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nach Hünfeld zurücklegen, wodurch sowohl diese als auch der von Hünfeld kommende Personenzug 24 und der nachfolgende Güter­zug eine Verspätung von ca. 20 Minuten hatten.

— Die diesjährige Generalversammlung des Bienenzüchter-Vereins im R.-B. Caffei mit Ausstellung und Verloosung tagt Mittwoch den 20. September d. I. von Vormittags 11 Uhr ab zu Homberg im Casinogarten (Jordan), wozu die Vereins­mitglieder und alle Freunde der Bienenzucht eingeladen werden. Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen hat verfügt, daß die Schulbehörden den an der Versammlung theilnehmen wollenden Lehrern hierzu Urlaub ertheilen. Lebende Bienen gehen unter der Adreffe: Herrn Cassirer Wimmer, Holzhausen bei Hom­berg, Reg.-Bez. Cassel. Alle anderen Gegen­stände an: Herrn Kaufmann Friedrich Settnik zu Homberg, Reg.-Bez. Cassel. Alle Ausstellungsgegenstände müssen mit dem Namen des Ausstellers und -- falls ver­käuflich — mit Preisangabe versehen sein. Tagesordnung: Von 8 Uhr ab bis 11 Uhr Besichtigung der Ausstellung. 11 Uhr: 1) Jahresbericht des Vorsitzenden; 2) Rechnungs­legung ; 3) Wahl der Prämiirungs-Commis- sion; 4) Antrag auf eventuelle Abänderung des § 6 der Statuten; 5) Vorträge: a. Die Biene als Hausgenosse des Menschen; b. Der Königinnenwechsel; c. Die Kunst­wabe; 6) Prämiirung; 7) Gemeinschaft­liches Essen, wozu bei Beginn der Verhand­lungen Karten zu lösen sind, a 1,50 Mk.; 8) Verloosung in herkömmlicher Weise; 9) Wenn möglich, gemeinschaftlicher Ausgang auf den Schloßberg oder einen anderen ge­eigneten Punkt.

— (Warnung!) Aus New-Dork, 22. Juli, erhält der ,Reichsanzeiger' fol­gende Mittheilung: Im December v. I. wurde ein Kaufmann in Berlin ohne irgend eine Anregung von feiner Seite von einem Charles Wolff Hierselbst brieflich um Uebersendung einer Sammlung von Mustern ersucht. Der Berliner Kaufmann sandte eine solche im Werthe von 164 Mk. ab und erhielt hierauf von Wolff einen auf ein Haus in Hüll gezogenen Wechsel über 121 Doll, mit dem Ersuchen, den die Rechnung übersteigenden Betrag von 345,50 Mk. gut zu schreiben und einen neuen Posten von Maaren im Werthe von 1500 Mk. abzu­senden. Der Kaufmann in Berlin hielt es für rathsam, sich zunächst über die Realisir- barkeit des Wechsels zu vergewissern. Eine Anfrage beim Acceptanten ergab, daß das Accept auf dem Wechsel gefälscht sei. Die darauf hier angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß Wolff seine bisherige Wohnung verlassen hat. In derselben sind fünf Brief­couverts (in Berlin, Dresden und Nürnberg zur Post gegeben) aufgefunden worden, deren Ahsender vermuthlich gleichfalls Opfer des Schwindels geworden sind. Es kann nicht genug vor unvorsichtiger Anknüpfung derartiger Geschäftsverbindungen mit unbe­kannten Personen gewarnt werden.

— Der Erlaß von Schutzvorschrif­ten für Gesundheit und Leben ge­werblicher Arbeiter beschäftigt die Reichsregierung unausgesetzt. Die Rede des Geheimraths Rommel, die Erhebungen über die vielfach von einander abweichenden Normen der jetzigen Praxis macht, verspricht eine sehr reiche Ausbeute, an welche sich die neuen Vorschläge anlehnen sollen. Bekannt- üch schwebt diese Angelegenheit seit mehr °ls drei Jahren, es sind darüber Beschlüsse des Bundesraths in ansehnlicher Reihe ge- wßt worden, welche indeffen die Zustimmung des Reichskanzlers nicht erlangen konnten und deshalb aus dem Bundesrathe nicht

herausgekommen sind. Man wird sich erin­nern, daß diese Angelegenheit zum Rücktritt des damaligen Präsidenten des Reichskanz­leramts Hofmann (jetzigen Staatssecretärs in Elsaß-Lothringen) führte und lebhafte Streitfragen über die Befugniß des Reichs­kanzlers aufwarf, Beschlüffe des Bundes­raths einfach durchzustreichen. Diese Fragen sind indessen nicht zum Austrag gebracht worden. Jedenfalls nimmt der Reichskanz­ler jetzt wieder einen sehr lebhaften Antheil an diesen Dingen, welche übrigens auch der Reichstag an der Hand eines Antrages des Abg. Dr. Hirsch zu behandeln im Begriffe steht.

— Seitens der Staatsregierung wurden die Oberpräsidenten in einem Circular auf­gefordert, Gutachten über das im Jahre 1879 dem Landtage vorgelegte Communal- steuergesetz abzugeben, da die Vorlegung eines neuen Communalsteuergesetzes beabsichtigt sei. Es handelt sich bei den Anfragen nament­lich um die Form der Besteuerung der Ver­sicherungsgesellschaften, und um die Aus­dehnung der Besteuerung auf die Bank- und Creditgeschäfte.

* Marburg, 11. Aug. In der heutigen Strafkammersitzung des königlichen Landge­richts wurde gegen die Studiosen Dorn und Koch, Knoblauch und Wiemann, damals in Göttingen und Würzburg studirend, verhandelt. Dieselben waren in Ockers­hausen gegen einander losgegangen, und wurden dabei abgefaßt, weshalb dieselben wegen Zweikampfs mit tödtlichen Waffen angeklagt sind. Herr Geheimrath Professor Dr. Roser als Sachverständiger hält die geschliffenen Schläger für eine tödtliche Waffe trotz der Schutzvorrichtungen bei den Men­suren und werden die Angeklagten demge­mäß zu je 3 Monaten Festungsstrafe ver- uvtheilt.

* Walburg, 10. Aug. Heute wurde auf dem hiesigen Bahnhof ein Wagen mit 200 Ctr. Steinen oder Sand beladen fort­geschoben. Nachdem er in Bewegung gesetzt worden war, ließ man ihn allein laufen, versäumte aber, ihn zur rechten Zeit anzu­halten, und so fuhr er von dannen in der Richtung Hasselbach-Waldcappel. Durch den Telegraph wurden die Vorsteher der ge­nannten Stationen hiervon benachrichtigt, und in Folge dessen ließ man ihn in Wald- kappel auf einen dort endigenden Schienen­strang biegen, damit er durch die am Schluß desselben nach oben gebogenen Schienen auf­gehalten wurde. Wie man hört, ist er trotz der starken Steigung von unterhalb Har­muthsachsen bis Waldkappel so schnell auf letzterem Bahnhof eingelaufen, wie ein Schnell­zug, hat die gebogenen Schienen zertrümmert und sich dann in den Sand hineingebohrt. Ein Unfall ist durch diese Fahrt nicht vorgekommen.

(Cass. Ztg.)

Die Lehrer des oberen Ulsterlhales an den ^VO-Corrrspondenten der Preußischen Lehrerzritung.

In der .Fuldaer Zeitung' vom 5. Aug. c. Nr. 178 ist ein Artikel von Ihnen wie­dergegeben, *) der uns zu nachstehender Entgegnung veranlaßt:

Wie die Lehrer des Kreises Gersfeld es chmerzlich (!) empfunden, daß ihr seitheriger Chef, der Kreisfchulinspector Dr. Konze aus seinem Verhältniß zu ihnen schied, so anden sie sich getröstet durch die Nachricht, ;aß Herr Pfarrer Giegrich sein Nach- olger im Kreis Gersfeld werde. Die ilteren Lehrer namentlich kennen diesen Herrn chon von früher und wiffen, daß er ein Schulmann ist, wenn auch kein geborener;

*) Wir hatten jenen Artikel zugleich als bos' Haftes Bubenstück gekennzeichnet. D. R.

denn, Herr WD., in welcher Gegend der Erde fällt ein Gelehrter vom Himmel, viel­leicht wo Sie zu Hans fmb?' Wir haben schon manchen Wechsel in der Jnspection er­lebt, haben geistliche und weltliche Jn- spectoren gehabt, aber das haben wir ge­funden, daß die weltlichen Herren auch keine geborenen Schulmänner waren, und daß sie sich auch erst in das Fach hineinarbeiten mußten, ehe sie etwas davon verstanden. Pädagogik und Katechetik will weniger studirt als prakticirt sein und zur Praxis bietet sich einem Geistlichen gewiß vermöge seines Amtes mehr Gelegenheit als z. B einem Philologen oder sonstigen Gelehrten.

Auch machen Sie uns nicht bange mit Ihren Phrasen von „hierarchischer Hersch- sucht," und „mittelalterlichen Ideen." Welcher Geistliche wird einem Lehrer ab­sichtlich unrecht thun wollen? Aus­nahmen gibt es ja wohl, aber soviel Zu­trauen haben wir doch zum Rechtsqefühl unserer Geistlichkeit, daß wir Ihre Unterstellungen mit Entrüstung zurückweisen, auch schon deshalb, weil diese Voraussetzung uns Lehrer der Feigheit zeiht. Ebenso­wenig machen Sie uns glauben, daß nur Liebe zur Schule und den Lehrern Ihnen die jxeder in die Hand gegeben; mehr mag es ein geheinier Aerger über einen vorge­habten, aber mißglückten Sprung gethan haben. Es thut jedoch nicht noth, daß Sie den ernannten Herren grollen, dieselben find ganz unschuldig an dem Aergerniß, das Sie an ihnen nehmen: Sie haben die Stellen nicht gesucht. Königliche Re­gierung, welche die Leistungen der Herren auf dem einschlagenden Gebiete kennt, wird wahrhaftig keinem Unwürdigen das wichtige und verantwortliche Amt übertragen. Da­mit trösten wir uns und sehen der Zukunft nicht so bang entgegen als Sie.

L. Frei I. -Wüstensachsen.

Faber II - n Kraus-Melperts.

Schwaneberger-Seiferts. Weber-Thaiden.

+ Literarisches.

„Ser hl. Bonifa cius. Hauptmomente aus seinem Leben von M. Schürmann, Präses des Gesellenvereins zu Papenburg, mit mehrern von Fr. Könen, Domcapellmeister in Köln, compo- mrten Männer-Chören und Soli. — Für kathol. Vereine zur Aufführung mit sechs lebenden Bildern nach den Fresco-Gemälden in der Bonifacius Ba­silika zu München."

So lautet der Titel eines so eben bei der rührigen und verdienten Verlagshandlung von Al. Maier dahier erschienenen Werkes, welches in den bete. Kreisen gewiß verdienten Anklang und Beifall fin­den dürfte, ähnlich wie seine beiden Vorgänger, des Herrn Dechanten Müller herrliches „Weihnachts- Oratorium" und „Feier des Stiftungs­festes kathol. Gesellenvereine."

Dem letztgenannten ist das vorliegende Werk in­sofern nachgebildet, als die musikalischen Piecen und die lebenden Bilder allemal durch einen erzählenden Text in fünffüßigen reimlosen Jamben verbunden sind

Was den musikal. Theil anlangt, so können wir darüber nicht urtheilen, bevor wir die Chöre und Solis 2C. gehört haben; doch erweckt schon der Name des rühmlichst bekannten Componisten ein günstiges Vorurtheil, und glauben wir der Stimme competenter Richter vertrauen zu dürfen, welche die Composition als wohlgelungen und sehr ansprechend bezeichnen.

Der erzählende Text dagegen ist leider sehr matt und breit und unsäglich prosaisch. Oft will es einem schier so vorkommen, als ob die Worte nach der bekannten Biographie des Heiligen von Reinerding mühsam abscandirt seien. Alan vergleiche 3. B. mit den elend prosaischen Versen 36—67 („So ward nun Bonifaz im siebten Jahre — Die später er berufen könnt' als Helfer Auf dem Ge­biete seiner Missionen.") Den Abschnitt bei Rein. S. 5 auf 6; oder mit 185 ff. (S. 8 „Mit Schätzen von Reliquien versehen".) Reinerding S. 30 (Ende des 4. und Anfang des 5. Capitels.) Wie wunderbar poetisch lautet z. B. auch hier die Stelle (S. 8):