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für den verbindlichsten Dank entgegenza« nehmen." — Der.Reichsanzeiger' veröffent­licht die Ernennung Steinmann's zum RegierungSprästdenten in Gumbinnen.

— Der bayerische Landtag ist auf den 28. September einberufen.

— Die Nachricht, daß Herr v. Goßler sich behufs kirchenpolitifcher Verabredungen zu dem Oberpräsidenten v. Bardeleben nach Coblenz begeben habe oder begeben wolle, wird dementirt.

— Der Tag der Inthronisation des Herrn Bischofs von Trier soll jetzt, laut der ,Trierischen Lande-ztg.', auf Sonntag, den 18. September, festgesetzt sein. Der Herr Bischof werde entweder am 16. oder 17. September, von Coblenz kommend, auf dem Trierer Moselbahnhof eintceffen und seinen Einzug in die Stadt durch das Nömerthor halten.

— Er ist bemerkenswert, daß ein Mit­glied des linken Flügels der Nationallibe- raten, der Landtagsabgeordnete Fchr. v. Gustedt, in seiner Candioatenrede zu Eisenach die Erwartung einer baldigen Wiederver­schmelzung der Secessionisten mit den Nationalliberalen ausgesprochen hat. Man wird^ja demnächst hören, wie dieBertrauens- männer der nationalliberalen Partei, die binnen Kurzem hier unter Bennigsens Vor­sitz zu einer Besprechung zusammentreten, zu dieser Frage sich stellen werden. Wie verlautet, hat der Reichskanzler sich unlängst dahin geäußert, er verlange von den National­liberalen jetzt eine ganz bestimmte Stellung­nahme zu seinen finanz- und socialpolitischen Entwürfen, widrigenfalls er sie als Feinde der Regierung betrachten werde; darauf ist wohl auch jene unpatriotische Bermerkung der .Norddeutschen' zurückzuführen, daß wer gegen die Regierung stimmt, zugleich gegen den Kaiser votirt.

— Die ,Danziger Zeitung' meldet, daß in Danzig am 9. September der russische Kaiser mit deutschen Kaiser wahrscheinlich auch dem Kronprinzen zusammen komme. Der Czar reise auf dem russischen Kriegs­schiff „Kaiser Wilhelm", zu Lande von den Konitzer Manövern nach Danzig. — Der ,Morning Post' zufolge, hätte sich Keudell kürzlich aus der Liste der Ehrenmitglieder des Cobden Clubs streichen lassen.

* Bonn, 4. Sept. (Katholikenvers.) Kaufmann bewillkommnete Namens des

Localcomits's die Gäste; Preyfer bringt Grüße au« der Schweiz vom Grabe des fel. Canisius; Racks dankt dem Local- comtie; Professor Schaepmann(Utrecht) überbringt Grüße aus Holland; Excellenz Wind hör st wird bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßt. Abg. von S t a b l e w s k i überbringt Grüße der katholischen Polen. 300 Sänger füllen die Pausen. Theil- nehmer schon 1100. Bonn hat sich selbst übertroffen. Guirlanden, Tciumpfbozen, Fahnen ohne Zahl. (Fr. V.)

* Dresden, 5. Sept. Der Landtag ist am Sonntag mit einer Thronrede vom König eröffnet worden. Der König nahm heute Mittag die Adresse beider Kammern anläßlich der Verfassungsfeisr entgegen. Nachmittags begaben sich die Königliche Familie und die Stände mittelst Extrazug und Sepacatvampfec nach Meißen zum großen Gala-Diner auf Schloß Albcechts- burg. Meißen war reich beflaggt und die Straßen dicht belebt.

* Straßburg, 5. Sept. Der Rhein bei Kehl hatte fortwähreno steigend gestern um 8 Uhr Abends beinahe den höchsten Wasserstand vom Juni 1876 erreicht. Die Straße von hier nach Kehl war stellen­weise überspült. Der Jllfluß, welcher die Rheinebene des Elsaß durchfließt, blieb vom hohen Wasserstand des Rheins voll­ständig unberührt.

Frankreich.

• Paris, 5. Sept. Stichwahl-Resul­tate: Gewählt wurden 56 Republicanec, 3 Royalisten, 5 Bonapartisten. Die Repu- blicaner gewannen 7 Sitze von den Bona- partisten, 3 von den Royalisten und ver-

i loren 2. Die Kammer umfaßt mit Aus- ! schluß der Deputieren der Colonien 459 j Republicaner, 47 Bonapartisten, 41 Mo- 5 narchisten. Das linke Centrum umfaßt 39, ! die Linke 168, die republikanische Union

I 206, die äußerste Linke 46 Mitglieder.

England.

* London, 5. Sept. Die .Times' meldet aus Quetta vom 4. Sept., daß

nach authentischen Berichten aus Kandahar , i Ajub Khan öffentlich verkündete, er gebe 1 die Absicht auf, den Emir zu bekämpfen, j

: Ec pcoclamirt den heiligen Krieg i i gegen die Engländer. Die Volks- - zählung des Vicekönigreiches Indien ergab ! 152,541,210 Seelen, mithin eine Zunahme

der Bevölkerung feit 1871 um 12,788,565 Seelen.

Vrovweielles und Locales.

* Fulda, 6. Sept. In der gestrigen Bürgerausschußsitzung stand die Frage, betr. Erneuerung des Trottoirs auf der Ostseite der Friedrichsstraße, auf der Tages-Ordnung. Der Bürgerausschuß ver­warf alle Projecte, die das östliche Trottoir von dem südlichen, welches mit geschliffenen Pasaltsteinen gepflastert ist, hinsichtlich der Qualität und Form des Materials unter« scheiden wollen, und beschloß, dasselbe gleich­falls mit geschliffenen Pasaltsteinen pflastern zu lassen; jedoch soll es etwas höher gelegt werden, damit die Abhänge von den Häu­sern bis zum Trottoir geringer werden.

— Gestern in der Frühe stürzte in der Kastanienallee neben dem Domplatze das Pferd des Herrn Hauptmanns v. Ehren­berg, Compagniechef dec 6. Compagnie des 6. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 95, und zwar so unglücklich, daß der Herr Hauptmann mit einem Bein unter das Pferd gerieth und in der Nähe des Knöchels eine Contusion davontrug.

Freitag, den 9. h, Morgens 9i/2 Uhr, kommt vor der Strafkammer des Kgl. Amtsgerichts zu Fulda ein sehr interessan­ter Pcoceß zur Verhandlung. Der frühere Lehrer Erich von Rudolfshan hat sich wegen Beleidigung, resp. falscher Anschul­digung gegen Herrn Landrath Fliedner zu Hünfeld, Herrn Kaplan Kramm und Herrn Kreisschulinspector Dr. Konze da­selbst auf Antrag der Königl. StaatSan- waltschaft zu verantworten.

— Heute findet am hiesigen Gymnasium unter Vorsitz des Herrn Pcooincialschul« rathes Dr. Rumpel die mündliche Ab­gangsprüfung zweier Oberprimaner und fünf Externer statt -

— Zur Erheiterung unserer Leser drucken wir folgende im ,Kcsbl.' veröffentlichte Correspondenz wortwörtlich ab:

„Nachdem ein Correspondent der,Heff. Morgenztg.' vor einigen Tagen über die Besetzung des bischöflichen Stuhles zu Fulda Mittheilungen und Andeutungen auf eine Persönlichkeit machte, welche die .Fuldaer Ztg.' zwar als „leichtfertige Flunkerei" charakterisiren zu müssen glaubte, uns aber von anderer klericaler Seite als zutreffend

die Kinder der Fabrikarbeiter von Pres- signy, arme, kleine Geschöpfe, die man für einen Tag aus dem Arbeitsleben heraus­gerissen, sie waren für ihr Alter ungewöhn­lich ernst, weil sie alle Freuden dieser Welt entbehrten. Sie kamen an einem schönen Tage wie der heutige, um Apfelwein und schweres normännisches Backwerk zu sich zu nehmen, Blumen zu pflücken und mit vol- len Zügen frische Luft einzuathrnen und vielleicht für ein ganzes Jahr in ihr arbeit­sames, einförmiges Leben die Erinnerung der Freiheit und der Frische mitzunehmen.

Ach! wie viele Dorfkinder waren glück­lich im Vergleiche mit diesen. Ach! ich war wirklich nur ein Landmädchen, ich würde mich nie an dieser gekünstelte Leben, wel­ches ich führte, gewöhnen, in dessen Mitte ich mich so fremd fühlte wie ein Maas­liebchen in einem Treibhause.

Als wir nach Baden zurückkamen, wünschte ich, daß meine Begleiterin mich in unsere Wohnung führe, aber sie wollte es nicht.

„Der Marquis hat Sie mir für diesen Tag anvertraut, ich will dieses Vergnügen benutzen, meine Liebe. Machen wir die Runde durch die Säle."

„Oh! Madame, Sie hätten einen andern Zeitvertreib wählen können; Sie wissen ja, daß ich dieselben mit aller Macht fliehe."

„Darin haben Sie Unrecht, liebe Freun- - bin, Sie werden sehen, daß Sie sich da ] unterhalten. Sind Sie jemals an dem - Roulette gewesen?"

„Ein einziges Mal, und was ich da ge- | sehen habe, hat einen so peinlichen Ein- ’ druck auf mich gemacht, daß ich nicht mehr - dahin zurückkehren wollte. Es waren dort \ Unglückliche, Bleiche, mit wilden Augen und j zusammengezogenen Händen. Oh! es war j gräßlich!"

„Bah! Sie haben eine zu starke Ein- - bildungskraft! Ich wette, daß Ihr bleicher ; Unglücklicher mit zusammeygezogenen Hän- den ganz einfach zu starken Kaffee getrunken i hatte." Sie nahm meinen Arm und zog l mich an den verhängnißvollen grünen Tisch. ] Und da ich ihr keine ernsten Einwendungen zu machen hatte, folgte ich ihr schweigend. Der Zutritt zu dem Tische war von Neu­gierigen gesperrt, welche uns die Spieler verbargen; aber einige Augenblicke nach­her zerstreute sich die Menge. Meine Be­gleiterin schob mich vorwärts, aber ich blieb wie vom Blitze getroffen stehen. Vor mir, an der anderen Seite des Tisches, saß mein Vater. War er es wirklich? Der fieber­hafte und leidenschaftliche Ausdruck feines Blicke» veränderte fein gewöhnlich so kaltes Gesicht. Seine Augen waren über bie

Maßen groß; alle Muskeln feines Gesich­tes waren in Bewegung; er biß sich auf die Lippen und von Zeit zu Zeit fuhr er mit der Hand krampfhaft durch feine Haare. Der Rechen des Croupier bewegte sich ohne Aufhören vor ihm. Hinter ihm und über ihm gebeugt, wie wenn er ihm einen Rath geben wollte, stand Maschinsky. Ec erhob sich einen Augenblick, als ec feine Schwester bemerkte, machte er ein Zeichen mit dem Kopfe und fein Lächeln glich demjenigen eines Mephistopheles.

(Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

* [8eid)enbrennerei ober neue Erfinbungen, neue Bräuche.^ Für Familien, welche ihre lieben Tobten nach heidnischer Act verbrennen lassen wollen, schlägt ein süddeutsches Blatt folgende To- desanzeige vor: Morgen Nachmittags 3 Uhr verbrennen ihre Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester die tieftrau, ernben Enkel u. f. w. — Die Danksagung könnte folgende Form annehmen: Für die bei der Verbrennung unseres geliebten Kin­des Adeline bewiesene Theiluahme danken allen Freunden und Bekannten, besonder» auch dem Ofrnmeister für gute Feuerung, herzlichst die trauernden Eltern N. N.