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ist heute folgendes Schreiben bei der amen- kanischen Geiandschaft eingelaufen: „Berlin, 20. Sept. 1881. Die heute hier einge­gangene Nachricht von dem Ableben des Präsidenten Garfield hat die kaiserliche Regierung tief bewegt. Dem Unterzeichneten ist es ein Bedürfniß, die aufrichtige Theil- nähme der kaiserlichen Regierung an dem schweren Verluste auszusprechen, welchen Volk und Regierung der Vereinigten Staaten durch den in Folge eines nichts- würdigen Verbrechens eingetretenen Tod des Präsidenten erlitten haben, (gez.) Busch."

— Herr Weltpriester Büchs sendet der ,Schief. Volksztg.' Folgendes zu: „Glatz, 17. Sept. Unter Bezugnahme auf sein Schriftstück vom 15. März d. I. erkennt und bekennt zum wiederholten Male der gehorsamst Unterzeichnete seine Schuld und sein großes Unrecht das er gethan, da er ohne die Missio canonica die Verwaltung der Pfarrei Rudno Rudzinitz übernahm. Das öffentliche große Aergerniß, das sehr böse Beispiel und die "daraus sich noch- wendig ergebenden schlimmen Folgen für ihn einerseits und für die heil. Kirche andererseits, bereut er aufrichtig und von Herzen, und zwar in solcher Stimmung, daß er außer Stande wäre, es in Worten auszudrücken. Es bleibt dem reuig Ab- bittendcn nur übrig, den Herrn Fürst­bischof, die von ihm so schwer beleidigte hochwürdige Geistlichkeit, und insbesondere auch die Kirchengemeinde Rudno-Rudzinitz, sowie alle katholische Welt innigst um Ver­zeihung zu bitten und um milde Beur- theilung jenes unseligen Schrittes. Acht­ungsvoll ergebenster Büchs, ehem. sogen. Staatspfarrer von Rudno.

* Trier, 22. Sept. DerHochw.Hr. Bischof Ko rum, welchem der Weihbischof Kraft und der Domcapitular Arnoldi entqe- gengefahren waren, ist Nachmittags 2 Uhr eingetroffen. Er begab sich zunächst zum Pfarrer der Paulinuskirche. Um Va4 Uhr bewegte sich vom Dom eine sehr große Procession, woran alle Pfarreien, sehr viele Geistliche und das Stadtverordnetencolle­gium theilnahmen, nach der Paulinskirche, wo die Begrüßung des Bischofs durch vr. Holzer Namens des Domkapitels statt­fand. Der Bischof erwiderte, er werde sich bestreben,^ ein würdiger Nachfolger des hl. Eucharius und besten Nachfolger im Dienste der Kirche unter Mitwirkung der Geistlich­keit zu werden. Er legte die Bischofsge­wänder, Mitra, Kreuz Handschuhe, Ring an und ergriff den Hirtenstab. Die feierliche Procession ginq zurück nach dem Dom, wo 51/» Uhr der Einzug stattfand, welchem ein Te Deum folgte. Der Bischof segnete die Menge, während er unter dem Baldachin schritt. Die Stadt ist sLön geschmückt. Viele Fremde sind eingetroffen. Die Pro­cession wurde ourch Regen nicht gestört.

* Hannover, 20. Sept. Die Frage wegen Altersversorgung der Lehrer an den Volks- und Bürger-Schulen, welche vor dem Hannöverischen Städtetage angeregt wnrde, hat dem .Hannover'schen Gourrier' zufolge, insofern bei der Staatsregierung eine günstige Aufnahme gefunden, ?ols zu­nächst von den Provincial-Regierungen und Consistorien über die bislang aus Staats­mitteln zu Pensionsbeihilfen verwandten Geldsummen, über deren Zulänglichkeit und ähnliche Puncte Nachweisungen eingezogen und sodann nach zuverlässigen Nachrichten vom Cultusminister zu dem nächstjährigen Staatshaushaltspläne Anträge auf Ver­stärkung dieser unbedingt unzulänglichen Mittel gestellt sind. (K. V.)

Frankreich.

* Paris, 21. Sept. Laut hier einge- troffenen Nachrichten au» China ist in

Hongkong und Schanghai die Cholera aus­gebrochen.

Amerika.

* New-Jork, 21. Sept. Die öffent­liche Subscription für die Familie Gar- field's hat 190,060 Dollars ergeben. Die Ueberreste des Verblichenen werden morgen per Eisenbahn von Song Branch nach dem Capitol in Washington gebracht, dort bis Freitag Nachm. 5 Uhr ausgestellt, dann mittels Leichenwagen nach Cleveland übergeführt, wo nach einer weiteren Ausstellung die Beerdigung Montag Nachmittag 2 Uhr stattfindet.

ProvtneieüeS uuv LscalsS.

* F u l d a, 23. Sept. Der heutigen Nr. der ,Fuld. Ztg.' sind für die aus- wärtigen Postabonnenten die Bestellzettel für das IV. Quartal beigelegt. Voraus­sichtlich werden die drei letzten Monate des laufenden Jahres, wie für die preußischen Katholiken überhaupt, so speciell für die Angehörigen der Diöcese Fulda, eine Zeit der gespanntesten Aufmerksamkeit sein, die uns manche Ueberraschungen bringen wird. Scyon aus diesem Grunde dürfen wir hoffen, daß nicht nur die seitherigen Abon- nenten der ,Fuld. Ztg/ auch im neuen Quartale derselben treu bleiben, sondern noch recht viele neue Abonnenten hinzu­kommen, zumal das letzte Quartal des Jahres zum großen Theile mit der Winterzeit zusammenfällt, die das Be­dürfniß zu lesen erhöht und Allen die nöthige Muse gestattet.

— Die jüngste Nr. der ,Provincial- Corresp/ ermahnt in einem „Das böse Wählen" überschriebenen Artikel zu zahl­reicher Bctheiligung an den Wahlen. Die­selbe Ermahnung wollen auch wir an unsere verehrl. Leser richten.

— Sonntag, den 25. Sept., weiden von sämmtlichen Stationen von Fulda bis incl. Niederrodenbach zu Personenzügen einfache Billets, zur Hin- und Rückfahrt gütig, nach Sachsenhausen und Frankfurt, sowie an den folgenden Sonntagen von Hanau Ostbahnhof nach Sachsenhausen, Frankfurt und Wiesbaden ausgegeben.

— Der ,Frkf. Ztg.- wird unter'm 21.

Sept, aus Berlin geschrieben:

„Herr von Schlözer, der sich heute nach Var- zin begeben hat, wird sich einige Tage dort auf­halten. Es sind über den Stand der Verhand­

lungen Informationen folgenden Inhalts zuge­kommen. Bestritten wird die klerikalen Blättern aus Rom zugegangene Nachricht, fwonach dort gar keine Verhandlungen über principielle Fragen statt­gefunden hätten. Es ist über die Anzeigepflicht verhandelt worden, ferner über andere die preu­ßischen Kirchengesetze betreffenden Fragen, wobei stets auf beiden Seiten von Hause aus die Unter­werfung des einen Theils unter den anderen nicht berührt worden ist. In Zukunft, heißt es, soll die Anzeigepflicht so geregelt werden, daß die Re­gierung ein Veto gegen den vom Bischof ernann- ' ten Geistlichen einlegen kann. In erster Linie : hat es sich in Rom allerdings darum gehandelt, über die Personenfrage, d. h. die Wiederherstell­ung geordneter Dibcesan - Verwaltungen, zu \ einer Verständigung zu gelangen, indem man beiderseits von dem Gesichtspuncte aus­gegangen ist, daß, wenn erst personae gratae zu Bischöfen bestellt sind, alsdann auch vie Ver­ständigung über einen modus vivendi sich leichter werde finden lassen. Und so heißt es, daß Herr • v. Schlözer die Candidatenliste für die neu zu be- ' setzenden Diöcesen dem Reichskanzler nach Barzin bringt. Wird diese Candidatenliste bestätigt, so gilt es als selbstverständlich, daß die Bischöfe den Anordnungen des Papstes hinsichtlich der mit der ! Regierung getroffenen Vereinbarungen unbedingt ; und unweigerlich Folge leisten werden. Es dürfte > übrigens demnächst eine officiöse Erklärung über । den Gang der in Rom geführten Verhandlungen ' publicirt werden. Keinenfalls glaubt man, daß di- Verhandlungen dieses Mal resultatlos ver­laufen werden. “ -

— Bei der bevorstehenden Controlver- -

sammlung treten die Mannschaften der Re­serve des Jahrganges 1874 zur Landwehr, die der Landwehr des Jahrganges 1867 zum Landsturm und die Ersatzreservisten 1. Classe des Jahrganges 1876 zur Ersatz­reserve 2. Classe über.

— (Nachträgliches vom Kreisturnfest in Hersfeld.) Dem Kreisblatt für den Ober­weser-Turnkreis entnehmen wir folgende officielle Beurtheilung der Musterriegen bnm Kreisturnen zu Hersfeld am 7. äug.

1. Casseler Turngemeinde: Zusammen, gesetzte Freiübungen (unter Leitung von Laus-Cassel.) Der Aufmarsch befriedigte durch verständige Anordnung und genaue Ausführung. Die Freiübungen boien dem Auge ein wohlgefälliges Bild, sowohl durch die Auswahl als durch die Darstel­lung. Vorturner und Turner erfüllten die gestellte Aufgabe und zeigten den ver­sammelten Festgenoffen, wohin wir die Maffenübungen zu bringen hoffen.

2. Riege der Turner Fuldas: Eisenstab­übungen (unter Leitung von Jänecke- Fulda). Die Zusammenstellung der Stab- Übungen war gut; die Ausführung war besonders bei den ersteren Hebungen eine exacte, bei den letzteren traten einige kleine Mängel zu Tage. Unter Berücksichtigung der Festverhältniffe erklärten sich die Preis- lichter befriedigt.

3. Musterriege des Nordhessischen Gaues: Ein- und Aussprünge am Barren (unter Leitung von Jänecke-Caffel). Als erster Versuch bildete diese Abtheilung einen schätzenswerthen Theil der Festarbeit. Bei Einzelnen trat die weniger gute Einübung störend hervor. Die Turner zeigten Elfer und guten Willen, die Hebungen schulge- mäß vorzuführen.

4. Riege der Turner Fuldas: Pferd­übungen (unter Leitung von Jänecke- Fulda). Die Hebungen waren recht gut eingeübt und wurden glatt ausgeführt. Die Beinhaltung befriedigte durchgängig nicht.

5. Hersfelder Turnverein: Barren- Übungen (unter Leitung von Bächstädt- Hersfeld). Durch genaue, fast tadellose Ausführung erwarb sich diese Riege das besondere Lob.

6. Caffeler Turngemeinde: Pferdübungen (unter Leitung von Laus-Cassel). In jeder Richtung befriedigend. Der gute Ruf des Vereins wurde glänzend gewahrt.

Die Hebungen der Göttinger Riege am Sturmfpringel mußten gleich nach Beginn eingestellt werden, weil das vorhandene mangelhafte Geräth zerbrach.

(gez.) Fr. Steudel-Clausthal.

„ W. Meyer-Münde».

„ C. Boppenhausen-Cassel.

K. P. E. V. Diese vier Buchstaben sollen nach einer soeben erschienenen Ver­ordnung des Ministers für öffentliche ar­beiten zur Bezeichnung der Waggons der „Königliche Preußische Eisenbahn-Verwal- tung". Nach den Vorschriften des Ministers erhalten Wagen der preußischen Staats- bahnen und der für Rechnung des Staate« verwalteten als gemeinsames Merkmal den heraldischen schwarzen Adler auf weißem Felde mit der Bezeichnung K. P. E. V. Der Anstrich der Wagen ist ebenfalls ein­heitlich geregelt.

— Auf Grund eines Kaiserlichen Er- lasses wird für die Unterofpciere der Dragoner, Husaren und Ulanen eine Re- volvertasche, sowie eine Kartouche für die Revolver-Munition an Stelle der bisher üblichen, der Pistolenbewaffnung entsprechen­den, eingeführt werden. Wer die Hube-