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Donnerstag, den 14. Juli 1881

,M. 158

Err-Ykltta

die weltliche Obrigkeit.

.Jedermann unterwerfe sich der obrigkeit-

Damit Gerechtigkeit bei der Ausübung

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Mutter gehegt hatte. ,

„Und jetzt wollen rotr ern wenrg früh, stücken," sagte sie dann; „wir werden später sehen, was wir zu thun haben, denn ich gedenke morgen Spa zu verlasien."

Am Abende derselben Tages betrat Horace, der seit dem Morgen ausgegangen war, den Salon und fand Madelon allein in demselben vor. Es begann schon dunkel zu werden; sie saß in einem Fauteuil am Feuer und starrte gedankenvoll in die Flammen, als wollte sie aus denselben ihre Zukunft herauslesen. Kaum richtete sie den Kopf in die Höhe, als Horace einen Stuhl nahm und sich neben sie setzte.

vielmehr die Ehre und die persönliche Sicher- heit der Fürsten, sowie bte Ruhe und den Frieden der Länder. Auch bie Würde der Bürger wird durch dieselben sehr gut ge­wahrt, da sie selbst bei Leistung des Ge. horsams die Ehre bewahren können, welche der bevorzugten Stellung des Menschen ge­bührt. Sie wissen nämlich, daß es vor Gott weder Sklave noch Freie gibt; daß nur ein Herr Aller ist, der reich ist „für Alle, die ihn anrufen" (Röm. 10, 12), daß sie selber aber deshalb den Fürsten unter- than sind und gehorchen, weil dieselben ge­wissermaßen ein Abbild Gottes sind, dem zu dienen so viel ist, wie herrschen.

Die Kirche war aber stets bemüht, diese

______, ... schnell über Euch kommen, weil das strengste Gericht über ' t.....Denn Gott

wird Niemandes Person ausnehmen noch irgend eine Größe scheuen, weil er den Kleinen wie den Großen gemacht hat und auf gleich- Weise sorget für Alle. Ten Stärkeren aber steht eine stärkere Strafe bevor." (Weisheit 6. 4, 5, 7, 8.)

Durch diese zum Wohle des Staates ge­

ben zum Zwecke haben muß. Die Fürsten müssen Gott den Herrn, von dem sie ihre Gewalt erhalten haben, sich zum Beispiel nehmen, bei der Verwaltung der Staats­geschäfts sein Bild vor Augen haben, das Volk gerecht und treu regieren und die er­forderliche Strenge mit väterlicher Liebe walten lassen. Deshalb sollen die Aus- spräche der h. Schrift für sie eine Mahn-

Sie war ganz wie verirrt in diese fremde Umgebung, und die Ereignisse, die sie noch l am vorhergehenden Tage ganz nach ihrem i Wunsche und Willen zu lenken gedachte, i schienen ihrer Leitung sich ganz entziehen ! zu wollen. Vielleicht ahnte Madame Tre- j Herne ihre Gedanken, denn sie an sich ziehend, l umarmte sie dieselbe lebhaft und sagte, daß sie von nun an ihr Kind sein werde, doß sie sie pflegen und sie lieben werde zur Erinnerung an die Liebe, welche sie zu ihrer

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, ___________untersuchen und Eure Gedanken

” S erforschen. Denn wenn Ihr als Diener

zu wohnen?"

„O ja," antwortete Madelon mit froher Miene, „und werden Sie auch bei uns wohnen, Herr Horace?" fügte sie lebhaft hinzu.

„Ich kann es Dir nicht versprechen, Ma- delon, da ich binnen einem oder zwei Mo­naten nach Amerika reisen muß; aber ich werde gewiß oft von Euch Nachricht er- halten, und es wird mir zur großen Be-

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l vUofmehr hi» (Shr» itnh htP nerilinlicke Sicker-

Madelon.

Nach dem Französischen von I. Rüttgers.

(Fortsetzung.)

„Das heißt, auf alle Fälle liegt die Schuld nicht an Madelon, wenn —" rsteinte ■ Horace. j

Die Rückkehr des Kindes hinderte ihn, seinem Satz zu vollenden. Sie hatte eine ganze Sammlung von den kleinen Anden- . ken in der Hand, welche sie au» dem Kloster i mitgenommen hatte: da» Billet des alten j Musikers, die beiden Briefe, welche Horace - ihr geschrieben hatte und noch einige andere Kleinigkeiten. Sie nahm da« vom Feuer l angebrannte Papier und übergab es Ma- i

dame Treherne.

„Aber das ist ja Ihre Schrift, Tantel" rief Merville, der näher hinzugetreten war und den Brief betrachtet hatte. ,

„In der That", sagte Madame Treherne ;

„das habe ich vor vielen Jahren einmal ,

Sie warf nur einen flüchtigen Blick auf die Schrift; eine plötzliche Röthe übergoß ihr Gesicht, und sie wandte sich zu Ma- delon. ,,

„Meine liebe Kleine", sagte sie zu rhr, indem sie sie liebevoll umarmte, „ich war mit Deiner Mutter eng befreundet; sie war

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meine Nichte und meine beste Freundin, friedigung gereichen, Dich glücklich und zu-

Du mußt bei mir wobnen kommen, als ob frieden zu wissen.

Du meine eigene Tochter seiest, denn es ist .i „Ja, Sie sind schr gut, antwortete sie ja Niemand anbei s da, der ein Anrecht : ein wenig traurig. . ... f h auf Dich habe." i Sie war ganz wie verirrt in diese fremde

„Sie haben also meine Mutter gekannt

Madame? Und Papa, haben Sie ihn auch

; gekannt?"

„Nein, meine Liebe," sagte Madame , Treherne mit einer gewissen Kälte, „ich habe Deinen Vater niemals gesehen."

i „Du vergissest," sagte Horace einschal- j tend, „daß Dein Vater niemals in England 5 gewesen ist und demnach zu den Verwandten \ Deiner Mutter kaum in Beziehung treten i konnte. Aber darum handelt es sich gar - nicht: meine Tante fragt Dich, ob Du bei ! ihr wohnen und gewissermaßen ihre Tochter l sein willst. Du wirst ein solches Leben - vielleicht angenehmer finden, als im Kloster

ä thun, wodurch das Naturgesetz oder Gottes j ung sein, daß sietem König der Könige

Ä! S« .Ä X i

Briefe über die den Fürsten gebührende Kaisers ist, und Gott, was Gottes ^--Reiches nicht rechtsgerichtet . . . ., SÄK 'ÄÄ* | WL I LU Ä tÄä

üdjen Gewalt - denn es gibt keine Gewalt ; beit, bem ba.f kein Vorwurf daraus ge |

-i-° °°"_«°'e unb.bi,, •S*Ä%8,’Ä ÖS?Ä | Gottes Willen und Gesetz in Widerspruch i steht, so überschreiten sie ihre Machtsphäre j j und stellen die Gerechtigkeit auf den Kopf, s

ist von Gott angeordnet. Wer demnach sich der Gewalt widersetzt, der widersetzt sich der Anordnung Gottes; und die sich widersetzen, ziehen sich selbst Verdammniß zu ... . Darum ist es Euere Pflicht, untertban zu sein, nicht nur um der Strafe -

willen, sondern auch um des Gewissens t wo bte .^brechtrgkeil aufhort. m;nen “ (Römer XIII., 1, 2, 5.) In ä Damit Gerechtigkeit bei b*. i

Uebereinstimmung damit steht der schöne l der Herrschergewalt wa te ist es von hoher । Aussvruch des Avostelfürsten Petrus: „Seid l Wichtigkeit, daß die Lenker der Maaten unS feb« um - daran festhalten, daß die politische Geweckt -

Gottes willen, sei es dem Könige, welcher i nicht zum Vorthelle eines Einzelnen da ist, , der Höchste ist, oder den Statthaltern als ' und daß die Leitung des Maates den Nutzen > solchen welche von ihm abgeordnet sind j der Regierten und nicht den der Regie.en- , zu?Bestrasung der Uebelthäter und zur mu6- ®ie ,'fUrften '

Belohnung der Rechtschaffenen, denn so ist es der Wille Gottes." (1. Petri 13-15.)

Nur in dem einzigen Falle sind die Menschen berechtigt, nicht gehorsam zu sein, wenn an sie ein Ansinnen gestellt wird, das mit dem Natur- oder göttlichen Rechte offenbar ttn Widerspruch steht; e» ist nämlich in gleicher Weise Unrecht, etwas zu befehlen oder zu