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Sonntag, den 3. In« 1881.

Politische Streiszüge

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sank sie schluchzend auf das . aber zu ihrem größten Leidwesen wollte Madc- n„ZJTÜ<t ^»diesem Augenblicke j Ion keine der Erfrischungen anrühren, welche an wurde sie wie gefühllos für Alles, was sie ihr angeboten hatte. Hätte sie aewusit daß das arme Kind soeben von schwerer Querte nidjt lange. Ma- Krankheit aufgestanden, so hätte sie sicher»

ite ^Qd 6e^e Herz von der lich darauf bestanden, daß sie einiae Taae

Welt hatte, leaterwar Snfnnrtct sKHhorf««.* 1.-7 i-rLr... V. ? I. .5® *'a9e

Madelon.

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Welt hatte, legte zwar Anfangs Widerspruch gegen die Maßregel ein, welche man treffen wollte, indem sie geltend machte, daß sie Madelon seit Jahren gekannt habe und große Theilnahme für sie hege — daß in chrer Geschichte ohne Zweifel irgend ein Gehermnrß verborgen liege, das sich später 9‘n ausklären werde. Jndeß war Madame schon bet Jahren; sodann flößte ihr ihre Nichte, welche sie zu sich genommen hatte, damit sie ihr in der Leitung des Etablis­sements beistehe, immerhin noch eine gewifle Besorgniß ein, und endlich sagte sich die "ackere Frau, daß man vielleicht doch noch Recht habe, diese Maßregeln zu ergrei- ftn, und daß die Thatsache, daß sie aus dem »loster entflohen sei, immer etwas Gehässiges an sich trage; kurz, sie mußte schließlich nach- geben, und es blieb also verabredet, daß Madelon noch am selben Abend nach Lüttich zurückgebracht werden sollte.

es endlich Madame Bernet, Madelon zu be> wegen ein wenig Wein zu sich zu nehmen;

„Treibt einen Keil in die Centrumspartei!" ruft der „intellectuelle" Herr v. Eynern

Deutschland gibt, die amtirendcn Geistlichen ihre Kräfte durch die verdoppelte und ver- dreifache Arbeitslast vor der Zeit aufreiben und jeder Nachwuchs fehlt. So etwas kann nur die niedrigste Frivolität behaupten. Je tiefer das Schiff des Liberalismus sinkt, um so lauter schreit, poltert und schimpft er, sei es in flegelhaften Auslastungen der ,D. B. C.'; fei es, daß Tingeb Tange!- sanger das Beichtinstitut verhöhnen, wie am 22. Juni in Karlsruhe; fei es in der ,Bayerischen Lehrerztg.', welche die ultra- montane Erziehung als verderblich für j Land und Volk darstellt, oder fei es, daß । man die großen Staaten Deutschland und । Frankreich gegen das Ländchen Luxemburg hetzt, weil dort die Wahlen für die zweite Kammer zu Gunsten der Katholiken ausge­fallen sind, - ‘ ‘ • ---- - -

die Jesuiten „gemacht" haben! Wem läuft da nicht eine Gänsehaut über den Leib? So ein liberales Herz muß ja ordentlich erfrieren, trotz der Sommerhitze, wenn es das Wort, das schreckliche Wort „Jesuiten" hört, und wenn ihm eine großartige Jesuiten- Niederlaffung in Luxemburg als Wau-Wau vorgehalten wird.

Aber alle« Hetzen, Denunciren, Lügen und Verdrehen hilft Nichts, die nächsten

Nachdruck verboten.

Alles in Allem genommen, bleibt's beim Alten; wenn ich aber bisher geglaubt, die Beendigung des „Culturkampfes" fei an geroiffen Köpfen und Dingen gescheitert, die ich hier nicht näher bezeichnen will, so war das em arger Jrrthum; die.Elberf. Zig.« hat uns das große Geheimniß verrathen;

Amps geht deshalb nicht zu Ende, wetl Windthorstes „nicht will I" Du <m“nA l)eber Leser, und denkst, gerade Wmdthorst und das Centrum hätten immer die Beilegung des Streiter verlangt, — aber die Liberalen misten bas bester; sie verstehen sogar die Kunst, offenkundige Thal- fachen vor aller Welt auf den Kopf zu stellen; die deutsche Sprache nennt ein solches Verfahren weniger höflich als deutlich: lügen! Die .Köln. Ztg.' behauptet sogar mit frechem Hohne und dreister Stirne, „die Ultramontanen könnten, ohne die mindeste Schwächung ihrer Position zu erleiden, noch gute zehn Jahre „Culturkampf" weiter „treiben," und zwar deshalb, weil der Art. $ Juligesetzes, der den gesetzmäßig ange- ueuten Geistlichen nach dem Tode des ! Pfarrers in benachbarten erledigten oder gesperrten Pfarreien seelsorgerliche Hand-

Man würde sich übrigens hinsichtlich der Comteste, bte hier zum zweiten und, hoffen

Nach dem Französischen von I. Rüttgers. (Fortsetzung.)

,, liefern Appel an das Andenken an ihren Vater lag etwas Rührendes, was auf fede andere Frau jedenfalls Eindruck ge- macht haben würde; aber der Gräfin ging dies tn feiner Weife zu Herzen.

„Im Gegentheil, mein Kind," antwortete ne; „wenn ich Dich nach Lüttich zurück- onnge, so erweise ich Dir damit einen wirk- "Heu Dienst, und ich thue damit nur meine Pflicht — Du wirst also sogleich — so ist es beschlossen — mit mir gehen."

„Ich werde nicht zurückgehen!" rief Made- Ion im Tone der Verzweiflung; „ich kann nicht — ich will nicht! Mit welchem Recht wollen Sie mich mitnehmen? Ich bin nicht Ihr Kind — Ich werde nicht mit Ihnen gehen!"

Während sie diese Worte aussprach, hatte ste sich erhoben und stellte sich der Gräfin kerzengrade gegenüber, indem sie sich bemühte, m ihre Worte alle Energie hineinzulegen, deren sie fähig war; aber ihre Stimme war ohnmächtig, wie diejenige einer Person, welche 'M Schlafe spricht; ihre Worte schienen lernen Sinn mehr zu haben, und ihre Kräfte "erließen sie immer mehr; erschöpft und

i bei ihr bleibe; aber sie glaubte, daß sie nur | von ihrer nächtlichen Reise sehr ermüdet sei. ! Nachdem die Comtesse erklärt hatte, daß sie t sich unverzüglich zur Station begeben müsse, j nahm Madelon, die sich durch den Wein, i den sie getrunken, wieder ein wenig gestärkt ; fühlte, willig ihren Hut und machte sich zum Aufbruche bereit.

Diese milderte jetzt, nachdem sie gewon­nenes Spiel hatte, ihr schroffes Auftreten Madelon gegenüber einigermaßen; als sie ! am Bahnhofe angelangt waren, übergab sie Auf ihre dringenden Bitten hin gelang Een u"d "eß ihr einige Erfrischungen

„Wenn Du jemals meines Beistandes bedürfen wirst," sagte Madame Bernet zu ihr, indem sie sie herzlich umarmte, „dann j komm' zu mir, nicht wahr? Ich werde Dir i helfen, wenn ich nur kann."

I Madelon dankte ihr für ihre Güte, sagte ihr traurig Lebewohl und ging dann mit der Gräfin.

» kleiner Unterschied, das hat am 22. Juni auch l die Landtagswahl in Neuwied schlagend bewiesen. Manches hat sich schon seit den vorigen Neichstagswahlen verschoben, und wie wird sich erst das Bild nach den Neuwahlen gestalten? Ein Berliner Mit­arbeiter des,Hamb. Corresp.' glaubt aus Grund vieler Symptome die Vermuthung aussprechen zu können: „daß die Conserva« tiven den stärksten, einigen Zuwachs auch die Fortschrittspartei und die Secessionisten gewinnen, die Nationalliberalen dagegen eine erhebliche Einbuße erleiden werden", wozu die Redaction des Blattes bemerkt: „Daß die Nationalliberalen die ungünstige - Stellung einnehmen, braucht man nicht erst i darzulegen. In diesem »Gezerre um den .. f ,r | kleinen Mann' haben sie Nichts zu bieten E diese Wahlen sollen i und zu versprechen, ebensowenig sind sie “ n " "" "" ' im Stande aus die Frage: Für oder gegen

Bismarck und die Regierung? eine klare und runde Antwort zu geben; es geht ihnen wie Jenem in der Nestroy'schen Posse: .Und da steht man mitten drin, Dafür hab' ich keinen Sinn!' Den Ker» ihres Anhangs, die Kreise des gebildeten und wohlsiehenden Bürgerthums, sowie der Beamten- und Gelehrtenwelt werden sie wohl behalten, aber was sich früher, so lange die Partei noch Wind und Wetter für sich hatte, an sie ansetzte, wird wohl zum allergrößten Theil nach links oder rechts abfallen." Bezüglich der Gelehrten­welt, bemerkt hierzu die ,Franks. Ztg.-, höre man Treitschke und seine Schule und was die Beamten betrifft, so wird Herr v. Putlkamer schon dafür zu sorgen wissen

bleibt. Erstens treiben die Ultramon- tauen keinen „Culturkampf",sondern wer- „ » getrieben, und wenn der Kampf noch l in der .Köln. Ztg.-aus, Hbert H" |

ylj« Jahre dauert, dann wird nicht man- l kreise zurück!" Ja wenn das in

fgon über 1500 verwaiste Pfarreien in f Wahlsiegen und Phrasen ist doch noch ein i