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auf unbestimmte Zeit sind verurtheilt: Ba­rannikow, Merkulow, Arontschik, Marosow und Langans; zu zwanzigjähriger Zwangs­arbeit in Bergwerken: Trigonja, Fridenson, Slatopolski und Lustig; zu zwanzigjähriger Zwangsarbeit in Fabriken die Terentjewa. Die Urtheile gegen Friedenson und Lustig werden durch den Justizminisier der Gnade des Kaisers unterbreitet werden und dürften die Strafen gegen Friedenson auf zehnjährige Festungszwangsarbeit, gegen Lustig auf vier­jährige Fabrikszwangsarbeit festgesetzt werden.

Provirreiclles und Locales.

* Fulda, 7. März. Bekanntlich macht sich in der Kirche des Frauenberges der Verlust der vorzüglichen Orgel, welche nach der Auflösung des Franciscanerconvents auf Abbruch verkauft worden ist, sehr fühlbar. Da nun vorerst an die Beschaffung einer neuen, der Größe der Kirche entsprechenden Orgel nicht zu denken ist, hat man, um auf leidliche Weise die Orgelbegleitung der Ge­sänge zu ersetzen, ein größeres Harmonium für die genannte Kirche beschafft. Dasselbe wurde daselbst heute Morgen zum ersten Male beim Gottesdienste gespielt.

— Dem Vernehmen nach erfährt unsere Bahnhofs-Werkstätte in diesem Jahre eine Erweiterung durch einen neuen Locomotiv- Schuppen für der Reparatur bedürftige Maschinen.

— Auf den morgen, Abends 8 Uhr, im Saale der „Erholung" stattfindenden Vor­trag „über Anbau und Cultur von Kar­toffeln" machen wir auch an dieser Stelle aufmerksam.

--r Gestern wurde zu Künzell die Frau des P. H i l l e n b ra n d daselbst, deren schwere Stunde gekommen war, von den Krämpfen befallen und starb, bevor die Geburt erfolgt war.

— Der Landgerichtsrath Goebell zu Cassel ist zum Oberlandesgerichtsrath in Stettin befördert.

— Dem Landrath v. Bischoffshausen ist das Landrathsamt im Kreise Pinneberg übertragen worden.

— Nachdem vor einiger Zeit Oberbe­amte holländischer, belgischer und österreich­ischer Eisenbahnen die zwischen Bebra und Berlin seit dem 1. Juli 1880 koursirenden Restaurations-Salonwagen besichtigt haben, hat zu gleichem Zwecke vor wenigen Tagen ein russischer Eisenbahn-Ingenieur die näm­liche Route befahren und von den gejamm­ten Einrichtungen des ambulanten Restau­rationsbetriebes vollständige Zeichnungen aus­genommen. Selbst die kleinsten Details in der Küche wurden zu Papier gebracht. Wie wir hören, sollen ähnliche Wagen zwischen Petersburg und Moskau zur Einführung gelangen. Auch ein höherer Beamter der hessischen Ludwigsbahn hat die Wagen einer genauen Besichtigung unterworfen, was mit der angeblich bestehenden Absicht in Ver­bindung gebracht wird, auch dem nach und von der Gotthardtlinie kommenden Tages­schnellzuge zwischen Basel und Frankfurt a. M. (via Straßburg) die als vortreff­lich bewährte Einrichtung beizugeben.

^)>Tann,3.März. Entsetzliche That. Am l.d.M. brach in Rohrbach, Kreis Hersfeld, zwischen dem Maurer Liebermann und seinem nach Hause kommenden braven Sohne, der als Holzhauer im nahen Walde beschäftigt gewesen war, ein Wortwechsel aus, der in Tätigkeiten ausartete und damit endete, daß der jähzornige Vater seinem Sohne mit einem Brodmesser eine Wunde in den Unter­leib beibrachte. Der sofort zu Rath gezogene Kreisphysikus Dr. Alborn zu Hersfeld verfügte die Uebersiedelung des schiver Ver­wundeten in das Krankenhaus zu Hersfeld, wo letzterer jedoch schon am 2. d. Mts.

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Rinder) im Kreise Fulda

seiner Wunde erlegen ist. Der re. Lieber­mann soll, sicherem Vernehmen nach, bereits hinter Schloß und Riegel sitzen. sUnsere Leser werden sich noch erinnern, daß nach der von uns in Nr. 51 d. Bl. veröffent­lichten, den oben berührten Fall betreffenden Darstellung der Verstorbene selbst sich verwundet haben soll. D. R.)

*Windecken, 5. März. Gestern Abend brach hier in einer Scheune Feuer ans, das alsbald zwei anstoßende Wohnhäuser ergriff und dieselben jammt der Scheune in Kürze einäscherte. Bei Nacht hätte der Brand leicht größere Dimensionen annehmen können, da die betroffenen Gebäude mit mehreren anderen eng zusammenhängen. — Wie ich soeben erfahre, veranlaßte der hiesige Brand den Tod eines jungen Menschen aus Helden­bergen, der auf dem Heimwege von der Heldenberger Spritze überfahren wurde.

(Han. Ztg.)

* Marburg. Den 30. März wird das 11. Jägerbataillon von hier nach Hagenau eingeschifft. Am 1. April trifft das 2. Ba­taillon des Hess. Füsilier-Regiments Nr. 80, von Fulda kommend, Hierselbst ein. Von den zahlreichen Einjährig-Freiwilligen, die zur Zeit im hiesigen Jägerbataillon ihrer Dienstpflicht genügen, tritt, wie man dem

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Rinder ) im Kreise Hünfeld

Rinder ) im Kreise Gersfeld.

,M. Tgbl.' mittheilt, die Mehrzahl in das 80. Regiment über, während ein kleiner Theil mit nach dem Elsaß geht.

Cassel, 5. März. Die Viehzählung am 2. November 1881 hat ergeben:

1575 mr- '

Die Viehzählung am 2. November 1880 dagegen:

1620 Pferde) .

24687 Rinder) im Kresse Fulda

1509 Pferde ) .

13848 Rinder) tm Kresse Hünfeld 554 Pferde ) . _ ..

16417 Rinder)"" Kresse Gersfeld.

Das Jahr 1881 hat somit 'gegen das Jahr 1880 einen erheblichen Rückgang zu verzeichnen, der jedenfalls nur durch die schlechte Futtererndte entstanden ist.

Cassel, 5. März. Vor einiger.Zeit brachten Sie die Nachricht, daß einige Lehrer des Kreises Hünfeld und Gersfeld um Belassung des Kreisschulinspector Dr. Konze in Hünfeld petitioniren wollten. Ich habe bis heute von einer solchen Petition nichts erfahren, nehme daher an, daß die­selbe nicht zur Ausführung gekommen ist. Dagegen habe ich gehört, daß im Deeanat Hünfeld die Schnlinspection an die Herren Geistlichen wieder zurückgegeben werden soll.

^7l Cassel, 5. März. Der Vorstand des eonservativen Vereins Hierselbst hat an­gesichts der morgen beginnenden zweiten Lesung der kirchenpolitischen Vorlage, nach einstimmig gefaßtem Beschluß, sämmtliche eonservativen Abgeordnete Hessens mittelst besonderer Schreiben auf die in dem eon­servativen Vereine bestehende Einmüthigkeit in Bezug auf die dringend nothwendige Be­seitigung des unseligen Culturkampfes auf­merksam gemacht und die Erwartung aus­gesprochen, daß die Abgeordneten dem Pro­gramme gemäß nicht für die diseretionären Gewalten, vielmehr für eine bestimmte Re­vision der nicht allein die katholische, sondern auch die evangelische Kirche schwer schädigen­den Maigesetze entschieden eintreten und da­durch das bei den letzten Reichstagswahlen angestrebte Zusammengehen beider Confes- fionen — die Katholiken haben bekanntlich gleich im ersten Wahlgange ohne Gegen­

leistung ca. 9000 Stimmen für die conser- vativen Candidaten abgegeben — noch fester kitten. Für diesen entschiedenen Schritt werden die Katholiken dem Vor­stände des eonservativen Vereins dankbar sein und, falls die eonservativen Abgeord­neten ihr gegebenes Versprechen einlösen, für diese sicher wieder bei den nächsten Reichstagswahlen eintreten.__________

Eingesandt.

Die königl. preuß. Düsseldorfer Regierung hat vor Kurzem (am 26. Nov 1881) eine Verfügung erlassen, in welcher eine Be­schränkung des realistischen Lehrstoffes ange­ordnet wird. Sie veranlaßt die Kreisschul- inspeetoren, „gegenüber der hinundwieder zu Tage tretenden einseitigen Bevorzugung des realistischen Unterrichtes mit besonderer Sorgfalt darauf zu halten, daß die Haupt- lehrgegenstände Religion, Muttersprache und Rechnen die hervorragende Stellung im Volksschul - Lehrplan überall behaupten." Diese Sorgfalt wäre auch für unsere Schulen am Platze. Soll doch an der hiesigen städt. Knabenschule eine Classe wöchentlich, sage und schreibe mir eine einzige Katechismusstunde haben. Wo ist ein christlicher Vater und eine christliche Mutter, denen eine solche Einrichtung nicht schwere Befürchtungen bezüglich der Zukunft ihrer Kinder einflößt?

(Einer mit vielen Gleichgesinnten.

Vermischtes.

* (Maßstab.) Zu einem Musikalien­händler kommt eine Dame und verlangt für ihre Tochter eine Musikpioce; „doch," sagt sie, „kann es schon etwas Schwierigeres fein." Der Händler legt ihr ein Stück vor und bemerkt, daß dieses wohl passend sein werde. Als die Dame nach dem Preise fragt, und sie hört, daß es 2 Mark kostet, erwidert sie: „Ich glaube, daß es noch nicht schwer genug fein wird, denn meine Tochter hat schon ein Stück gespielt, das 2 Mark 50 gekostet."

Peterspsennig

aus der Diöcese Fulda. (Seit dem 5. October 1881.)

Ungenannt. . . Stadtpsarrei Fulda Dompfarrei Fulda ,Fuldaer Zeitung'. Haselstein . . . Rasdorf . . . Oberuffhausen. . Großenlüder . . Bimbach . . . Blankenau . . . Maberzell . . . Salzschlirf . . . Hünfeld.... Großenbach . . Hofaschenbach . . Michelsrombach . Margrethenhaun . Dietershausen. . Hattenhof . . . Hofbieber . . . Petersberg. . . Mittelkalbach . . Flieden .... Rückers.... Hauswurz . , . Giesel .... Hosenseld . . . Salmünster . . Ulmbach . . . Sannerz . . .

M. 297 324 308

6 23 60 15 22 45

8 14

7 60 60 20

3 56

7 18 50 25 15 20

15 50 30 36

5 12 12

Pf 41 51 95 12 48

45 51 95 50

85

35

51

04

10 30

Volkmarsen. . Eschwege . . Hersfeld. . . Naumburg . . Ungedanken. . Gelnhausen. . Bieber . . .L Amöneburg. . Marburg . . Bauerbach . . Roßdorf. . . Schröck . . . Mardorf. . . Emsdorf . . Neustadt. . . Momberg . . Anzefahr . . Stausebach . . Dermbach . . Zella .... Kranlucken . . Bremen . . . Hilders . . . Lütter . . . Ausenau. . . Oberndorf . . Orb ... . Fritzlar . . . Hanau . . .

Summa

M.

47

3 7

25 6

7 12 18

12 10 50

17 82

10 23

9 89 52 10 25 75 17

1

5

10

1

1 183

51 !494

Pf

20

86

94

27

70

56

50 7§

10

10

50

50

01

Briefkasten.

Nach Essen. Nicht in Fulda, sondern in Fritzlar soll eine neue höhere Töchterschule errich­tet werden.

Meteorolog. Beobachtungen d. j

Station Iulda.

Dat.

Std.

Barom.

Millim.

Thenn.

Celsius.

Wind­richtung.

Wind­stärke^

Wetter.

6

10

742,8

3,9

NW

1

z. heiter

6

750,0

—0.8

NW

1

z. heiter

2

750,2

7,0

NW

2

heit.