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Dienstag, den 17. Januar 1882.
lieber den Gartenzaun herüber neigte sich jetzt vom Monde beschienen, das Haupt jenes räthselhaften Alten, welcher im Jdeenkreise des Anwaltes längst ein unliebsamer Bürger war. Die beiden, im Rausche der Empfindung schwelgenden gewahrten ihn und ergriffen ents.tzt, wie beim Anblicke eines Gespenstes, die Flucht.
Seinen Posten verlassend, murmelte der Greis: „So, jetzt weiß ich genug! Es ist weit gekommen, sehr weit! Was ich sah und hörte, darf ich nicht nach Sommergrund berichten; die arme Frau würde verzweifeln. Aber mein Ehrenwort? Ich versprach, über Alles Bericht zu erstatten. Mehr und mehr sehe ich ein, welch' schmierige Pflicht ich mir ausgebürdet habe. O edler, unvergeßlicher Freund; welch' ein Unterschied zwischen Dir und Deinem Sohne! Wie ist es nur möglich gewesen, daß dieser Apfel so weit vom Stamme fallen konnte! Mau könnte wirklich aus den Gedanken gerathen, Gott habe Dich so früh von der Welt hinweg genommen, damit Dir der Schmerz, Deinen heißgeliebten einzigen Sohn auf solchen Irrwegen zu schauen, erspart bleibe."
Zur selbigen Stunde saß die edele verkannte Friederike bei mattem Lampeufchein an der Wiege ihres Kindes. Den rechten Arm über das Deckchen geschlagen und das
vom Kummer gebleichte Gesicht in das Kissen neben das Engelsköpfchen der schlafenden Lilli gedrückt, ließ sie ihre. traurig ernsten Gedanken Zwiesprache halten. Sojsofk"tzrau- ßen irgendwo Schritte vernehmbar waren, fuhr sie auf, trat an's^Feffster und horchte, aber vergebens.. Eine^Stunde nach' der^eck- beren verging, es morde ;$>n, '-#• eUC^ zmölf Uhr; aber er k<chi nicht. EMich j^keete sie am geöffneten Henst«- nijber, erhob das thränenfeuchte Auge züyi Hffümel und betete: „O Gott, Du mein lieber Äater, der "Du mein ganzes Leben so wohl geordnet haft, — der Du mir immer ein tteuer, -sicherer Führer gewesen bist, — gieb nsir .straft, daß mich der Kummer nicht übermannt, — bajj« ich diesen schwersten Schlag, meitzes^ebeü^er- trage. Dn kennst meiz^'Herz,"Mu -Mhst seine Wunden; o heil^eS; Petit ihn, rey? mich, rette unser armes.Kind," Roch lange schaute sie mit bittendem Blicke zum Hammel. Die Sterne funkelten fmmer hellqr; sie blinkten so mild un-/nütleidig ausi^ie ^rostbedürstige hernieder^ss icdryt sie Uiit dem Leide derselben vertrfiüt. Wie J^iiaflb, der eine wichtig^ AngelegenhEn gutMDänden weiß, ging Friederike zur.Ruhe ufid/7vurde durch einen erquickenden ^Schlummtr für die noch übrigen Stunden der. Nacht von ihrem Quälgeiste, dem Kummee/erlöst.
Fuldaer
vorberathen, nämlich „die Stellung der Maurerei zur socialen Frage; die allmülige Einigung der maurerischen Riten in Italien (folgerichtig der übrigen Welt); Erörterung der dringendsten Reformen; endlich Beseitigung 8er religiösen Körperschaften in Italien." Was unter den „dringendsten Reformen" zu verstehen sei, erhellt.ans dem Programme der äußersten Linken im italienischen Parlamente, die fast ganz aus „Brüdern" besteht, welches.Programm in politischer Beziehung auf die radicale Republik, in religiöser auf Trennung von Kirche und Staat, richtiger, auf Proclamation des Atheismus hinaus- läuft. Der letzte Punct, „Beseitigung der religiösen Körperschaften in Italien", bezieht sich selbstverständlich nicht blos auf die italienische Halbinsel, sondern soll Weltgesetz werden; er deutet uns ferner an, worauf es schließlich j hinauskommen soll, nämlich auf die Unterdrückung des Christenthums selbst, dessen schönste und höchste Blüthe eben das Leben der Vollkommenheit im religiösen Ordensstande ist.
Das protestantenvereinliche Ehristenthnm gilt freilich dem ächten Maurer nicht mehr für bekämpfenswerth. „Vom Protestantismus, der sich in verschiedene machtlose Con- fessionsparteien zerbröckelt hat, ist nur noch' als von einer statistischen Rubrik zu handeln" schrieb „Brnder" Conrad, damals Stuhl- meister der Loge „Pestalozzi" in der .Bauhütte' unter dem 28. März 1874. Dann aber fährt der Mann in Betreff der katholischen Kirche mit diesen Worten fort: „Rur die jesuitisch zusammengeschweißte Oraanisation der fnthnfitoen ni nnrfi
October v. I. zu Mailand statt. Der HauM zweck des Kongresses war „die VorbereitrlnA eines allMncinen Maurer-Congresses Rom", wo möglich im Jahre 1882. Waru^ gerade die Hauptstadt der kath. Christenh» hiezu ausersehen worden ist, fällt in die Augen. Zugleich handelt es sich baruw dem allgemeinen Concil im Vatican ein älJE liches der Loge entgegenzustellen; denn Dr den mittelalterlichen Theologen galt Beelzebub als der Affe Gottes (simia Dci). Auch die Verhandlungsgegenstände wurden festge- stellt. Vor Allem sollen, „die internationalen Beziehungen der großen Maurer-Familie inniger gestaltet werden", offenbar zum Zwecke eines concentrischen Angriffes auf die Kirche. Weil aber das maurerische „Spreugelrecht" (Errichtung von hörigen Logen im Gebiete einer auswärtigen Groß- Loge) bisher ein Zankapfel unter den Groß- Logen war, so soll die „Sprengelrechts-Frage" auf dem llniverfal-Congrefse gelöst werden.
Sodann sollen „Mittel ausfindig gemacht werden, um die unsterblichen Grundsätze des Bruderbundes zu verbreiten, und dem maurerischen Apostolate für dieselben einen neuen Anstoß zu geben, damit sie im Außenleben wirksam und einflußreich werden." Znm näheren Verständnisse dieser apokalyptischen Sätze möge man sich daran erinnern, daß bis zur Säcularfeier der großen Revolution von 1789, die „unsterblichen Ideen" derselben, welche zugleich die des Geheimbundes sind, vollständig zum Gesetze der modernen Gesellschaft erhoben fein sollen. Deshalb will die Loge ihr „Apostolat" forciren. Specielle Mittel bient wurden in Mailand
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-u. Neueste Pläne der Loge.
In allen Ländern, in welchen die Loge in die Regierung gekommen, oder gar die Regierung geworden ist, ist der Ruf des gegen Thron und Altar unermüdlich im Finstern wühlenden Geheimbundes: „Schach der Kirche!" Vollends seitdem die überwiegend dem katholischen Bekenntnisse angehörige romanische Welt der Revolution überantwortet ist, kann der nüchtlich^LZund schon etwas wagen. Belgien, Frankreich, Italien und jetzt Spanien unter Sagasta sind ebenso viele maurerische Regierungen, und von Portugal kann mau dasselbe sagen, soweit es noch in Betracht kommt. Damm wird jetzt vom romanischen Europa aus der Brand der Revolution für den ganzen Erdtheil geschürt. Die romanische Logenwelt ist daher auch der deutschen nicht blos um Pferdelängen, sondern um Breitegrade voraus. So ging denn auch von der romanischen Loge der Vorschlag ans, den ganzen Geheimbund in sämmtlichen Ländern zu einer gemeinsamen Action gegen die kath. Kirche zu mobilia,ren, um die Gottesanstatt,,in die Katakomben hinabzudrücken und dort unter bem Schutte der Weltrevolutiou zu begraben.
Die Anregung zu diesem universellen Plane ist von Italien ausgegangen und die einleitenden Schritte dazu sind "bereits gemacht. Wie nämlich jetzt in die Oeffentlichkeit bringt, fand bei Gelegenheit der Mailänder Ausstellung ein italienischer Maurer-Congreß, unter Vorsitz des im öffentlichen Leben des modernen Italiens uns so oft begegnenben ®ro§« Meisters Bruder Petroni, vom 28. Sept, bis 3.
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, Eine Pfingstfeier.
Geschichte aus bgn ersten Jahren des Culjqrkampfes 'moet Schweiz.- Von B. K. P .
(Forts-tzung)
Der milde Silberschein des Mondes hatte den Garten überflutet und man beschloß, die erhabene Stimmung noch zu erhöhen durch eine Promenade unter den ernsten schweigenden Linden des Gartens. Mutter Natur war ja so holdselig diesen Abend, baß es Dankespflicht war, ihr Hulbigung zu zollen. Rentier Schaller wanbeite mit Dr. Knorreberg; Dr. Hager mit Aktive Marl unb Franke mit Amalie. „Heute'oder nie;". flüsterte Hager seiner Begleiterin beim Lünaustreten zu, „das Eisen ist warm, Oer Moment ist zum Schmieden günstig; gute Distanz gehalten!"
Amalie war so ganz Liebe und Seligkeit an der Seite ihres Jugendgeliebten. Ihre Worte waren so zauberisch süß. so leuchtendes, blendendes Feuerwerk, welches alle wi- c erstrebenden Gedanken, die sich zwischen chn und dieses Weib stellten, niederbrannte. 2"e Schlange brachte ihn soweit, daß er cc? ön Schwuren vergaß, welche ihn zum Ehebrecher stempelten und den letzten Rest [eines Seelenfriedens vernichteten.