Einzelbild herunterladen
 

des Königs nachgesucht worden ist, hat gestern die Aushändigung der vom 10. Mai datirten Landesherrlichen Annerkennungsur- kunde an den Fürstbischof Herzog Seitens des Ministers der geistlichen Angelegenheiten stattgefunden.

Bochum (Westfalen), 10. Mai. Am heutigen Morgen verstarb hier der in weiten Kreisen bekannte und verehrte Herr Gym­nasiallehrer August Deschauer. Derselbe war geboren am 2. März 1850 zu Geisa im Großherzogthum Sachs.-Weimar-Eisenach. Nach seiner im Jahre 1869 erfolgten Ent­lassung aus dem Seminar zu Fulda beklei­dete er nach einander die Lehrerstellen zu Kranlucken bei Geisa, Elberfeld und Werden in der Rheinprovinz. Seit dem Jahre 1874 am hiesigen Gymnasium mit bestem Erfolge thätig, raffte ihn der Tod nach kurzem Krankenlager aus der Mitte der Seinigen. Er starb in Folge einer äußerst heftigen Hals-Phlegmone. R. I. P.

Oesterreich-Ungarn.

* Wien, 11. Mai. (Officiell.) Oberst Monari unternahm am 8. d. eine Streif­ung gegen Vucizub in dem südwestlichen Theile der Crivoscie. Er kämpfte mit den Insurgenten am 8. und 9. d. welche Vuci­zub stark besetzt hielten. Die Insurgenten flohen, als eine Abtheilung des Generalmajors Kober zu Hilfe kam und die Position der Insurgenten im Rücken bedrohte. Der Ver­lust der Insurgenten ist noch unbekannt; auf österreichischer Seite war einer todt, vier waren verwundet.

* Wien, 11. Mai. Im Abgeordneten­hause befürwortete Schönerer die gegen die Einwanderung der russischen Juden gerichtete Petition der Wiener Antisemiten. Die Petition nimmt, so behauptet die ,Franks. Ztg.', offen Partei für die russische Regierung und den russischen Pöbel und erklärt, daß die Juden Schuld an ihrer Verfolgung seien. Schönerer's Antrag auf Verlesung der Petition und Einverleibung derselben in das stenographische Protocoll wurde mit großer Majorität abgelehnt. Dafür stimmten fünf Czechen, die beiden Radicalen Löblich und Fürnkranz und etwa sechs Centrumsmitglieder.

— Der Kronprinz Rudolf und die Kron­prinzessin Stefanie spendeten eintausend Gulden zur Unterstützung für die russischen Juden.

Frankreich.

* Paris, 12. Mai. Der Ministerrath beschäftigte sich Vormittags mit der egyptischen Frage. Nachher conferirte Lord Lyons mit Freycinet. Es geht das Gerücht, daß eng­lische und französische Kriegsschiffe unverzüg­lich in die egyptischen Gewässer abgehen würden. Die egyptischen Minister haben nämlich dem Khedive, dem sie Unfähigkeit zu regieren vorwerfen, den Gehorsam gekündigt. Der Khedive vertraut auf England und Frankreich, das Ministerium aber hat die egyptische Armee auf seiner Seite. Berichte aus Constantinopel bestätigen nicht die Ge­rüchte einer militärischen Intervention der Türkei. Wahrscheinlich wirkte die Pforte mit an dem moralischen Drucke auf das egyptische Cabinet. Aus Kairo wird ge­meldet, daß die Notablen morgen zusammen­treten.

England.

* London, 12. Mai. Das Unterhaus nahm mit 327 gegen 122 Stimmen in erster Lesung das neue Gesetz, betreffend die Unterdrückung der Verbrechen in Irland an. Dasselbe gestattet in unruhigen Di- stricten die Bildung von Specialgerichts­höfen, aus 3 Richtern ohne Geschworene bestehend, und ermächtigt die Polizei, Haus­suchungen nach Mordwerkzeugen vorzunehmen, verdächtige Personen zu verhaften, Auslän­der, deren Anwesenheit für den Frieden

Provincielles und Locales.

* Fulda, 13. Mai. Weiter unten fin­det der freundliche Leser ein „Eingesandt^ aus der Feder eines Landwirthes im Kreise Hünfeld, mit dessen Inhalte wir nicht durch­weg einverstanden sind. Wir betrachten dasselbe nur als die Stimme eines Fach­mannes in der jetzt gerade in Fluß ge­kommenen Hagelversicherungsfrage, die aller­dings manche Stadien der Erörterung durch­zumachen haben wird.

— Laut hier cinyetroffrncm Telegramm steht das Gebäude der Berliner Ausstellung für Hygiene in Flammen.

-r. Wichtig für junge Herren! Wer einen wichtigen Schritt nicht bereuen will, der wähle nie eine von jenen „Jungfrauen", die sich jetzt durch das Ab re iß en der Syringen (gen. Cyrenen) in unfern Anlagen unrühmlich auszeichnen. Diesen fehlt nämlich Herz und Verstand! Oder könnte die Blumenmörderin sein wie eine Blume, mild und hold? Darum: Augen auf!

— In dieser Woche hat man auch in der Fuldaer Flurmark mit dem ersten Klee­schnitt begonnen. Wenn man angesichts der frühen und üppigen Entwicklung der Früchte und des Futters in diesem Jahre, an das traurige Bild sich erinnert, das unsere Fel­der und Wiesen im vorigen Jahre boten, dann muß man voll des Dankes zu Gott das Herz erheben, um seine ewige Güte zu preisen, der unsere armen, so schwer geprüf­ten Landleute durch so tröstliche Ernteaus­sichten aufgerichtet hat.

— Am 22. Mai er., fährt ein Extra­zug von Frankfurt nach Berlin, wozu Billets mit 50% Preisermäßigung ausge­geben werden, welche 30 Tage Giltigkeit haben. Die Preise ab Fulda sind:

für die I. El. 11. El. III. El.

M. 34,30 M. 25,70 M. 17,20 Abfahrt ab Fulda gegen 11 Uhr Abends.

Zur Rückfahrt, welche bis incl. 20. Juni er. stattsinden muß, können sämmtliche fahr­planmäßige Personen- und Schnellzüge der Route über Belzig—Bebra benutzt werden.

— In den letzten 8—14 Tagen sind einem hiesigen Geschäftsmann 5—6 Stück Stampfblei, ä 5—6 Pfd. schwer, 2 Stücke Zinn von gleicher Form und 1 Zieheisen für Golddraht, mit dem Namen des Eigen- thümers gezeichnet, entwendet worden. Der Dieb jund Hehler sollen bereits ermittelt worden sein. (Krsbl.)

Irlands bedrohlich erscheint, zu verhaften und auszuweisen. Es ermächtigt den Viee- könig, im summarischen Verfahren geheime Gesellschaften, unerlaubte Versammlungen und aufreizende Journale zu unterdrücken. Die Dauer des Gesetzes ist dreijährig.

* Dublin, 10. Mai. Alle irischen Bi­schöfe brandmarken entschieden die Dubliner Mordthaten. In ihren Berichten an Car­dinal Mae Cabe und an die Curie schließen die Bischöfe die Möglichkeit aus, daß die Blutthat von Landligisten begangen worden sei; die Schuld falle vielmehr den Feniern zur Last. — Von den Mördern ist noch keine Spur. — In Folge des Mordes wer­den keine „Verdächtigen" mehr aus dem Gefängnisse entlassen, wie das von der Re­gierung noch am Tage der That beabsichtigt war. Es befinden sich deren noch mehrere Hunderte in Haft. Im Phönixpark sollen Monumente zur Erinnerung an Cavendish und Burke errichtet werden. Ein Erlaß des Vieekönigs verbietet jedem Exeeutivbeamten, ohne polizeilichen Schutz sich über das Weich­bild Dublins hinaus zu begeben. — Die Gemeinderäthe aller größeren Städte Ir­lands haben ihren Abscheu über die Mord­thaten öffentlich kundgegeben.

* Aus dem Kreise Hersfeld, 11. Mai. In dem gestrigen .Kreisblatt' findet sich folgende Bekanntmachung des Laudraths: Nachdem in den angrenzenden Ortschaften des Großherzogthums Hesien die Menschen­blattern ausgebrochen und bereits auch im Amtsgerichtsbezirk Oberaula (Dorf Hat­terode) bezügliche Erkrankungen resp. Todes­fälle vorgekommen find, so scheint es dringend geboten, die Vornahme der allgemeinen Impfung in den bedrohten Ortschaften des diesseitigen Kreises zu beschleunigen. Es werden deshalb die bereits von dem Herrn Jmpfarzte festgesetzten Impftermine resp. Revisionen für die Jmpfstationen Asbach, Kerspenhausen, Niederaula, Kirchheim und Frielingen auf den 18. resp. 25. Mai verlegt.

Eingesandt.

Es ist wiederholt in diesem Blatte über Hagel-Versicherungen geschrieben worden. Meine Absicht ist es nun nicht, den einen oder den andern Artikel zu kritisiren. Wenn jedoch der Vorstand des landwirthschaftlichen Vereins zu Fulda glaubt, daß weitaus die größte Zahl der Standesgenossen für die Hagelversicherungen sei, so dürfte er sich doch gewaltig irren; ich glaube, daß in un­serem Orte kein Einziger gegen Hagel versichert. Das dürfte doch ein Beweis dafür sein, wie wenig Sympathie man hier für die Hagelversicherungen hegt.

Möge man uns doch ja mit einer Zwangs- Hagelversicherung verschonen, wenn man den kleinen Bauernstand nicht vollständig ruiniren will. Es ist an höchster Stelle anerkannt, daß die Landwirthschaft den an­dern Ständen gegenüber zu hart belastet ist; bereits ist schon Seitens der Regierung mit Steuererlaß vorgegangen worden, und es sollen nach dem Wunsche des Herrn Reichskanzlers die direeten Steuern noch mehr vermindert werden.

Würde jedoch diese Zwangs-Hagelversi­cherung eingeführt, diese würde den Bauern jährlich so viel kosten, als er Grundsteuer zu zahlen hat. Das hieße die Steuern verdoppeln statt herabmindern.

Wenn die größern Landwirthe gegen Ha­gel versichern wollen, so können sie das bei einer Gesellschaft oder auf Gegenseitigkeit thun; um die kleineren Landwirthe sollte man sich gar nicht kümmern. Wenn man die nur gegen Wucherer und andere Feinde schützte! Ich habe selbst von einem tüchtigen Landwirthe gehört, daß ein Anderer, bei welchem es gehagelt hatte, und der ziemlich viel Entschädigung bekoinmen und noch obendrein eine gute Ernte gemacht, die Aeußerung gethan habe, das sei ein schlech­tes Jahr, indem man nicht einmal verha­gelt. Den Schluß daraus mag sich der Leser selber ziehen.

Es wäre endlich Zeit, daß auch die Bauern zusammenhielten, durch Gründung von Bauernvereinen, und so ihre gemein­schaftlichen Interessen verträten; ganz be­sonders wäre eine Petition an das Abgeord­netenhaus gegen die Einführung einer Zwangs-Hagelversicherung zu empfehlen.

Sollten sich unter den Lesern dieser Zei­tung keine Männer finden, die diese Ange­legenheit in die Hand nehmen?

Oder sollen wir kleinen Bauern uns mit noch mehr Zwangsmaßregeln beglücken lassen?

J. B.

Meteorolog. Beobachtungen d. Station Kulda.

Dat.

Std.

Barom.

Millim.

Therm.

C elsiuS.

Wind­richtung.

Wind­stärke.

teilet

"12

“TU""

744,6"

10,7 "

"MO

1

heit.

13

6

747,6

2,2

NSW

1

heit.

2

746,2

14,4

N

2-3

z. heit.