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Donnerstag, den 19. Januar 1882.

Fuldaer

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-h- Die französische Expedition nach Tunis.

II.

Jin December 1880 ging der Abgeordnete Leon Renault, ein Streber ersten Ranges und deshalb auch vom Monarchisten zu einem Vertrauten und eifrigen Compagnon Gam- betta's geworden, nach Tunis, um voin Bey eine ganze Reihe Concessionen zu erlangen. Eine Bodencredit-Anstalt in einem Lande, wo es keine Straßen und keinen Ackerbau gibt, mehrere Eisenbahnen, Häfen, einen Curfaal auf einem der gesunden Puncte der Küste, verschiedene Bergwerke, zusammen zehn Gründungen im Betrage von einigen Hundert Millionen wollte Leon Renault für seine Auftraggeber, für welche er einen un­bekannten Herrn Collas vorschob, 'vom Bey erlangen. Dieser fand das Ansinnen doch zu stark. Renault jedoch drohte offen mit der Rache Frankreichs. Am 21. December schrieb der Vertreter Frankreichs in Tunis, Roustan, an den Minister des Auswärtigen in Paris: „Ich habe mich beeilt, die tune­sische Regierung in Betreff der von Alge­rischen Blättern gemeldeten Truppenbeweg­ungen gegen die Grenze zu beruhigen. Ich habe dazu eine sich ganz natürlich darbietende Gelegenheit benutzt. Indem ich dem Minister den beute Morgen angekommenen Herrn Leon Renault vorstellte, machte ich Musta­pha bemerklich, daß die Reise dieses Depu- tirten und die Projecte, die er im Interesse Tunis brächte, die beste Antwort auf die allarinirenden Gerüchte seien, die man feit einigen Tagen über die Intentionen Frank­reichs auf Tunis verbreite. Der Minister

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Eine Pfingstfeier.

Geschichte aus den ersten Jahren des Culturkampfes in der Schweiz. Von B. K.

(Fortf.tzung.)

„Sie sprechen einen Gedanken aus, der wirklich in der Zeit liegt und schon durch zahlreiche Thatsachen realisirt ist. Die Anec- tion des Kirchenstaates, — die Einziehung der Kirchengüter, — die Zumuthung an pflicht­getreue Bischöfe und Priester, von der Luft zu leben, — sagt das nicht genug? Betrach­ten Sie sich alle einträglichen und einfluß­reichen Staatsstellen und prüfen Sie, in­wieweit hier bei Besetzungen Parität geübt ist. Den Weltkindern wäre wirklich ein Alp vom Herzen, wenn um mit Schiller zu reden, Vater Zeus die Welt auf's Reue vertheilen würde und jeder Glaubenstreue dabei leer ausginge. — Gott hatt unseren Planeten zum Wohnplatz für alle Menschen erschaffen und es ist auch Raum und Unterhalt für alle. Ist vielleicht dem Glaubenslosen ein größeres Besitzthumsrecht bezüglich der Er­dengüter zugedacht, als den treuen Dienern Gottes? Oder erkennen Sie einem unge- rathenen Sohne ein größeres Recht an die Güter des Vaters zu, als dem treubewähr­ten, folgsamen? Es beliebte Ihnen, vorhin »u bemerken, daß, wenn den Weltkindern

schien sehr glücklich über diese Versicherungen, die er seit einigen Tagen mit Ungeduld er­wartete. Ohne mich in das 'Detail der von Leon Renault vorgelegten Projecte einzu­lassen, machte ich Mustapha begreiflich, daß ihre Ausführung geeignet sei, die Bezieh­ungen und die gegenseitige Freundschaft, welche zwischen beiden Ländern besteht, zu befestigen."

Also die französischen Truppen standen schon drohend an der Grenze, als der Ver­treter Frankreichs dem Minister des Bey bedeutete, wenn dieser die Forderungen des Rechtsbeistandes — auf solchen wollte sich Leon Renault nachträglich hinausreden — des Herrn Collas bewilligen würde, wäre die Freundschaft Frankreichs gesichert. In solcher Weise die Sache eines Börsenspecu- lanten zu derjenigen Frankreichs zu machen, ist doch wenigstens sehr verdächtig, es ist eigentlich haarsträubend. Ueberdieß konnte der Pariser Regierung nicht unbekannt sein, daß die zehn 'Concessionen der Herren Re­nault und Collas nur dazu beitragen 'wür­den, den hier herrschenden Gründerschwindel noch weiter zu fördern. Ebensowenig konnten sie sich verhehlen, daß Eisenbahnen, Plan­tagen, Bergwerke in Tunis durch europäische Christen nur betrieben werden können, wenn ihnen ein Schutz zur Seite steht, wie ihn die Regierung des Bey nicht gewähren kann. Indem sie daher die Sache Renault-Collas zu der ihrigen machte, förderte sie nicht nur den Börsenschwindel, sondern verrieth auch die Absicht, in Tunis einzuschreiten und das Land in Besitz zu nehmen.

In der Depesche vom 12. Mai 1881, in irdischen Angelegenheiten der Vorrang gelassen werde, es friedlich auf Erden würde. Müßte es dann nicht längst schon bester sein? Wie oft haben schon echte Kinder der Welt das Ruder des öffentlichen Lebens gehand­habt ? Haben wir nicht zahlreiche Beispiele, daß sie mit collostalen Staatsschiffen auf Sandbänke gelaufen und kläglich gescheitert sind? Christus allein und seine Satzungen haben Kraft, das Schiff der Menschheit un­verletzt aus gerader Bahn dem Hafen des Glückes zuzuführen. Das ist schon unzählige- mal gesagt worden, gehört aber zu jenen Fundamentalsätzen, die nicht oft genug wie­derholt werden können. Erfindet politische Systeme, soviel ihr vermöget; wurzeln die­selben nicht in der Lehre Christi und seiner Kirche, so gleichen sie Kartenhäusern, welche bei der kleinsten Erschütterung zusammen­stürzen. Laßt Eure Philosophen soviele Lebensweisheit ausklügeln, als sie Lust haben; sind sie mit Christus und Kirche in Dis­harmonie, so sitzt ihnen der Jammer des Daseins mit seiner ganzen Bleischwere im Racken und am Ende der Pilgerfahrt be­dauern sie, nach Phantomen gehascht und zwecklos gestrebt zu haben. „Das Leben ist nicht werth, gelebt zu werden,*) hat sich

*) Ed. v. Hartmann.

welche der Minister des Auswärtigen, Bar- thelmy-St. Hilaire, über den Zug nach Tunis an die Mächte richtete, zählt er auf, daß Frankreich in Tunis Post, Telegraphen, Eisenbahnen, Wasserleitung u. s. tu. einge­richtet und erbaut habe. Er fährt dann for.t: „Sobald die guten Beziehungen wieder her- gestellt sein werden, sind wir bereit, eine ganze Menge anderer ebenso wohlthätigen Unternehmungen zu begründen: Leuchtthürme an den Küsten, Straßen und Bahnen, um die volkreichen Städte mit einander zu ver­binden ; großartige Bewässerungsanlagen in einem Lande, wo die Flüsse nicht fehlen, aber ebensowenig gepflegt und bewirth- schaftet sind als die Wälder, Bergwerke, welche alle Metalle in Fülle liefern; ver­besserter Ackerbau auf den Liegenschaften, welche Europäer in der Regentschaft erwer­ben, und auch auf den Besitzungen der Ein- gebornen; Verwerthung von Mineralwassern, welche schon die Römer gekannt und benutzt haben."

Unter den bewandten Umständen kann diese Depesche kaum anders angesehen werden als eine staatliche Garantie für eine Reihe von Gründungen zweifelhafter Gattung. Sie genügt wenigstens, um den Vorwurf der unabhängigen Blätter, der Zug nach Tunis sei zur Förderung des Börsentreibens unter­nommen worden, nicht so ganz ungerecht­fertigt zu lasten. Damit ist natürlich nicht ausgeschlosten, daß Frankreich schon längst sein Auge auf Tunis geworfen, welches durch feinen natürlichen Reichthum und als strategische Stellung ungleich werthvolker werden kann, als Algier. Außerdem würde einer Euerer Weisen vernehmen lasten, ge­wiß ein erhabener Ausspruch welcher nur den einzigen Fehler hat, als Symtom des geistigen Bankerotts angesehen werden zu müs­sen und nebenbei keineswegs eine Schmeichelei für den allgütigen Menschenvater ist. Nie und «immer wird er es aber auch verant­worten können, die nobelen, superklugen Creatürchen, die da Menschen heißen, auf einen verpfuschten Stern versetzt zu haben. Die Reigensührer des Pesiimisimus sollten einmal ihre ganze Courage zusammennehmen und dem Meister der Schöpfung gründliche Vorstellung machen, daß er sich doch zur Gewogenheit verstehe, die unwirthbare, schweißtriefende Erde in ein gesegnetes Schlaraffenland umzugestalten. Jch binetwas abgeirrt, aber die Zwanglosigkeit unserer Conversation erlaubt schon einen kleinen Streifzug in benachbarte Jdeengebiete. Um in kürzester Form meine Ansicht zu fixiren, sage ich: Unsere Zeit ist schwerkrank, und der einzige Arzt, welcher der nach Heilung schmachtenden zu helfen vermag, ist Christus."

„Aber Christus und feine Lehre sind bereits 1800 Jahre wirksam auf Erden und immer noch ist von Völkerglück nichts zu bemerken. Wie kommt das?"

„Wenn nicht falsche Philosophen und ver­blendete Machthaber eine Unmasse von