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Sonntag, den 6. August 1882.
Fuldaer teil Zeitung.
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S Eine von den zahlreichen diesjährigen Petitionen um Aufhebung des Impfzwangs,
eingereicht von Dr. meä. H. O id tm ann in Linnich.*) Hoher Reichstag!
Mit Gegenwärtigem unterbreite ich dem hohen Reichstage zu den vielen Beweggründen für die Beantragung der Aufhebung des Impfzwanges noch einen ganz neuen und zwar einen ungemein wichtigen, nämlich das Derschonibleibrn noch nicht geimpstrr unterjährigen Kinder von der - Diphtherie, die Thatsache, daß gemäß der Statistik die Diphtheritis parallel zur Pocken- Impfung geht. Denn t) in der Altersklasse, welche von den Massenimpfungen noch nicht berührt wird (0—12 Monat excl.,) kommt die Diphtheritis (mit und ohne Scharlach), diese Pest der Kinderwelt, mit geringen Ausnahmen, noch nicht vor.
2) Die Diphtheritis tritt in der Altersclasse der Geimpften und zwar gleich nach vollzogener Impfung bezw. Revaccination, d. h. in dem Alter von 1 bis 14 Jahr massenhaft auf und dauert in den Altersclaffen der frisch Geimpften bezw. Revaccinirten fort.
3) Die Diphtherie läßt in dem Maße, wie die Nachwirkung der Impfung mit den Jahren Nachlassen soll (in den Altersclassen von 14 bis 20 Jahren,) genau wie in der der noch nicht Geimpften (0 bis 1 Jahr wieder nach.
Wenn ich für diesen statistischen Zahlen-
*) Homöopathische Monatsblätter Nr. 5 vom Mai 1882._______________________________,
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Der Weg zum Verderben.
Nach dem Französischen von I. Rüttgers.
(Fortsetzung.)
XVI.
Erschreckt durch die Worte Faraude's war Belleforge rasch in den Wagen gestiegen, aber er blieb einen Augenblick betäubt wie ein Mensch, den ein heftiger Schlag getroffen.
Er konnte an der Offenheit der Frau nicht zweifeln. Ihr Gewissen, das durch die Dankbarkeit und Mutterliebe wach geworden war, nahm in jenem Augenblick Partei gegen den Mann, welcher ihr Kind verkauft hatte, und stellte sich auf die Seite dessen, der dasselbe gerettet hatte.
Brütend saß Bellesorge, während der Fahrt in seinen Wagen — wild jagte das Blut durch seine Adern. Er lehnte sich ein und das andere Mal zum Wagenfenster, um die Straßen zu unterscheiden, durch die er fuhr, und um zu sehen, ob er fiel) auf dem richtigen Wege zu seiner Wohnung befinde.
Auf der Uhr des Louvre schlug es zwei Uhr, als der Wagen den großen Hof desselben durchfuhr. Im selben Momente strauchelte das Pferd, und der Kutscher brauchte mehr als eine Viertelstunde um den armseligen Klepper wieder auf die Beine zu
zusammenhang zwischen Diphtheritisfäl- len und Impfung in der Anlage die Beweise erbracht habe, dann nimmt die Jmpfzwangfrage eine ernstere Bedeutung an; sie muß dann gerade in den Augen der Anhänger der Impfung und nach ihrer Art, Statistik zu machen, als eine der gemeingefährlichsten Maßregeln erscheinen.
Auf Grund der beifolgenden Beweisstücke stelle ich den Antrag, der hohe Reichstag möge u. a. auch von dem hier entwickelten Gesichtspunkte
1) beim Reichskanzler beantragen: daß int ganzen deutschen Reiche aus den Epidemie-Journalen der Polizeiämter in den Städten und Dörfern statistische Erhebungen veranstaltet werden über die Fragen: a. Wie viele ungeimpfte Individuen an Diphtherie bzw. Scharlach erkrankten bezw. starben; b. wie viele geimpfte Individuen aus der Alterclasse 1 bis 14 Jahre (frisch geimpfte bezw. revac- cinirte) an Diphtherie erkrankten bzw. starben;
2) die Suspendirung der Strafparagraphen des Reichsimpfgesetzes beschließen, bis über den Zusammenhang nicht allein zwischen Pocken und Impfung, sondern auch zwischenDiphtherie und Impfung der statistisch begründete Verdacht entweder bekräftigt oder beseitigt ist.
Auf Grund meiner diesbezüglichen Aufzeichnungen aus Diphtheritisjournalen setze ich vor dem hohen Reichstage 5000 Mark bringen. Mühsam schleppte sich das arme Thier vorwärts, während der Banqnier mit steigender Angst sich den Kopf zerbrach, welch' schreckliches Drama wohl in diesem Augenblicke sich abspiele. Endlich kamen sie an.
Belleforge trat in den Hof --er lag still und ruhig da, wie gewöhnlich um diese Zeit. Er ging durch ein Vorzimmer — nichts Auffälliges, ein Lakai schlief ganz ruhig da — überhaupt war in allen Zimmern nichts Besonderes zu merken.
Der Kammerdiener eilte herbei und Belleforge athmet auf, als er die wohlgenährte Gestalt des Alten erblickte, dessen Mienen so ruhig und so heiter wie gewöhnlich waren. „Nichts Neues, Johann?" frug er erregt. „Nichts, gar nichts."
Ohne auf diese Worte zu hören, fuhr der Banquier fort:
„Alles liegt bereits zu Bette?"
„Verzeihen Sie, der Kutscher und der Stallknecht sind in's Theater gegangen, da sie wußten, daß Sie ihre Dienste nicht mehr begehrt hatten; ohne Zweifel werden sie bald wiederkommen."
Aber es ist schon über 2 Uhr, Johann?" „Auch mir ist es auffallend, aber sie haben sicherlich noch einen guten Freund angetroffen."
zum Pfände, daß diese statistischen Erhebungen einen Zahlen-Parallelismus zwischen Diphtherie und Geimpftsein ergeben, welcher den angeblichen Parallelismus zwischen Pocken und U n g e i m p f t s e i n in jeder Beziehung in Schatten stellt. Steht eine statistische Enthüllung dieser Art in so sicherer Aussicht, dann halte ich mich zu einer 3. Bitte berechtigt, nämlich: von vorn beginnen 3. dem Herrn Reichskanzler die Ausführung der obigen zwei Bitten als dringlich geboten zu empfehlen.
Linnich ... Dr. med. H. Oid tmann.
Gründe:
Wenn der Herr Minister der Medieinal- Angelegenheiten an alle Polizeiämter im deutschen Reiche bis auf die Dörfer herab einen Fragebogen ausschreiben wollte des Inhalts:
wieviele ungeimpfte? wieviele frisch geimpfte? wieviele frisch revaceinirte Individuen (d. h. bis höchstens vor 10 Jahren geimpfte) erkranken an Diphtherie? wieviele aus jeder dieser drei Classen sterben an Diphtherie ?
so werden die Antworten auf diese Fragen von Seiten der Polizei-Jnspeetoren und Bürgermeister alle derart lauten, daß die impfgläubige Welt bat ob in Schrecken versetzt wird.
Es wird sich nämlich Herausstellen, daß in der That
1) die Ungeimpften (statistisch gleichbedeutend mit Altersklasse 0 — 1 Jahr) von Diphterie (und Scharlach) wunderbar verschont bleiben;
Belleforge ging in sein Zimmer hinauf, verabschiedete Johann und sank ermüdet in einen Fauteuil.
Wirre Gedanken gingen ihm durch den Kopf. Er wollte zu Bette gehen und hatte bereits begonnen sich auszukleiden, als ein letzter Gedanke und eine abermalige Furcht, die er sich nicht erklären konnte, ihn hinaustrieb, seine Bureaux zu untersuchen.
Zwei Pistolen in der Tasche, stieg er langsam die Treppe hinab, durchschritt ein Vorzimmer und trat in eine Art Vorsaal. Plötzlich schien es ihm, als ob er in dem Bureaux, dessen Thür in den Wartesaal führte, ein schwaches Geräusch vernehme.
Ohne daran zu denken, daß er allein ist und daß er sich möglicherweise mehreren bewaffneten Männern gegenüber befinden kann, öffnete er schnell die Thür. — Er findet weder Zeit, um Hilfe zu rufen nach üor. feiner Waffe Gebrauch zu machen, ehe ec begreift, was eigentlich hier vvrgeht, und- noch ehe er seine Feinde gewahrt und erkennen kann, entreißt man ihm seine Waffe, die er in der Hand trägt und drückt ihm einen Knebel in den Mund — noch eben sieht er, wie zwei Kerle mit ihrer Beute davoneilen.
Er versucht nicht einmal, sich zu wehren — denn in dem Dieb, der ihm den Knebe l