le,d* Freitag, den 7. Juli 1882.
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-o- Ein jüdischer Christenmord aus dem Jahre 1840.
Unter den sträflichen Thaten, welche die Juden aus Haß gegen die Christen schon begangen haben, stehen die Mißhandlungen von hl. Hostien, die sie sich durch Raub und Bestechung zu verschaffen wußten und ferner Christenmorde im Vordergrund. Allerdings ist sowohl Hostienraub wie Christenmord den Juden viel häufiger vorgeworfen worden, als sie dieselben begangen haben. Gleichwohl sind einige Fälle von Hostienraub und erweisbar eine Anzahl Fälle von Christenmorden ihnen wirklich zur Last zu legen. Auf Grund von Acten erzählt felbst Joseph v. Görres den Mord des Knaben Simon, der, im Jahre 1472 in Trient von armen Eltern geboren, ini Jahre 1475 unter den Händen der Juden seinen Tod gefunden hat. Papst Sixtus IV. ernannte damals mehrere Cardinäle und andere Prälaten als Commissarien zur Un- tersuchung der Proceßacten; die Untersuchung wurde auch mit aller Gründlichkeit und Sorgfalt geführt, und nachdem alle Vorgänge reiflich geprüft waren, erfolgte am 20. Juni 1478 die vollkommene Bestätigung des ganzen Rechtsganges. Doch wir ivollen ja, wie sich aus der Ueberschrift ergibt, ein Beispiel aus neuerer Zeit, nämlich aus dem Jahre 1840 erzählen. Dieser Fall eines jüdischen Christenmordes betrifft einen Capuziner-Pater Thomas, und ist also besonders interessant, weil die ineisten jüdischen Christenmorde sonst Kinder betreffen. Der Vorgang ist wiederholt erzählt, zahlreiche Acten über denselben liegen vor. Wir geben
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Der Weg zum Verderben.
Nach dem Französischen von I. Rüttgers. (Fortsetzung.)
„Vor dreißig Jahren," hob der Blousen- mann an, „lebte in Brüssel eine arme Waise, die sich mit chrer Nadel ernährte und eine kleine Mansarde bewohnte. Zu jener Zeit, Herr Banquier, waren Sie noch nicht reich, und Sie dienten in derselben Stadt bei einem Banquier. Das junge Mädchen kennen lernen und eine unschuldige Seele ruiniren, das war das Werk von sechs Monaten. Sie heiratheten es ohne großes Aufsehen. Das arme Geschöpf konnte im Gewissen ruhig sein, da ein Priester von St. Gudela sie getraut hatte. Zwei Jahre lang lebte sie in ungetrübtem Glücke bei Ihnen und Ihrem Kinde. Ein Onkel, ein Millionär, machte Sie zum reichen Manne, plötzlich reisten Sie eilig von Brüffel weg, und als Ihre junge Frau Sie nach langem Suchen in Paris wiedergefunden, da erklärten Sie ihr ganz kalt, daß Sie wegen Unterlassung eines vom Gesetze streng vorgeschriebenen Actes diese Ehe für null und nichtig betrachten könnten, wenn Ihnen dies beliebte; das Gesetz war aus Ihrer Seite, wiffentlich hatten Sie eine Gemeinheit, eine Feigheit begangen. Die
hier die Erzählung, wie sie in dem in der österreichischen Staatsdruckerei in Wien gedruckten Werke: „die heiligen Orte, Pilgerreise nach Jerusalem, Syrien rc." sich findet. Da heißt es: Mittwoch Abend, am 5. Februar 1840, ging der Capuziner-Pater Thomas, welcher seit mehreren Jahren in Damascus die Arzneikunst ausübte und von Jedermann geliebt war, in das Quartier der Juden. Unter dem Vorwand, ein Kind zu impfen, wurde er in das Haus des Daud Arari gelockt, wo sich mehrere jüdische Notabilitäten, namentlich der Kakham (Rabbiner) Mussa Abu el Afieh, befanden. Pater Thomas wurde geknebelt, zu Boden geworfen und von den Anwesenden gehalten; der Barbier Suleiman hielt ein großes kupfernes Becken an seinen Hals, Daud Arari ergriff ein Messer, schnitt dem Priester die Kehle ab, und Arun Arari, ein Bruder des ersteren, brachte ihm vollends den Tod. Das Blut wurde in dem Becken gesammelt, ohne daß eine Tropfen verloren ging, darauf schleppte man den Leichnam aus der Mör- derkainmer in die Holzkammer. Dort wurde er seiner Kleider entledigt und diese verbrannt. Der Leichnam wurde zerstückelt, die Knochen mit einer Mörserkeule auf einem Steine zerschlagen und der Kopf auf gleiche Weise zerbrochen. Das Ganze wurde in einen Sack gegeben, vom Barbier Suleiman und von Daud's Diener zu einem neben dem Hause des Kakham befindlichen Canale getragen und stückweise in die Rinnen geworfen.
Sieben der vornehmsten Juden von Da- mascus, alle sehr reich, sind die Urheber Unglückliche beugte sich unter ihr Mißgeschick und wagte keinen Scandal zu provociren, aber zugleich fühlte sie, wie ihre Lebenskraft dahinschwand. Rur ihr Kind fesselte sie noch an diese Welt, sie schloß es oft zärtlich in ihre Arme und sagte zu ihm: „Er wird Dich lieben, wenn ich einst tobt sein werde?" Der Todeskampf der Verlassenen war lang, einsam, schrecklich. Niemand außer dem Kinde und einem Priester war dabei zugegen."
Der Arbeiter hielt einen Augenblick inne, als wenn eine Erinnerung seinen Groll und sein Leiden neu belebe; dann, indem er sein Haupt, das er bis dahin auf die Brust hatte herabhängen lassen, erhob, fuhr er fort:
„Zwei Jahre später waren Sie in Paris wiederum verheirathet, Sie hatten eine Frau, eine Familie, Sie würdigten diejenigen, welche Sie hinterlassen hatten, keines Blickes mehr; ich war dreizehn Jahre alt, als meine Mutter starb, das Letzte, um was sie mich bat und was sie mir dringend an's Herz legte, -war, daß ich Sie suchen, Sie finden solle, daß ich an den Rest des Guten und des Gerechten aus dem Grunde Ihrer Seele appelliren solle! Uneingedenk ihres eigenen Leids und ihrer eigenen Schmerzen, ermahnte sie mich, Sie zu achten, Ihnen gehorsam zu sein. Ich war aber so bestürzt
der schauderhaften Mordthat, wobei ihnen der Barbier Suleiman und Daud's Diener Hilfe leisteten; dem Ersten hatten sie Geld versprochen, dem Zweiten, ihn auf ihre Kosten zu verheirathen. Diese Mordthat wurde nicht aus Habsucht, nicht aus persönlicher Rachsucht begangen, sondern blos um das Blut des Opfers zu bekommen. Dieses Blut wurde zum Khakham Zakus el Antabi gebracht, der es hinter den Büchern seiner Bibliothek versteckte.
Als der Diener des Pater Thomas seinen Herrn nicht zurückkommen sah, ging er, ihn zu suchen, in das Quartier der Juden und wurde aus dieselbe Weise behandelt, wie sein Herr. Als nun die Behörden auf Grund gesammelter Anzeigen sich an den Canal begaben, welcher das Quartier der Juden durchzieht, zog man aus demselben Stücke Fleisch, eine Kniescheibe, ein Stück Herz, Reste einer Hirnschale, andere Knochenbruchstücke und Theile von dem Käppchen des Paters hervor. Durch zehn europäische und türkische Aerzte wurde constatirt, daß diese Knochenstücke menschliche Ueberreste waren. Sie wurden feierlich zu Grabe getragen und in der Capuzinerkirche beigesetzt.
Im Verlaufe der vom Generalgouverneur Scherif Pascha geleiteten Untersuchung haben die Missethäter angegeben,, dieser Mord sei mit dem Khakham Zakus el Antabi verabredet worden, um sich eine Flasche Menschenblut zu verschaffen, weil man selbes zur Feier des Cultus benöthige, indem der Gebrauch bestehe, solches Blut in der Osterzeit unter das ungesäuerte Brod zu mischen, nicht für das Volk, sondern für über meine Verlassenheit, daß ich nicht weiter fragte, und als ich zu Ihnen kam, da boten Sie mir anstatt der zärtlichen Liebe, die ich so nölhig hatte, Geld an! Es beliebte Ihnen nicht, mir darüber hinaus noch Anderes zu geben, und ich war damals mit dem Gelde zufrieden. Ich versuchte meinen Lebensunterhalt auf allerlei Art und Weise zu gewinnen: ich sammelte Cigarrenstümpfe, ich öffnete die Wagenschläge, ich trieb einen Handel mit Contremarken, ich vertheilte Ankündigungen und Preislisten an den Straßenecken. Von allen Pariser Gemeinheiten und Lastern blieb etwas an meinen Schuhen kleben und der Schmutz befleckte nicht feiten mein Herz. Indessen mußte ich Ihren Befehlen gemäß mir einen Lebensberuf wählen. Ich handhabe mit Geschicklichkeit Hobel und Feile; ich kann einen Schlüssel und eine Thüre anfertigen, Fensterscheiben einsetzen unb ein Sopha polstern. Ich kenne von jedem Handwerk etwas, ohne ein einziges gründlich gelernt zu haben; ich habe viele Bücher gelesen, und muß doch eingestehen, daß ich ein Ignorant bin. Der Handel lockte mich eine Zeitlang: Sie gaben mir einiges Geld, ich versuchte ein Geschäft zu begründen. Gott weiß, zum wievielsten Male ich auf der Straße saß. Frau und Kinder schrieen nach Brod, das ich ihnen