Mittwoch, den 10. August 188L
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sagen:
Ah! Das ist Villery! Was für ein
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ei war Friedrich, er reichte feine Hand
Es war ein
grober, vornehm ausfehcnder, in feiner
l es so, wie bisher im Reiche nicht weiter < fortgehen könne; er gibt sich daher keiner 8 Täuschung hin, daß sein Reich in politischer s und socialer Zersetzung und Auflösung be« f griffen ist. Aber wie helfen? Etwa durch eine Action nach Außen, wozu ihm viele seiner Rathgeber vielleicht drängen? Schwierig ist schon jetzt, die große Masse der rusflschen Besitzungen zusammenzuhalten und zu lenken, die Beziehungen Rußlands zu den europäischen Mächten sind dazu in Folge des letzten orientalischen Krieges nicht die besten, also — wie helfen? Man ruft nach Reformen im Innern; indeß wo und wie anfangen? wo aufhören?
Alle solche Erwägungen haben den Kaiser vielleicht dazu veranlaßt, jenes bekannte Manifest zu erlassen, worin er erklärt, seine hergebrachte selbstherrliche Gewalt aufrecht erhalten zu wollen. Dieses Manifest, sowie die bald darauf erfolgte Verabschiedung der refocmfreundlichen Minister in Vrrbin- düng mit der Zurücknahme mehrerer Zugeständnisse, z. B. betreffs der Ermäßigung der Ablösungsgelder der Bauern, endlich die Berufung von. Staatsmännern, deren Vorliebe für den allrussischen Despotismus und den Panslavismus allgemein bekannt ist, haben in Westeuropa die Hoffnung auf eine ruhige Entwicklung der Dinge in Rußland tief erschüttert. Dieser Wechsel bedeutet ein verhängnißvolles Geschick, Ge- fahren zugleich für das Ausland, tue bei dem culturfeindlichen Slandpurcte des der Weltherrschaft zustrebenden Slaventhums verheerend wirken können. Die persönlichen guten Absichten des Czaren scheitern an dem
r. , ,, " —1 zu find en, denn ,ch üebe sehr Villery. Ich hoffe, daß der Aufenthalt in demselben Ihnen nicht zu unangenehm sein wird."
Da ich sah, daß ei ohne entde ckt zu werden, unmöglich sei, länger in meinem bleiben, so ging ich einen Schritt vorwärts. Ich befand mich meinem Vater gegenüber, den ich nach einem Mi- niaturgemälde, da» meiner Mutter gehört
die jüngere sei und daß ich ein weiß- und blaugestreiftes Kleid an habe, welches ich
. rr (Fortsetzung.)
• 3» der Hoffnung, die Ankunft des an-
- , ; • erlauben Sie
'• mir, Ihre Bewunderung und wohlgemeinte Schmeichelet meiner Eitelkeit als Eigen«
* Rußland.
Die Geschicke der Völker nnd Staaten
„Mein Fräulein," sagte Friedrich sich verbeugend, „Sie sind zu nachsichtig mit
. w .Oh, es ist
wirklich bezaubernd. Und wie gefällt mir
früh schlafen, aber ich bemühte mich ver- - gebens einzuschlafen. Der Mond beleuch. ? tete ein hübsches, eingelegtes Arbeitstisch-
? Mietet Rußland; jedem wahren Menschen« j freunde wird es bange um die weitere Entwickelung der dortigen Zustände. Es scheint, als sollte schon jetzt der russische Staat sein weltgerichtliches Urtheil vernehmen: du mußt sterben an den Früchten, wovon du genossen, ' an den Früchten der Vernachlässigung und | Corruption, der Willkür, Machtlosigkeit und ■ Gewaltthat. Alle diese Sünden von Oben 3 haben ihre Gegensätze von Unten wachge- ° rufen: Verschwörung, Gesetzesverachtung, i Revolution und Meuchelmord. Wie wird ; da» enden?
Niemand in Rußland ist übler daran, als der Czar, gerade bann, wenn er guten Willens ist. Will er in bessere Bahnen einlenken, dann stößt er auf die Selbstsucht und Habsucht des Adels und der Hofkreise, gleichwie auf den Widerstand der Beamten ebenso sehr, als auf da» Mißtrauen im Volke, das zu lange ausgebeuter und auf einer zu niedern Stufe der Bildung und l Moral absichtlich gehalten ist, um die Fähig- kett zu besitzen sich selbst aufzuraffen, sein eigenes Beste zu begreifen, das Mögliche von dem Unmöglichen zu Unterscheiden, und
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Tante Agnes.
Novelle von O. de C.
Ins Deutsche übersetzt von M. B.
vollziehen sich in der Regel ähnlich, wie die Geschicke dec einzelnen Menschen; redliches Denken und Wirken schafft meistens eine ruhige und freundliche Existenz, fortgesetzte Verirrungen und grobe Versäumnisse führen ins Unglück und Elend. Dieser Satz ist eben so oft theoretisch aufgestellt, als er praktisch im Leben sich erfüllt hat, seine Wahrheit kann auch durch das Vorkommen von „Pechvögeln und Glückspilzen", die eben nur Ausnahmen bilden nicht über I den Haufen gestoßen werden. Schlimm daran p ist, wer sein Unglück selbst verschuldet durch eine Kette von Verirrungen, Leichtsinn, Lastern und Vernachlässigungen; hier hilft auch kein nachträgliches oder vorübergehendes Einlenken: das selbstverschuldete Ver- hängniß muß sich vollziehen. Für den ein« zehnen Menschen giebt es unter solchen Umständen allerdings noch die Reue und die Gnade Gottes zur Rettung des moralischen Ich, für die Staaten aber, die nur eine
---noische Bestimmung haben, besteht das un«----------------
wandelbare Gesetz, daß sie sterben, wovon . somit nicht eine Beute seine eigenen Leiden- sie gegessen, daß sie gestraft werden, womit schäften oder gewissenloser Volksaufwiealer sie gesündigt haben. Die Staaten als solche j zu werden. 19
und als wandelbare Erscheinungen erfüllen j Alexander II. hatte die redliche Absicht unrettbar ihr Geschick, nur die Völker leben } Reformen durchzuführen; aber diese bereits fort, die durch die göttliche Weltordnung, \ fertig zur Ausführung vorlagen, traf ihn jobaid bei ihnen eine bessere Erkenntniß i das tödtliche Geschoß der geheimen Revo- und ein edleres Streben erwacht, oft auf - lution, der Verschwörung, deren Fäden wunderbare Weise in neue Bahnen gelenkt i selbst bis in den Palast führten. Sein Rach- und zu neuem Aufblühen gebracht werden, i folger, Alexander III., meint es mit dem
Ein trauriges Bild der Verkommenheit ' Volke gewiß gut; auch er hat erkannt, daß
und Perlen besetzt umgab sie. Diese eie« gante Dame, war e» die jüngere Schwester,
gegen Morgen schlief ein, erwachte spät, j und überzeugt, mein Vater sei schon an- , ... 9UVt, ™eB ltg t gekommen, sprang ich hastig aus dem Bette, schon lange getragen hatte. Vielleicht hätte : Therese beruhigte mich hierüber, Friedrich I meine Großmutter mich für meine Stief-
, * ?6e.r roQt. ,mtt dem großen Wagen schon mutter sollen Trauer tragen lassen. Ich
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Eine Stunde spater erblickte ich in der „Ah! Das ist Villery! Was für ein leie ein yuo,cyes, eingelegtes Arbeitstisch- ; sich "und" mein scklu? bö!bav"^^ S® f$önet aU aöe
chen, ein Geschenk Friedrich», welches mir ' backte nü e« n 34 I die französischen Schlösser, die ich auf
ßen Gedanken eingab, da» Zimmer meiner ' entn-n'-n sei, dem Wagen Kupferstichen gesehen habe. ~ 1
Schwester damit zu schmücken. Ich stand ■ leauna zoa S wbezaubernd. Und roi auf, und um Niemand zu wecken ging ich ' zu erwarten $ Al«' ^er^e | 016 u"d diese Terrasse!
mit bloßen Füßen, was bei der Ausdehn- Ste ntteppe'und -tokann Ff)' ^etn ^äulein," saate S
ung des Schlosses eine unnöthige Vorsicht ften Ä bie Sh.fm .in "er schön« verbeugend, „Sie sind zr 7;und trug das hübsche, & Wbel | «£ fÄ? JS 8L I .Behausung;
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dl'ck auf meine Vorbereitungen und war ; großen Thüre? Der Wagen ^iettJobann ' ' -".".^-Übertrieben
zufrieden damit. Da e» mir jedoch schien, j öffnete die Wagenthüre und ließ'den Fuß« als ob noch manches fehlte, so holte ich! tritt herunter. Jemand sprana heraus meine schönsten Bücher, Skizzenbücher und 1 es war Friedrich, er reicht? se?ne^ Hand' Bleistifte und legte alle» in der schönsten hin, auf die sich eine Dame stützte - ein I werden ^nung auf den Tisch, denn ich setzte schwarzes Atla»kleid mit einer Masse Spitzen Verstecke
voraus, daß meine Schwester zeichnen könnte. —fc | »etpeae
Atternd vor Kälte, aber glücklich darüber, ohne die Erlaubnis Therefen« mein Zirn-