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denkt im Laufe dieser Woche nach Baden« Baden übrrzufiedeln.

— Die ,Frkf. Ztg.' schreibt: „Die künf­tige preußische Gesandtschaft bei der Curie hat es den Liberalen, für die es eine Lust war, in der Atmosphäre des!Cu!turkampfs zu leben, vollends angethan. Sie merken jetzt nicht nur, daß es mit der Herrlichkeit auch nichts war, sondern bekennen auch, daß sie die Getäuschten sind. So heißt es in einem Artikel der .Köln. Ztg.': „Es war vielleicht ein großer Jrrthum, Muth und Ausdauer, ideale Begeisterung und Opfer­fähigkeit für eine gänzlich unmaterielle geistige Sache bei Männern vorauszusetzen, deren Vergangenheit zeigte, daß sie nur Auge für das Reale, stets Zunächstliegende beseffen. Und mit der Erkenntnis dieses Jrrthums werden die deutschen Idealisten, die sich in unseren Tagen vor mancher Enttäuschung sehen, sich trösten und die Aufgabe, jeder an seinem Theile, selber weiter kämpfen, die dem preußischen Staate zu mühsam und sauer, jedenfalls augen­blicklich zu unbequem ist. Daß der größte Diplomat der Gegenwart an dem trotz aller Vielköpfigkeit so consequenten Wesen der römischen Curie einen noch größeren fand, braucht uns nicht weiter zu kümmern." Arme Idealisten! Sie faßten ihre Mission — vide Konitzer und Sybelschen Verein" — so frei und hochherzig auf, wie nur je ideale Bestrebungen begriffen wurden und jetzt lohnt es ihnen der Realismus in so empfindlicher Weise. Sie thaten sich so viel auf ihre „Realpolitik" zu gute und kommen sjetzt. dahinter, daß sie kein Auge für die große Realität in Deutschland, ge­nannt Bismarck, gehabt haben."

— Rach der ,Danz. Ztg.' hat der Czar seine hohe Befriedigung über die Begegnung mit Kaiser Wilhelm ausgesprochen. Seitens des Gefolges des Czaren wurde versichert, daß man den Czar noch nie in so freudig erregter und gehobener Stimmung gesehen habe.

— Anläßlich der letzten Reichstags­wahlen waren an vielen Orten Wahlauf­rufe öffentlich angeheftet worben, welche eine Aufforderung, den von der betreffen­den Partei vorgeschlagenen Candidaten zu wählen und eine Kritik des Gegencandi- baten bezw. eine Beurtheilung des Ver­haltens der Partei, welcher dieser angehört, enthalten haben. In Folge deffen sind die Bezirksregierungeu rc. ministeriellerseits daraus hiugewiesen worden, daß nach §. 9 des Preßgesetzes vom 12. Mai 1851, welcher durch den § 30 des Reichspreßge- setzes vom 7. Mai 1874 als landesgesetz­liche Vorschrift über das Placaiwesen aus­drücklich aufrechterhalten worden ist, die öffentliche Anschlagung solcher die Wahlen betreffenden Placate, welche einen anderen Inhalt haben, als die Ankündigung über eme gesetzlich nicht verbotene Versammlung, überhaupt unstatthaft und strafbar ist. Es

meiner Großmutter einen Brief voll Er­mahnungen und rieth mir, vorsichtig zu fein, wenn ich mein Geld anders anlegen wollte. Da ich aber fest entschloffen war und er auch nicht das Recht hatte, sich zu widersetzen, so gab er nach.

Den folgenden Tag hatte ich eine lange Unterredung mit Therese, nach welcher der Bediente und die Köchin verabschiedet wurden, weil die gute Seele mir angeboten hatte, die Hausarbeit allein zu übernehmen.

In der Nacht hatte ich noch einen andern Entschluß gefaßt, nämlich den, zu arbeiten und meinen Vater und mich vor dem Elende zu bewahren, in welches uns feine verderb­liche Leidenschaft unvermeidlich hineinzog.

(Fortsetzung folgt.)

wird also die öffentliche Anschlagung von Wahlaufrufen ober Bekanntmachungen von Candidaten für die bevorstehenden Reichs­tagswahlen, in denen politische Anschauungen verbreitet werden sollen, nicht geduldet werden. Dagegen darf durch öffentliche Anschlagung die Anberaumung von Wahl­versammlungen wohl bekannt gemacht und dabei einfach angegeben werden, daß in den Versammlungen bestimmte Candida- turen vorgeschlagen und besprochen werden sollen. Auch die Tagesordnung von an­beraumten gesetzlich erlaubten Versamm­lungen darf durch öffentliche Anschlagung bekannt gemacht werben, wenn der Inhalt solcher Bekanntmachungen sich auf die bloße Mittheilung der Tagesordnungen be­schrankt, ohne daß daran irgend welche I Raisonnements geknüpft werden.

— In Lübeck wird jetzt die Prügelstrafe j wieder eingeführt, wenigstens wirb dieselbe? in einer Bekanntmachung des Polizeiamtes i wegen Verhütung des übermäßigen Genus- l fts von Branntwein und sonstigen geistigen Z Getränken vom 2. Roo. 1839, die "jetzt er- -i neuert veröffentlicht wird, allen solchen l Personen angedroht, die in trunkenem Zu- !i stände sich auf den Gaffen u. s. w. untres« l ftn laffen und zu öffentlichem Aergerniß ' Veranlassung geben, resp. Störungen der l Ruhe und Sicherheit veranlassen. i

* Hannover, 11. Sept. Zur Reise, j des Kaisers nach Hannover theilt die.Wiener Allg. Ztg.' mit, am Tage der großen Parade > bei Berlin (30. Slug.) habe der Kaiser einen ! von Hamburg batirten, in großer (Antiqua-) Schrift geschriebenen Drohbrief erhalten, t ganz ähnlich dem, welcher jüngst in Kis. \ fingen dem Fürsten Bismarck zugegangen, ; in welchem angedroht sei, daß der kaiserliche i Extrazug auf der Lehrter Route nach Han- ? nover verunglücken würbe. In Folge des- ? fen fei in letzter Stunde plötzlich und ge- 1 heim auf der Potsdamer Strecke ein Extra- f zug bestellt worden. Die Reise des Kaisers i selbst sei mit sonst nie angewenbeten Vor- s sichtsmaßregeln erfolgt. Der Bahnhof in | Magdeburg fei abgefperrt gewesen. Tele- j gramme über die veränderte Abreise des > Kaisers, welche einige Berliner Zeitungs - I Berichterstatter nach Magdeburgs also dem ■ kaiserlichen Zuge voraneilend, auf dem Pots- i bamer Bahnhofe in Berlin hätten aufgeben i wollen, feien nicht befördert worben. Zu j dieser letzten Mittheilung bemerkt der ,Han- i noo. Courr.', daß ihm Mittags zwischen | 12 und 1 Uhr ein Telegramm aus Ber- l lin zugegangen sei, welches die veränderte \ Abreiftzeit und die Abfahrt vom Potsdamer l Bahnhofe anzeigte; es sei also in diesem i Falle von keiner Beanstandung die Rede - gewesen. (Köln. Volksztg.)

* Karlsruhe, 12. Sept. Der,Bad. i Landeszeitung' wird aus Stockholm ge- i meldet: Die Königin und der Kronprinz l von Schweden werben am 15. b. in Frank- | furt a. M. eintreffen, wo die Königin bis ä zum 18. b. verbleiben wirb, an welchem l Tage der König mit großem Gefolge bort 1 ankommen wird. Die Änkunft in Karls- \ ruhe erfolgt am 19. b.

Oesterreich-Ungarn.

* Wien, 13. Sept. „Zum 11. Sep- j tember" schreibt das hiesige ,Vaterlanb': $ „Heute hält unser neuer Oberhirt seinen | festlichen Einzug und nimmt mit ben weihe« l vollen Zeremonien, welche bie Kirche für i eine solche Gelegenheit vorgeschrieben hat, l von seiner Kathedrale Besttz. Fürst-Erz- ! bischof Cölestin hätte keinen bedeutungs- j vollern Tag für diesen feierlichen Act des ■ Antrittes seines für diese Hauptstadt, diese i Diöcese und für das ganze Reich so hoch- * wichtigen Amtes wählen können. Denn ' dieser Festtag, der Namenstag der Gottes- •

mutter ist von Jnnocentius XXI. eingesetzt worben als Erinnerungs« und Dankfest für die Befreiung Wien's von der Türkenbe­lagerung bes Jahres 1683. Der Erbfeind der Christenheit bedrängte mit einer schein­bar unüberwindlichen Macht unsere Stadt, damals noch das Bollwerk der ganzen abendländischen Christenheit. Menschlichem Ermessen nach war alles verloren, und mit dem Falle Wien's mußte sich eine Fluth der Barbarei über Europa ergießen, welche alle Früchte einer vielhundertjährigen christlichen Culturarbeit unter ihrem Schlamme begrub. Die Gefahr stieg auf ben Gipfelpunkt. Unb bas Schlimmste war: Viele von Denen, welche berufen ge­wesen wären, mit vereinter Kraft den Erb­feind bekämpfen zu helfen, der auch sie be< drohte; sie, sei aus Unkenntniß, sei es aus egoistischer Feigheit, riefen Friede, wo kein Friede ist, noch sein darf, uno entschlugen sich nicht nur des Beistandes, sondern suchten Verwirrung in die Reihen der Kämpfer zu bringen. Daß dennoch heute vor 198 Jahren bas kleine, aber opfer- muthige Heer durch die weise Führung seiner Feldherren eine überlegene Auf­stellung nehmen und am nächsten Tage »ach heißem Schlachtenmühen in die be» freite Stadt siegreich einziehen konnte, bas dankt bie Christenheit dem innigen Glaudensmuthe seiner Vorkämpfer, bie in höchsten Gefahren und Nöthen im Vertrauen auf den Herrn, der Seine Kirche nicht ver­läßt, unb auf die allerseligsie Jungfrau, deren Fest wir heute feiern, unerschrocken dem übermächtigen Feinde entgegen getreten sind. Ein Glück und Segen verheißendes Zeichen möge unferm neuen Oberhirten das Gedächtniß jenes großen Tages werben, der Wien von der Bedrängniß der Ungläubigen befreite! Nicht nach errungenem Siege zieht er in die Stadt ein, sondern zum Siege. Nicht zum Siege für blutige Waffen­gewalt, sondern durch bie Waffen des Glau­bens, des Geistes, der Liebe unb der kirch­lichen Zucht, welche fein erhabenes Amt ihm in bie Hanb gegeben. Nicht zum Siege über bie Grausamkeit der Türken, sondern über bie Verirrung ber Geister und der Herzen, wie sie heute nicht weniger drohend der Kirche Christi gegenübersteht wie jemals das Schwert des Moslim. Gott wolle den Einzug unseres Oberhirten mit seinem Se­gen begleiten, daß an diesen Tag die spä­testens Enkel neue Erinnerungen des Dankes knüpfen, unb das Fest des Namens Mariä ein Fest zweifacher Befreiung werde.

Schweiz.

* Bern, 13. Sept. Der Bundespräsi­dent Droz, die Bundesräthe Schenk unb Ruchonnet und ber Dberbauinfpector sind von Salis aus nach Elm gereift, wo 30 Häuser und 200 Personen verschüttet sind.

Italien.

* Rom, 10. Sept. Wie sehr Diejenigen Recht behalten, welche schon vor Jahren prophezeihten, die italienischen Kloster- und Kirchenstürmer würden noch von ihren eige­nen Helfershelfern bedroht unb schließlich verjagt werben, bafür liefert folgenbe auf einer Volksversammlung zu Cata­nia verlesene Erklärung des Commu­nisten Saffi einen recht deutlichen Beleg. Saffi schreibt:

„Das italienische Volk ist in der Gewalt einer unmoralischen Regierung, von unmoralischen Mi­nistern, Präfecten und Sbirren. Wenn ihr das Garantiegesetz verurtheilt, das allgemeine Stimm­recht proclamirt und ökonomische und bürgerliche Reformen fordert, so vergesset die.erste, nothwen- digste und vitalste Bedingung davon nicht: es dringe von euch ein Schrei aus, den ganz Italien aufnimmt, und dieser Schrei sei der Vorbote der Aufhebung einer Regierung,: die sich gegen alles, was recht und ehrlich sist, ja die Versprechungen der Männer versündigt, die als Bürger das v-r-