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Dienstag, den 7. Februar 1882.
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tat der Expedition, Buttermarkt Nr. 112, auswärts bei den Postämtern. Der vierteljährliche Abonnementspreis beträgt ausschließlich Bringerlohn in Fulda 1 Mark und 50 Pfg., mit Bringerlohn 1 M. 70 Pfg., auswärts bei den Postämtern: bei der Post abgeholt 1 Mark und 50 Pfg.. ins Haus gebracht 1 M. 90 Pfg. Die ,illustrirten Sonntagsblätter' der Fuldaer Zeitung kosten vierteljährlich in Fulda 20 Pfg, auswärts am Postschalter 25 Pfg., in's Haus gebracht 40 Pfg. Inserate: Die Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechenden Rabatt.
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Politische Streifzüge.
(Nachdruck verboten.)
Nun etwas über die innere Politik. Halten wir noch einmal kurz Umschau in dem jetzt glücklich zu seinen Vätern versammelten Reichstage. Hatten die Liberalen mit ihrem Paradepferde des Haftpflichtgesetzes kein Glück, so glaubten sie ihrem übervollen Herzen durch die Bekämpfung des königlichen Erlasses Lust machen zu sollen. Das Amboßgefühl löste ihnen die Znnge, --- aber ivie ward ihnen heimgeleuchtet! So hat Bismarck mir gefallen, und wenn er immer so kraftvoll und donnernd gegen die Linke auftritt, dann bin ich vor Bismarck's-Beleidigungs-Processen sicher. Ich möchte wünschen, diese Scene in Photographie zu besitzen: links die tobenden Liberalen, rechts die jubelnden Conser- vativen, in der Mitte der gewaltige Fürst vor dem zllsammengeknickten Suppenspucker Lasker, der „bei Leibe nicht" geschriee« haben wollte, — ein köstliches Bild! Am 4.. December 1874 nannte Herr Enoch Lasker die Politik des Centrums „Verbrechen ani Vaterland"; mit 24. Januar 1882 nannte er den Fürsten Bismarck den „großen Hammer" der Alles zertrümmere; damals fand er ihn selbst im Zorne schön,
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Eine Pstugstfeier.
Geschichte aus den ersten Jahren des Culturkampfes in der Schweiz. Von B. K.
(Fortsetzung.)
Sie ließ sich in ihren Sessel nieder und schlief mehrere Stunden. In der darauffolgenden Nacht war sie vollständig sinnenverwirrt; sie raste in tollsten Phantasien bis gegen Morgen; o, ich war nahe daran, zu verzweifeln. Gegen Eisaufschläge, welche der Arzt anordnete, sträubte sie sich mit aller Energie und erst bei Tagesanbruch kam sie zur Ruhe. Der Arzt war sehr bekümmert wegen ihrer Augen, deren Entzündung weiter geschritten war. „Lieber Doctor", sprach sie „sparen Sie jede Mühe um mich, mit mir ist es ja doch bald vorbei. Was nützt mir noch das Augenlicht;" und die Hand nach der linken Seite führend, fuhr sie weiter; „o. könnten Sie doch diese Wunde heilen; seit mehreren Wochen leide ich an einem Herzfehler, der mich wohl bald unter die Erde bringen wird."
Kaum hatte der Arzt das Haus verlassen, so ließ sich der alte Wart melden. Er schien ihr sehr willkoinnien zu sein; über eine Stunde blieb sie in Unterredung mit ih>n, alsdann mußte der Kutscher anspan
heute beschuldigt er ihn einer „ungemeinen Herabsetzung des Parlaments" — und krümmt sich vor der gerunzelten Stirn des Kanzlers wie ein Wurm.
Groß war das Fiasco der Linken, und der Erfolg der Debatten liegt in der Er- kenntniß Bismarck's, daß die Liberalen nur destructive, zersetzende Tendenzen verfolgen, niederreißen, aber nicht aufbauen können. Möchte die Regierungspolitik denn auch bezüglich der wichtigsten Fragen die ausgefahrenen Geleise des Liberalismus verlaßen. Am 24. Januar gab der Kanzler der großen liberalen Partei den Todesstoß, „dieser Spottgeburt aus Herschsucht und Feigheit," wie das .Deutsche Tagebl.' sie nennt; er hat eingesehen, daß sie unfähig ist, die Aufgabe des Staates zu begreifen, und daß sie nicht den Willen hat, sie lösen zu helfen. Möchte Bismarck aus dieser Einsicht die logischen Schlüsse ziehen, d. h. sich voll und ganz, ehrlich und aufrichtig nach rechts wenden und dem Centrum die Hand reichen! Die Katholiken rütteln an dem königlichen Erlasse nicht; sie sind die treuesten Stützen der Monarchie, weil ihnen ein gerechter König lieber ist, als ein parlamentarisches Parteiregiment. Es genügt nicht, daß die .Norddeutsche' den oppositionellen Führern Hänel. Virchow, Mommsen und Bennigsen den Kopf wäscht, sie zu „Dilettanten und Ignoranten" auf politischem Gebiete stempelt und ihnen das „falsche Pathos eines Schauspielers" auf die Stirn brennt, nein, man gehe einen Schritt weiter und sage, daß die einzigen Bundes- truppen dort zu finden sind, wo die Basis nen und den Alten fortbringen, — wohin? — blieb mir Räthsel.
Hierauf wandte sie sich zu mir: „Hoffentlich werden wir Zuwachs der Familie bekommen; bringe die beiden besten Zimmer des oberen Stockes in Ordnung!"
„Wer kommt denn, Mutter?" wagte ich zu fragen, doch sie blieb die Antwort schuldig.
Mit peinlicher Ungeduld erwartete sie die Rückkehr WartS; er kam. „Sie kommen allein?" rief ihm die Mutter entgegen und hatte wieder eine längere Unterredung mit ihm. Jetzt ist er abermals fort und die Mutter ließ die Aeußerung fallen, daß sie, falls er wieder erfolglos znrückkehre, selbst mitsahren und etliche Tage ausbleiben werde.
Aber, lieber Bruder, sie wird nicht reisen; von heute Morgen an liegt sie angekleidet auf ihrem Bette; bleich und regungslos, mit geschlossenen Augen. Niemand vermag es, ihr ein Lebenszeichen abzunöthigen, selbst der Arzt nicht. Komme mit, Robert, Du sollst sie sehen, die gebrochene Heldin der Mutterliebe, die Hingeopferte durch Dich."
Franke war wie betäubt; willenlos folgte er. Leise öffnete Franziska die Thüre des Schlaf-Cabinets und eintretend verhielten beide den Athent. Der Anwalt hatte beim Anblicke des ergreifenden B ldes ein Gefühl, als fasse eine eiskalte Hand an sein Herz
des Glaubens die Achtung vor der weltlichen Obrigkeit lehrt.
Es war die letzte dramatisch belebte Scene der an Leidenschaftlichkeit so reichen Reichstagssession. Die Verhältnisse waren ja so gespannt, daß man jeden Augenblick eine Explosion erwarten durfte, der „Königstag" aber setzte dem Unglück der Liberalen die Krone auf. Die Regierung kann mit Befriedigung auf die letzten Monate zurückblicken: das Haus genehmigte den Etat nebst Anleihegesetz, die Berufsstatistik, den Hamburger Zollanschluß und die Errichtung eines definitiven Reichstagsgebäudes, abgesehen von einigen ininder wichtigen Vorlagen. Die werthvollsten Errungenschaften sind aber folgende zwei Punkte: die Bekehrung des Kanzlers zu dem Gedankeu, die Versicherungsprojecte auf corporativer Grundlage aufzubauen, — die bureau- kratische Unfallversicherung ist also aufgegeben, — und die bei Besprechung des Windthorst'schen Antrags auf Aufhebung des Ausweisungsgesetzes zu Tage getretene Er- kenntniß der großen Mehrheit der Volksvertreter , daß der „Culturkampf" ein Uebel sei, und daß nur eine organische -Revision der Maigesetze dieses Uebel beseitigen könne.
Doch der Reichstag ist tobt, es lebe das Abgeordnetenhaus! Ja, es lebt und arbeitet schon mit vollem Dampfe. Der Antrag Richter im Reichstag hat Preußen 6 Millionen gespart, nur meinte der Mini- ster, man dürfe ans einer solchen Ueber- schreibung keine Gewohnheit machen. Abermals tanzen Etatsziffern vor unfern Augen und presse es zusammen, so fest und unbarmherzig, daß es keines Schlages mehr fähig sei. Er war einer Ohnmacht nahe. Da regte sich's am Lager, richtete sich auf und matte, kranke Augen blickten forschend umher, Franziska hatte Mühe, den Wankenden mit möglichster Schnelligkeit zu entfernen.
Kaum befanden sich beide wieder aus vorerwähntem Zimmer, so näherten sich der Thüre desselben langsame, schleppende Tritte. Das Mädchen lauschte; geängstigt bat sie den Bruder inständig, sich in's anstoßende Geniach zu flüchten.
Kaum hatte er willfahrt, so trat die Mutter ein. „Franziska, warum erbebst Du? Wer ist der fremde Herr, den Du auf mein Schlafzimmer geführt und mit dem Du Dich soeben noch unterhalten hast?
„Ach Mutter", schluchzte das 'Mädchen, „ich darf es nicht sagen, aus Liebe zu Dir nicht: Du würdest zu Tode erschrecken."
„Wie? Franziska! auch Du suchst Deine alte Mittler zu kränken, unterhälst Bekanntschaften, von denen Du selbst gestehst, daß ich darüber zu Tode erschrecken würde? Gib mir Rechenschaft; nenne seinen Namen! oder ich reiße auch Dich aus dem Herzen, wie ich mit Robert gethan und will dann Gott bitten, daß er mich aus diesem Jammerthal so bald als möglich abruft." (Forts, folgt.)