Freitag, den 16. September 1L8L
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Tante Agnes.
Novelle von O. de C. Ins Deutsche übersetzt von M. B. (Fortsetzung.)
- ö> iuiiu uuuuu ein vouguirges oeugniß ablegen, weil ich lange Jahre hin- durch in der Lage war, als Rechtsconsulent zu beobachten, was der Bonifacius - Verein im Norden insbesondere geschaffen hat. E» kann den Katholiken Deutschlands und Oester« reichs nicht dringend genug empfohlen werden, chre Gaben diesem Verein mehr und mehr zuzuwenden; denn die Noth in der Diaspora ist ungeheuer groß, und ich bedauere, daß nicht einige Herren aus diesen Gegenden, namentlich aus Hamburg, in der Lage ge« wesen sind, diese Noth zu schildern. Ich bitte alle meine Freunde, in ihrem Kreise zu wirken, daß dem Bonifacius«Verein weitere Mittel gegeben werden; es wird mit Dank angenommen, und der Segen Gottes wird denen zu Theil, welche diese Gaben bringen. Ich mache nur noch auf j ein kleines in Bonn erschienenes Schriftchen aufmerksam, in welchem aufgefordert wird, Bonifacius«Vereine zu bilden von F r a u e n, welche die Mittel zu dem angegebenen Zweck sammeln und verwenden sollen.
Weiter mache ich Sie aufmerksam auf den GeselleN'Verein, deffen General« Präses uns so interessante Mittheilungen über Umfang, Bedeutung und Zweck des Vereins gemacht hat, und der heute schon 80,000 junger deutscher, kräftiger Männer zählt. M. H., das ist etwas ganz Außer« ordentliches, 80,000 Arbeiter sind gerettet vor den Gefahren, welche die Welt bnngt, vor allem gerettet vor dem Socialismus. Sie sind in geschloffenem Gliede, und ich muß sagen, daß ich dafür halte, daß dieser Verein mehr geleistet hat und stündlich
„Mein Herr," sagte ich ganz ruhig, denn ich erneth sehr gut, was jetzt kommen würde, „Sie wiffen, daß Ihre Mutter meine beste Freundin ist."
„Aber heute bin ich nicht gekommen, um von ihr zu sprechen, sondern von mir. Das Wohlwollen, mit welchem Sie mich bei meiner Nückkehr aus England empfangen haben, ist ganz verschwunden; Sie scheinen mich zu fliehen, Sie vermeiden sogar meine Mutter, weit Sie wahrscheinlich fürchten, mir bei ihr zu begegnen. Dieses Benehmen hätte mir sagen müffen, daß es unbescheiden von mir ist, diesen Schritt zu thun, aber ein Mann kann sein Herz so leicht nicht zum Schweigen bringen. Verzeihen Sie mir, aber Sie find es, welche ich achte, verehre und liebe; ja, in der ganzen Welt am meisten liebe! Ich begreife er, daß Sie schon einmal meine Liebe zurückgewiesen haben. Sie sind von vornehmer Familie und Ihr adeliges Blut muß sich bei dem Gedanken an eine so bescheidene Verbind, ung empören. Ich bin der Sohn eines Arbeiters, ich gehöre zu Denjenigen, welchen )te Welt als eine Beschimpfung den Titel dcs Emporkömmlings gibt. Aber Gott ist mein Zeuge, daß mir an meinem Vermögen nur in so fern etwas liegt, weil es mir erlaubt, Gutes zu thun. Sie haben mich
mehr leistet zur Bekämpfung des Socialis« mus in feiner häßlichen Gestalt als stimmt« liche Gesetze, die in dieser Richtung erlas« sen und geplant worden sind. Es ist un« begreiflich, daß es Momente gegeben hat, wo man einen solchen Verein mit scheelen Augen ansah; aber es geht leider oft so, daß der Kranke die Medicin, welche Heilung bringen kann, nicht erkennt, und krank, leider schwer krank sind wir an recht vielen, bedeutsamen Stellen; sonst wäre es undenkbar, daß man einen solchen Verein mit scheelen Augen ansehen könnte.
Daran schließt sich die außerordentlich rasche Thätigkeit des Vereins für A r b e i« ter wo hl, von dem College Mo u fang ein so schönes Bild entrollt hat. Meine Herren, wir dürfen nicht weggehen von hier, ohne uns alle eingeschrieben zu haben als Mitglieder dieses Vereins und ohne den Versuch, die Schriften, die von demselben ausgegeben, zu colportiren und nach allen Seiten zu verbreiten. Und das neueste Werk: „Dar häusliche Glück", ist so prächtig und lehrreich, daß auch die Hausfrauen, welche nicht zum Arbeiterstande gehören, es mit großem Nutzen lesen werden. Und wenn sie es selbst nicht wollen, dann geben re es ihren Dienstboten; denn für die ist es besonders gemacht. Zur Lösung der ocialen Frage wird es beitragen, wenn ede Familie in ihrem Hause ihre Dienenden dadurch anleitet, wie sie einen bescheidenen Hausstand führen können. Dazu aber ist allerdings auch nothwendig, daß man der Putzsucht, der Prunksucht der heutigen Zeit entgegentritt, und daß wir alle in der Hinsicht
rch von diesen Aquarellen machte, an denen er mich beständig arbeiten sah; er beküm« werte sich so wenig um das, was ich that, daß er mich nie über ihre Bestimmung ge« fragt hatte. Der, welchen ich eben fertig machen wollte, stellte eine, in spanischen Meder emgerahmte Landschaft vor. Ganz zufrieden, und mit einem unwillkürlichen Lächeln auf den Lippen ging ich ein wenig zurück, um den Haupteffect meiner Zusammenstellung besser beurtheilen zu können, als sich bte Thüre öffnete und Herr Bernier hereintrat. Ich reichte ihm lächelnd die Hand und fragte ihn nach dem Befinden semer Mutter, welche ich seit mehreren Tagen nicht gesehen hatte, denn ich hatte keine Zeit mehr, um Besuche und Spaziergänge zu machen. Wir sprachen von gleichgiltigen Dmgen, rch mußte die ganze Unterhaltung , uhren; er schien gegen seine Gewohnheit unruhig und antwortete mir ganz zerstreut.
oon Morangis," sagte er endlich, indem er aufstand, wenn meine (Segen# wart Ihnen vielleicht unangenehm ist, so sagen Sie es mir aufrichtig, dann werde ich mich entfernen, ohne mit Ihnen, wie ich es heute zu thun beabsichtigte, gesprochen zu haben; wenn sie aber ein wenig Freund- l schäft für mich fühlen, dann hören Sie nrch ! geduldig an."
XII. Capitel.
Es war Frühling und durch dar offene Fenster blies der laue Wind mir die Haare auf die Stirne. Vor mir in einem Glase standen einige Nägelchen, welche das Zimmer mit ihrem sanften Wohlgeruche erfüll« ten und zugleich eine leise Erinnerung an die vergangenen, auf dem blumigen Rasen zugebrachten Frühlinge in mir weckten. Ach! ich hatte keine Zeit, an dieses zu denken! Ich war zu vertieft in meine Arbeit. Vor wir lag ein schöner, feines Blatt Perga« ment ausgebreitet, welches nur noch einige Pinselstriche erwartete, um dem Fächer« wacher, welcher wich mit feinen Bestellnngen beehrt hatte, geliefert zu werden. Meine ersten Versuche hatten einen Erfolg gehabt, den ich in meiner Bescheidenheit gar nicht erwartet hatte, und war jetzt mit Bestell« ungen überhäuft.
Mit großer Freude hatte ich den Preis meines ersten Fächers empfangen. Dieses Geld, welches ich verdient hatte, wachte mich glücklich und stolz. Mein Vater hatte keine Ahnung von dem Gebrauche, welchen
I SÄ lung der Katholiken Deutschlands
z« Bonn.
Dre General-Versammlung deutscher Katholiken hat, wie ich zu meiner Freude constatire, eine große Zahl von Katholiken anderer Länder herbeigezogen. Das ist eben Große, Herrliche der katho« tischen Kirche, daß sie an den Grenzen irgend welcher Regierung nicht aufhört daß das warme katholische Herz diesseits und jenseits des Oceans sich begegnet und in brüderlichem Wettstreit sich unterstützt und theilniwrnt an der Freude und an dem L°ld, das uns trifft. M. H., es hat diese katholische Versammlung noch ganz beson« ders den Zweck, die einzelnen Männer, welche auf katholischem Gebiete thätig sind, in per« lönlicher Bekanntschaft näher zusammen zu führen, und dieser Zweck wird durch Vorträge, Versammlungen und gesellige Vereinigungen erreicht.
Da es naturgemäß ist, daß solche Ver- sammlungen anregend wirken müssen nach den verschiedensten Richtungen hin, so haben dieselben eine große Anzahl von speciellen Vereinigungen hervorgerufen, in denen das katholische Leben sich betätigt. Um einige zu nennen, erwähne ich zunächst den Boni- sacius«Verein, der über ganz Deutsch, land sich erstreckt und den Zweck hat, Mittel zu schaffen, um den zerstreuten Katholiken in Gegenden, wo diese selbst nicht stark genug sind, für sich Kirchen und Schulen zu grün« I Öen, die Mittel zu gewähren. Dieser Verein wirkt mit ganz auffallend segensreichem '