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Donnerstag, den 16. Juni 1881.

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-O Frohnleichnam.

Jeder Stein wird uns erfunkrln.

Jedes Blümchen uns erblüh'n,

Jeder Hain wird «ns erdunkeln. Jedes Wölkchen uns erglllh'n Nur für Dich, Herr Jesus Christ, -er -u mein Erlöser bist!

Jede, Vöglein, das da finget.

Jede» Bischlein, das"?-« hllpst. Jedes Büchlein, das erklinget," Menn es über Steinchen schlüpft/ Alles das, Herr Jesus Christ, Air?nm Aank'und Lobe ist.

Alle Bienchen an der Aoide, Küferiein im Blüthengolüe, Himmelblau Vergißmeinnicht, Blümlein alle, die so dicht Büchleins Vfer kranzumzieren And die Wiesen emailliren Nnd das Sausen in -er Eiche Nnd das Summen überm Teiche, Schmetterlinge und Cicaden, Aer Insekten Myriaden

Alles ruft, Herr Jesus Christ, Aaß es Air ;u Ehren ist.

And der Lilie SiiberKrone

Aller Königspracht zum Hohne

And der Tulpe bunte Hülle

And der Kose «lanj und Jülle, Alle diese Lieder, Jarben Sind Akkorde, Alüthengarben Air geweiht, Herr Jesus Christ, Aer de, Weltall', Eckstein ist.

Alle,, Alles ist vom Triebe

Au -em Lichte, zu -er Liebe

Madelon.

Nach dem Französischen von I. RüttgerS. (Fortsetzung.)

VI. 1

Am folgenden Mm gen begab sich Mer- vtlle frühzeitig zu dem Kloster von *** Er hatte zwar von Parts aus an |bie Oberin geschrieben, indeß keine Antwort auf seinen Brief erhalten.

Als er zum Hotel zurückkehrte, eilte Madelon, welche auf seine Rückkehr ge, wartet hatte, ihm entgegen.

„Nun, haben Sie meine Tante ge­sprochen?" f.ug sie hastig. „Will sie mich aufnehmen?"

Harare antwortete ohne Weitere«:

„Deine Tante ist seit länger al« ein und ein halb Jahr gestorben, nachdem sie in ihren letzten Augenblicken die umstehen­den Ordens flauen beauftragt hatte, ihrem Bruder ein letztes Wort des Friedens und der Versöhnung zustellen zu lassen. Da aber unglücklicherweise Herr Linder« ge­rade zu jener Zeil beständig auf Reisen war, so war es unmöglich, ihm ihren letzten Abschiedsgruß zuksmmen zu lassen."

Wie vorauszusehen war. ging diese Nach, richt Madelon, die ihre Tante ja miemal« gekannt hatte, kaum zu Herzen; vielleicht

Innerlich erfaßt, erhoben. Voll Verlangen, Aich zn loben. Alles dar, Herr Jefu» Christ, Aeugnih Aeiner Liebe ist:

-einer Siete, die da dringet In die dunkle, Erde ein, Nnd die Blum' zum Blühen zwinget Nnd zum Clünzen feldst den Stein: Na, zu Air fich Alles fehnet. So der Mensch, so die Natur, Ist's ein Seufzen und Erlangen Nnd ein Streben und Verlangen Nur nach Air, Herr Jefu, Christ, Aer Au der Crlöfer bist.

O Zur Freimaurer-Frage.

(Fortsetzung.)

Ein Freimaurer soll das Moralgesetz als ein wahrer Noachite beobachten und darf daher weder einen thörichten Atheisten noch einen ruchlosen Freigeist abgeben, noch wider sein Gewissen handeln; er darf sich ferner niemals in Rotten und Empörungen wider den Staat einlaflen. So etwa lauten die beiden ersten Hauptpflichten. Letztere erfährt freilich eine bedeutende Einschränkung durch eine sehr dehnbare Zusatzbestimmung. Nun aber betrachte man die Männer, welche gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in Frankreich zu den Häuptern des Frei- maurerthums gehörten, ihren Großmeister, den Herzog von Orleans, Philippe EgalttL an der Spitze, ferner dre Robespierre, i Mirabeau, Sieyes, Danton u. s. w.; wie stimmen ihre Thaten damit überein? Man ' geht wohl nicht zu weit, wenn man mit rmpfanl- sie sogar eine geheime Befriedigung, indem sie dachte, daß so der Plan, welchen man in Bezug auf sie entworfen hatte, nicht zur Ausführung gelangen würde. Es war ja auch gar nicht zu verwundern, daß Fräulein L nvers unter dem Einflüsse der Mittherlungen, welche ihr Vater ihr über ihre Tante und die Ordensleute überhaupt gemacht hatte, sich unter ihrer Verwandten eine möglichst unsympathische Person vorgestellt hatte. Sie, die in völliger Unbekanntschaft mit dem Ordens- wesen und dem Ordensleben ausgewachsen war, mußte ja nokhwendigerweise voll von Vorurtheilen sein gegen da« ganze Kloster­leben, und sie konnte nicht anders, als nur höchst ungern ein Haus betreten, wo sie nach ihrer Meinung ganz eingeengt und em eschloffen leben und sich einer strengen Ordnung fügen mußte, die,m schneidendsten Gegensatz zu ihrem früheren ungebundenen ' freien Leben stehen würde. Merville ahnte wohl, was in ihrem Innern vor- s ging; in warmen theilnehmenden Worten z berichtete er ihr von seiner Unterredung mit der gegenwärtigen Oberin des Klosters nnd dem Entschlüsse, den sie ge- ; faßt hatten.

Noch am selbigen Tage übergab er sie ! der Oberin, nnd nach einigen ermunternden \

dem Minister v. Haugwitz annimmt, daß die französische Revolution, daß der Königs­mord von den mehr und mehr zu poli­tischen Clubs gewordenen Logen nicht nur beschlossen,sondern sogar durch Verbindungen und Schwüre eingeleitet worden sind. „Eine traurige Erfahrung hat uns belehrt", sagt derselbe, „daß es nicht ein Zufall war, der Ludwig XVI. in den Temple führte. Von dort aus sollte er den Manen des Meisters geopfert werden." In Uebereinstimmung hiermit steht die Aussage des Landgrafen Karl von Hessen, eines Maurers der höchsten Grade, welcher erklärte, das Geheimniß der „unbekannten Oberen" sei der reine Jacobinismus gewesen. Auch sind wohl gegen Ende des vorigen Jahr­hunderts Freimaurer und die sogenannten Jlluminaten kaum auseinander zu halten. Welche Macht die Logen in Frankreich immer mehr und mehr gewannen, sieht man an dem Beispiel der beiden Juden DecazeS und Cromieux. Von Elias De- cazes, dem bösen Genius Ludwigs XVIII., sagt der maurerische ,Globe', daß man ihm die Erhaltung des „heiligen Feuers" in Frankreich verdanke. Derselbe wurde, nachdem er Karl X. gestürzt, von seinem Mitverschworenen Louis Philipp für seine Verdienste zum Herzog und von den Logen zum Präsidenten des supreme conseil (hohen Rathes) unter einem für ihn besonders ge­schaffenen pomphaften Titel gemacht. Allein auch Lome Philipp wurde durch die Logen gestürzt. Der Jude Crvmieux, gleichzeitiger Präsident der Alliance Jsroölite Univer- selle, rühmte sich in der ,Chaine d’union‘, Worten sagte er Madelon Lebewohl, die sich ganz in Thränen aufgelöst und in der trostlosesten Stimmung gleichgiltig von der guten Schwester wegführen ließ. Ge­preßten Herzens verließ er das junge Mädchen, welches zehn Tage lang der Gegenstand seiner Sorgen und seiner Ge­danken gewesen war. Jetzt hielt ihn nicht» mehr in Lüttich zurück, und schon am folgenden Morgen reiste er ab, um seinen Reiseplan vollständig auszuführen, obwohl mit dem Vorsatze, die Reisezeit etwas ab­zukürzen.

Ursprünglich war e« seine Absicht gerne» sen, sich über Straßburg in die Schweiz zu begeben, die Alpen zu überschreiten und dann die italienischen Seen zu besuchen. Auf die Ausführung des letzteren Theile« seines Reiseplanes sah er sich nun freilich genöih-gt, zu verzichten; jedoch wollte er wenigstens den Rest aurführen, und er enischloß stch denn auch, hierauf seine ganze noch übrige Zeit zu verwenden.

Indeß fand er in Siraßburg, wohin er seine Correspondenz hatte gehen lassen, einen Brief vor, der ihm zu großer Befriedigung gereichte und ihn bestimmte, die Reise in die Schweiz ganz aufzugeben; das Regiment nämlich, bei welchem er diente, hatte die Ordre erhalten, nach dem Orient abzugehen,