Dienstag, der-. 9, August Mt
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kn", welche das Land zu Grunde richten — das ist die Lage, wie die Liberalen selbst sie anerkennen. Und Herr Flöre hatte die Unverschämtheit, diese mächtige und aufopfernde Bewegung „eine erbärmliche Fehlgeburt" zu nennen!
$«ute Agnes.
Novelle von O. de C. Ins Deutsche übersetzt von M. B.
(Fortsetzung.)
„Welches sind die Gemälde, welche Du in das Zimmer Deiner Schwester tragen willst?"
„Ich weiß es nicht: wähle Du."
Friedrich nahm einige Gemälde herunter und hing sie wieder an ihre Stelle.
„Wart-," sagte er, „ich habe, was Du brauchst."
Auf einer Wand befanden sich einige mittelmäßige aber eingerahmte Copien. Ohne eine Wort zu sagen, hatten wir ungleich verstanden.
Was wir brachten, waren keine guten Gemälde, aber schön vergoldete Rahmen Friedrich trug sie selbst und hing sie auf.
Wie lang schien mir dieser Abend I Ich wagte nicht, von dem Ereignisse des näch. sten Tages zu sprechen, denn meine Groß- mutter setzte einen Eigensinn darein, auch nicht die kleinste Anspielung darauf zu machen. Unfähig, meine Aufmerksankeit auf ein Buch oder eine Zeichnung zu heften, versuchte ich zu muflciren, aber meine Stimme und meine Hände zitterten und ich schloß heftig das Klavier. Ich wollte wissen, was es für Wetter fd. Ich ging hinaus, der Mond glänzte, es war kalt und hell, dieses versprach einen schönen Tag. Dann ging ich wieder hinein; Friedrich las seine Zeitung, ich setzte mich neben
O Eine erbärmliche Fehlgeburt.
(Aus Belgien.)
Der soeben erschienene Bericht über die Verhältnisse der Provinz Westflandern enthält werthvolle Mittheilungen, welche von Neuem „die Fehlgeburt" der Opposition beweisen, welche in Belgien den Geusen- (Communal-) Schulen gemacht wird. Am Ende des Jahres 1880 waren in den Com- munalschulen der Provinz 13,238 Knaben und 6674 Mädchen, im Ganzen 19,912 Schüler. Der letzte Bericht nun, der die Schülerzahl angab, ist aus dem Jahre 1879. Nach ihm betrug die Zahl der Knaben 36,378 und der Mädchen 29,634, im Ganzen 66,012. Darnach ergibt sich bis 1880 in den Geusen-Schulen eine Verminderung von 46,100 Schülern. In den Fortbildungsschulen besteht dasselbe Verhältniß der Abnahme. Von 9524 Schülern in 1878 ist deren Zahl auf 3593 gesunken, also um 5931. Die Bewahrschulen geben folgendes Resultat: in 1878: 5981 Kinder, in 1880: 1460, also Abnahme 4521 Kinder.
Diese Zahlen bestätigen, was eine Brüsseler Correspondenz des .Journal de Siege' aussagte: „In einem Theile des Landes sind die officiellen Schulen verödet; in anderen Theilen haben sie die Hälfte ihrer Schüler verloren." Es ist übrigens nicht das ,Journal de Liege' allein, welches so spricht; die .Flandre liberale' macht ein ähnliches Geständniß; sie sagt: „Es läßt sich nicht bestreiten, daß die Katholiken mit ihrem sectirerischen (?) Unterricht seit dem Gesetze von 1879 ungeheure Fortschritte gemacht haben. Sie haben Schulen im Ueberfluß
„Fremde! Friedrich! meine eigene Schwester eine Fremde?"
„Gut! gut! fangen wir nicht wie- der an!"
»Nein, aber fahren wir fort. Erstens will ich nicht Friedrich, daß Du von Dir sprichst, wie wenn Du so alt wärest als unsere Großmutter, denn obschon Du, was sehr ehrenvoll, Hauptmann bist, so bist Du doch nur einunddreißig Jahre alt, und mit einunddreißig Jahren ist man noch gar nicht alt, und dann erkläre ich Dir auch, daß Du mich beleidigst, wenn Du glaubst mein Herz sei nicht groß genug um neuen Zu- Neigungen Platz zu machen, ohne denjenigen zu schaden, die mit uns groß geworden s sind.
Du weißt wohl, daß Du immer die erste | Stelle eingenommen hast und immer ein- \ nehmen wirst, was auch geschehen wird, ja, i Friedrich was auch geschehen wird, selbst i wenn Du Dich nicht entschließen kannst, i aus Liebe zu mir meine Schwester auch ein ? wenig zu lieben." \
Friedrich nahm meine beiden Hände, be- i trachtete mich mit einem Ausdrucke, den ich ' nie an ihm bemerkt hatte, über den ich er« \ röthete und die Augen niederschlug. Ich glaubte er wolle mir etwas sagen, aber er schien sich zu besinnen. ;
„O Friedrich! wenn Du wüßtest wie leid es mir thut, wenn Du so von meiner Schwester sprichst, denn sie ist meine Schwester, wenn sie auch Deine Cousine nicht ist.. sagte ich ganz unbefangen. „Mit meiner Großmutter wage ich schon nicht über meine Freude zu sprechen, denn ohne sehr klug zu fein, sehe ich wohl, daß sie meine Freude nicht theilt; Therese ist in der Laune eines Bullenbeißers, Johann brummt; Du warst es allein, der mich verstand, mit Dir durfte ich von meinem Glücke sprechen. Nun denn", sagte ich mit einem Seufzer: „weil Du sie nicht theilst, werde ich mir Mühe geben meine Gefühle zu verbergen."
„Das wolle Gott nicht! Sei vernünftig und bedenke, daß dieser Besuch für uns etwas Peinliche« hat. Siehst Du, die Alten sind eifersüchtig, und ich bin vielleicht wie Deine Großmutter, verdrießlich diese Fremden zu sehen, — denn es sind doch nichts mehr und nicht« weniger al« Fremde — welche kommen um un« mehr wie die Hälfte von dem Herzen unsere« Kinde« zu rauben."
Herr Bockstael sagte vor Kurzem in der Kammer: „In Belgien ist Niemand Sclave. Die Gleichheit herrscht in unferm Lande, aber sie besteht nicht darin, daß Alle sich in derselben Lage befinden, sondern darin, bei gleicher Lage gleiche Rechte zu haben." Wie schön gesagt! Darum haben wir Katholiken in Belgien das Recht, Lehrer und Schulen zu bezahlen, welche nur den Geusen : Vortheil bringen; deshalb werden unsere \ GCIIC„ Schulen bekämpft, als dem allgemeinen ‘ mit Reflexionen über die Entrevue anfüllen. Man Interesse schädlich, während die Geusen "**a m
M,uyttnu vir Dellien- - -in paar Worte darüber gestatten.
d,-h-Ib w«bm | Ä™ Ä XÄ'Ä katholischen Wähler decnmrt und die ; Reiche und Oesterreich ist ein Werk der Roth qe- falschen Geusenwähler durch alle Pöotection i ”,efen- Das Ende unserer „thurmhohen" Freund- der Macht gedeckt; deshalb werden! die ar- ■■ 3™ji-tanb un? k*e vor zwei Jahren uns tuen Katholiken von den Unterffiikunaen ; bedrohende Allianz zwischen dem nordischen Coloß “ «uiyuiuuiouri oen UNlerflUtzUNgen ? und dem r-vanchelustigen Frankreich lieben es raffe ber öffentlichen Wohlthätrgkeit ausgeschlossen : sam erscheinen, daß auch wir uns nach einem und diese dazu benutzt, der Kirche Seelen i Bundesgenossen umsahen und dieser konnte natür- zu entreißen! Und doch wirb ganz gewiß ."'»anderer sein, als Oesterreich. Der hoch -
die Geschichte dereinst das Wort des (Ltrn Kaiser Franz Josef vergaß manche Unbill, " . ; „ 5bort oes verrn die Ihm von Seiten der preußischen Diplomatie ru-
Frvre nicht unfern Bestrebungen beilegen, 1 gefügt worden war, und die er jetzt hätte rächen sondern das 7-BrÜder-Ministeriurn, dessen können, er erinnerte sich vielmehr ausschließlich der Mitglied Herr Fröre ist und dessen Werk „eine bettt ^rn Vergangenheit seines erhabenen Hauses erbärmlich, FM-buri- n-nn-n müffm. ' W
gebaut und haben ihren Unterricht überall , Deutsches Reich,
organisirt." E * Berlin, 7. Aug. Der Kaiser muß
'. ^Et, von der einen Seite „Schulen $ laut ,Nat.-Ztg.' von dem ursprünglich in im Ueberfluß und überall", welche der Be- - Aussicht genommenen längeren Aufenthalte volkerung nichts kosten; von der anderen in Coblenz absehen, da der Gesundbeitszu- Seite „verödete oder halbentvölkerte Schu- I stand der Kaiserin ihr jede Aufregung ver-
»w - *“ , bietet und nach dem einstimmigen Ausspruch
l der Aerzte dieselbe der größtmöglichen Ruhe i bedarf.
f "»k- Heber auswärtige Angelegenheiten zu reden, ist in der dmtschen Presse seit mehr als einem Jahrzehnt nicht in der Mode gewesen. Die Geschicklichkeit mit welcher sich Fürst Bismarck auswärtige Vermittelungen geschaffen hatte, um sie m,t einem gleichen Antheil von Geschick und Glück zu lösen, hat ihn so sehr zum Alleinbeherrscher unseres auswärtigen Refforts gemacht, daß geraume Zeit hindurch weder im Parlament noch in der Presse irgend Jemand gewagt hatte, auf diesem Gebiete ihm dreinzureden. So an Entsagung gewöhnt, kann es auch nicht Wunder nehmen, wenn gegenwärtig die deutsche Preffe von der Kaiserzusammenkunft in Gastein so gut wie gar keine Notiz nimmt, während die österreichischen Blätter ohne Unterschied der Parteistellung ganze Seiten