Donnerstag, den 4. August 1881
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pm^mirt bafe ber Culturkampf S
Deutscher Kelch.
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aus dem Dorfe.
Eine Deiner
Guten Tag Sir von Villery.
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mein Leben widmen und ihnen Erleichterung ! verschaffen ru k»nn-n "
Mein Gesicht verlängerte sich; an dieses
* Die große Blaue war eine Tulpe, welche 1 ich den ganzen Winter mit mütterlicher Sorgfalt gepflegt hatte, die aber trotz aller meiner Mühe nur einige lange aufgeschossene Blätter hervorgebracht, ohne einen Anschein von Blüthe. Friedrich scherzte gerne über meinen Gartenbauversuch.
O, ich kann es mir schon denken I Du
„Wer sein Urtheil und sein Handeln richtet nach den augenblicklichen Verhältnissen und Umständen und daher sein Urtheil und sein Verhalten wechselt nach dem Wechsel dieser Umstände, den nennen wir charakterlos."
* Wer hat Charakter?
Professor Dr. Stöckl sagt darüber in ferner Psychologie S. 144:
„Wir bezeichnen mit diesem Begriffe (Charakter nämlich) eine solche innere Verfassung des Menschen, vermöge welcher er in seinem Urtheilen sowie in all seinem ThunundLassen constant gewisse Grundsätze befolgt und sich durch keine Veränderung der äußeren Umstände von denselben abbringen läßt. Wer nach bestimmten und constanten Grundsätzen über Dinge und Geschehnisse urtheilt und nach denselben handelt, .der hat Charakter. Wer sein Ur- theil und sein Handeln richtet nach Iben augenblicklichen Verhältnissen unb Umstän- de» und daher sein Urtheil und sein Ver. holten wechselt nach dem Wechsel dieser Umstände, den nennen wir charakterlos."
Wenden wir diese Begriffsbestimmung auf unsere Zeit an, wie viele charakterlose Menschen gibt es! Wir verargen es z. B dem Fürsten Brsmarck nicht, wenn er von ftmem Standpuncte aus eine gründliche Menschen Verachtung hätte. Wie haben sich die Liberalen vor 1866 gegen ihn benommen, wie nachher, insbesondere zur Zeit der höchsten Blüthe des Culturkampfes, wie jetzt? Wie sind die ehrenwerthen Biedermänner und Freiheitshelden von Anno 1848 plötz- "ch „königstreu" geworden?
Sie haben Königsmördern Ruhm verliehen Und später die Könige gelobt;
habe» „hoch di- Republik« geschrieen
Und später gegen Republik getobt; Sie sind liberal, doch stets erbötig Den Rock zu wechseln und die Haut, wenn nöthig.
„Ziehe den Kreis Deiner Barmherzigkeit enger zusammen, kleine Schwärmerin, und begnüge Dich für den Augenblick damit, der gute Engel unserer Großmutter und Deines alten Vetters zu sein, für den der
Wer hat Charakter? Man mache die Probe mit den politischen Parteien Deutsch- lands. Hat der nationalliberale Kautschukmann Charakter, der in der ersten Lesung der Regierung ein „Nie und nimmer" zu- ruft, sich aber schon bei der zweiten duckt, um bei der dritten zu Kreuz zu kriechen? Hat der Conservative Charakter, der vor den Wahlen es als seinen unabänderlichen
jungen, an-
Hetnen Person diesem alten g-br, wenig anziehend sein würbe.
aufhören, die Kirche frei werden muß, und nachher nicht einmal die Freiheit des Msse- lesens und des Sacramentespendens gestatten will?
-Werde barmherzige Schwester." ; j , „Barmherzige Schwester! Villery ver- i lassen!" '
eine Stimme unter dem Regenschirm. „Rathe!
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— So etwas ist doch noch nicht dage- ! wesen, dürfte selbst der selige Ben Akiba ‘ aurrufen, daß nämlich „Weib und Kind" ■ von einem protestantischen Pfarrer als - Grund vorgeschützt werden, weshalb er dem < katholischen Pfarrer dessen Amtswohnung
zu Oschersleben in der Provinz Sachsen. Man denke sich: Der katholische Pfarrer j wurde s. Z. aus dem Pfarrhause ausge» : wiesen und miethete sich bei einem seiner Pfarrangehörigen ein. Der protestantische Pfarrer miethet nun das katholische Pfarr- Haus und lebt darin mit „Weib und Kind". In der Diöcese Paderborn, wozu Oschers- leben gehört, ist nun das Speirgesetz ausge- | hoben. Der katholische Pfarrer ist also - vom Staate nicht mehr gehindert, seine I Amtswohnung zu beziehen. Was war | selbstverständlicher, als daß der Herr Prediger I sammt Weib und Kind sofort das Pfarr- i Haus räumen mußte? Aber nein! „Ich f habe Weib und Kind," sagt der Herr Prediger in einer Eingabe au die Re- > gierung, der katholische Pfarrer kann eher | als ich ein passendes Logis in Oschersleben finden, daher lasse mich in dem katholischen Pfarrhause! Wie die Regierung entscheiden wird, ist uns nicht zweifelhaft. Sie wird den sonderbaren Rechtstitel „Weib unb Kind" des Herrn Prebigers für unzulässig erklären.
wenn ich gut rathe?"
„Eine Belohnung setzt ein Verdienst! voraus. Du würdest dessen nicht viel i haben, um den Namen des Schuldigen zu entdecken."
I währen, so eröffnet sich eine weite Perspec- tive, zu deren Beurtheilung erst nähere Nachrichten abzuwarten sind."
Tante Agnes.
Novelle von O. de C. Ins Deutsche übersetzt von M. B.
I hT™n\ ^enn Du wüßtest, wie bei Aufenthalt in Villery ohne die Heiterkeit ; mrsi,Heiden dieser Unglücklichen welche die Gegenwart Deiner jungen, an-' „Guten Tag Kleine; woher kommst Du j bas i nVfbe6 t Person diesem alten
so frühe?" f “J SrJ •„Ä bicJc6 fJe,ne Dorf Schlosse g-bt, wenig anziehend fein würde.
I äSES !’* 8*na mt b,nn AÄÄ.S ®“X" Ä i Sä***.** Sä“ i jochen, viele Sträuße und Dir auch eine Neuigkeit mittheilen." • ilsoße Blaue von Haarlem blüht - । hatte ich nie gedacht.
Berlin, 2. Aug. Die »Germania' schreibt: „Aus Straßburg wurde jüngst gemeldet, daß dort Unterhandlungen behufs Besetzung des bischöflichen Stuhles zu Trier im Gange seien; der in Aussicht genommene Candidat soll ein ausgezeichnetes Mit- güeb des Straßburger Klerus sein. Diese überraschende Nachricht, welche vielfachen Zweifeln begegnete, wird von unserem römischen Correspondenten [ber aus ben besten Quellen schöpfen kann) bestätigt mit dem ausbrücklichen Hinzu- fügen, baß es sich nicht um einen Capitular-
vicar, sondern um einen neuen Bischof \ handle. Sollte sich diese Mittheilung be- I
— Die .Norddeutsche' schreibt: „Wie wir hören, ist der von uns neulich ver-
„Nun denn Kleine?" fragte Friedrich' und als er sah, daß ich nicht antwortete' wendete er sich gegen mich und lachte über mein bestürztes Gesicht.
„Mein Vorschlag scheint Dir nicht zu gefallen?"
Ich schüttelte langsam den Kopf: „Villery verlassen? . . ."
Er nahm mich bei der Hand und zog mich zu sich.
mir Deine große Neuigkeit sagen." - Friedrich hielt mir seine Zeichnung hin und ich stieß einen Schrei der Bewunderung ! aus, denn er hatte ein Meisterstück von ■ Farbe und Wahrheit gemacht; das Ganze 1 war voll Licht und die Einzelheiten mit der Hand eines Meisters bearbeitet und ausgesührt. Ich Halle diese Eigenschaften erkannt unb erlaubte mir sogar einige Bemerkungen, benn Friedrich setzte großes
(Fortsetzung.)
Ryno wurde überschüttet, er erhob sich j Unb llravitätisch seine Ohren. !
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unter diesem Schnee begraben will?" fragte z kommff «i« s.™ V r- - -—
eine fcHmmr ntif»r h««. ___ru___' ° ’ JJjmmjt , aus dem Dorfe. Guic
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Jür anständig gehalten haben, seinen Rheumatismus mit einem Katarrh zu vertauschen."
„O Friebrich I lache nicht über meine armen Alten.