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Sonnabend, den 25. Februar 1882.

Die ,Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Man abonnirt gegen Vorausbezahlung zu Fulda in der Expedition, Buttermarkt Nr. 112, auswärts bei den Postämtern. Der vierteljährliche Abonnementspreis beträgt ausschließlich Bringerlohn in Fulda 1 Mark und 50 Pfg., mit Bringerlohn 1 M. 70 Pfg., auswärts bei den Postämtern: bei der Post abgeholt 1 Mark und 50 Pfg.. ins Haus gebracht 1 M. 90 Pfg. Die ,illustrirten Sonntagsblätter' der Fuldaer Zeitung kosten vierteljährlich in Fulda 20 Pfg , auswärts am Postschalter 25 Pfg., in's Haus gebracht 40 Pfg Inserate: Die Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechenden Rabatt.

3T Für den Monat Mürz nehmen Bestellungen aus die ,Ful- daer Zeitung^ alle Postanstalten, Landbriesboten und sür Fulda die Expedition, Buttermarkt 112, zum Preise von 50 Pfg. (ohne Bestell­geld) an.

Eneykliea Sr. Heiligkeit des Papstes Leo XIII. an sämmtliche Erzbischöfe und Bischöfe Italiens.

Ehrwürdige Brüder!

Gruß und apostolischen Segen!

Obivohl Wir geinäß der Autorität und Fülle des apostolischen Amtes sowohl das ganze christliche Gemeinwesen, als auch dessen einzelne Theile mit möglichster Wach­samkeit und Liebe umfassen, so lenkt doch in einer gewißen besonderen Weise Italien Unsere Sorgen und Gedanken aus sich. Bei diesen Gedanken und Sorgen werden Wir durch etwas Höheres und gleichsam Göttlicheres geleitet als durch weltliche Dinge; denn bekümmert und besorgt sind Wir uni das ewige Heil der Seelen. Hier­auf müssen all' unsere Bestrebungen utn so mehr gerichtet und gelenkt sein, als Wir von so großen Gefahren dieses Heil bedroht sehen. Wenn jemals die Gefahren dieser Art in Italien groß waren, so sind sie es vor allem in dieser Zeit, da selbst die Lage der öffentlichen Angelegenheiten der Religion feindlich gegenübersteht. Wir werden hierüber um so heftiger bewegt, weil Wir durch besondere Bande mit Italien verbunden sind, in welchem Gott den Sitz

seines Stellvertreters, den Lehrstuhl der Wahrheit und den Mittelpunkt der kath. Einheit ausgestellt hat. Bei anderer Ge­legenheit haben Wir die Gesammtheit er­mahnt, sie möchte sich vor Fallstricken hüten, und jeder Einzelne möchte darauf achten, welche Pflichten er bei so vielen Anfechtungen habe. Nichtsdestoweniger wünschen Wir, ehrwürdige Brüder, daß ihr bei dem so gewaltigen Andrang der Nebel fleißig euern Geist darauf hinlenket und, nachdem ihr den bedenklichen Stand der öffentlichen Dinge erkannt, die Genmther der Völker um so wachsamer befestigt und sie mit allen Schutzmitteln umgebet, damit der kostbarste Schatz von Allem, der kath. Glaube, nicht verloren gehe.

Jene äußerst verderbliche Secte, deren Urheber und Führer weder verheimlichen noch verbergen, was sie wollen, hat sich schon lange in Italien festgesetzt. Nachdem sie Jesu Christo Feindschaft angekündigt, sucht sie der Menge die christlichen Ein­richtungen vollständig zu rauben. Wie kühn sie vorschreitet, braucht an dieser Stelle nicht gesagt zu werden, zumal vor euren Augen, ehrwürdige Brüder, schon die Schäden und Nachtheile für Religion und die guten Sitten sich erheben. Bei den italienischen Völkern, welche zu jeder Zeit fest treu an der Religion der Väter festge­halten, ist weit und breit die Freiheit der Kirche gefährdet; von Tag zu Tag wird nur heftiger darauf hingearbeitet, damit aus allen öffentlichen Einrichtungen jene Form und gleichsam der christliche Charakter ver­drängt werde, welcher immer und nicht

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Durch Nacht zum Licht.

Original-Novelle von Wilhelm van Sinn.

(Fortsetzung.)

Die Wochen der Ruhe boten nun reichen Ersatz für die immer wiederkehrende Trenn­ung. Alle Nachbarn stimmten darin überein, daß es kein glücklicheres Paar gebe, als Martin und seine gute Jeannette.

Die junge Frau bereitete eben nach ein­genommenem Mittagsmahl den Caffee, wäh­rend Martin, sein Pfeifchen rauchend, seinen Knaben die ersten Reitübungen auf seinen Knien inachen ließ, als eine prächtige Caroffe am Hause vorfuhr und ein gallonirter Diener vom Sitze sprang. Als er den Wagen­schlag öffnete, sah man einen stattlichen Of- sicier in der Uniform der Connnandeure aussteigend und in das Haus eintreten. — Dem verblüfften Martin wollte der mili­tärische Gruß, als er seinen früheren Herrn so unerwartet eintreten sah, nicht recht ge­lingen. Die Pfeife entfiel seinem Mnnde; er stand rathlos da, wie ein kleines Kind und starrte den Besucher an.

„Nun alte Theerjacke," rief der Vicomte, sich an der Verlegenheit seines ehemaligen Burschen weidend, „hast Du denn kein freund­liches Willkommen für Deinen alten Herrn?"

Martin warf seinen Knaben in die Wiege

und die dargebotene Hand des Vicomte er­greifend bedeckte er sie mit Küssen.

„Aber wo ist denn Dein schmuckes Weib­chen? es verlangt mich die holde Wirthin aus der Osteria wiederzusehen/' rief der Capitain. -- Dem Caffeebrett, welches die eben eintretende junge Frau in der Hand trug, wäre beinahe dasselbe Schicksal zu Theil geworden, welches Martins Pfeife ereilte. Aber bald gefaßt, drückte die er» röthende Jeannette die Hand ihres Wohl- thäters an die Lippen.

„Nun will ich sehen," fuhr leutselig der Vicomte fort, „ob Jeannette noch immer so guten Caffee bereiten kann, wie an dem sonnigen Gestade des Mittelmeeres. Für eine kurze Stunde bin ich Euer Gast."

Der Vicomte erzählte nun, wie er Ordre habe, mit seinem Schiffe zu einem Geschwa­der zu stoßen, welches nach Canada segle. Er habe vorher nun die Heimath besucht, um Abschied von den Angehörigen zu nehmen. — Da er nun auch in Erfahrung gebracht, daß Martins Schiff im Hafen liege, habe er nicht unterlassen, sich persönlich von dem Wohlbefinden des Ehepaares zu überzeugen.

Die Stunde verflog den Beglückten nur zu rasch, und als der Vicomte, von den Segenswünschen der guten Leutchen begleitet, den Wagen bestieg, glänzten Thränen der

ohne Grund, der Ruhm der Italiener war. Aufgehoben sind die Collegien der religiösen Genoffenschaften, eingezogen die Güter der Kirche, die unkirchliche Eheschließung ist für gütig erklärt, und keine Gewalt der Kirche in Beziehung auf die Erziehung der Jugend gelassen.

Und noch ist kein Ende, keine Aenderung des gegen den hl. Stuhl unternommenen harten und verderblichen Kampfes, durch den die Kirche in unglaublicher Weise leidet, abzusehen, der Papst ist in die ärgste Be­drängnis; gebracht. Er mußte nämlich, der weltlichen Gewalt beraubt, nothwendig unter fremde Botmäßigkeit und Herrschaft kommen. Die Stadt Rom, die hervorragendste unter den christlichen Städten, ist den Feinden der Kirche beliebig preisgegeben und wird ent­weiht, indem Schulen und Gotteshäuser in weitem Umfange dem häretischen Ritus über­geben sind. Ja, es heißt sogar, daß in diesem Jahre die Abgesandten und Häupter der der Kirche am feindlichsten gegenüber- stehenden Gesellschaft hierher zu einer be­sonder» Versammlung kommen werden. Aus der Wahl des Ortes erhellt genugsam, was der Zweck ist: sie wollen den in sich aufge­nommenen Haß gegen die Kirche mit großer Frechheit verbreiten, das Papstthum an seinem eigenen Sitz verhöhnen, und die Brandfackeln des Krieges in Unsere Nähe tragen. Es ist allerdings nicht zu bezweifeln, daß die Kirche als Siegerin den gottlosen Bestrebungen jener Menschen entgehen wird; sicher ist aber auch und offenkundig, daß jene mit ihren Künsten dahin streben, zu­gleich mit dem Haupte den ganzen Körper- Rührung und Dankbarkeit in ihren Augen. — Als Jeannette, in die Stube zurückge­kehrt, den weinenden Knaben aus der Wiege hob, lag eine Börse mit 50 Louisdor bei dem Kinde. — Es war das letzte Mal, daß sie das Antlitz ihres Wohlthäters ge­schaut.

Drei Jahre waren seit dem Abschiede des Vicomte verflossen. An einem trüben No­vembertage wurde wiederum die Ankunft der „Esperance" signalisirt. Des Steuer­manns Blick überflog den Quai, doch wie sehr sein suchendes Auge auch hin und her­schweifte, nirgends entdeckte er seine treue Jeannette. Als er den Fuß an das Land setzte, reichte sein Nachbar, mit dem er im­mer freundschaftlichen Verkehr unterhalten, ihm schweigend die Hand und schaute trübe in das besorgte Antlitz des Steuermannes.

„Mein Weib, mein Kind!" stöhnte Mar­tin aus gepreßter Brust.

„Seid stark, lieber Nachbar, Euer gutes Weib erwartet Euch; den Knaben —"

„O Gott," rief erfchüttert der starke Mann, „ich soll meinen herzigen Knaben nicht wiederfinden?"

„Gedenket Eures armen Weibes; sie hat viel gelitten."

Wie oft hat der brave Mann mir von dem Augenblicke erzählt, wo er sein sonst