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JH 118. Mittwoch, den 24. Mai 1882.

Fuldaer

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-nk- Die Monopol-Commission.

Hebet die Zusammensetzung der „Mono­pol-Commission" sind in verschiedenen Zeitungen so verschiedenartige und sich wider­sprechende Mittheilungen verbreitet worden, daß es uns, da die Beschlüsse dieser Com­mission demnächst noch eine sehr große Rolle spielen werden, nothwendig erscheint, einige authentische Mittheilungen über diese Ange­legenheit hier folgen zu lassen. Die Zu­sammensetzung aller Commissionen soll be­kanntlich stets in der Weise erfolgen, daß in der betreff. Commission die im Plenum herrschenden Anschauungen zum möglichst naturgetreuen Ausdruck gelangen. Daß dies — zumal bei kleineren Commissionen — nicht immer mit mathematischer Genauigkeit zu ermöglichen ist, versteht sich von selbst; bei größeren Commissionen ist es schon besser thunlich. Man theilt zu diesem Zwecke den Reichstag in sieben Theile ein, zu denen man die Deutsch-Conservativen, die Freicon- servativen, das Centrum, die Nationallibe­ralen, die Secessionisten, die Fortschritts- ' Partei und die vereinigten Volksparteiler und Socialdemokraten rechnet. (Die 18 Polen und 15 Elsässer wollen absichtlich ausgeschlossen sein, sie befürchten, daß wenn sie mit den andern Parteien ein beständiges Hebereinkommen über ihre Betheiligung an den Wahlen zu den Commissionen treffen würden, dies ihnen als eine Anerkennung des deutschen Reiches von ihrer Seite ausgelegt werden könnte, weshalb sie sie sich nur in Ausnahmsfällen durch andere Fractionen, meist durch das Centrum in die Commissionen wählen lassen, wofür

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Sunt Glück geboren.

Original - Erzählung von A. Linden. (Fortsetzung.)

Das Liebesfeuer möchte ich sehen, welches nicht verlöschte, wenn ein solcher Wolken­bruch darauf fällt. Das Meinige war bis auf den letzten Funken weg; ich war radical curirt. Aber so erbittert war ich, eine solche Wuth kochte in meinem Herzen, daß ich keine Hand gerührt haben würde, wären die beiden herzlosen Geschöpfe auch vor meinen Augen erdolcht worden. Meine Eitel­keit war auf das Tiefste verletzt; ich war außer mir. Ohne alle Heberlegung, ohne bewußten Entschluß, nur dem Antrieb der in mir kochenden Gefühle und der Eingebung des Augenblicks blindlings nachgebend, sprang ich bei den letzten Worten Augustens rasch auf und, mit dem Kopf mitten durch die Jasmiusträucher brechend, rief ich den beiden entlarvten Heuchlerinnen laut und ironisch zu:

„So — o! Großen Dank für die mir zugedachte Rolle!"

Weiter kam ich in meiner Rede nicht; denn mit einem entsetzlichen Gekreisch sprangen die durch meine plötzliche Erscheinung bis zum Tode Erschrockenen auf und — eben so wenig einer kaltblütigen Heberlegung mehr fähig, denn sonst wäre Auguste wenig-

dann die betreffende Fraction ein Mitglied weniger aus ihren eigenen Reihen zu wählen hat.) Nach diesem Grundsätze be­steht eine Commission von 7 Mitgliedern zum Mindesten immer aus zwei vom Centrum (das mit den hannoverschen Hospitanten 103 zählt) und einem von der Fortschritts­partei (60) gewählten Mitgliede, während die Deutsch-Conservativen (48), die Frei- conservativen (26), die Nationalliberalen (45), die Secessionisten (47) und die ver­einigten Volksparteiler (8) und Socialdemo­kraten (12) in einer vom Seniorenconvent (der sich wiederum aus Vertretern aller Fractionen zusammensetzt) zu bestimmenden Weise zur Betheiligung herangezogen werden. Da nach Abzug der 2 Centrumsmitglieder und des fortschrittlichen Mitgliedes nur 4 Plätze für diese 5 Gruppen übrig bleiben, so ist ein bestimmtes Wechselverhältniß vor­geschrieben, nach welchem bald diese, bald jene Gruppe einen Ausfall erleidet. Leichter ist die Zusammensetzung schon bei Commis­sionen, welche 2 X 7 und 3 X 7 Mit­glieder zählen; am leichtesten aber bei den 28-er Commissionen. In Commissionen letzterer Art können je 14 Abgeordnete einen Vertreter haben und da Polen, Elsässer und Wilde nicht mitzählen, so kommt auf die einzelnen Fractionen ein noch höherer Antheil, als ihnen bei der Gesammtzahl von 397 Abgeordneten zufallen würde. Auf diese Weise zählte bei der 28-er Commission, welche das Tabaksmonopol zuberathen hatte, das Centrum 9 Mitglieder, der Fort­schritt 5, Secessionisten 4, Nationalliberale 3, Deutsch-Conservative 4, Freiconservative stens in Ohnmacht gefallen oder hätte Krämpfe bekommen, flohen sie mit Entsetzen davon; Sonnenschirme, Taschentücher entfielen dabei ihren Händen und die Shawls flatterten frei um die Schultern hinter ihnen her.

Ich war durch das entsetzliche Gekreisch selber für den ersten Augenblick so verblüfft, daß mir die Fortsetzung meiner Rede förm­lich in der Kehle stecken blieb. Meine erste Bewegung war, den Fliehenden nachzustürzen, um meine Galle los und ledig zu werden. Galant und verbindlich würden ihnen meine Worte in diesem Augenblicke schwerlich ge­klungen haben, auch würde ich mir wohl kaum die Mühe genommen haben, ihnen die gefallenen Gegenstände nachzutragen. Die Jasminsträucher waren aber zu dicht und widerstanden meinem Streben nach Freiheit, und ich konnte eben weiter nichts hindurch­bringen als den Kopf, während ich mich mit den Füßen mehr und mehr verwickelte.

Alles dies war natürlich das Werk eines einzigen Augenblicks und übte am Ende einen solchen überwältigend komischen Ein­druck auf mich aus, daß mein Aerger plötz­lich einer unwiderstehlichen Lachlust weichen mußte. Ich brach in ein ungeheures, nicht endenwollendes Gelächter aus. Sie waren noch nahe genug, daß es ihnen in die Ohren gellen konnte; wenigstens schien dies der

2 und Volkspartei 1 Mitglied. Von diesen 28 fehlten bei der entscheidenden Abstim­mung über § 1 vier Mitglieder und zwar ein confervatives, welches gegen das Monopol gestimmt haben würde (v. Göler) ein Centrumsmitglied (Lender) und ein Fortschrittler (Hamspahn), welche beide gleich­falls gegen das Monopol votirt hätten und endlich ein freiconservatives Mitglied (von Tepger-Laski), welches für das Monopol ge­stimmt hätte. Von den 24 Anwesenden stimmten bekanntlich für das Monopol nur die drei conservativen und das freiconser­vative Mitglied. Wären somit alle Com­missionsmitglieder versammelt gewesen, so würde das Monopol, wie wir schon früher kurz bemerkt, mit 23 gegen 5 Stimmen verworfen worden sein. Das ist ohne Zweifel eine große Majorität, aber sie hätte eigentlich noch größer fein müffen, wenn sich in ihr diewahre Stimmungdes Reichstags hätte ausprägen sollen. Wir erfahren nämlich von unterrichteter Seite, daß in der entscheidenden F rac- tionssitzung, in welcher die Conserva­tiven über die Monopolfrage abstimmten, von 42 Anwesenden 26 gegen das Mono­pol gestimmt haben, daß nur 9 sich dafür erklärten und 7 sich ihre Entscheidung vor­behielten. Trotzdem wählten die Conserva­tiven drei Anhänger des Monopols und nur einen Gegner in die Commission. Ebenso hatten sich in der Fractionssitzung der Frei- conservativen zwei Fünftel gegen das ■ Monopol ausgesprochen und trotzdem wählte die Fraction nur Anhänger desselben in die Commission.

Fall zu sein, denn sie machten plötzlich gleich­zeitig Halt und schienen Berathung pflegen zu wollen, deren Resultat ich jedoch nicht abwartete. Es war das letzte Mal, daß ich sie gesehen hatte."

Hier machte Reinhold eine kleine Pause, denn auch mich hatte die Lachlust" erfaßt und selbst er lachte mit in der Erinnerung jenes Augenblicks. — Endlich fragte ich:

„Uni) was ist aus Auguste geworden?"

„Der Pole mußte auch Lunte gerochen haben, denn er ließ sie ebenfalls im Stich," erwiderte er; „später kam sie aus der Mode und heirathete endlich noch einen Kaufmann, welcher nicht mehr ganz jung, aber doch ziemlich wohlhabend war. Sie tpranisirte ihn einige Jahre und brachte ihn durch unsinnige Verschwendung zum Bankerott. Jetzt lebt sie in höchst ärmlichen Verhält­nissen ; ihr Mann starb und sie ernährt sich vom Hnterrichtgeben in weiblichen Arbeiten."

Damit trank er seine Tasse Kaffee aus und brannte sich eine frische Cigarre an.

„Nachdem sich mein Lachparoxismus end­lich gelegt hatte und ich an den Rückweg dachte," fuhr Meinhold fort, „ward mir wieder ziemlich schlecht zu Muthe. Ich dachte an alle das unangenehme Geschwätz, was aus der Geschichte entstehen würde, denn es konnte natürlich der erfolgte Bruch