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Jts. 31.

Mittwoch, den 8. Februar 1882

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n. Irisches.

P. Theodor Granderath, ein Mitarbeiter an den ,Laacher Stimmen', hat im ver­flossenen Spätsommer Irland bereist und die dort empfangenen Eindrücke schriftlich aus­gezeichnet, aus welchen Aufzeichnungen nun­mehr die .Laacher Stimmen' auszugsweise Mittheilungen machen. Vor Allem ist be- merkenswerth, daß P. Granderath die revo­lutionären Bewegungen und Ausschreitungen, von denen die englischen und die aus ihnen schöpfenden deutschen Zeitungsblätter bislang aus Irland zu berichten mußten, auf ein sehr bescheidenes Maß zurückführt: „Obwohl ich die Insel der ganzen Breite nach durch­streifte und in den verschiedensten Gegenden, in den Städten und aus dem Lande, bei Tag und am Abend, herumging, habe ich nirgendwo auch nur die leiseste Spur einer Revolution wahrgenommen, vielmehr Alles im tiefsten Frieden vorgefunden und bin, abgesehen von den Schaaren bewaffneter Polizeidiener im Westen, auf Nichts gestoßen, was außerordentliche Verhältnisse andeutete. Dies beweist freilich nicht, daß während jener sechs Wochen, vom Ende Juli bis Anfang September, im ganzen Lande über­haupt keine Ruhestörungen und Frevelthaten voktzefallen seien; aber es beweist, daß wer im verflossenen Sommer nach den englischen Zeitungsberichten und ihren deutschen Gopten sein Urtheil über die Vorgänge auf der Insel bildete, jämmerlich in die Irre ging. Mußte ihm doch der größte Theil Irlands als eine vom Sturm gepeitschte See er­scheinen! Von den erzählten Greuelthaten ist eine ganze Reihe als reine Erdichtung

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Eine Pfingstfeier.

Geschichte aus den ersten Jahren des Culturkampfes in der Schweiz. Von B. K.

(Fortsetzung.)

Das Mädchen umfaßte ihre Kniee. „O Mutter! liebe Mutter! habe Mitleid mit mir und vor allem mit Dir selbst; ich will Dir alles sagen, aber bleibe ruhig. Bei allem, was Dir heilig ist, bleibe ruhig! Der Mann, den Du an meiner Seite erblicktest, war Robert."

„Ha! Dieser in meinem Hause? Was will er hier? Was hat er hier verloren! Hier ist kein Quartier für einen Hochmuths- teufel, — einen Eltern-Verächter, — für einen Glaubensfchänder und Ehebrecher. Schaffe ihn fort, — augenblicklich fort, oder ich verlasse das Haus. Zehn Klafter tief will ich mich vor ihm verbergen, denn seine Worte sind Gift und seine Blicke sind Schändung."

In diesem Momente stürzte Franke zu den Füßen der Erzürnten, wollte ihre Kniee umfassen, aber wie von Furien gehetzt ent­floh sie; erreichte glücklich das Wohnzimmer und verschloß die Thüre desselben.

Der Anwalt war wie zerschmettert; in seinem Kopfe ivar wieder alles in Verwir­rung. Das Gesicht in beide Hände drückend,

zu streichen; andere entkleide man der Ent­stellungen und Uebertreibttngen; was dann von wahren Thatsachen übrig bleibt, ver- theile man auf das ganze Land, und es wird sich Herausstellen, daß in jener Zeit nichts Außerordentliches vorgefallen ist . ." Welche von diesen Berichten werden nun die größere Glaubwürdigkeit beanspruchen dürfen, die des P. Granderath oder jene der englischen und deutschen Zeitungen? Wir nehmen keinen Anstand, uns für P. Granderath zu erklären, da die irischen Landlords und Diejenigen, welche deren Sache vertreten, Interesse daran haben, ihre Schilderungen und Berichte über die der- malige Lage der Dinge in Irland in mög­lichst grellen Farben zu halten.

P. Granderath gibt uns auch eine Schilderung von der Lebensweise, der Wohnung und Nahrung eines irischen Pächters, und dazu noch aus einer Gegend, die zu den wohlhabenden des Landes ge­hört. Hier entrollt sich vor uns ein Bild der bittersten Armuth eines solchen irischen Pächters; wahrlich, muß man beim Lesen dieser Schilderung ausrufen, das ist kaum ein menschenwürdiges Dasein mehr. Etwa vier bis fünf Fuß hoch erheben sich die Lehmwände der Hütte, in welcher die Pächtersfamilie wohnt, auf diesen ruht dann das Strohdach. . . Jeder Schmuck an den Häusern oder vor denselben ist perhorreseirt. Natürlich, es wäre ein Zeichen für den Grundherrn, daß fein Pächter in vortheil- haften Umständen lebe, und der Verschöner­ung des Gütchens entspricht eine Erhöhung des Pachtzinses.____________________

rang er vergebens nach Fassung. — Welcher Weg führte zu diesem zerrissenen Mutter­herzen? „Nein! nein; alles umsonst! Di­plomatenklugheit — Wurmdemuth — alles vergebens. Die Schuld hat ihre Geierkrallen mir in's Fleisch geschlagen und lacht Hohn all meinem Ringen nach Befreiung." Er sprang empor, riß sich von der Schwester los und eilte zum Hause hinaus.

Am Thore begegnete ihm der Pfarrer. „Halt Freund! wohin?" rief ihm dieser mit kräftiger Stimme entgegen.

„Verloren! alles verloren;" entgegnete der Anwalt und suchte vorüberzustürmen.

Des Pfarrers Rechte aber hielt ihn fest. „Seien Sie kein Thor! Was halten Sie von jenem Helden, der gleich beim ersten Schaffe den Muth verliert? Kommen Sie mit, ich habe die zuversichtliche Hoffnung, daß unsere Bemühungen nicht ohne Erfolg bleiben." 'Nach kurzem Widerstreben gab Franke nach.

Franziska meldete sofort die Ankunft des Pfarrers. Sie mußte der Mutter erst nach­drücklich versprechen, dem Anwalt den Ein­laß zu verweigern, ehe diese sich zum Empfange des Angemeldeten bereit erklärte.

Sie begrüßte den Seelsorger mit aus­richtiger Freude. Eine fieberhafte Erregt­heit gab sich in jeder Bewegung und in

Treten wir doch in eine solche Hütte hin­ein; wählen wir eine, welche von einem besser fituirten Pächter bewohnt ist, zn besten Pachtgut dreißig Acker (etwas mehr als zwölf Heetare) gehören. Er wird nn freundlich aufnehmen und uns bereitwilligst seine Gemächer und bereit Einrichtung unb selbst seinen nnveränberlichen Küchenzettel zeigen. Der Boben ist, wie er war, als bie Hütte gebaut würbe, nur etwas härter unb trocken, ausgenommen an bem Ein­gänge, wo bas Regenwasser ein paar Fuß weit einzutreten pflegt. Heber und ist keine Decke, sondern bas von Rauch ganz ge­schwärzte Strohbach. Eine Wanb theilt bas Hans in Wohnzimmer unb Schlafgemach; in ihr ist ber Kamin, welcher beibe Räume warm hält, bas Wohnzimmer aber mit Torf- buust unb Torfgeruch erfüllt. Zum Stu- biren wäre bas Zimmer nicht geeignet. Das Licht genügt vollkommen für den Verkehr der Personen mit einander, aber nicht zum Lesen eines Buches; denn es findet fast nur durch die Thüre Zutritt, und ein ordent­liches Quantum wird von dem schwarzen Dache und den schwarzen Wänden aufgesogen. Ueberflüssige Möbel wie z. B. ein Tisch, sind nicht zu finden. Nur ein einziger Bretterstuhl steht da, welcher Einem von uns zum Sitzen angeboten wird, während sich alle Anderen, die sitzen wallen, aus eine etwa dastehende Kiste ober auf ben Boden niederlasten. Der Bretterstuhl dient zugleich als Tisch, aus welchem beim gemeinsamen Mahle die Schüssel steht. Am Morgen gibt es Stirabout (Rührherum) d. i. ein aus Maismehl und Master gekochter Brei mit allen Aeußerungen der armen Frau kund. Bisweilen kamen bie verworrensten Gebauten zum Vorscheine, welche jeben mit ben Ver­hältnissen Unoertrauten Geistesstörung hät­ten vermnthen lassen können.

Der Pfarrer, als guter Psychologe wußte ihren Jbeengang zu verfolgen, allmählig zn birigiren, auf beruhigende Gegenstänbe zu lenken, erzählte von feiner überftanbenen Haft, verbammte ben Haß, verherrlichte bie Feindesliebe und blieb endlich bei der Bibel­stelle haften, wo von dem Bescheide Christi die Rede ist, den er dem Petrus gab, als dieser ihn fragte, wie oft man feinem Bruder verzeihen solle: Mit erhöhter Begeisterung sprach der Pfarrer von der unendlichen Er­habenheit dieses göttlichen Bescheides. „Nicht blos siebenmal, sondern, siebenundsiebenzig- mal siebenmal; bedenken Sie, wie herrlich es auf der Erbe fein müßte, wenn an allen Orten, von allen Völkern biefer Grunbfatz gehanbhabt würbe."

Von jetzt ab würbe ihrer Erbitterung gegen Franke ein Stachel nach bem an­deren genommen, — immer unverhohlener, immer freier. — „Welchen Dank haben Sie bei Gott zu erwarten, für die Verstoßung Ihres Sohnes? Sind Sie nicht unbarm­herziger als Gott selbst, der ihm noch keines­wegs seine Vaterliebe entzogen hat? So