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Beiblatt zu Nr. 76 der ,Fuldaer Zeitung/

Sonntag, den 2. April 1882.

In obiger

Literarische».

er-

treffen zumeist das sogenannte „Litzen".

(Abfangen der Auswanderer). Auf den

nach Hamburg führenden Eisenbahnen, und , ^muisneuein in Preunen nevn oft auf sehr weit entfernten Stationen Anhang, betr. die in Berlin zur Erhebung schon, werden Auswanderer belästigt mit kommenden direkten Communalsteuern " er-

Anträgen und Offerten für Logis und schienen ist und vorzugsweise dem Be-

Ueberfahrtscontracte. Der Eine thut es " ' ' " offen und direct, der Andere versucht es durch Schlauheit und Ueberlistung zu er­reichen. Wenn bei Ankunft in Hamburg, die erwartete Beute aber denn doch in andere Hände geräth, dann werden von den erwähnten „Litzern" nicht selten Streit und Straßen-Scandal provocirt. Die so­liden und friedlich arbeitenden Geschäfte werden schließlich zumeist geschädigt.

Andere Klagen betreffen Logements, lieber» vortheilung beim Geldwechsel, und Unord-

Was ich oft gesagt habe über die alle­zeit freudige Pastoration unserer katholischen Schützlinge seitens unserer hochwürdigen Herren Geistlichen, das muß ich auch heute mit herzlichstem Danke bestätigen! Unfern S. T. Behörden, sowie Freunden und Wohlthätern unserer Bestrebungen, sage hiermit ebenfalls öffentlich Dank!

In erster Linie empfehle ich stets directe deutsche Dampfschiffe. Dieselben konnten jedoch den großen Verkehr im letzten Jahre nicht allein bewältigen, und so mußten Viele auch unserer Schützlinge, die nicht deutschen Dampfer via England benutzen.

Die Klagen der Auswanderer be­

steuern in Berlin beigefügt, welcher 'auch für andere Gemeinde-Angehörige brauchbar ist, wo Zuschläge zu den directen Staats-

Die Verlagshandlung: R. v. Decker's Verlag, Marquardt und Schenck in Berlin, hat den Geheimen Ober-Finanz-Rath R. Wini ker vermocht, ein kurzes, aber voll­ständiges Werk über die directen Steuern in Preußen herauszugeben, welches unter dem Titel: „Steuerkatechismus. Kurze, aber vollständige systematische Darstellung der directen Staatssteuern in Preußen nebst

Dem Zwecke entsprechend haben die De- tailbestimniungen über die Formen, in denen sich die Steuerverwaltung zu bewegen hat, keine Aufnahme gefunden. Auch hat die Angabe der Quelle als zwecklos und im Interesse der nothwendigen Kürze des Werkes unterbleiben muffen. Die Idee, mit dem Werke eine Darlegung aller directen Communalsteuern zu verbinden, mußte wegen der Verschiedenheit derselben in den verschiedenen Gemeinden, und weil dadurch das Werk zu umfangreich geworden wäre, aufgegeben werden. Es ist jedoch ein Anhang betreffend die indirekten Communal­

steuern erhoben werden. Für ein möglichst vollständiges Jnhalts-Verzeichniß und Sach­register zur Erleichterung des Gebrauches ist Sorge getragen, und bildet somit das Werk (Pr. 2,80 M.) ein höchst brauchbares Handbuch für alle Steuerpflichtige und in allen die Besteuerung betreffenden zweifel­haften Fällen, deffen Anschaffung schon seiner vorzüglichen Authenticität halber, denn Geh Ober-Finanz-Rath Winiker ist aus dem Steuergebiete die maßgebende Persönlichkeit, bestens empfohlen werden kann.

/ Bom Main. Das begonnene Frühjahr und die dadurch herannahende Reisesaison drängt auch die Frage nach einem guten Reiseführer auf. Wir nehmen gerne Anlaß mit Rücksicht hierauf, unseren Lesern die Woerl'schen Reisehandbücher zu empfehlen, um so mehr, als sich dieselben be­reits weithin eines verdienten Rufes erfreuen.

Die ganze Serie zerfällt bekanntlich in zwei I ^"tegorieen — in Reisehandbücher oder eigentliche Reiseführer, reich ausgestattet mit Plänen und Karten, und in eine Reisebibliothek. — Letztere ist etne Sammlung von Reisebeschreibungen, in welchen bewährte Reisende ihre Erlebniffe, Land und Leute schildern.

Die Woerl'schen Reisebücher nerbicne» alle Be­achtung, namentlich Seitens der Katholiken, weil I f*e auf katholischen Anschauungen beruhen. Dabei sind dieselben aber von wahrer Toleranz erfüllt, so daß sich kein Andersgläubiger verletzt fühlen wird, wie dies leider so vielfach umgekehrt der Fall ist bei anderen Reisewerken, in denen man Toleranz gegen Katholiken vermißt. Die Woerl'schen Reisebücher können darum allen Touristen ohne Ausnahme bestens empfohlen werden.

Wem es darum zu thun ist, Land und Leute, Sitten und Gebräuche, Sehenswürdigkeiten und historische Erinnerungen kennen zu lernen und auf­zufrischen, der kaufe sich, ehe er seine Reise antritt, das betreffende Woerl'sche Reisehandbuch. Die Woerl'schen Reiseführer können hinsichtlich ihres Inhaltes und ihrer Ausstattung sich den bisher überall gebrauchten Baedeker oder Meyer'schen Reiseführern mit vollem Rechte an die Seite stellen ; denn jedes neu erscheinende Werk bietet mehr und bessere Karten und Pläne und läßt sich der Fort­schritt des Unternehmens leicht an den einzelnen neuen Bänden ersehen.

Zur diesjährigen Saison wird ein neuer Band: „Deutsche Alpen" erscheinen; bereits erschienen sind: Italien, Oesterreich-Ungarn, Schweiz, Rhein­lande, Süddeutschland, Jerusalem, Wien, Rom, Paris, Auswandererbuch und Wanderbuch für Ge­sellen und Handwerker.

dürfnisfe des steuerzahlenden Publikums entspricht, aber gleichwohl den betheiligten Behörden und Beamten willkommen sein wird, weil es alle wesent­lichen Grundsätze sämmtlicher direkten Steuern, nicht blos einzelner Steuerarten, systematisch zusammensaßt.

Bericht

des vom St. Raphael-Verein in Hamburg auf­gestellten Vertrauensmannes Herrn Theodor Meyn berg über feine Thütigkeit im Jahre 1881.

Im abgelaufenen Jahre 1881 beförderte Hamburg direkt 75,519, indirekt (d. h. über England mit englischen Schiffen) 47,612, zusammen 123,161 Auswanderer.

Die Reisebibliothek enthält Reisebeschreibungen und Reisebilder aus Italien, Spanien, Süd-Frank- reich, vom Bodensee, Süd- und Nord-Amerika nebst Canada, Mexiko, die Schweizer Alpen, Schwabenland und Pharaonenland. — Diese Reisebilder sind nicht blos für den Touristen auf der Fahrt und in Musestunden eine angenehme Lectüre, sondern bieten auch dem zu Hause Bleibenden ein anschauliches Bild fremder Länder, Sitten und Gebräuche, so daß sie ihm in gewissem Sinne die Reise ersetzen können.

Vermischtes.

* Mainz, Ende März. In Betreff des Todes, der einen Reisenden kürzlich im Coup« des Eisenbahnwagens ereilte, erfährt der ,M. A.', daß der so plötzlich Dahinge­schiedene ein Herr R. aus Hamburg ist, welcher im Begriff war, feine hier verhei­ratete Tochter, Gattin des Weinhändlers Herrn Kl., zu besuchen. Die Dame war auf dem Bahnhof gewesen, um ihren Vater zu ermatten, fand ihn aber nicht, sie sah wohl, daß Jemand auf einer Tragbahre himveggetragen wurde, hatte aber keine Ahnung, daß dies ihr sehnlichst erwarteter Vater war. In der Meinung, seine An­kunft werde sich verzögert haben, ging sie

nungen im Schiffs-Zwischendeck. Damit konnte ich unsere Behörde jedoch nicht be­helligen, weil theils die Ueberbürbung, theils die Schwierigkeit der Sachlage zu groß war. Auch können manche Beschwerden nur nach und nach abgestellt werden.

Begründete Klagen über materielle Roth sind von Ausgewanderten mir nicht mitge» theilt. Allerdings sind Manche nach der Heimath zurückgekehrt. Diese sind aber auch ohne Ausnahme vor der Auswanderung ge­warnt, und gingen ohne Roth fort. Einige

| besaßen weder den Willen noch die Fähigkeit zu schwerer Arbeit und suchten deshalb die I Heimath wieder auf.

Die letztjährige Maffenauswanderung ver- I urfachte uns auch mehr Arbeit als sonst, und damit auch größere Ausgaben. Ge­schenke gingen sehr wenig ein, und doch sind I dieselben so nothwendig! — Gute Unter­haltungs-Bücher sind stets willkommen, für die öftere Langeweile während der Seereise.

In mehreren deutschen Colonien Rord- amerika's, in Argentinien und namentlich in Brasilien existiren ganz armselige Nothca- I pellen. Mit deren inneren Einrichtung aber, und namentlich mit den zum Gottesdienst nötigen hl. Gesäßen, priesterlichen Kleidung u. s. w. sieht es geradezu jämmerlich aus. Wer hierfür etwas thuen will, ist ebenfalls willkommen. Jedwede Gabe werde ich zu- I er ft den dürftigsten Colonien ziistellen. Obwohl es den meisten unserer Schützlinge verhältnißmäßig gut geht, so ist es doch be­greiflich, daß sie in den ersten Jahren für Cultuszwecke wenig übrig haben. Die Mei­ßen besitzen wenig, und siedeln sich an in öden Prärieen oder im dichten Urwalde, von wo sie ihre Anliegen fortlaufend mittheilen.

Wer also mitwirken will mit dem St. Raphaelverein, der nehme mich getrost in Anspruch.

In Reise-Angelegenheit ist briefliche Vor« berathung von besonderer Wichtigkeit.

Hamburg, im Januar 1882.

Theodor Meynberg, Vertrauensmann.

Zahl der Schützlinge sind wiederum mehrere Protestanten und Israeliten eingeschloffen.

Mich nahmen

Seit Beginn

m Anspruch: Im Jahre 1881:

hiesiger Thätigkeit.

Schützlinge

2671

10,969

Logirt

1673

4781

Kirchenbesucher

1462

6550

Communicanten

630

2656

An transatlan-

ttsche Vertrau­

ensmänner

empfohlen

2585

5823

Controlirte

Zahlungen

Mk. 93,237.09

Mk. 310,313.08

Geldwechsel

„ 164,694.88

„ 845,000.61

Depositen

„ 38,947.38

„ 133,292.82

Beantwortete

Briefe

1709

5230

Taufen

—

6

Kranke

3

89

Beerdigungen

* ----

4