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3d 82. Donnerstag, den 16. März 1882.

Jfulbdfr ® Jeitung.

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Inserate

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Deutsches Reich.

* Berlin, 14. März. A bge ordne- tenhaus. 34. Sitz, vom 14. Lllärz. (Fort­setzung der 2. Berathung des Etats des Cultusministeriums). Heute errang das Centrum einen kleinen Erfolg. Bei Cap. 115 „katholische Bisthümer" (1,254,260 Mark) erhält zunächst Frhr. v. Schor­len, er-Al st das Wort. Derselbe wendet sich in scharfer Weise gegen den erzcultur- kämpferischen, rheinischen Abg. v. Epnern, welcher gestern, wie auch früher schon öfter, den Herrn Bischof Dr. Komm von Trier heftig angegriffen und in verlätunderischer Weife verdächtigt hatte, als hege derselbe keine friedliche Gesinnung. Am derbsten rügt von Schorleiner bie. Gefühllosig­keit v. Eynern's, womit dieser sogar den verstorbenen Bischof von Trier zum Gegen­stände seiner cynischen Beinerkuiigen gemacht hatte. Auch der Abg. Fuchs leuchtet, von Dr. Reichensperger fccundirt, dem Abg. v. Epnern tüchtig heim. Bei dem Tit. 3 des Capitels führt der Pole v. Jazdzewski aus, das Kirchevoermögen in Polen sei durch die staatliche Verwalt­ung arg geschädigt worden. Ferner schildert er die überaus traurigen Verhältnisse der Seelsorge. 155 Pfarreien seien völlig vacant. Die überlebenden Geistlichen könnten mit dem besten Willen diese Lücken nicht ausfüllen. Es sei eine, falsche Auffassung, wenn man dem polnischen Klerus uner­laubte Agitation vorwerfe. Der polnische Klerus strebe nur nach kirchlicher Freiheit. Diese aber sei den Polen durch feierliche Verträge garantirt.__________________________

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Durch Nacht zum Licht

Original-Novelle von Wilhelm van Vinn. (Fortsetzung.)

Willenlos folgte ich dem Freunde, wel­cher mich auf mein Sager brachte; willen­los folgte ich den Anordnungen, die die gute Frau Girot zu meiner Herstellung traf.

Endlich war ich allein. Der so lange nieder- gekämpfte Schmerz brach los; laut heulend vergrub ich mein Gesicht in die Kiffen meines Lagers, mich der dumpfen Verzweiflung überlastend.

Die schreckliche Nachricht warf alle meine Zukunstspläne über den Haufen. -- Ich klagte mich, das theure Wesen, welches ich über alles liebte, den Marquis, die ganze Welt an. Tausend Entwürfe zermarterten mein Hirn; ich fluchte meinem Geschicke und den edlen Menschen, die mir so viel Gutes erwiesen hatten. Geschwunden war mein Glaube, zerrissen mein Gottvertrauen, die Leidenschaft, der Haß und tue Rache hat­ten meine Seele umnachtet. - - Ein sünd­hafter teuflischer Plan reifte in meiner Seele. ~ Wild sprang ich vom Lager auf, mit fieberhafter Hast packte ich das Nothwen- bigste in einen kleinen Reisesack und, ver­ließ geräuschlos das Zimmer und das Haus. Wedelnd umkreisten mich die beiden treuen

Der Cultusminister versucht den Vor­redner zu widerlegen. Die Beschwerden über die Verwaltung des Kirchenvermögens seien geprüft und als richtig befunden worden. Speeiell fei festgestellt worden, daß auch gestiftete Meßstipendien unter das Sperr­gesetz fielen. Die Agitation der polnischen Geistlichkeit sei so unschuldig nicht, wie sie der Abg. Jazdzewski dargestellt habe.

Dr. Windthorst bedauert, daß man die Polen mit so großem Mißtrauen behandele, daß man die katholische Krankenpflege unter polizeiliche Aufsicht stelle, während die evangelische und die weltliche der Freiheit genieße, daß man das Sperrgesetz für Posen nicht ganz aufhebe und daß man sogar die letztwillige Verfügung Verstorbe­ner durchkreuze, indem man die gestifteten Meßstipendien sperre.

Der Erfolg, welchen das Centrum er­rang, besteht in der Ausscheidung des Ge­haltes für den altkatholischen „Bischof" R e i n k e n s aus dem Titel „katholische Bis­thümer". Während nämlich der Hauptan­trag des Centrums, das Gehalt für das genannte Haupt der Altkatholiken in Deutsch­land zu streichen, verworfen wurde, gelangte der Unterantrag zur Annahme, diese Posi­tion aus dem Capitel „katholische Bisthümer" auszuscheiden und unter einen besonderen Titel zu stellen. Nächste Sitzung morgen.

— Die Revision der Aetiengesetz- gebung ist insbesondere auf vier Haupt- puncte gerichtet, nämlich 1) Bekämpfung des sogenannten Gründungswesens mit allen gesetzlichen Mitteln, 2) die Schäden bei Geschäftsführung der Aetiengesellschaften, 3) Wachthunde. Gewandt erkletterte ich an einem Weingeländer die Mauer und sprang hinunter. Der Kahn trug mich über das Waffer und bald umgab mich das tiefe Dunkel des Waldes. - Als die Morgen- röthe aubrach, waren die Zinnen des Schlos­ses längst meinen Blicken entschwunden.

* *

Kaum war ein Monat seit meiner Flucht dahin geschwunden, als der Bürger Laroche schon in allen Clubs und Versammlungen bekannt war. Die Scham, den ehrwürdigen Namen meines Vaters ferner zu führen, und der Wunsch jede Entdeckung zu vermeiden, hatten mich zur Annahme eines fremden Namens beftimmt. Mit teuflicher Wollust hatte ich mich bei meiner Ankunft in Paris in die Arme der Revolutionspartei geworfen. — Meine erschöpfte Gaffe zwang mich zwar, zuerst eine ganz bescheidene Wohnung auf­zusuchen, doch bald gewann sich der junge Patriot einflußreiche Freunde und von da ab besaß ich Mittel genug. — Wozu noch die nun folgende schreckliche Zeit ^zhuen aus- malen? — Die Revolution machte siegreiche Fortschritte, der König wurde gefangen, enthauptet, die Guillotine verschlang das Blut der besten Bürger. Die Gutgesinnten verbargen sich oder entflohen. Einzelne Provinzen ergriffen die Waffen zur Bekämpf-

die Erweiterung der Individualrechte der Aetionäre, und 4) das Eingreifen der Ge­setzgebung in die Rechtsverhältnisse der be­reits bestehenden Aetiengesellschaften.

* Mühlhausen i. Th., 12. März. Wir Katholiken haben einen sehr großen Verlust erlitten, da gestern unser Pfarrer Ertmer unerwartet und plötzlich am Herz­schlage gestorben ist. Derselbe stand der ,Germ.' zufolge im 42. Lebensjahre, im 16. Jahre seines Priesterstandes und war seit 1871 in unserer Pfarrei angestellt. Er ist schon seit längerer Zeit krank geivesen und wegen der weiten Entfernung unserer Stadt von den nächsten katholischen Pfarr- dörfern haben wir schon an manchen Sonn- und Festtagen des Gottesdienstes entbehren müssen, und wir fürchten, daß dies bis zur Wiederbesetzung unserer Pfarrstelle noch mehr der Fall sein wirb, wenn nicht bald in unserer kirchenpolitischen Lage Wandluiig eintritt. Die hiesige katholische Gemeinde zählt gegen 1500 Seelen und die Pfarr­stelle ist erst feit 1848 ins Leben getreten.

Oesterreich-Ungarn.

%* Wien, 13. März. Die vielbesprochene Frage betreffs der Sonntagsheiligung im Postdienste hat kürzlich das Abgeordneten­haus beschäftigt und erfreulicher Weise zur Annahme folgender Resolution geführt: „Die k. k. Regierung wird aufgefordert, eine Ein­schränkung des Postdienstes an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen in ernste Erwägung zu ziehen und in dem als zulässig erkannten Maße baldmöglichst zur Ausführung zu bringen." Liberalerseits war man mit die­sem Anträge nicht recht einverstanden, mehrere ung der Königsmörder. Vor allen andern die Vendöe. — Die republieanischen Armeen zogen aus, den Aufstand niederzuwerfen. — Es war mir ein Leichtes, die Stelle eines Seeretairs bei den Conventsdeputirten zu erhalten. — Wild jubelte mein Herz auf, als wir uns der Vendöe näherten. Jetzt durfte ich hoffen, den Räuber meines Glückes, den Aristokraten, der mir mein Theuerstes geraubt, zu finden; jetzt konnte ich alles wett machen. — Siegesgewiß rückte die Conventsarmee vor. Die auf hunderttausend angewachsene katholisch-königliche Armee warf überall die Republieaner zurück. Der Name l'Ebböe war der Schrecken aller Republieaner und wuthschnaubend hörte ich unter den Namen der Führer auch den meines Tod­feindes, des Grafen Chateaulaine nennen. - Im September wandte sich das Waffen­glück. Die beiden Hauptanführer l'Ebböe und Charette hatten sich getrennt. Die Cou- ventsarmee unter dem Goldschmied Rossignol und dem Bierbrauer Santerre beschloß im Kriegsrathe, sich zu Montagne zu vereinigen und in geschlossener Masse die Vendöer nieder­zuwerfen. Einmal wußten die tapferen Vendöer die Vereinigung zu verhindern; Santerre und Duchaus ivurden bei Montaigu und Carou geschlagen. Endlich gelang es den Republieanern, bei Chatilion sich zu vereinigen