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Freitag, den 3V. September 1881

Jeitung

z&sr'ff&s r

O Präftdent Arthur.

zu ordnen.

0, welche Angst bemächtigt sich meiner,

Vor Allem kann der Präsident seine Mi­nister wählen, ohne sich um die Ansichten der Gesetzgeber zu kümmern, vorausgesetzt daß der Senat kein Veto einlegt, und ferner hat er — was die Hauptsache ist — 63,000 Äemter zu vergeben, womit er seine Anhänger glücklich machen kann, denen die

meine Pflicht, die Zukunft meiner Tochter erfordert es. Zuerst sie, nachher werden wir glücklich sein, sehr glücklich!"

O ja! sehr glücklich! Eine letzte Umarm­ung, ein letzter Kuß! Gott segne Dich und bringe Dich zurück, mein Geliebter! Ach! ach! er war schon fort!"

der republikanischen Partei zu beschwichtigen dessen bedeutendste Führer Grant und Conk-

„ Vergess n wir dieses Alles! Es ist ihr verziehen! Ich liebe ihre kleine Agnes zu sehr, um mich des Unrechtes zu erinnern das sie gegen uns haben konnte."

„^ch weiß, daß meine Tochter es nie merken wird, daß sie ihre Mutter verloren hat."

„Ich hoffe es; Gott ist mein Zeuge, daß ich keine Mühe sparen werde, ihr meine Liebe zu beweisen."

, x L. , ............— soviel

hat bte letzte Präsidentenwahl gekostet —

und ach; auch von ihrer Liebe zu mir, zu sprechen."

Präsidenten ernannt. Üeberhaupt haben sich die Amerikaner ost in der Wahl ihrer Vice-

Jahres singen an sich zu öffnen; mit den gelben Gänseblümchen und den wohlriechen­den Veilchen blühte auch meine kleine leben­dige Blume, ihre kleinen Finger konnten schon die Sträußchen, welche ich für sie pflückte, in Stücke zerreißen. Sie war meine Freude, meine Hoffnung; und wenn sie mich anlächelte, betrachtete ich diese kaum ausge­prägten Züge, in denen ich schon die Züge ihres Vaters wiederzufinden glaubte. So wenig dieses Gefühl zu entschuldigen ist, so muß ich doch gestehen, daß es mir peinlich gewesen märe, wenn sie die violetten Augen, die langen Wimpern und die schwarzen Haare ihrer Mutter gehabt hätte.

Von Friedrich kamen so selten Briefe, ach, rotr waren fo weit von einander! Ihr Inhalt aber war der Ausdruck einer Liebe, welche den Kummer der Trennung zu ver­größern schien, und deren innige Zärtlichkeit das Glück meines Lebens ausmachten.

An einem schönen Apriltage faß ich im Grase und las noch einmal den letzten Brief meines Friedrich; auf einem Teppich zu meinen Füßen spielte meine kleine Agnes. Vyno nahm -rheil an ihren Spielen und ieß sich von ihren Fingerchen ganz ruhig in die Ohren kneifen. Wenn er sah, daß te in ihrer Freude zu nahe an den Rand des Teppichs kam, rückte er sie mit feiner

Chester A Arthur, der neue Präsident prägen der bereinigten Staaten, ist im Jahre 1831 1 —* «—™ zu Albany im Staate New-York geboren, studirte Jurisprudenz und begann feine Laufbahn als Advocat in der Stadt New - York^und zugleich als sehr thätiger Hand­werks-Politiker. Dank dieser Thätigkeit und da seine Partei, die republikanische, im Fahre 1860 ans Ruder gekommen war ward er während des Bürgerkrieges zum General-Quartiermeister des Staates New- York — ' '"

* * *

Der Schnee schmolz unter den Strahlen der Aprilsonne, und die ersten Blumen des

diejenigen, die etwas daraus zu „machen"

^General"^I T'“- Ul uq,eit öteue mit, uno em amen-

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tausend Dollars jährlich eintra­gende Stelle eines Zolleinnehmers für den New-Yorker Hasen, wozu ihn sein Freund General Grant ernannte. Präsident Hayes, der in dem durch und durch corrumpirten amerikanischen Ämterwesen Reformen ein­führen wollte, setzte ihn im Jahre 1878 ab, worauf Arthur wieder sehr eifrig für die Präsidentschaft feines Protectors Grant arbeitete, die auch beinahe durchgesetzt ward, denn nur mit genauer Noth war Garfield erwählt, r— c - • '•

' j i-7- -— ......y wie

auch damals die Wahl Johnsons bewies; um einer mächtigen Fraktion in der Partei ben Mund zu stopfen, wird ihr zuweilen dieser Knochen zugeworfen — das gesammte Parteiwesen Nordamerikas ist ja nichts weiter als eine complicirte „Maschine" der Ämter­jäger und hier gilt das Sprichwort „mun- dus vult decipi“ (die Welt will betrogen werden) mehr als anderswo. Um so »er» „• -, .... r., hängnißvoller kann aber die Wahl eines

". einträgliche Stelle für schlechten Vicepräsidenten werden, als bei die efmnr. I dem Tode eines Präsidenten der Vicepräsi­

dent in dessen Stelle tritt, und ein ameri-

Therese meinte vor Freude, als sie den alten Johann und alle ihre Freundinnen wiedersah; Ryno erstickte uns beinahe im Übermaße seines Glückes, und Du, meine kleine Agnes, Du warst in demselben Zim- mer, in dem ich als Kind geschlafen, ganz keinpn l'chöne Tag hatte । „u, weicye umgit vemachtigt sich meiner

selben 9liip^bnnV^ebri^ norf) l>en- Dich in dem Augenblicke zu verlassen, wo mick) in feinpn °UCn a6rei,en- hielt für mich das Leben anfängt! Kaum habe hätte er würde »2 SS. ”2!" 7 9efr^tet Mes so lange geträumte Glück erreicht, ; ? einm?t ^rlieren. und muß es schon wieder entrinnen lassen!" Zn unsere Herzen Ich antwortete ihm mit Schluchzen Mein'

waren zu glücklich vereinigt zu sein, und nein! lasse mir meinen Muth' Ick tbue zu traurig, daß rotr uns verlassen mußten ' —— J ™ ^ry. thue

„Erinnerst Du Dich noch des Morgens, Friedrich, wo ich Dich unter dem Thore ^wartete, um Dir Lebewohl zu sagen als Du nach Paris reistest? Ich wollte eine Erklärung haben, aber Du hast mich nicht sprechen lassen. Warum hast Du mir da- mals ntd)t gesagt, daß Du mich liebtest?"

„Weil ich vor Eifersucht und Ärger ganz narrisch war. Den Abend vorher hatte Anita mich im Atelier erwartet, um mit nur von Deiner Liebe zu Louis Bernier,

I seinem Leben zu bezahlen, denn sein Mörder Guiteau war ein enttäuschter Aemterjäger. Grant und Conkling galten nun als die Hauptstützen dieses Corruptionssystems und da von Arthur bekannt ist, daß er nur eine Kreatur dieser beiden Politiker ist, so ist die Trauer um den Tod Garfields desto größer bei allen rechtlich denkenden Amerikanern.

I Vielleicht aber erweist sich Arthur schließlich besser, als man jetzt glaubt; jedenfalls muß er bei der im ganzen Lande herrschenden großen Aufregung höchst vorsichtig zu Werke gehen, denn mit den Amerikanern ist nicht zu Waffen. Die Ermordung Garfields war ein Werk der ämtergierigen Cliquen, und fo sehr auch Arthur mit diesen syrnpathi- firen mag, wenn er es zu arg treibt, so ist es mit ihm für immer und für die republi­kanische Partei auf lange Zeit vorbei. Allein die Hoffnung aller Derer, welche eine bal- dlge gründliche Reform des Aemterwesens herbeiwünschten, ist jetzt wieder getäuscht. Arthur verdankt seine ganze Stellung der „Maschine" und wenn er — was wahr­scheinlich ist — auf eine Wiederwahl fpecu- (- - -"7— ------f i lirt, so kann er diese ohne die Hilfe der

bisherigen Beamten Platz machen müssen. Handwerkspolitiker seiner Partei nicht durch-

Hlerm liegt der Hauptgrund der großen setzen, denn diese und nicht das Volk macken

Corrunttnn nn nntPrifAntfA»« I die Wahlen. Das Volk ist wohl im Ganzen

. _ empört über alle diese schmählichen Umtriebe weßhalb Allein wenn zehn Millionen Wähler „orga-

Corruption im amerikanischen Aemter- und Parteiwesen, worin der Grundsatz gilt:

Um den unterlieaenden'Hs I T®9!! 9Ä die Beute", weßhalb i Allem wenn zehn Millionen Wähl,

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Tante Agnes.

Novelle von O. de C. Ins Deutsche übersetzt von M. B. (Fortsetzung.)