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Freitag, den 12, Mai 1882

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Zur Gotthardbahn-Eröffnung.

Entstehungsgeschichte der Bahn.

(Schluß.)

Für die Gebirgsstrecken und die südlichen Linien wurden in den Jahren 1873 und 1874 Pläne ausgenommen und ein Vor- project durch Oberingenieur Gerwig, nach dem Rücktritt desselben im Frühjahr 1875 von Oberingenieur Hellwag, ein generelles Project sammt approximativem Kostenvor­anschlag ausgearbeitet und im Monat Februar 1876 veröffentlicht, woraus ein Deficit von 102 Millionen Franken sich ergab, das in der Schweiz eine wahre Consternation hervor­rief. Während des Monats August fertigten Hellwag und Gerlich das Detailproject (1 : 500) an, wobei sich in Folge genauerer Berechnung und mehrfacher Abänderungen das von Hellwag berechnete Deficit um 16 Mill. Fr. verminderte.

Für Untersuchung der schlimmen Lage des Unternehmens bestellte der Bundesrath eine Expertencommission von schweizerischen Fachmännern. Durch Ersparnisse aller Art, einspurige Anlage der Bahn, Vertagung von Nebenlinien, hoffte man, Herr über die Schwierigkeiten werden zu können. Zuge­geben wurde von Seite aller Einsichtigen/ daß der Voranschlag von Hause aus ein ungenügender war.

Es fand eine neue internationale Con- ferenz im Monat Juni 1877 in Lucern statt. Das Schlußprotocoll derselben vom 12. Juni 1877 bildete die Grundlage des Zusatzvertrages vom 12. März 1878, wo­durch die früheren Verträge derart abge­ändert wurden, daß nur die Hauptlinie

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Clara.

(Bilder aus dem Leben einer Dienstmagd.) (Fortsetzung.)

Jetzt war der Tod über sie hergefallen, riß oft in wenigen Tagen ganze Familien weg, ganze Häuser starben aus; — nun wurde in den Wohnungen der Armuth und des Elendes wieder gebetet und wo noch ein Kreuzbild in einein Winkel gestanden, es wurde hervorgeholt und in's Licht gestellt, damit der Befallene, der Sterbende sich aufrichte an dem lang verschmähten Erlöser. Der Geistliche wurde ihnen wieder der Bote Gottes und seinem Worte bereitete der Herr unter Furcht und Schrecken den Boden. Von allen Befallenen, auch von den Verkommen­sten wurde der geistliche Trost gern ver­langt und mit Dank ausgenommen. Mitten durch den Jammer wandelte ein heiliger Trost, der dem Schrecken seinen ärgsten Stachel nahm und die sinkenden Kräfte der Hilfebringenden mit neuem Muthe erhob. Ungetröstet und unversöhnt mit Gott ist in jenen Tagen wohl kaum Einer gestorben. Clara holte herbei, was sie nur erreichen konnte, und erhielt bei den Reichern gern, was sie verlangte. Das Eine Gute hat die allgemeine Roth wenigstens, daß sie die Menschenherzen einander näher bringt und

Jmmensee-Dirinella (Pino) einspurig auf­zuführen, daher das Deficit auf 40 Millionen Franken zu reduciren sei und hiefür von den drei Staaten eine Rachsubsidie von 28 Millionen Fr. geleistet, der Rest von 12 Millionen aber von der Gesellschaft selbst beschafft werden solle, wogegen der Bau der Zweiglinien Zug - Goldau, Lucern - Jmmen- see und die Cenerilinie bis zur Aufbringung der nöthigen Mittel zu verschieben wäre und die Mittel der Hauptlinie hievon un­berührt bleiben müßten.

Der schweizerische Bundesrath unterstellte den Zusatzvertrag vom 12. März 1878 der Genehmigung der Bundesversammlung. Da ohne die financielle Intervention des Bundes die Beschaffung der schweizerischen Sub­ventionsquote als eine Sache der Unmöglich­keit erschien, beantragte er, eine Subvention von Millionen Franken aus Bundes­mitteln zu bewilligen und die schweizerische Nordost- und Centralbahn bei ihrer Offerte von P/2 Mill. Fr. zu behaften. Dieser Antrag führte jedoch zu einem anderen Ver- theilungsplan: es wurde eine Bundessub­vention von 41/2 Mill. Fr. für das reducirte Netz, 2 Mill, für den Bau der Cenerilinie und je 4^/2 Mill. Fr. für einen östlichen und westlichen Alpenpaß in Aussicht ge­nommen, falls die Subventionscantone 2 Mill. Fr. und die Central- und Nord­ostbahn die offerirten l*/2 Mill. Fr. über­nähmen und das Volk diese zum Gesetz er­hobenen Beschlüffe sanctionire. Nach Re- partition der 2 Mill. Fr. an die Cantone (2. September 1878) fand am 19. Januar 1879 die Volksabstimmung statt, wobei die für einander offen hält. Nächte lang wachte das begeisterte Mädchen bei den gefährlich­sten Kranken, pflegte sie, reinigte sie, sorgte für Alles und gab, wurde sie von neuer Noth gerufen, den Pflegenden die Mittel an, welche die Erfahrung als zweckmäßig bezeich­net hatte. Sie wußte von keiner Furcht und hatte keinen Schrecken vor dem Tode. Auch war sie schon wochenlang in solcher Art unermüdlich thätig, ohne daß eine Spur des Uebels sich bei ihr gezeigt hätte, nur zeigte ihre äußere Erscheinung, daß sie mehr gethan, als ihr schwacher Körper auszuhal­ten im Stande gewesen. Aber irgend eine neue Noth belebte sie wieder mit neuen Kräften und schien sie gegen jede Beschwerniß zu stählen. Mit einer nie versiegenden Liebe hing ihr Herz an dem armen Volke, seine Noth war ihr Schmerz, seine Verkommenheit ihre Trauer, aber seine hie und da glänzend hervorleuchtenden guten Seiten erfreute sie auch doppelt dafür. Preßte ihr einmal die Fühllossigkeit eines jungen, zwanzigjährigen Burschen, der seinen erkrankten Vater nicht pflegen wollte, weniger aus Furcht als aus Rohheit, bittere Thränen aus, erschreckte es sie, wie ein Gericht Gottes, als am folgen­den Tag auch der Bursche dem Nebel erlag, dann fand sie auch eine wahre Hochherzig­keit unter den Armen, die man nicht ver-

Bundessubvention mit überwäldigendem Mehr sanctionirt wurde. Das deutsche Reich hatte den Zusatzvertrag vom 12. März 1878 schon am 17. Mai gleichen Jahres und Italien am 28. April 1879 angenommen. Damit war das Unternehmen gerettet, da auch die Einzahlung des von der Gesell­schaft zu beschaffenden Baucapitals durch Verträge mit dem alten Consortium und einigen Bankfirmen gesichert war. Hierauf erfolgte am 12. Juni 1879 die Genehmig­ung des geleisteten Finanzausweises. Endlich kam am 16. Juni 1879 ein Vertrag zu Stande, nach welchem sich die Schweiz und Italien geeinigt hatten, um mittelst einer befondern Subsidie die Cenerilinie zu sichern und zwar in der Weise, daß Italien 3 Mill., der Canton Tessin 1 Mill., die schweizerische Eidgenossenschaft 2 Mill. Fr. übernahmen und die Gotthardbahngesellschaft 6 Mill. Fr. beschaffte. Am 9. August 1879 erklärte letztere, daß sie auch den Bau der Ceneri­linie in der für die Vollendung der Haupt­linie festgesetzten Frist ausführen werde.

Nach erfolgter Revision der Statuten, Neuwahl der Directiyn und des Oberinge­nieurs wurden nun die Arbeiten so geför­dert, daß man noch im September 1870 zur Vergebung der Bauloose schreiten konnte.

Die Bauausführung fußte auf dem defi­nitiven Project von 1879. Der Voran­schlag schloß mit der Summe von 222,5. Millionen Franken für das Gesammterfor- derniß und ward eine Ersparniß von 5 Mill. Franken gegenüber dem Voranschlag der internationalen Lucerner Conferenz erzielt.

Dies ist in kurzen Zügen die Entstehungs- muthet hatte. So hörte sie einst, daß die Krankheit in einer, etwas entfernter liegen­den Straße besonders heftig wüthe. Sie eilte dorthin und ging geradezu auf ein Haus los, vor dessen Thür die Kranken­träger eben den Tragkorb niedergesetzt. Offenbar that hier Hilfe Noth. Als sie gleich hinter den Trägern in's Haus trat, sah sie einen fast wilden Menschen, so ver­nachlässigt war sein Anzug, so wirr sein starker Bart und Haupthaar, so ungewaschen sein Gesicht auf der Treppe sitzen, die in's obere Haus führte, den Kopf auf die Hand gestützt. Er stand auf und wankte den Trägern entgegen. Die sonst kräftige Gestalt sah erschöpft, blaß und erschlafft aus. „Ja, ihr müht sie holen", redete er die Träger an, „ich kann's nicht mehr aushalten. Alle habe ich sie gepflegt, ich ganz allein, aber jetzt ist's aus!" „Wo ist die Kranke?" lautete die Frage. „Sie liegt Oben," und er wies mit der Hand die Treppe hinauf. Als die Träger hinaufgehen wollten, wehrte er es, ein neues Feuer belebte seine matten Augen. „Holt den Korb herein, ich will sie selbst herunter tragen, Ihr geht mir sonst zu rauh damit um," und schon stand er auf der Treppe. Nochmal blickte er um und sah Clara. „Wollt Ihr helfen?" Clara stand schon hinter ihm. Beim Hinaufgehen