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> | Jfä 89. Mittwoch, den 19. April 1882.

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P Fuldser W Jeitung.

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Aufruf!

„Gehet hin in die ganze Welt, und prediget das Evangelium allen Ge­schöpfen!" Mark. 16, 15.

Es ist eine beklagenswerthe Thatsache, daß unsere heil. Kirche sich gegenwärtig in der traurigsten Lage befindet. Ihre Feinde stürnien mit List und Gewalt, heimlich und öffentlich gegen sie an. In unbegreiflicher Verblendung bieten sie Alles auf, um diese hl. Braut Jesu Christi, unsere liebe Mntter, zu verläumdeu, zu knechten, aus dem öffent­lichen Leben zu verdrängen, ja, wenn sie könnten, von der Erde zu vertilgen. Tau­sende und Millionen von Seelen werden dadurch in Gefahr gebracht, ihr ewiges Heil zu verlieren.

Namentlich ist es Italien und vor allem Rom, der Mittelpunkt der katholischen Welt, worauf unsere Feinde es abgesehen haben. Mit dem Hirten wollen sie zugleich die ganze Heerde schlagen.

Sollen wir da ruhig zusehen? Sollen wir die Seelen zu Grunde gehen laffen? Sollen wir die hl. Kirche als treulose Kinder ohne Unterstützung lassen? Sollen wir nicht vielmehr, um sie für den in Europa ihr er­wachsenden Verlust zu entschädigen, in den außereuropäischen Ländern ihr neue Gebiete erobern?

So dachten die Gründer einer Gesellschaft, welche in dieser allgemeinen Roth sich ge­bildet hat, um Diejenigen um sich zu schaaren, welche mit vereinten Kräften und mit allen Mitteln daran Mitarbeiten wollen, daß un­sere heilige Religion in der Welt wieder zu Glanz und Ehre kommt, welche für die Ret-

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Durch Nacht zum Licht.

Original-Novelle von Wilhelm van Sinn.

(Fortsetzung.)

Die stolze Standarte des Hauses wehte in Trauerfarben von den Zinnen des Schlosses. — Die sterbliche Hülle des Marquis ruhte in der Gruft seiner Ahnen. — Schmerzlos war sein Heimgang. Sein letzter Blick ruhte liebevoll auf seiner geliebten Melanie und ihrem Gatten, deren Hände er vor seinem Scheiden vereinigt hatte.

Es bedurfte nur kurze Zeit nach der An­kunft des jungen Officiers, um den Marquis den edlen, hingebenden Charakter seines Gastes erkennen zu lasten. Geläutert durch die vielen Leiden seines Lebens und von aufrichtigem Danke zu Gott erfüllt für die Segnungen, die er ihm in den letzten Lebenstagen gespendet, hatte der Marquis seine Standes-Vorurtheile abgestreift. Er schätzte den Adel der Geburt nicht höher, als den des Herzens und der Gesinnung. — Bald hatte er die Andeutungen seines Neffen bestätigt gefunden. Von Tag zu Tag wuchs seine Zuneigung zu dem jungen Manne.

Die Kunde von der Landung Napoleons und von seinem Siegessluge nach Paris erschütterte die wankende Gesundheit des Edelmannes auf's Tiefste. Das hinwelkende

tung der Seelen Alles aufbieten wollen. Es ist dies die „Apostolische Lehr-Gesellschaft." In Rom ist ihre Wiege, jn Rom ist ihr Gentruin.

Es liegt nun Alles daran, daß gerade dieses Centrum möglichst stark, lebenskräftig und blühend werde. Dort hat sich ein Col­legium gebildet von Missionären, welche mit Wort und Schrift die heilige Religion ver- theidigen, verbreiten und neu beleben wollen. Ihnen zur Seite steht eine Druckerei, welche für dasselbe Ziel arbeitet, also eine aposto­lische Druckerei, eine apostolische Presse, welche den Jrrthum zerstören und wahre religiöse Bildung in der Welt verbreiten soll. Neue Pläne zur Rettung der Seelen harren noch ihrer Ausführung.

Darum wendet sich die apostolische Lehr- Gesellschaft an die Katholiken aller Länder, um sie zur Unterstützung ihrer Bestrebungen, welche sich des Segens des hl. Vaters und der Zustimmung zahlreicher Kirchenfürsten erfreuen, aufzufordern und anzueifern.

Sie sucht erstens Männer, welche aus Liebe zu dieser heiligen Sache Alles verlassen und sich ihr ganz zur Verfügung stellen, und zwar vor Allem Priester, welche in die Fußtapfen der Apostel treten, sodann auch Lehrer, Künstler, Geschäftsführer, Expedien­ten, Buchdrucker re., welche von demselben apostolischen Geiste beseelt sind; endlich Knaben und Jünglinge, welche sich für solche apostolische Arbeiten ausbilden lassen wollen.

Sie sucht aber auch materielle Unter­stützung; sie hat viel Geld nöthig. Woher es nehmen? Nom ist beraubt, die Kirche Leben des treuen Royalisten war diesem un­erwarteten Stoße nicht gewachsen. Ein Schlaganfall trat ein. Ein seliges Lächeln flog über die bleichen Züge des Leidenden, als er aus einer tiefen Ohnmacht erwachend, alle Sieben um fein Lager versammelt sah. — Gleichwie er vor langen Jahren, als das Unglück über Frankreich hereinbrach, fein theures Kind dem Verlobten vermählte, fo wollte er jetzt, wo er das Nahen der letzten Stunde fühlte, die Zukunft des geliebten Tochterkindes gesichert fehen.

„Noch einmal, meine Lieben," Hub der Greis mit schwacher Stimme an, „zieht die Geißel Gottes über unser Vaterland. Ich danke dem Herrn, daß ich die Schmach nicht mehr sehen darf. Wie die Geschicke sich wenden werden, weiß der Allmächtige allein. — Melanie, mein theures Kleinod, mir bangt um Dich in dieser schweren Zeit, wo ich von Dir scheiden muß. Ich weiß zwar, daß mein lieber Bruder Dir Vater sein wird, doch würde es ein Trost für meine letzte Stunde fein, wenn ich Dich einem Schutze anvertraut fähe, den nur der Tod lösen kann. — Ich kenne einen edlen Mann, der mit der innigsten Liebe Dir zugethan ist, und welchen Dein sterbender Großvater mit Freude als Sohn au fein Herz ziehen möchte."

ist arm. Darum streckt die Gefellschaft, ge­trieben vom Eifer für die Ehre Gottes, den Ruhm unserer hl. Kirche und für die Ret­tung der Seele, flehentlich ihre Hände aus, namentlich zu ihren deutschen Brüdern, da­mit sie ihren großen Plan ausführen kann?)

Wir hoffen, daß unsere Brüder ihre Lands­leute in Rom nicht im Stiche lassen werden. Sie werden es vielmehr als eine Ehrensache der Deutschen betrachten, daß dies hochwich­tige Unternehmen, dessen Ausführung Gottes Vorsehung gerade deutschen Priestern zu­nächst in die Hand gelegt hat, bald zur herrlichsten Blüthe gelange. Selbst die kleinste Gabe des Armen wird nicht ver­schmäht, so daß jeder Katholik sich an diesem großen, echt katholischen und apostolischen Werke betheiligen kann.

Eine Unterstützung unserer Pläne besteht auch darin, daß man unsere Schriften kauft oder verbreitet. Für Deutschland ist es namentlich der in München erscheinende .Missionär', den wir hier ganz besonders dem Abonnement unserer Freunde empfehlen.

Auch würden wir denjenigen Nedaeteuren, Verlegern und auch Privatpersonen von Herzen dankbar fein, welche dazu die Hand

*) Gaben sende man nach Rom, an die Adresse der unterzeichneten General-Direction: „Direzione Generale della Societä Apostoli'ca Istruttiva. 8. Brigade (Piazza Farnese 96)“ oder an das Mit­glied unserer Gesellschaft: Hochw. Hr. B. Lüthen in München, Unter-Anger 17.

Auch der gegenwärtig in Deutschland weilende Missionspriester Hr. Friedrich von Leonhardi, ebenfalls Mitglied unserer Gesellschaft, der versehen ist mit Zeugnissen von höchster Stelle, ist befugt, Gaben in Empfang zu nehmen.

„Mein liebes Kind," fuhr der Greis fort, feine Hand auf das Haupt der Enkelin legend, welche schluchzend an dem Lager in die Kniee gesunken war, „ich würde nicht so zu Dir reden, wenn der liebe Gott es anders gefügt hätte. — Derjenige, dem nur noch eine kurze Spanne Zeit verliehen ist, darf anders handeln, als wer noch ein langes Leben vor sich sieht."

„Mein theurer, junger Freund," wandte sich der Marquis nun an Karl, dem jeder Tropfen Blutes aus dem Gesicht verschwun­den war, „darf ich Sie bitten, näher zu mir zu kommen?" Zitternd näherte sich dieser dem Krankenlager. Durchdringend ruhte das Auge des Marquis einen Augenblick auf dem jungen Offieier.

„Ihre innige, stille Liebe zu meiner Me­lanie ist mir nicht verborgen geblieben. Dem treuen Bruder vertraue ich gerne die Zukunft meines Kindes an. — Melanie, blicke auf mein Kind, und sage mir, ob ich den stillen Wunsch Deines Herzens erfülle?"

Langsam erhob die Jungfrau ihr er­glühendes Antlitz; ein Blick unendlichen Glückes ruhte auf Carl, bann sank sie an das Herz ihres Großvaters.

Segnend ruhten die Hände des Kranken auf den beiden vor ihm knieendeu Enkeln.

Am Morgen des dritten Tages verband