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brechen.
Man spielte gerade in diesem Augenblicke; aber beim folgenden Spiele lehnte
Sie wollte sogleich an das rouge et noir herantreten, wo sie das Glück zu ver- suchen beabsichtigte; <'
anderer weit beträchtlicher Einsätze. Madelon empfand eine heftige innere Bewegung;
denen Hoffnungen so kläglich zusammen- brechen sah. Ganz wie betäubt von der Heftigkeit des Schlages ließ sie sich auf den nächsten Stuhl fallen. Ihre letzte Hoff, nung war geschwunven: in diesen Salons hatte sie nunmehr nichts weiter verloren — ja es hieße unklug hanoeln, wenn sie sich noch länger hier aufgehalten hätte. Sie erhob sich denn auch alsbald, verließ den Saal und stieg, sich am Geländer festhal- tend, — denn es schwindelte ihr fast — die große Treppe zur Straße hmab.
Die freie frischeLuft brachte sie wieder ein wenig zu sich selbst, und bald war sie im Stande, ihre nunmehrige Lage ein wenig zu über- denken. Aber was sollte sie thun, was sollte aus ihr werden nach dieser bittern Enttäuschung, diesem vollständigen Mißlingen des Planes, den eine Laune des Zufalls so unbarmherzig vereitelt hatte! Noch ein einziger Ausweg in dieser ihrer höchst kritischen Lage bot sich ihr dar, nämlich zu der guten Madame Bernet ihre Zuflucht zu nehmen und sie zu bitten, ihr zu helfen.
Es war ihr, als ob sie das Hotel schon
Madelon.
Nach dem Französischen von I. Rüttgers. (Fortsetzung.)
Deutsches Reich.
* Berlin, 29. Juni. Gestern ist über Leipzig der kleine Belagerungszustand verhängt worden. Bis heute Mittag sind bereits ca. 100 Socialdemokraten-. auSge- wiesen worden.
— Ihre Majestät die Kaiserin ist in Coblenz erkrankt und mußte sich einer Operation unterziehen. Die Operation ist gut verlaufen. Der Zustand der Kranken ist zufriedenstellend. — Der Kaiser stattete vorgestern seiner kranken Gemahlin einen Besuch ab.
— Der Kronprinz besuchte gestern den Fürsten Bismarck.
— Die Minister v. Puttkamer und v. Goßler sind in Ems eingetroffen und wurden vom Kaiser in Audienz empfangen.
— Die .Kreuzzeitung schreibt: „ES hat niemals ein klericalconservatives Bündniß bestanden und besteht auch jetzt nicht, daß aber die Conservativen wie bisher so auch in Zukunft mit dem Centrum Hand in Hand gehen werden, halten wir für eine um so begründetere Hoffnung, je mehr der Liberalismus auch in seinen sogenannten gemäßigten Erscheinungsformen sich immer mehr von der Regierung lossagt. Wir haben nie geglaubt, daß das Centrum als Fraction sich völlig auf die Seite der Re- gierung stellen werde; zumal so lange der „Culturkampf" in irgend einer ausge- l sprochenen Weise besteht, wird das Centrum | als Fraction noch andere als rein politische - oder wirthschaftliche Zwecke verfolgen und | ttch niemals als eine der Regierung be« I
fest umschloß; dann, plötzlich wieder zur Wirklichkeit erwachend, benutzte sie eine Lücke in dem Menschenknäuel, um bis nahe an den Tisch zu treten. „Man gebe mir zehn Francs, und ich werde mein Glück damit machen." Dieses Lieblingswort ihres : Balers klang ihr jetzt wieder lebhafter denn ’ je in den Ohren, dazu der ewige Ruf:
„Roth und Couleur gewinnt, Roth und Couleur verliert." !
। sie sich über die Lehne des Stuhles, der I öot ihr stand, und warf eines ihrer kleinen Stücke auf das grüne Tuch.
Sie hatte auf Roth gesetzt. Einige Sekunden banger Erwartung folgten, während
auch unserer Fraction zu dem Centrum wird daher auch in Zukunft von Fall zu Fall zu regeln sein. Uns ist es genug, wenn einstweilen ein freundschaftliches Nebeneinandergehen statlsindet." Die Beendigung des „Culturkampfes" scheint demnach auch S für die Kreuzzeitungs.Conservativen kein \ Bedürfniß zu fein.
Oesterreich-Ungarn.
* Pest. Bei der gestrigen Wahl in Ugra, wo Tisza, der Ministerpräsident, von den Radikalen besiegt wurde, entstand eine ungeheure Prügelei; es gab zwei Todte.
Frankreich.
* Paris, 28. Juni. Der Senator Jules Duffaure, noch im Jahre 1879 Ministerpräsident, ist gestern gestorben.
— Der ,Phare dMexandrie' veröffent- licht einen Bericht aus Massauah, dem zu-
! — Der Socialdemokrat Most wurde
I heute vom Central - StrafgerichlShof zu Lon« I
! ?°,n "^gen Beleidigung England befreun- j ........... —^uHuuuV, iU,
betet Herrscher und wegen Aufforderung > folge ein abyssimscher Beamter an der Spitze zum Morde, zu 16monallicher Zwangsar- ; von 100 Mann die französischen katholischen bett verurtheüt. | Missionäre in Alitiena arg mißhandelte
Der Präsident des Oberlandesge- ? und alsdann verhaftete. Die Kirche und Herr Hartmann, er- die den Lazaristen gehörigen Häuser wur- laßt folgende Bekanntmachung: „Mit Rück- | den geplündert und niedergebrannt, und wrrr*« .. große Anzahl der vorhandenen s schließlich fämmtiiche Einwohner von Alitiena Militäranwarter ist höheren Orts bestimmt, l zu Gefangenen gemacht. Der französische daß bis auf Weiteres Civilanwärter zu dem ! Consul in Massauah hat eine in energischer Vorbereitungsdienst für das Gerichtsvoll- 1 Sprache abgefaßte Note, in der er volle amt grundsätzlich nicht mehr zuzulaffen sind."
* Eoblenz, 29. Juni. Der Kaiser und die Großhe.zogin von Baden sind hier angekommen. Das heutige Bulletin über das Befinden der Kaiserin lautet: Kein Fieber. Beginn befferer Functionen, noch etwas nervöse Schwäche.
* Aus Bayern, 27. Juni. In einigen Dlstricten Ober- und Mittelfrankens hat der Hagelschlag furchtbare Verwüstungen angerichtet. Getreide, Gras, Kraut, Flachs, Kartoffeln und alle Gartenfrüchte sind total vernichtet, da Kiesel in der Größe von Hühner, und Gänseeiern fielen und zwar
„Roth und Couleur verliert!" erklang abermals der eintönige Ruf des Croupiers, der gleichgiltig seinen Rechen niedersenkte, > um seine Beute einzuheimsen.
Madelon stieß einen schwachen, unter- -
druckten Schrei aus und zog sich zurück, ? „ iyt, Ul8 tiV |ie 006 öotel
ottne zu wiffcn, wie ihr war. Die Lücke, : eine geraume Zett verlaffen hab^, obwohl welche sie gelaßen, war bald ausgefüllt; erst eine halbe Stunde seit ihrem Aufdruck e
Niemand achtete weiter auf das arme Kind, verfloffen war. Durch die hach offen stehende
das binnen wenigen Minuten das ganze Thür des Speisesaals hätte sie sehen können
Gebäude ihrer Plane und ihrer liebgewor- wie der Kellner noch immer9 mit dem
Genugihuung verlangt, an König Johann von Abyssimen gesandt.
— Der Erzbischof von Algier, Lavigerie, ist vom Papste zum apostolischen Admini- strator in Tunis ernannt worden.
ProvirreieüeS und Locales.
* Fulda, 30. Juni. Durch Ministerial- Erlaß vom 25. d. M. ist der Gerichts- Affeffor Herr Franz Uth als Rechtsan. walt bei dem Kgl. Landgericht zu Hanau zugelaffen (S. Annoncentheil).
-P- Der von Herrn vr. I u st u s S ch n e i- derherausgegebene, im Verlage von Al.
non- yerantreten, wo sie das Glück zu ver- [ deren sie ihr Herz heftig pochen hörte. Ä? beabsichtigte; aber eine doppelte Der Croupier begann die Karten zu Reche von Spielern hinderte sie zuerst, mischen: 8
"Her M treten. Es schien ihr so natürlich, „Roth und Couleur verliert!" hier als einfache Zuschauerin anwesend zu - In einem Augenblick verschwand ihr S'üni^n wM" -Goldstücke und den i kleines Goldstück mitten unter einer Menge eintönigen Ruf des Croupiers zu vernehmen, - anderer weit beträchtlicher Einsätze. Madelon
lang ganz vergaß, | empfand eine heftige innere Bewegung;
sle in einer ganz bestimmten Absicht \ aber ohne einen Augenblick zu zögern, setzte hierhin gekommen sei und eine Zeit lang { sie die zehn Francs, die ihr noch geblieben 2?“Uh rnb ""beweglich da stehen blieb, - waren, auf dicselbe Farbe. Neue fieber- während sie mit ihrer Hand die zwanzig 1 hafte Erwartung: der Kopf brannte ihr, Francs, die »hr ganzes Capital ausmachten, und das Herz pochte ihr, als wolle es