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84* Donnerstag, den 13. April 1882.

Fuldaer Jeitung.

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Die Realschulmänner, ein Verein von Realschul-Directoren und Lehrern, sind in der 1. Woche des laufenden Monats in Berlin zusainmengetreten, um über die Mittel zur allseitigen Geltendmachung der Berechtigung der Realschulen neben den Gymnasien und zur Hebung und Vervoll­kommnung des realistischen Unterrichts zu berathen.

Nachstehend geben wir die in der 2. Sitz­ung des Vereins einstimmig angenommenen Resolutionen wieder, die sich in Nr. 1, auf den ersten, in allen übrigen auf den 2. oben angedeuteten Punkt beziehen. Die Resolu­tionen lauten:

„1) Die Realschulmänner wissen es den Profesioren der neueren Sprachen Dank, daß sie das Studium der modernen Philo­logie auf eine höhere Stufe gehoben, ihm mehr Wissenschaftlichkeit und Ansehen gegeben haben. Sie wünschen, auch Jene möchten nicht vergessen, daß diese Hebung nur mit Hilfe der grade durch die Realschu­len zahlreicher gewordenen und besser als früher vorbereiteten Stndirenden möglich geworden ist. . * * ■ .

2) Sie unterstützen die These des Herrn Körting, daß an denjenigen Universitäten, wo bis jetzt nur ein Lehrstuhl für die ro­manische sfranzösisch, italienisch, spanisch ic.] Philologie besteht, für jedes der betreffenden Fächer ein Lehrstuhl errichtet und ferner durch Aussetzung von Stipendien den Stu- direttden der zeitweise Aufenthalt im Aus­lande erleichtert werde.

3) Bei der Neubesetzung und bei der sehr wünschenswerthen Vermehrung der Profes-

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Durch Nacht zum Licht.

Original-Novelle von Wilhelm van Lin».

(Fortsetzung.)

„Der Capitain Laroche ist ein edler Manu, er weilte noch im Hause meiner Eltern, als ich vor zwei Monaten wieder zur Armee ging. Ich hoffe, daß er jetzt vollständig hergestellt sein wird. Er ist Ihnen wohl nicht bekannt?"

„Nein, ich erinnere mich nicht, ihn kennen gelernt zu haben."

„Ist der Name Gatzon Marceanx Ihnen ebenfalls fremd?"

„Woher diese Frage? Kannte der Capi­tain jemand, der diesen Namen trug?"

„Der Name Laroche ist nur ein ange­nommener, der wirkliche Name des Capi- tains, den ich mit Stolz meinen Freund nenne, ist Gaoon Marceanx aus dem Dörf­chen Laroche in der Bretagne."

„Wäre es möglich? Mein armer, un­glücklicher Jugendfreund, dem ich vor zwan­zig Jahren in den Kämpfen der Vendee gegenüberstand?"

„Er ist nicht unglücklich mehr; trotzdem er bei Hanau zum Krüppel wurde. Ihm ist Friede aufgeschlossen, den er seit langen Jahren nicht kannte. Er hat uns seinen ganzen Lebenslauf mitgetheilt."

furen für neuere Sprachen ist wesentlich auch auf solche Männer das Augenmerk zu richten, welche die Fähigkeit und das Be­streben haben, nicht nur wissenschaftliche Vor­lesungen zu halten, sondern auch die prak­tische Fertigkeit im Schreiben und Sprechen thunlichst zu fördern.

4) Die historische Entwicklung der Sprache, insbesondere der Wortformen, darf nicht einseitig in den Vordergrund gestellt werden, es darf nicht außer Acht gelassen werden, daß für den künftigen Lehrer eine genaue Kenntniß und Beherrschung der modernen Sprache und die Vertrautheit mit der mo­dernen Literatur unumgänglich »othwendig ist. Daher sind die wohlerwogenen Forder­ungen des Prüfungsreglements zu befolgen und nicht willkürlich Anforderungen an die Examinanden zu stellen, welche das in dem Reglement Geforderte übersteigen.

5) Da auf dem Gebiete der neueren Sprachen Professoren wie Schulmänner im Großen und Ganzen dasselbe Ziel im Auge haben und somit ein Ausgleich der diver- girenden Ansichten möglich erscheint, so wird der Vorstand aufgefordert, den Versuch zu machen, daß eine mündliche Besprechung beider Theile herbeigeführt werde."

Aus der langen Discnssion, in welcher der allseitigen Zustimmung zu diesen Thesen Ausdruck gegeben und ihre Berechtigung an manchen Erfahrungsbeispielen dargethan wurde, heben wir die Ausführungen des Herrn Directors Steinbart besonders hervor. Derselbe erörterte zunächst die Cvm- pettnz der Versammlung zu derartigen Be­schlüssen. Die Directoren seien am meisten

„Gott sei gepriesen! Doch jetzt reden Sie nicht mehr, Sie sind noch zu leidend. Sobald Ihr Zustand es erlaubt, hole ich Sie zum Herrenhause und dann werde ich Sie bitten, mir recht viel von meinem lieben Freunde mitzutheilen."

An demselben Tage schrieb der Verwal­ter jenen Brief, welcher im Forsthaufe so große Freude heroorgerufen hatte.

Die Folgen des schweren Typhus blieben bei dem Kranken länger fühlbar, als der freundliche Pfleger erwartet hatte. Die un­verdorbene Jugendkraft und die sorgsame Pflege siegten endlich über den hartnäckigen Feind.

Freudig blickte der Verwalter auf seinen Schützling, als er ihn in seine Wohnung geführt hatte und dankbar drückte Carl die Hand des braven Mannes, als er sich mit einem Comfort umgeben sah, der dem Hanse seiner Eltern fremd war.

Die milde belebende Luft des schönen Maitages hatte den Genesenden in's Freie gelockt. Mit Wohlbehagen athmete er den erfrischenden Duft der Blüthen, welche die das Gut umgebenden Blumen und Bäume spendeten. Mit innigem Dank gegen Gott, der ihn aus Lebensgefahr gerettet und unter gute Menschen geführt, ruhte fein Blick auf den in frischem Grün sich kleidenden Wein-

in der Lage, die Lehrfähigkeit der von den Universitäten gebildeten jungen Lehrer zu beurtheilen, sie seien in erster Reihe befugt, über die Art der Vorbildung derselben ihre Wünsche zu äußern. Es sei zu verlangen, daß praktisch brauchbare Lehrer von der Universität kommen, wiewohl der Werth der Wissenschaftlichkeit nicht zu unterschätzen sei und die Hebung der neueren Philologie durch die wissenschaftliche Methode der Pro­fessoren allen Dank verdiene.

Deutsches Reich.

* Berlin, 11. April. Die ,Nordd. Allg. Ztg/ erklärt die Meldung der Blätter, zwei oder mehr couservative Abgeordnete hätten sich um Genehmigung des Compro- misses mit dem Centrum nach Friedrichs- ruh gewandt, seien aber ohne Antwort ge­blieben, für einen Jrrthum. Der Reichs­kanzler sei, da das Ministerium von vorn­herein entschlossen gewesen, sich in die Frac- tionsverhandlungen nicht einzumischen, von dem Inhalt des Compromisses überhaupt nicht in Kenntniß gesetzt worden. Wenn die .Deutsche Reichszeitung' glaube, daß die Conservativen durch Rücksicht auf die be­vorstehenden Wahlen bestimmt worden seien, dem Centrum entgegen zu kommen, so traue sie den Conservativen wenig politische Er­fahrung zu. Regierung wie Conservative zweifelten keinen Augenblick, daß das Cen­trum mit den jetzigen Gegnern des Cvm- promiffes wieder Hand in Hand gehen und bei den Landtagswahlen seinen Einfluß ebenso für • Secession und Fortschritt ein, setzen werde, wie bei den Reichstagswahlen

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bergen und Gebirgen und schweifte über die Höhen, die sein wankender Fuß in jener schrecklichen Nacht durchirrt hatte. Vor seinem Geiste tauchten auch jene Höhen auf, deren Fuß die Wellen des Main's bespülten: das freundliche Wohnhaus, nmrauscht von den Wipfeln der Tannen; der kleine Garten mit feinen duftenden Blumen; das trauliche Stübchen, worin der Abend die Sieben Alle vereint. — Ein tiefer Seufzer entrang sich seiner Brust.

Der auf ihn zutretende Diener meldete einen Fremden, der in Abwesenheit des Herrn Girot um die Ehre bitte, dem Herrn Lieute­nant seine Aufwartung machen zu dürfen. Karl erhob sich, denselben im Salon zu empfangen, als dieser in elegantem Reise­kostüm bereits auf ihn zutrat. — Nur einen Augenblick ruhten die Blicke der Männer aufeinander, und sie schlossen sich in die Arme.

„Karl, mein Freund, mein Bruder!"

„Lieber, theurer Capitain! weich' frohes Wiederfehen!"

Er zog ihn an feine Seite und sah mit Freude die frische Farbe der Gesundheit auf dem Gesichte wiedergetehrt. „Wie dankbar muß ich Ihnen sein," fuhr Karl fort, „daß Sie mich mit Ihrem Besuche erfreuen; wie verließen Sie meine lieben Eltern?"