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Dienstag, den 25. April 1882.
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O Die Neubesetzung unseres Landes-Direetorinms.
(Schluß.)
Außer der von der Morgenzeitung geforderten Genialität ist von Anderen für den Posten des Landesdircctors noch besonders juristische Vorbildung, ja von mancher Seite sogar eine vorhergegangene (Saniere im Staatsdienste gefordert werden. Wir sind weit davon entfernt, zu verkennen, daß es recht wünschensiverth sein kann, wenn sich in der Person des Landesdirectors auch diese Anforderungen erfüllt finden, nur legen mir denselben nicht den Werth bei, daß mir die Befähigung zu der fraglichen Stelle davon abhängig machen möchten. Ganz abgesehen davon, daß ältere Juristen erfahrungsmäßig nur ausnahmsweise gute Verwaltungsbeamte werden, so würde man einen Specia listen für die kommunalen Vermaltungsziveige aus dem Staatsdienste auch nicht erhalten können, da dieselben eben der staatlichen Verwaltung schon seit längerer Zeit entrückt sind. Wenn ein jüngerer, geistig noch regsamer Mann sich nun auch in die ihm znfallenden neuen Pflichten bald hineinfinden würde, so wird man doch jedenfalls nach einer der Verhältnisse möglichst kundigen Person lieber greifen, als daß man eine solche erst aus dem Staatsdienste heraussucht. So haben es manche der anderen kommunalen Verbände gemacht, wie in Westphalen, wo man den Rittmeister a. D. Freiherrn von Schorlemer- Alst und in der Provinz Sachsen, wo man den Grafen von Winzingerobe zum Landes- direetor gewählt hat. Ueberhaupt sieht man
Pennsylvanisch-Deutsch.
(Ans der Zeitschrift „A m e r i k a".)
Um zu zeigen, wie das Deutsch-Pennsylvanische von Männern geschrieben und gesprochen wird, welche auf dessen Reinhal- tung von englischen Worten halten, so wie sie ihre Sprache von ihren Voreltern übernommen hatten — sei nachstehend ein Aufsatz des soeben in Allentown, im Staate Pennsylvania, verstorbenen Herrn Edmund Daniel Leisenring über die deutsch - pennsylvanische Mundart mitge- theilt.
Man wird daraus ersehen, daß dieselbe fast vollständig mit dem pfälzischen Volks- dialecte gleich ist. Allerdings ist sie in Lancaster, in Reading und anderen Distrikten des genannten Staates mit mehr alle» mannischen und schwäbischen Worten gemischt, aber auch dort hat sie nicht so viele Beimischung englischer Worte, wie man sich das gewöhnlich einbildet und wie sie von „Witzbolden", welche zuiveilen wenig von diestni Dialekt wisien, zum Spaß der Leser in Feuilletons der pennsylvanischen Landzeitungen oft verhunzt wird.
Der nachstehende Aufsatz wurde von Leisenring in seinem „Friedensboten" vor einigen Jahren gegen einen Artikel im „Ein
es häufig genug, daß bei der Besetzung höchster Staatsstellen solche Männer, die nichts weniger als Juristen sind, zu denselben berufen worden und sie recht gut ausfüllen, obwohl es dem Staate doch nicht an Auswahl unter den Juristen fehlen kann. Wir wollen nur an den Minister Lucius erinnern, der unseres Wissens früher Mediciner war und aus seinen täglichen Berufsgeschäften heraus — soviel wir wisien, ohne vorhergegangenes juristisches Studium, sowie ohne vorherige Laufbahn im Staatsdienste in eine der höchsten Staatsstellen eingetreten ist. Wenn man einer so allgemein anerkannten Thatsache gegenüber die Geschäftigkeit betrachtet, mit der bei uns der Glaube zu verbreiten gesucht wird, ein Nichtjurist könne ein so „hohes, eminent wichtiges Amt", wie das eines Landesdirectors für den Regierungsbezirk Cassel gar nicht ausfüllen, fo fragt man sich doch unwillkürlich, ob bei Beschränkung der Candidatenliste auf eine fo geringe Zahl nicht etwa subjectiven Gesichtspunkten vor den objectiven der Vorzug gegeben ist? Damit fällt aber auch die große Besorgniß, welche so viele Geniüther plagt, über den Haufen, ob ein nicht juristisch und nicht im Staatsdienste vorgebildeter Mann als Landesdirector seitens der Vorstände anderer adäquater Behörden für vollbürtig angesehen werden würde, oder ob es mit der Stellung der zur communalständischen Verwaltung übergetretenen Juristen verein- .bar sei, unter einem Nichtjuristen weiter zu dienen. Warum es hier gilt, ist: den richtigen Mann auf den Platz, für den er sich eignet, zu stellen, wie allenthalben so nament- cinnati Pionnier" geschrieben, welcher angeblich Deutsch - Pennsylvanisch sein sollte. Das erregte Leisenring's höchsten Zorn, der außerordentlich auf feinen unverfälschten Dialect hielt. Aus feinem Aufsätze kann man den letzteren zur Genüge kennen lernen und wird finden, daß nur sehr wenig englische Ausdrücke dabei eingemischt sind. Hier ist er:
Pennsylvanisch-Deutsch.
Brief an „der deutsch Pionnier."
In dei'm Büchel wo allenobet gedruckt wird und wo ich alsemol zu lese krieg, un- nernemmt sich 'n Kerl von Ohio, pennsylvanisch-deutsche Briefe zu fchreiwe, for bene hochgelernte deutsche Leser zu weise, wie mir do in Pennsylvauy schwätze. Wann fetter Kerl von Pennsylvany kommt, dann hot er fein Vater- und Muttersproch ziemlich fauroer vergesse, oder hot fein Lebdag nicks davon verstamie, for fein Peimsyl- vanifch-Deutsch is so wenig recht, aS wann'S Schwowwe - Deutsch wär, und er macht s grad wie schier all die Annere, die unser Sprach schreiwe wolle — er verhunzt sie, daß 'n Schänd is. Do in Ost - Pennsylvany sin m'r eppes stolz nf unser Sprach und glawe, daß sie schöne, weecher und herzlicher is, wie's ganz Hochdeutsch, sonst
lich auch in der Verwaltung. Das hat auch die Regierung längst erfannt und sie ist damit immer gut gefahren. Diesen Gesichtspunkt sollten unseres Erachtens die Communalstände ebenfalls bei der bevorstehenden Wahl maßgebend sein lasien.
Aus dem Gesagten geht mit genügender Klarheit hervor, wie weit wir die Candidatenliste ausgedehnt zu sehen wünschen und welche Eigenschaften ein Bewerber in sich vereinigen muß: er soll danach ein Mann sein, der das uneingeschränkte Vertrauen seiner Mitbürger in seinen Charakter genießt, und für den von ihm zu verwaltenden Posten nicht nur die erforderliche Geschäftskenntniß -- am besten in der communalständischen Verwaltung selbst erworben — mitbringt, sondern sich auch durch Ordnungssinn, Fleiß, Energie zur Leitung eines großen Organismus eignet. Daneben scheint es uns sehr wünschensiverth zu sein, wenn er noch in so rüstigem Alter steht, daß er den ihm anvertrauten Posten voraussichtlich noch längere Jahre ausfüllen kann und auch außerdem seine Stellung durch sein Auftreten in der allgemeinen Meinung zu heben vermag. Namentlich der letztere Punkt ist bei einem noch ziemlich neuen Amte durchaus nicht ohne Bedeutung; das Ansehen eines Amtes bestimmt sich häufig wesentlich mit nach demjenigen, welches der Vertreter desselben genießt.
Möchte diese Besprechung der inzwischen brennend gewordenen Frage etwas dazu beitragen, um einen Mißgriff bei ihrer dem- nächstigen Entscheidung zu verhüten!
(Caff. Journal.) hätte m'r sie net so lang behalte und so gut druf achtgewe, wie m'r hen, und for des macht's uns bös, wann sie noch abartig int Druck so org verbuckert wird. Unser Sprach hen m'r bewahrt for unser Familiesproch Hannett und fuffzig Johr, und sie in Hoche Ehre g'halte znm Andenke an unsere Vorväter, die von der Pfalz und annere deutsche Sännet rüroer komme sind, do g'settelt, do gelebt und geliebt und ferchterliche Strapatze ausg'stanne Heu. Es is wohl derwerth, daß m'r ihr Andenke heilig halte, weil sie mit unaussprechliche Mühseligkeit?, in Roth und Elend und Ar- rnnth des ganz östlich von Pennsylvanny zu prächtige daueret gemacht und uns zur Erbschaft hinterlasse hen. For des wolle m’r unser Sprach net verbot tue, net d'rii- roer g'spott und net zum G'spaß- und Zerrbild gemacht hawe, wie sich's etliche so Rotzlöffel von Schulmeister, Zeitungsschrei- mer, die selwer nicks wisse, unernumnte hen.
Sellemols in de Johre 1725 bis '40 rum, wo unsere Alte des Land in dem Dheel vom Staat ufgenumme Heu, hot's noch uct fo viel von bene Fratzhänzelcher g'hat, wo unser Sproch mit eugliche Worte verhunze, bie sie selwer net verstehn?, wie heutzubag; sellemols Hot feen junger Kerl