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Freitag, den 31. März 1882.

Fuldaer ffi Zeitung.

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Die französischen Finanzen.

Das Budget, welches Herr Leon Say der französischen Kammer vorlegte, hat nicht nur in Frankreich, sondern auch im Auslande das größte Erstaunen erregt. So oft war durch die „liberale" Presse die Versicherung wiederholt worden, die Finanzlage Frank­reichs sei eine überaus glänzende, daß zuletzt Jedermann es glaubte und kaum Jemand es noch wagte, diese Behauptung in Zweifel zu ziehen. Nun kömmt der Finanzminister und eröffnet der Kammer, nur die schwebende Schuld allein betrage drei Milliarden Francs. Es ist klar, daß auch das reichste Land der Welt eine so enorme schwebende Schuld nicht ertragen kann und vor einigen Jahren erregte es in England einen Sturm der Entrüstung, als es bekannt ward, die schwebende Schuld betrage dort dreißig Millionen Pfund = 750 Millionen Francs, d. h. nur den vierten Theil der heutigen schwebenden Schuld von Frankreich. Und doch ist England das reichste Land der Welt und erfreut sich eines ungleich höheren Cre- dits als Frankreich.

Deshalb ist Leon Say bemüht, vor Allem diese Schuld zu decken und hat eine Cabi- netsfrage daraus gemacht, was allerdings fein College Freycinet im Ministerrathe be­stritt, indem er meinte, die Nichtannahme der Say'schen Vorschläge durch die Kammer würde nicht die Resignation des ganzen Cabinets, sondern nur die des Finanzmini­sters nach sich ziehen. Diese riesige Schuld ward - abgesehen vom Mangel an Spar­samkeit von Seiten der letzten Regierungen und von den Börsenspeculationen einiger

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Durch Nacht zum Licht.

Original-Novelle von Wilhelm van Lin». (Fortsetzung.)

12. Capitel.

Der unbeständige März zeigte zum Schluffe für einige Tage ein freundliches Gesicht. Mild strahlte die Sonne vom blauen Aether hernieder. Die Schneeglöckchen und Primeln im Garten des Forsthauses wagten schon schüchtern ihre Knospen dem freundlichen Gestirn entgegen zu strecken. Die Nothkehl- chen, welche alljährlich ihr Nest zwischen dem prächtigen Hirschgeweihe bauten, welches den Eingang zierte, flogen schon emsig hin und her, das alte Haus wohnlich einzurichten. Die Hunde des Försters lagen auf dem bereits von der Sonne durchwärinten Kies­wege in behaglicher Ruhe. Nichts störte die 1 feierliche Stille des heiteren Sonntages, nur 1 das trauliche Gezwitscher der Vögel. , In der Tannenlichtung wurden Schritte i hörbar. Der Bracke erhob träge seinen < Kopf und schnüffelte den, Winde entgegen, k behend sprang er auf, ein freudiges Ge- k kläffe ausstoßend, in welches der Chor der k anderen Vierfüßler einstimmte und in Freuden- t sprüngen den Ankommenden entgegen eilte. 3

Es war die Försterfamilie, welche von, £ Kirchgänge heimkehrte. C

Minister _ - hauptsächlich contrahirt, um die r Reorganisation der Armee auszuführen, r Kriegsmaterial anzuschaffen und Festungen e zu bauen,, theilweise aber auch, um die r großen öffentlichen Arbeiten zu realisiren, 3 welche Freycinet, als er Minister der öffent- - lichen Arbeiten war, vorgeschlagen hatte, t Des Finanzministers Plan ist nun folgender: ■> Zwölfhundert Millionen Francs sollen den l Sparcassen und anderen Caffen, deren Depo- c fiten die Regierung ohne legislative Auto- ; risation appropriirt hatte, sofort zurücker- i stattet werden und zwar in der Weise, daß : ihnen dreiprocentige Rententitel, die binnen - 75 Jahren amortisirt werden sollen, aber i nicht auf den Geldmarkt geworfen werden i dürfen, für diese Summe ausgeliefert werden. ! Nachdem diese Operation beendet, will Say ; aus den Eisenbahngesellschaften 260 Millionen herausdrücken auf Rechnung gewisser Garantie­fonds, die sie später zu zahlen verpflichtet sind, die aber noch nicht fällig sind, wofür ihnen das Versprechen geleistet werden soll, daß sie in den nächsten 15 Jahren nicht von, Staate beschlagnahint werden — was Gambetta bekanntlich beabsichtigte. Ferner will Say 82 Millionen der schwebenden Schuld auf das gewöhnliche Budget über­tragen und mit dem großen Rest von 1458 Millionen, der für öffentliche Arbeiten be­stimmt war, machte er es sich leicht, indem er einen Theil dieser Arbeiten Privatgesell­schaften überlassen will und die anderen auf längere Jahre hinausschiebt — kurz, er hofft, in den nächsten zwei Jahren keine neue Anleihe inachen zu müssen. Natürlich ist jetzt vom Ankauf der Eifenbahnen keine

In dem stattlichen Herrn, welcher zur Linken der Hausfrau einherschritt, erkannte man kaum den so lange leidenden Capitain, hätte der in einer Binde getragene Arm nicht an seine Verwundung erinnert. Die frische Farbe der Gesundheit war auf seinem Gesichte wiedergekehrt und Freude und Zu­friedenheit^ strahlten aus seinen dunkeln Augen. Es war der Friede des versöhnten Herzens. Ausgesöhnt mit der so lange vergessenen Kirche, hatte er vereint mit der Familie des Fösters heute das Brod des Lebens empfangen.

Auch von dem Gesichte des Corporals leuchtete freundlicher Ernst, und gegen seine ' Gewohnheit schritt er schweigsam neben dem ! Jägerburschen einher. I

Martha hatte es sich nicht nehmen lassen, j die Tafel festlich auszufchmücken. Den Fest­kuchen umgab ein Kranz von frischem Immer- c grün, mit Maasliebchen, Veilchen und t

Primeln verziert. Aber trotz des festlichen Tages war die Unterhaltung bei Tische i

keine lebhafte. Die brave Försterfamilie ge- 5 dachte des Sohnes, dessen Corps jedenfalls d bei den heftigen Kämpfen des März be- g theiligt und von welchem seit Wochen keine Nachricht eingetroffen war. Das Herz des n Officiers fühlte schmerzlich das bevorstehende u Scheiden von den edlen Menschen, durch die ü

ie Rede mehr und Rothschild der heftigste Geg- n, ner dieses gambettistischen Planes, hat dem- m nach wieder in Frankreich gesiegt. Ferner ie kann auch keine Rede mehr von der Con- a, version der fünfprocentigen Rente sein, was t- gleichfalls Gambetta beabsichtigte und Roth- e. schild bekämpfte.

Die pariser Börsenwelt ist daher jetzt in n größter Aufregung über diese Say'schen )- Finanzvorschläg? und fragt mit Recht, was >- es denn geben solle, wenn die Creditoren der verschiedenen Caffen plötzlich ihre Depo- ß fiten zurückverlangen, welche die Regierung n bereits geschluckt hat und, nun mit einem r unverkäuflichen Papier zurückzahlen will, ii Man sieht, die republicanischen Staatsmänner verstehen das Schuldenmachen noch viel besser, 9 als die kaiserlichen, die im Vergleich zu t ihnen wahre Stümper waren. Bereits be-. - trägt die Staatsschuld Frankreichs 25 Milliar- t den Francs und wird bald noch viel mehr c betragen; denn die republikanische Regierung , steht ganz unter dem Einfluß der Börse t und Rothschild ist der unumschränkte Herr i und Gebieter unseres gallischen Nachbars. : (Fr. Volksztg.)

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Deutsches Reich.

* Berlin, 29.März. Abgeordneten­haus. 43. Sitz. v. 29. März. Das Pensions­und Wittwengesetz wird in dritter Lesung ange­nommen. Es folgt die Berathung des An­trags Dirichlet, wonach die Revenuen des Welfenfonds zum Kapitalvermögen ge­schlagen werden sollen. Nach Begründung des Antrags durch Dirichlet nimmt Ben­nigsen das Wort für die von ihm vorge- er nach langer Irrfahrt den Frieden seiner Seele wiedergefunden hatte.

„Ich muß wohl bald, meine lieben Freunde," sprach der Capitain, „an meine Abreise denken. Lange genug habe ich Eure Gastfreundschaft in Anspruch genommen. Schwer wird mir das Scheiden; nur der Gedanke, daß meine Pflicht mich von hinnen ruft, lindert den herben Schmerz der Trenn­ung. — Ich darf ja kaum mehr hoffen, meinen guten Vater wiederzusehen. Aber wiedersehen muß ich die Hütte, in welcher ich die glücklichsten Tage meines Lebens zu­gebracht habe. Hinknieen muß ich an dem Grabe derer, die mir mehr als Vater und Mutter waren. — Es drängt inich auch, die Stätte wiederzusehen, wo ich so schwere Frevel verübt habe.

Möge der liebe Gott mir die Gnade geben, der edlen Familie Nachricht über das verlorene Kind bringen zu können.

Wir dürfen uns nicht täuschen, daß der. Stern des großen Kaisers am Erlöschen ist. Die Verbündeten rücken unter steten Kämpfen der Hauptstadt immer näher. Die Emi- grirten sind größtentheils in ihr Vaterland zurückgekehrt. Es ist mir zwar unbekannt, wer von den beiden Häusern Chateaulaine und St. George noch lebt, nur das weiß ich, daß mit dem Tode des edlen, durch