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M 181.

Mittwoch, den 9. August 1882.

Fulduer

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* Eine von den zahlreichen dies­jährigen Petitionen um Aufhebung deS Impfzwangs,

«ingereicht vonDr.med.H.Oidtmann in Linnich. (Schluß.)

Aus meinen Notirungen über Stadt- und Dorfepidemien von Diphtherie aus den Ort­schaften Linnich 1876, Rurich 1877, Cörren- zig 1878, Brachelen 1879, Roerdorf-Welz 1881, Edern 1882 kann ich versichern, daß aus der Altersclaffe der noch nicht geimpften Kindchen (1 — 11 Monat) nahezu keine an Diphtherie erkrankten, keine starben. Die Diphtherie- und Scharlachkranken gehörten sämmtlich derjenigen Altersclaffe an, in welcher die Kindchen die Impfung hinter sich hatten und zwar — im Sinne des Jmpf- gesetzes — für noch frisch geimpft galten.

In der Epideinie des Dorfes Brachelen (2400 Einwohner) im Jahre 1879 waren die 227 an Diphtherie Erkrankten und die 32 Verstorbenen sämmtlich geimpft, und zwar frisch geimpft, kein einziges unge­impft. Die zahlreiche Altersclaffe der noch nicht Geimpften blieb mitten in dem Diph­therieherd verschont. Das Ungeimpftsein scheint hiernach absolut vor Diphtherie zu schützen, das Impfen dagegen zur Diphtherie zu disponiren. M.-GIadbach 331 Fälle von Diphtherie, darunter nur 9 unter 1 Jahr, keines unter J/2 Jahr, fast alle Er­krankte waren frisch Geimpfte. Die Alters­claffe der Ungeimpften blieb wunderbar ver­schont, in Rheidt und Bonenbroich war, laut dem amtlichen Ausweis, das Verschont­bleiben der noch nicht Geimpften von Diph­therie und das Ergriffenwerden der frisch

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Der Weg zum Verderben.

Nach dem Französischen von I. Rüttgers. (Fortsetzung.)

„Von diesen dreitausend Francs wirst Du nie mehr ein Sou wieder zu sehen bekom­men! Du hast es mit abgefeimten Schurken zu thun, brich' mit ihnen ab, koste es, was es wolle."

Roch lange redete der Banquier ihm zu, aber er versuchte vergebens den Widerstand des Strikers zu besiegen. Er bot sich ihm an, sich für ihn an den Polizei-Präfecten zu wenden, um ihn aus den Klauen der Elen­den zu retten, die ihn bedrohten. Er schlug ihm vor, nach der Schweiz zu gehen und sich dort mit seiner Familie niederzulaffen. Aber der Arbeiter antwortete hartnäckig:

„Wo ich auch immer hingehen mag, man wird mich überwachen und verfolgen. Sie können nichts, nichts für mich thun. Ihre Güte erkenne ich an, aber es ist zu spät!"

Belleforge war betrübt — nicht weniger, ja noch mehr wie damals, wo Conrad ihn verließ und er die Kunde von der Flucht Celia's erhielt: selbst Kain wollte nichts von ihm wissen und verleugnete ihn als Vater.

Der Striker war heftig bewegt, zum

Geimpften ein ähnliches. Dovern, Kr. Erke­lenz, 23 erkrankt, 6 gestorben. Unter 1 Jahr nur 1 erkrankt, genesen. Dasselbe war 3/< Jahr alt. Prummern, Dorf im Kreise Geilenkirchen, 1874 28 Sterbefälle an Diphtherie, darunter nur 1 von 8 Monaten.

Die Altersclasse der noch nicht Geimpften blieb auch in diesem Dorfe auffallend ver­schont. lieber diejenigen Erkrankungsfälle, welche nicht tödtlich endeten, besteht leider kein Verzeichniß.

Neuß 1881: von 75 diphtheriekranken Kindern war unter 11 Monat, also aus der Altersclaffe der noch nicht geimpften, kein einziges.

In der Allg. Wiener Medic. Zeitung Jahrg. 1879 Nr. 15 S. 164 rechts lesen wir:

„Es zeigt sich die größte Sterblichkeit im Kindesalter und zwar zunächst vom 1. bis zum 5. Lebensjahre, und diesem zunächst vom 5. bis zum 10. Die diesen beiden Altersstufen zunächst kommende trifft jene Individuen, welche sich der Pubertätsperiode nähern." Also unter 1 Jahr (die noch nicht Geimpften) nur wenige Fälle.

Von 678 Todesfällen der Epidemie von 1876 an Diphtheritis treffen in der Thal nicht weniger als 414 auf die Altersclaffe der frischgeimpften (1 — 5 Jahr), während in dem Verhältnis wie die Jmpfwirkung mit den Jahren sich abschwächt in der Claffe 5—10 Jahr nur noch 171, in der Claffe 12 bis 15 Jahr 15, in der von 15—20 Jahr nur noch 9 Sterbefälle vorkommen.

Viel schlagender noch als in der Sterbe­ersten Male seit langer Zeit wurde ein besseres Gefühl in ihm wach. Eine große zitterte Thräne in seinen Augen und mit erstickter Stimme murmelte er: —

„Ich kann nicht anders!"

„Einen Augenblick noch!" bat der Ban­quier, „ich komme sofort zurück."

Er ging eiligst in sein Zimmer hinauf und kam mit einem Päckchen Banknoten in der Hand zurück. ■ - - „Nimm das," sagte er, „es ist für Dich."

„Nein, nein," wehrte der Striker ab, „ich will nicht!" —

„Aber Du bist nicht allein, die Anderen lind im Elende. Uebrigens wirst Du mir erlauben, daß ich mich von jetzt an des Kiudes annehme, dem ich das Leben gerettet habe, des kleinen Pifferaro." — „Faraude wird ihm Dir morgen hierhinbringen."

Der Striker schickte sich zum Gehen an.

„Bleib' noch einen Augenblick", sagte Belleforge, „es würde auffallen, wenn Du zu dieser Stunde mein Haus verließest".

Als der Morgen graute, verließ der Ban­quier in ostensibler Weise mit ihm das Haus.

Er kam bald allein zurück, aber im Laufe des Tages erschien eine ärmlich gekleidete Frau an seiner Wohnung; sie führte ein bleiches Kind an der Hand, welches wie ein

statistik nach Altersclassen gibt sich in der Erkrankungsstatistik nach Altersclaffen der großartige Zahlenparallelis- mus zwischen Impfung und Diph­theritis kund.

Im Jahre 1878 wurde in Wien vom Magistrate für die Diphtheritis außer der Sterbe- auch eine Erkrankungsstatistik angelegt. Es wurden in diesem Jahre 1666 Erkrankungen an Diphtherie angemeldet. Nach Altersclaffen geordnet vertheilen sich diese Fälle in gewaltigem Uebergewicht auf diejenigen Kinderjahre, in welchen es die meisten, und zwar die frisch Geimpften gibt (1—5 und 5 — 10 Jahr.)

Von den 1666 Erkrankten starben 818. Hiervon entfallen auf die Alterclasse der frisch Geimpften (1- 5 Jahr) 533, auf die Altersclaffe (5 10 Jahr), in wel­cher die Jmpfeinwirkung auf den Organis­mus gemäß der Jmpftheorien schon zu ver­blassen beginnt, lange nicht mehr so viel, — nur noch 195, in der Claffe von 10—15 Jahr 16. Die Altersclaffe der 10 ersten Lebensmonate, — so lange noch nicht ge­impft ist, geht auch in Wien bei Diphtheritis frei aus.

Diese Zahlen reden für Jeder­mann, der überhaupt eine nachwir­kende Kraft des Jmpfgiftes nicht leugnet, eine entsetzliche Sprache; sie verlangen dringend ein strenges Verbot jeglichen Impfens. Für uns Jmpf- gegner bilden diese Zahlen selbstverständ­lich nur eine Satire und zwar die aller- schärfste Satire auf die Lehre von den Jmpf- wundern und ihre Statistik.

Pifferaro gekleidet war und eine schlechte Violine in der Hand trug.

Das Kind sank in die Arme des Ban- quiers und die Mutter ging unter Schluch­zen von bannen.

XVII.

Die kleine Stadt Evian hatte niemals eine so große Zahl Curgäste gesehen wie im Jahre 1870. Die Kranken, welche hier ihre Gesundheit suchten, kamen gewöhnlich aus Piemont, aus dem Lyonnais und aus Savoyen. Im Allgemeinen waren es Leute aus dem Mittelstände, welchen ihre Verhält­nisse den Besuch der luxuriösen deutschen oder französischen Cursale nicht erlaubten, und die deshalb sich damit begnügten, einige Zerstreuungen in den Bädern von Evian zu suchen und dabei gelegentlich im Amphion Casino ein wenig Roulette zu vierzig Sou's zu spielen. Seit dem Monat Juni 1870 jedoch strömten die Fremden in Menge die­sem Städtchen zu. Evian lag noch in Frank­reich, seitdem Savoyen unter französische Herrschaft gekommen war; dann aber bot auch dieser abgelegene und ruhige Theil des Landes vollständige Sicherheit. Uebrigens bedürfte man im Falle eines Krieges kaum einer Barke, um alsbald aus schweizerischem Byden zu stehen und in einem neutralen