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Donnerstag, den 15. September 1881

Fuldaer Jeitung.

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j müffen, soll Frankreich Algier und seine ! Oberherrschaft über Tunis nicht verlieren.

Deutsche» Weich»

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i »Ah! So sind die Frauen, | mit seinem höhnischen Lächeln.

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Taute Agnes.

Novelle von O. de C. Ins Deutsche übersetzt von M. B. (Fortsetzung.)

um seinen Hals schlingend, „wenn in Ihrem Herzen noch eine Erinnerung der Liebe an meine Mutter lebt, so flehe ich Sie in ihrem Namen an, setzen Sie sich dieser unglück­lichen Versuchung nicht mehr aus, welche Sie ins Verderben führt und brechen Sie die Verbindungen ab, die Sie hineinziehen. Ich gebe Ihnen herzlich gerne die Hälfte meines Vermögens, ja, wenn Sie wollen, mein ganzes Vermögen. Wenn es sein muß, will ich gerne Tag und Nacht für Sie arbeiten, kein Opfer soll mir zu schwer und keine Mühe zu groß sein, um Sie zu retten."

Er machte meinen Arm los und stieß ihn kalt zurück.

von Villery geerbt hast, so angelegt ist, daß man von heute bis morgen darüber ver­fügen kann. Höre, was ich Dir vorschlage.

Leihe mir die Summe, welche ich brauche, und von der ich Dir die Zinsen zahlen werde bis zu dem Tage, wo es mir mög­lich sein wird, Dir das Capital zurückzu- geben. Noch einmal, mein Kind, ich will Dich nicht überreden. Es ist einfach ein Vorschlag, Dein Geld anzulegen."

„Sie wissen sehr gut, mein Vater, daß ich nichts von Geschäften kenne. Wie riel müssen Sie haben."

„Achtzigtausend Franken."

„Ohne Zweifel wissen Sie auch, daß diese Summe die Hälfte meines Kapitals ist, und wenn ich sie Ihnen übergeben habe, wird Ihnen ein Einkommen bleiben, wel- ches kaum hinreicht, uns vor Armuth zu schützen."

„Liebes Kind, ich versichere Dir, daß diese Geldverlegenheit nur eine augenblick­liche ist."

Ich stand auf. Mein Herz klopfte stark und meine Augen füllten sich mit Thrä- nen. Ich wollte diesen Augenblick benutzen, um noch einen letzten Versuch zu machen. Gerne hätte ich mein Leben hingegeben, um ihn zu retten.

ausbaden. Dar nennt man moderne demokratische Volksbeglückung!

Die famosen Nedensarten von dem Plane des General Saussier, — und von dem „großen Schlage", durch den die Araber vernichtet werden sollen, erinnern uns nur gar zu sehr an den verunglückten „Helden von Paris", den General Trochu, der auch mit seinem geheimnißvollen „Plane" die „Prussiens" vernichten und von der Erde vertilgen wollte. Der klägliche Ausgang ist bekannt, daher auch da« Spottwort: „il a son plan“ von einem Menschen, der nicht weiß, was er machen soll. Ob der Obercommandant Saussier dies weiß? Bis jetzt hat derselbe noch nichts geleistet, obwohl ihm Generalvollmachten ertheilt und zum Mindesten bereit« 30,000 Mann Verstärkung geschickt wurden. Es wäre gewiß die höchste Zeit, daß dieser Vertraute Gambettas, nun auch das Vertrauen des Landes rechtfertigte und Frankreich Etwas von seinem famosen Plane sehen ließ. Die Furcht erscheint wohl von Neuem ge­rechtfertigt, daß Tunis für Frankreich wer­den wird, was Afghanistan für England war: ein Pfahl in seinem Fleische, eine Wunde, an der es sich halb und halb verblutet. Vom Standpuncte der deutschen Politik würde dar kaum zu beklagen sein.

„Welcher denn?" unterbrach ich ihn.

„Oh! durch den Einfall, den er hatte, ein Paar Pferde zu kaufen, welche er mit 20,000 Frs. bezahlt hat, und von denen heute Morgen eins verendet ist."

„Wer hat Ihnen gesagt, daß dieser Ein- fall von ihm gewesen?"

„Anita, welche die große Verschwendung ihres Mannes beweint."

„Ah! diese Lüge! Denn al» ich eines Morgens Anita besuchte, war ich leider bei einer ziemlich heftigen Unterredung gegen­wärtig gewesen, wo Friedrich sich zum ersten Male einer Laune Anitas widersetzte und ihr förmlich verboten hatte, diese Pferde zu kaufen."

„Doch um wieder auf die Sache zu kommen, von der wir sprachen," sagte mein Vater, „so höre nun, um was e» sich han­delt. Du weißt, daß mein Vermögen nur aus Anita's Revenüen besteht, ich habe also kein Capital, über welches ich verfügen kann und habe gleich eine ziemlich bedeu­tende Summe nöthig. Ich weiß, daß das Vermögen, welche« Du von der Gräfin

Noth. , i und ist die Gefahr erheblich, an einen

>vas französische Ministerium war m j — " ' • —

den letzten Tagen vollauf beschäftigt mit den Hiobsposten, die aus Afrika einliefen. Ferry, der Ministerpräsident, langte vom Lande eigens in Paris an, um einem Ministerrathe zu präsidiren, der die Lage der Dinge in Algier berathen und schleunigst die nöthigen Vorkehrungen treffen sollte. Die Araber überall im Vormarsch; täg- liche Gefechte mit denselben; der Vormarsch der Franzosen überall gehindert und lahm­gelegt; die Verproviantirung der französi­schen Truppen im Innern mit den größten Schwierigkeiten verbunden; General Cor- reard, trotz der Blockade von Hammamet, bedrängt; Verstärkungen für ihn dringend nöthig; im Süden Tunesiens der Aufstand allgemein; die Desertion der Soldaten des Bey zu den Aufständischen im Wachsen, und von den Behörden des Bey begünstigt; die Stämme der Riah Tiaff und Frabeisi eidlich verbunden zum Angriff auf die Franzosen; die friedlichen Stämme schwierig und von andern Stämmen — so die Hammanas von den Uled Ayard — wegen ihrer Haltung beraubt und angegriffen; die Hauptstadt Tunis selbst bedroht; panischer Schrecken dort, wie in La Gou- lette und anderen Städten; so lauteten Schlag auf Schlag die Telegramme, welche in den letzten Tagen in Paris an­langten nnd die größte Bestürzung hervor­liefen.

" sagte er

i „grand coup" (großen Schlag.) Was be- I schloß also der französische Ministerrath? \ »Der ganze tunesische Aufstand soll durch ! einen großen Schlag vernichtet werden;" e» l sollen schleunigst umfassende Verstärkungen । noch Afrika abgehen; die afrikanische Armee

soll auf 100,000 Mann gebracht werden; der Obercommandant General Saussier soll seinen „durch die Jahreszeit verzögerten Plan, der in dieser Provinz (Afrika I) Ruhe und Ordnung Herstellen soll," als- bald ausführen. Da, — nun kann Frank- reich wieder ruhig schlafen, der Minister- rath wird ja für Alles sorgen!

Es ist also ganz so, wie die bösen „Conservativen" und die Intransigenten es vorausgesagt haben: die Wahlen wur­den so beschleunigt, damit die Wähler nicht die richtige Kenntniß von den Dingen und ! namentlich von der Unfähigkeit des Kriegs­ministers Farre und der in Algier ope- rirenden Commandanten erhielten. Nun die Wahlen vollzogen sind und die republikanische Mehrheit in Sicherheit ist, kommt der hinkende Bote Hintendrein: nun kommt es heraus, daß der Stand der Dinge in Algier und Tunis der aller- I schlimmste ist, daß unermeffliche Opfer an I @e(b und Mannschaften gebracht werden

Der Ehrgeiz der Chauvinisten und ihres

rm in. r . 8 Häuptlings Gambetta hat die tolle tune«

Wenn der Franzose eine Gefahr ab-Z fische Politik Frankreichs verschuldet, das ?! nr\m'a’ 6Teif b e ?•'» fo denkt l Land aber muß, während Gambetta in er gleich an einen „coup" (Schlag) — ' ~

* Berlin, 13. Sept. Die officiellen Hofnachrichten bestätigen, daß die Kaiserin die „nachgesuchte Antrittsaudienz" des Bi- ; „—v— .......... -> schoss von Trier mit Rücksicht auf ifir

Ehre unk Genuß schwelgt, die bösen Folgen ? finden verschoben hat. Ihre Majestät ge-,

j mit seinem höhnischen Lächeln. „Ihr seid l Alle gleich. Immer zu den heldenmüthig- sten Thaten bereit, zu Allem, außer zu Dem­jenigen, was man von Euch verlangt und das meistens nur ein Act des Verstandes und der gesunden Menschenvernunft ist. Du weißt sehr gut, wa« Du zu thun hast, wenn Du, wie Du sagst, mich retten wolltest!" „Was?" „Maschinsky heirathen."

„Sie retten! Sagen Sie eher, daß Sie und ich mit Ihnen dadurch für diese und . ,, . . ., , | jene Welt verloren gehen."

Mein Vater, sagte ich, meinen Arm | Msr. Moreau schrieb mir im Namen