Einzelbild herunterladen
 

In derWammer

abzuzuziehen sind.

nicht. Die Bauern haben aber in diesem I Frühjahre, weil sie der schlechten Futter- erndte des vorigen Jahres wegen ihren Viehstand durchweg erheblich reducirt haben, nicht viel zu verkaufen. Im Gegentheil sehen sich Viele genöthigt, zu kaufen. Aber da thut sich den Meisten ein dunkler Ab­grund auf, wo auch die besten Augen nichts I sehen; wir meinen die leere Casse. Die Preise des Rindviehes sind zudem bedeutend gestiegen.

— Der König hat dem General-Major z. D. v. Brauch itsch, bisher Comman- deur der 16. Cavallerie-Brigade, den Kgl. Kronen-Orden zweiter Classe mit dem Stern verliehen.

— Der König hat dem Sanitätsrath Dr. Schütte' zu .Cassel den Rothen Adlerorden vierter Classe verliehen.

— Jni Abgeordnetenhaus verlangte vor­gestern zum Cap. „Universitäten" bei Tit. 8 (Universität Marburg 473,219 M.) Abg. Schreiber eine dem Aufschwung Mar­burgs entsprechende Aufbesserung des Etats und besonders die Anstellung eines Ordi­narius für moderne Philologie; auch Lec- toren für moderne Philologie möge man, falls es irgend geht, schon im nächsten Frühjahr anstellen.

— Im Amt Bieber grassiren unter den Kindern Scharlach und Diphteritis in so bedenklicher Weise, daß in Bieber, Flörs­bach, Lohrhaupten und Kempfenbrun die Schulen geschlossen werden mußten.

- Der Töpfer Johann Witsch aus Fritzlar wurde von der Strafkannner des Landgerichts zu Cassel wegen Majestätsbe­leidigung zu drei Monaten Gefängmß ver- urtheilt. L .

W. Die Ausstellung landwrrth- schaftlicher Maschinen im Gewerbe- Museum zu Cassel. Die Aufnahme von landwirthschaftlichen Maschinen, (Appa­raten und Gerüchen in die Ausstellung des Gewerbemuseums geschah bisher vor­nehmlich unter dem Gesichtspunkte, den kleineren Gewerbetreibenden des Bezirkes, welche sich mit der Reparatur oder der Anpassung derselben für die speciellen Erfordernisse des Landes beschäftigen, Ge­legenheit zu geben, die neuen Erschein- I ungen ihres Faches kennen zu lernen und sie zum Fortschreiten in demselben an­zuregen. — Neuerdings wird nun dieser Theil der Ausstellung eine Erweiterung er­fahren, welche in mehr als einer Hinsicht von Bedeutung sein dürfte. Die Verwalt­ung des Museums hat nämlich mit dem Vorstande des landwirthschaftlichen Central­vereins für den Regierungsbezirk Cassel, an desien Spitze der um die hessische Landwirth- schaft so hochverdiente Geh. Regierungsrath Wendel stad t steht, ein Uebereinkommen getroffen, wonach alle diejenigen Ausstellungs­objecte, deren Einführung für den land­wirthschaftlichen Betrieb in unserem Bezirke Nutzen verspricht, durch den Centralverein * einer praktischen Prüfung unterzogen werden.

Nach Beendigung derselben bleibt der betreffende Gegenstand eine angemeffene Zeit im Maschinensaale ausgestellt, versehen mit einem Placate, auf welchem das Re- fultat der Prüfung ausführlich notirt werd. Die Ausstellung selbst geschieht unter den I allgemein für das Museum gütigen Be- I stimmungen, welche für die Aussteller sehr I günstig sind, indem ihnen andere, als I Transportkosten, durch dieselbe nicht er­wachsen. Ausgeschloffen ist selbstverständlich die Ausstellung allgemein bekannter und be­reits eingeführter Maschinen, ausgenommen, wo es sich um Verbesserungen an denselben handelt. Die bedeutendsten Firmen des In- und Auslandes, welche die Anfertigung I landwirthschaftlicher Maschinen und Geräth-

Provincielles und Locales.

* Fulda, 17. März. Dem Ver­nehmen nach hat das Somit« zur Erbauung der Bonifatius-Kirche in Horas bei König!. Oberpräsidium zu Cassel um die Genehmig­ung einer Lotterie zum Besten des Baufonds nachgesucht. Das Project nimmt 150,000 Loose L 1 Mark in Aussicht.

— Das diesjährige Musterungsgeschäft des Aushebungsbezirks Fulda findet im Gast­hause der Wittwe Giesel vom 17.—22. April statt.

— Am Dienstag wurde tn Burghaun, gestern in Hünfeld und nächsten Donnerstag wird wieder in Fulda Viehmarkt abgehalten. An Märkten, die den Viehhandel heben sollen, fehlt es also in unserer Gegend

schäften betreiben, haben Einladungen er­halten, sich an der Ausstellung zu be­theiligen, und sind bereits jetzt schon zahl­reiche Anmeldungen eingelaufen. Die Zahl der Werkstätten, welche in der Eingangs er­wähnten Weise für unsere Landwirthe thätig sind, hat sich in den letzten Jahren in unserem Bezirke in erfreulicher Weise ver­mehrt. Diese werden in erster Linie aus den getroffenen Einrichtungen Nutzen ziehen und es wird sich ihnen unter anderen Vor­theilen in erhöhtem Maße die Gelegenheit bieten, durch Anschaffung und spätere Ver­leihung solcher Maschinen 2C., die sie nicht selbst anfertigen können, ihre Gefchäfte auf einer gesunden Basis zu erweitern. — Daß hiermit auch die Laudwirthschaft selbst, deren überwiegende Bedeutung in unserem Bezirke ja unbestreitbar ist, erheblichen Nutzen haben wird, bedarf keiner weiteren Auseinander­setzung. Hoffentlich wird es, wenn diese Einrichtungen, mit Ernst und Verständniß gehandhabt werden, im Laufe der Jahre in Fleisch und Blut übergegangen sein, dahin kommen, daß kein Landwirth in der Folge Caffel passirt, ohne einmal im Gewerbe­museum uachzusehen, was es da Neues und Interessantes für ihn gibt. Sowohl das Institut, als die Stadt wird damit einen neuen soliden Anziehungspunct erhalten.

— Vom Casseler Schwurgericht wurde gestern der Maurer Louis Gunkel von Cassel wegen Meineids und Urkundenfälsch­ung zu 10 Jahren Zuchthaus, der Maurer Heinr. Lachtin von Wehlheiden wegen falschen Zeugnisses und Anstiftens zum Meineide zu 6 Jahren Zuchthaus und der Obsthändler G. A. L u g e n h a i n von Betten­haufen, sowie der Taglöhner Nik. Liese

I von Wehlheiden wegen Meineids zu P/i Jahren Zuchthaus verurtheilt. Die 4 Ver- urtheilteu hatten sich zu einem sörmlichen Complott vereinigt, um sich gegenseitig vor den Gerichten „auszuhelfen!"

— Der Minister für Laudwirthschaft, Domänen und Forsten hat unterm 13. Januar d. I. ein neues Regulativ, betr. die bauliche Unterhaltung der Dienstetabliffe- ments der Staats-Forstverwaltung, vollzogen und dasselbe unterm 20. v. M. den Re­gierungen mit dein Auftrage zugefertigt, die darin enthaltenen Bestimmungen vom 1. April d. I. ab in Anwendung zu bringen.

— Die ,Darmstädter Zeitung' veröffent­licht einen den Ständen ^gegangenen Ge­setzentwurf, betr. die Erbauung einer festen Brücke über den Main bei Kostheim. Die Kosten sollen 1,037,000 M. betragen und durch eine Anleihe gedeckt werden.

* Bebra, 15. März. Der Vorstand des Vereins für wirthschaftliche Interessen hielt heute Nachmittag 4 Uhr im Hotel Schlüter eine Sitzung ab, an welcher 24 Personen Theil nahmen. Es wurden drei Anträge berathen und beschlossen, der nächsten Generalversammlung zu unterbreiten, betr. 1) die Gründung eines Geschworenen- Entschädigungsvereins auf der Basis der gegenseitigen Versicherung, 2) Anstrebung von Maßnahmen gegen die Schädigungen des Hausirhandels, und 3) Gründung eines hessischen Bauernvereins nach dem Vorbild des westfälischen Bauernvereins. Für jeden der Anträge ernannte man zwei Re­ferenten. (Cast. T.-A.)

Menschheit danken, die endlich von der Sclaverei des Priesterthums befreit ist." Daß aber die sog. „Freidenker" nicht blos der katholischen Kirche, sondern dein Chrfften- thurn überhaupt Tod und Verderben ge­schworen haben, geht aus folgenden gottes­lästerischen Auslastungen eines anderen Redners hervor: „Im Jahre 1883 werden wir nach London gehen, denn alle Religio­nen sind unsere Feinde. Wir werden, und zwar an einem Sonntage, dem Volke die Wahrheit sagen, das am Sonntage auf der Straße nicht schnell zu gehen wagt, um nicht seinen Geschäften nachgehen zu scheinen, und nicht zu langsam, als ob es spazieren gehe. Im Jahre 1884 werden wir, falls der kindliche Aberglaube bis dahin noch nicht tobt ist, nach Jerusalem gehen. Wir haben die Pflicht, nicht nur die Tyrannen der Erde zu stürzen, sondern auch den Tyrannen des Himmels."

Italien.

* Rom, 13. März. Gestern fand in der hiesigen Andreaskirche ein feierliches Tedeum zum Dank für die glückliche Er­rettung der Königin Victoria aus Mörder­händen statt.

— lieber das gegenwärtig beim hl. Stuhle accrebitirte diplomatische Corps berichtet die ,Unitä Cattolica' Folgendes: „Als Botschafter vertritt Graf Paar Oesterreich-Ungarn, D e s p r e z Frankreich, Croizard Spanien, Graf Di itfjomar Portugal. Als außerordentliche Gesand­ten repräsentiren Graf Paumgarten Bayern, Marquis Di Lor en za na die Republiken Bolivia, Costarica und Ecuador, Baron Ar ag na ja Brasilien, Ritter Nal- dini Monaco, De Marcoleta die Re­publik Nicaragua, Blest Gana Chili. Pern ist augenblicklich nicht vertreten. Zn diesen Diplomaten kommt nun der preuß­ische Gesandte v. Schlözer, ferner die mit außerordentlicher Mission betrauten russischen Staatsräthe Mofsoloff und Buteniesf und der mit Empfehlungen versehene Agent Englands, Errington."

— Dem Vernehmen nach findet am 27. geheimes und am 30. März öffentliches Consistorium statt.

* Rom, 15. März. „ legte der Finanzminister den Stand des Staatsschatzes vom 31. Dec. 1881 vor, wonach der auf 6 Millionen veranschlagte Ueberschuß 49 Mionen erreichte und 59 Mill, erreicht haben würde, wäre nicht die Rothwendigkeit höherer Ausgaben eingetreten, wofür der Minister bereits die Sanction der Kammer verlangte. Der Minister legte das definitive Budget für 1882 vor, worin der auf 9 Millionen veranschlagte Ueber­schuß auf 21 erhöht worden ist, wovon jedoch 14 Millionen als Quote der auf das Jahr 1882 entfallenden höheren außer­ordentlichen Militär- und allerer Ausgaben

Für den Kreuzberg: W. in S. 1 Mk.

Meteorolog. Beobachtungen b. Station Julda.

Dat.

16"

17

Std.

Barom.

Millim.

Thenn.

Celsius.

Wind­richtung.

Wind- stärke.

Welter.

10

753,6

5,1

N

1

v. heit.

6

753,4

—0,2

Wind-

stille.

v. heit.

2

752,0

18,0

NW

0—1

v. heit.