, im Harmoniesaale eröffneten Festcommers präsidirte Herr Fabrikant R. Schmitt, welcher eine ganze Reihe weiter eingegangener Depe­schen bekannt gab und dann alsbald Herrn Landtags-Abgeordneten Koch das Wort zur Festrede ertheilte. In der ihm eigenen packenden Weise führte Redner den Gedanken aus, daß die Stärke des Ver­bandes der kaufmännischen Vereine sowohl, als jedes einzelnen Vereins in der Ein he it, Einigkeit und Disciplin bestehe. Die Gründung der katholischen kaufmännischen Vereine begrüße er als eine That des katholischen Lebens, die wohl noch höher anzuschlagen sei, als die Gründung der katholischen Studenten-Verbindungen. Als Herr Koch geschlossen hatte, folgte lang an­haltender Applaus. Es würde uns zu weit führen, wollten wir all die Vorträge, die zum Besten gegeben wurden, skizziren. Wir begnügen uns damit, nur die ernsteren kurz anzudeuten, nachdem wir im Allgemeinen die Versicherung vorausgeschickt haben, daß wie es der Natur eines Commerses ent­spricht, für humoristische, die Heiterkeit weckende Mittel von mehreren Herren reichlich gesorgt wurde, während auch Musik und Gesang nicht verfehlten, die Herzen der zahlreichen Herrenversamnckung mächtig zu bewegen und zu heben. Die ernsteren Vorträge also, die wir int Auge haben, wurden von den Herren Jnspector 'Diefenbach (Frankfurt) und darum handelt, einen bedrohten Punkt zu vertheidigen; ich kann keine schön gedrechselte Rede aufsetzen, noch Phrasen an einander reihen. Ich werfe einfach meine Gedanken hin, es ist Eure Sache, sie zu entminen; ich bin kein Advocat, ich kann nur schlecht lesen, und wenn ich den Willen und die Wünsche des Volkes trotzdem begreife, so ist es deshalb, weil ich aus diesem Volke stamme, mit diesem Volke geduldet und gekämpft habe.

„Bravo!" brüllten Hunderte von Stimmen.

„Ihr seid Republicaner, meine Freunde des Fortschritts, Ihr wollt nicht, daß die Arme des Arbeiters sich abmüden mit einer undankbaren Arbeit — Ihr habt Mitleiden mit seinen Kindern und wenn er seiner Ar­beit erliegt, dann nehmt Ihr sie auf; Ihr denkt an große Dinge, an Humanitätsbe­strebungen, Ihr wollt die Demüthigung des Reichen und das Glück des Proletariers, nicht wahr?"

„Ja, Ja!" antwortete die wilde Menge. (Fortsetzung folgt.)

Dr. Elz (Mainz) gehalten. Ersterer ver­kündete in beredten Worten das Lob Fulda's, das er als das deutsche Rom bezeichnete, da es mit Rom, dem Centrum der katho­lischen Kirche, der Begräbnißstütte des Apostel­fürsten Petrus, in vielen Stücken frappante Aehnlichkeiten aufweise und durch das Grab des Apostels der Deutschen der Mittelpunkt des katholischen Deutschlands sei. Hatte Herr Diefenbach durch seine zündenden Worte zum treuen Festhalten an dem katholischen Glauben, den Bonifatius gepredigt hat, er­mahnt, fo empfahl Herr Dr. Elz in kurzen, aber kräftigen Sätzen die Bethätigung dieses Glaubens durch die Werke der Siebe, indem er den Verbandsmitgliedern die eifrigeNach- ahmung und Förderung der Vincenz-Vereine eindringlichst an's Herz legte. Daß diese Mahnung auf guten Boden gefallen war, bewies die ansehnliche Summe Geldes, welche alsbald zum Besten der Fuldaer Vincenz- Conferenz in den Hut des Redners, der selbst die Sammlung vornahm, zusammengelegt wurde. So verband die Versammlung das Nützliche mit dem Angenehmen, das Heitere mit dem Ernsten. Schließlich können wir nicht umhin — noch hinzuzufügen, daß bei dem Commerse auch Herren aus Hünfeld fowie Herr Kaufmann L. Braun aus Neustadt anwesend waren. Eine Anzahl „Winfridianer" erfreute noch in später Stunde die Versammlung durch den Vor­trag zweier vierstimmiger Lieder.

Auch der gestrige, zweite Congreßtag wurde mit Gottesdienst eröffnet. Um 8 Uhr früh wohnten die Theilnehmer der hl. Messe bei, welche der Hochw. Herr Domdechant Kalb in der Bonifatiusgruft für die aus dem Verbände Verstorbenen celedrirte.

Kurz nach 9 Uhr ging es wieder an die Arbeit. In mehr als 4stündiger Sitzung wurde die für die Delegirtenversammlungen- gedruckt vorliegende Tages-Ordnung zu Ende geführt. Aus den gestern zur An­nahme gelangten Beschlüssen theilen wir im Folgenden die wichtigsten mit.

1. Die VI. Generalversammlung macht es den Kongregationen und Vereinen zur Pflicht, in fob chen Städten, wo sich dies in Bezug auf die localen Verhältnisfe ermöglichen läßt, besondere Vincenz- conferenzen innerhalb der Kongregationen und Vereine ins Leben zu rufen, in den anderen Städ­ten aber das Werk des hl. Vincenz von Paul nach Kräften zu unterstützen. (Antrag Frankfurt und Mainz).

2. Den Mitgliedern des Verbandes wird anem­pfohlen, ein durch die Generalversammlung bestimm­tes Abzeichen, insbesondere auf Reisen, sichtbar zu tragen. (Antrag Frankfurt).

3. Es soll im Interesse des katholischen Kauf­mannsstandes im Allgemeinen und des Stellenver­mittlungswesens im Besonderen darauf hingewirkt werden, daß

a. sammtliche Kongregationen und Vereine Listen der kath. Firmen ihrer Bezirke aufstellen und dem Vororte einsenden,

b. daß der Vorort resp. der Verband in Rück­sicht auf die vielfach gemeinsamen Bestrebungen mit ähnlichen Korporationen (z. B mit dem Ver­bände kath. Industrieller und Arbeiterfreunde in Rheinland und Westfalen) und mit ausländischen Vereinen gleicher Tendenz Verbindungen anknüpfe und unterhalte,

c. daß in den deutschen Städten, wo noch keine kath. kaufm. Vereine bestehen, deren Gründung aber möglich ist, solche in's Leben gerufen werden,

d. daß der Vorort resp. der Verband für Grün­dung von Brudervereinen in Oesterreich und der Schweiz, als den Ländern, welche mit Deutschland die meisten jungen Kaufleute austauschen, thätig sei. (Antrag Fulda.)

4. Der Verband der kaufm. Kongregationen und der kath. kaufm. Vereine Deutschlands erblickt

1) in dem großen Zudrange zum Kaufmanns­stande von jungen Leuten ohne genügende Vor­bildung und

2) darin, daß viele Principale den ihnen anver­trauten Lehrlingen die nothige Ausbildung nicht angedeihen lassen, zwei Hauptursachen der augen­blicklich durch die große Zahl stellenloser Kommis geschaffenen Misöre. Der Verband empfiehlt seinen Mitgliedern, in ihren Kreisen nach allen Kräften für die Beseitigung dieser Uebelstände einzutreten. Er erwartet ferner in Anbetracht der so sehr ge-