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Donnerstag, den S. Juni 1881.

Fuldaer

eitung

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-Inuit*,

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E. Patent- und Musterschutz Ausstellung zu Frankfurt a. M.

Die Ausstellung nähert sich mehr und l mehr ihrer gänzlichen Vollendung, und sie hält nicht allein in jeder Beziehung, was sie versprochen hat, nämlich schön, groß- | artig und interessant zu werden, sondern j es fragt sich sehr, ob sie, namentlich in j letzterer Beziehung, nicht gar manche frühe- : ren Ausstellungen, die ihr räumlich über- z legen waren, weit überflügeln wird. Denn ■ eben in dem eigenartigen Charakter der $ Frankfurter Ausstellung, wie ihn bereits ; ihr Name ankündigt, „für Patent und i Musterschutz", liegt das bedeutende und j zugleich anziehende Sonderintereffe, das i jedem Besucher, auch bei nur ober fläch« ; licher Besichtigung, sofort in die Augen ; springt und seine Aufmerksamkeit fesselt. \ Zum ersten Male in Deutschland sehen wir - das große geistige und durch Patentschutz \ gesicherte Eigenthum der Nation auf dem - Gebiete der Industrie und des Kunstfleißes, des Gewerbes und des Handwerks durch ‘ die Erzeugnis «;<L ♦»•*« i

treten, so vielumfassend, so weitreichend, i daß wir nicht allein mit innerer Befriedig- i ung, sondern mit hohem und durchaus be- j rechtigtem Stolze erfüllt werden ob solcher ? Schassenskraft und solchen Leistungen, j Charakteristisch in dieser Beziehung ist das l Wort eine» Franzosen, und zwar eines » ehrlichen und vorurthrilsfreien, der beim { Durchwandeln der Ausstellungsräume vrr- i schiedentlich ausrief: „vous etes vraiment une grande nation!“ („Ihr seid in Wahr- ; heit eine große Nation I") .... ein Titel,

den unsere westlichen Nachbarn bekanntlich sogern für sich allein in Anspruch nehmen.

Was nun die obenerwähnte, nahe be­vorstehende Vollendung der Ausstellung be­trifft, so bezieht sich dies eigentlich nur noch auf die Gartenanlagen und auf einige Annexbauten, denn im Ausstellungsgebäude selbst ist man so gut wie fertig. Auch ist dort dieser im Grunde nur unwesentliche Uebelfiand weit weniger auffallend, da man ja doch nicht alle Abtheilungen und Gänge auf einen Blick überschauen kann; man bemerkt wohl hie und da noch einen ver­hängten Raum, oder einen leeren Platz aber man geht unbekümmert weiter, denn man hat so unendlich viel zu sehen, daß einzelne kleine Lücken gar nicht in Be­tracht kommen .... ähnlich wie auf einer reichgedeckten Täfel noch immer einige Nebenschüffeln und Geräthe nach- - träglich aufgesetzt werden: die prächtige Tafel an sich ist trotzdem längst fertig, und die Gäste mögen nur kommen und un- j besorgt Platz nehmen, denn alles ist zu- I op^üRpt und das Banket kann beginnen, j

Anders i|i es uv«. ler. Anlagen? im Garten und mit seinen Annexbauten, j denn dort umfaßt der Blick von jedem ? nur etwas erhöhten Standtpuncte (und deren giebt es glücklicherweise mehrere) das Ganze auf einmal und nach allen Richtungen hin, und das noch Unvollen­dete fällt unmittelbarer und deutlicher in I die Augen. Doch auch dies ist im vorliegen­den Falle nur von nebensächlicher Be­deutung und wir überlassen die Aufzählung des noch Fehlenden und Unvollendeten

gern denjenigen Kritikern, die ihren Be- ruf mehr von der negativen Seite auffaflen. Ohnehin müssen sie sich beeilen, denn gar bald werden sie nichts mehr zu bemängeln und auszusetzen haben, und sich dann hoffentlich, wenn sie anders gutge­willt sind und es ehrlich meinen, auf unsere positive Seite schlagen, nämlich auf die der offenen Anerkennung und freudigen Zustimmung.

Wie übrigens in den letzten Tagen im Garten geschafft und gearbeitet ist, zeigt, um nur ein eclatantes Beispiel anzusühren, der weite Raum zwischen dem AusstellungS- palaste (der Ausdruck „Palast" ist einmal beliebt, und bei dem stattlichen monumen­talen Bau der Frankfurter Ausstellung auch ganz an seinem Platze) und dem großen balneologischen Gebäude. Da ist Etwas entstanden — und die letzte verschönernde Hand wurde dort gerade angelegt — das jedenfalls einzig in seiner Art und schon an sich eines besonderen Besuches werth ist, gewissermaßen eine Ausstellung für sich.

Der weite Raum ist nämlich in einen einnqen Blumenflor verwandelt, bunte, geo­metrische Zeichnungen wechseln mit Schlan­genlinien und Arabesken und mit schmä­leren oder breiteren Einfassungen anmuthig ab, dazwischen größere, sternartig angelegte Beete, dann wieder kleinere Figuren und Aller in den mannigfaltigsten Farben mit wahrhaft blendendem Schimmer und Glanz. Von den oberen offenen Altanen des Haupt­portals gesehen (was wir, nebenbei bemerkt, jedem Besucher angelegentlich empfehlen), meint man einen ungeheuren Teppich vor

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Madelon.

Nach dem Französischen von I. Rüttgers.

(Fortsetzung.) ।

„O gewiß, sehr glücklich! Aber weshalb frägst Du mich dies, Vater?"

„Später, wenn Du zur Dame herange­wachsen sein wirst, dann wirst Du gewiß an die Jahre Deiner Kindheit zurückdenken, Du wirst gewiß Deine frohe, fröhliche Ju- gendzeit nicht vergessen, nicht wahr?"

„Wie könnte ich dies Alles vergessen?" sagte Madelon, der die Thränen in dm Augen standen.

„Dann wirst Du an die Steifen zurück- denken, die wir gemacht, an die hübschen Städte, die wir besucht, an die schönm Feste, an denen wir zusammm thrilgenommen haben; Du wirst Dich erinnem, daß ich mich immer bemüht habe, Dir Vergnügm zu bereiten, Dir ein guter Vater zu sein — versprich mir dies, Madelon."

„Ich verspreche es," sagte die arme Kleine-. „Wie sollte ich nicht daran zurückdenken?' Aber weshalb sagst Du da« Alle»? Bist Du sehr krank?"

„Jo- sehr krank," antwortete Linder», indem er sie noch zärtlicher an seine Brust drückte; „so krank, daß all'diese glücklichen

Tage für mich zu Ende sind — und für Dich auch, liebe Kleine. Ich frage mich, wie Tu später sein wirst, Madelon. Wirst Du groß werden? Ohne Zweifel, denn auch Deine Mutter war groß, und Du gleichst ihr sehr."

„Ich gleiche ihr also, Vater?"

„Sehr," antwortete Linders, indem er ihr zärtlich über das Haar streichelte; „ja Du hast ganz ihre Augen, und bisweilen habe ich mir gesagt, daß, wenn Du einmal zur Dame herangewachsen sein wirst, dies gerade so sein wird, als ob sie selbst wie­der auf die Erde zurückkehre; denn wisse wohl, ich liebte sie," fügte er mit etwa» lei­serer Stimme hinzu — „ich liebte sie, was man auch sagen mochte, und ich wollte sie durchaus nicht allein sterben lassen--

Ich bedaure sehr — ach, ich vergaß —"

„Was meinst Du, Vater?"

„Nichts, nicht», liebes Kind; ich vergaß, wo ich mich befand. Aber wie dunkel ist es! Wir werden wohl ein Licht anzünden müssen, damit ich meine liebe Madelon, ihre Augen, ihr süßes Lächeln, ihre schönen Haare sehen kann. Und Du, liebe Kleine, wirst gewiß nicht das Antlitz Deines Vaters vergessen? Weine nicht, ich kann es nicht sehen. Sonst habe ich Dich ja auch nie betrübt, liebes Kind?"

„Nie, nie!" antwortete sie unter heftigem Schluchzen.

„Du wirst noch oft an mich denken, wenn Du groß geworden fein wirst," sagte er, indem er fortfuhr, über denselben Gegen- l stand zu sprechen; „Du wirst kein Geld ' haben, liebe Kleine, — ach, wäre dieser ver« !. wünschte Legros nicht gewesen — I Aber t es ist jetzt zu spät. Endlich wirst Du ja l noch immer Deine Schönheit besitzen — sie wird Dir die Mitgift ersetzen; wenn Du ! einen Gatten haben wirst, wenn Du vielleicht ; reich sein wirst, dann denke an jene Zeit, ? wo Du ein kleines Mädchen warst und einen ! Vater hattest, der Niemanden auf der Welt so sehr liebte, als seine kleine Madelon."

„Vater, Vater!" rief dar arme Kind aus, indem es heftig schluchzte und die beiden Arme um seinen Hals schlang, „ich will kein Geld, keinen Gatten, ich will Niemanden als Dich allein, und ich liebe Dich und werde Dich immer mehr lieben als die ganze Welt. Vater, willst Du sterben und mich hier lassen ?"

„Wie es scheint, ja," sagte er mit Bitter­keit. „Ich habe es nicht verlangt, Made­lon, aber dann thut man nicht so, wie man es wohl wünscht. Höre denn, mein Kind: Du wirst nicht ganz allein sein; ich habe eine Schwester, Deine Tante Therese; ich habe Dir niemals von ihr gesprochen, weil