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Freitag, den 22. April 188»
Die ,Fuldaer Zeitung' erscheint täglich. Sonn- und Feiertag« ausgenommen Ran nbcnntn gegen Vorausbezahlung zu Fulda
in der Expedition, Buttermarkt Nr, 112,auswärts beiden Postämtern. Der vierteljährliche Abonnementspreis beträgt ausschließlich Zringerlohnin Fulda eine Markund R,-Pfg., mit Bringerlohn 1 M. 70 Pf., auswärts bei den Postämtern: bei der Post abgeholt 1 Mark und 50 R.-Pfg., ins Haus gebracht 1 Mark 90 Pfg.
Die ,illustrirten Sonntagsblätter' der Fuldaer Zeitung koste« vierteljährlich in Fulda 20Pfg., auswärts am Postschalter 25 Pfg., in's Haus gebracht 40 Pfg Inserate: Dir Petit»ril« oder deren Raum 10 Pfg. bei Wiederholungen entsprechenden Rabatt.
tagen längere Conferenzen mit dem bisherig
Lord Dufferin.
(Die .Fuldaer Zeitung' ist im Post-Zeitungs- Preisverzeichniß pro 1881 im II. Nachtrag sub Nr. 1673 eingetragen.)
tagen längere Conferenzen mit dem bisher!« j die großen Schädigungen, welche der Ge« gen englischen Botschafter in Petersburg, ij werbebetrieb im Umherziehen ihnen verur« Lord Dufferin. sacht, ein Ende zu mache .
— Die .Kreuzzeitung' bestätigt daß es 1 K.G.V.C. Bonn, 20. April. Gemäß in der Absicht der Regierung liege, die \ dem Beschlüsse der Breslauer XXII. Ge- Reichstagswahlen in diesem Spät- » neralverfammlung der katholischen Vereine Herbst stattfinden zu lassen. Man ist in allen j Deutschlands, daß, wenn thunlich, künftig- gemäßigten Parteien auch darüber einig, $ hin mit jeder katholischen Generalversamm« daß nicht Berechnungen politischer Art die 1 lung eine christliche Kunst- und kirch-
Für die Monate Mai nnd : unbegrenzte Hinausschiebung des Termins zulassen, und es dürfte in dieser Beziehung
1 werden.
i — Der .Reichsanzeiger' publicirt die in- } ternationale Uebereinkunft betreffend den j Austausch von Post'Packeten ohne Werth- - angabe. i
- ’ — Gestern Mittag wurde der in weiten
».s« i Kreisen bekannte Regierungsrath Max Maria
. c» j von Weber, der einzige Sohn Karl Maria
Berlin, 20. April. Ueber die Richt« - von Webers, auf einem Spaziergange mit bestätigung des Herrn de Lorenzi in Trier •; seiner Tochter vom Schlage getroffen und hat jetzt auch die ,Kreuzztg.' Erkundigungen J verstarb wenige Stunden darauf. Erst vor eingezogen, welche dahin lauten, „daß de i Kurzem war er von einer Reise nach Amerika Lorenzi in der verflossenen Conflictszeit (!) z zurückgekehrt, wo er int Auftrage des Han- allerdings einer der entschiedensten Gegner l delsministeriums die dortigen Eisenbahnen der Staatsgewalt gewesen ist und bei Hand« - uud Kanäle studirt hatte, noch am Morgen lungen mitgewirkt hat, welche eine Lösung l seines Todtestages vollendete er den osfi« der obschwebenden Fragen im Sinne der l ziellen Bericht.
Versöhnung unmöglich machten." Für i — Die „Norddeutsche" plaidirt in ein- Trier wäre somit die Conflictszeit noch « gehender Weise für eine Revision des Titels nicht — „verflossen", sowenig wie für die s 3 der Gewerbeordnung, um den vielpreußischen Katholiken überhaupt. j seitigen und zunehmenden Klagen der Hand.
— Fürst Bismarck hatte an beiden Oster« z werker und kleineren Gewerbetreibenden über
Juni nehmen Bestellungen uns flössen, """ es durfte m dieser Beziehung die .Fuldaer ^eituna^ alle Bott- der Vorschlag des Herrn v. Treit schk e m ben »preußischen Jahrbüchern" (die Wah- ??'Ealten, Landbriefboten U1G len bis in den Winter anstehen zu lassen) für Fulda die Expeditiou, But- , schwerlich an irgend einer Äelle gebilligt termarkt 112, zum Preise von 1 Mk. (ohne Bestellgeld) an.
liche Kunst » Gewerbeausstellung verbunden werden soll, beabsichtigt, wie verlautet, auch das zur Vorbereitung der 28. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands, welche in den Tagen des 4. — 8. September d. I. hier in Bonn tagen soll, in der Constituirung begriffene Localcomite, eine solche Ausstellung, die sich indessen hauptsächlich auf das Gebiet des kirchlichen Kunstgewerbes erstrecken soll, zu veranstalten. Da derartige Ausstellungen, wie die kirchlichen Kunst- und Kunst Gewerbeausstrllungen auf der 7. katholischen Generalversammlung in Wien, auf der 17. in Trier und auf der 25. in Würzburg beweise,n nicht allem für das Schaffen auf dem Gebiete der christlichen Kunst ersprießlich und anregend wirken, sondern auch die erfreulichsten Resultate in materieller Hinsicht für die Aussteller selbst haben, indem von den ausgestell« ten Gegenständen viele auf dem Bazar verkauft werden, aber auch sich für sie neue Absatzgebiete aufthun, so ist zu hoffen, daß auch die projectirte Ausstellung auf der Bonner Generalversammlung recht imponirend ausfallen und die Leistungsfähigkeit des heutigen Kunsthandwerke»- «ff--«Aen Gebieten, welche kirchlichen Zwecken dienstbar find, lebhaft veranschaulichen werde. Das Bonner vorbereitende Comit 4 wird, wenn es sich definitiv constituirt hat, jedenfalls noch in einem demnächst erscheinenden besondern Aufruf sich an die Vertreter der christlichen Kunst und des kirchlichen Kunsthandwerkes in Deutschland und Oesterreich wenden; er kann aber nicht schaden, daß die Absicht, eine kirchliche Kunstgewerbeausstellung in Ver«
9 Seltsames Begegnen und Wiedersehen.
(Fortsetzung.)
Mitten in seiner Verzweiflung war ihni die Handschrift ein tiefeindringender Trost, denn unverkennbar war es dieselbe Handschrift, aus der seine Mutter ihm Unter- richt im Lesen gegeben hatte; er fand sich gedrängt, da« Schmerzlichste immer wieder zu lesen, ja zu buchstabiren, wie er am Knie seiner Mutter bi« zu dem Augenblicke ge. than, als die Nationalgarde sie ihm in den ersten Zeiten der Revolution entriß. Wie war e« aber möglich, daß Constanze, die jünger al» er, damals schon Briefe an seine Mutter konnte geschrieben haben, sie lebte noch nicht zu jener Zeit, da» war ihm ge- wiß; wer hatte ihr den Brief geschrieben oder für sie abgeschrieben; das liefe ihm keine Ruhe, fein Stolz war bald überwunden, fein Schmerz über Julien» Entschluß; sein Verlangen, den Urheber jener Handschrift zu erfahren, der Constanzens Brief abgeschrie- ben, wurde mit der ganzen Ursache dieser Neugierde ausführlich erzählt, der Brief schon am andern Tage auf die Post gegeben. Er dachte wohl nicht, daß dieser Brief mit tausend andern mehrere Jahre in dem Kasten des Postmeisters ungelesen ruhen werde, denn
der Kaiser hatte alle Correspondenz der spanischen Armee untersagt. Er marschirte mit der Hoffnung weiter, recht bald Auskunft über die Handschrift zu erhalten, die er wie ein Heiligthum stets bei sich trug und gewöhnlich alle Abend betrachtete, wenn er vom Dienst nicht gestört war. Der Dienst war aber in diesem Kriege höchst anstrengend, i so leicht die Schlachten auszufechten waren, I so wenig nutzte deren Gewinn, das Volk : ergab sich nicht, der kleine Krieg war verderblich, die Erhaltung schwer, die Verbindungen stets unterbrochen, jedes Corps wie eine einzelne blockirte Festung in dem weiten durch Gebirge zerrissenen Lande; die Roth und Dauer dieser Anstrengung, statt zu ermüden, brachte auch die Gleichgültigsten von beiden Seiten zu einem ungewöhnlichen Eifer für die Cache, die sie ergriffen, und die sie vertheidigen mußten. So ward auch der Rittmeister aus dem Widerwillen, den er ursprünglich gegen diesen Krieg hegte, all- mählich zum wachsamsten, unermüdlichsten Unterdrücker Spaniens umgebildet, doch vergaß er nicht darüber seine Liebe und seine Sehnsucht wegen der Handschrift. Noch zwei« mal schrieb er deßwegen an Constanzen, blieb aber immer aus dem natürlichen Grunde ohne Antwort, weil seine Briefe wie alle andern nicht durchgelaffen wurden, er aber
zufällig diese Maßregel, die von andern künst« lich umgangen wurde, nicht ahnete und von niemand zu erfahren bekam.
Vier unruhige zerstörende Jahre, in denen er zum Obersten durch sein Verdienst und seinen Diensteifer sich emporgeschwungen, waren ihm ohne einen Tag hin geschwunden, dessen er mit Lust denken mochte, als ein Befehl des Kaisers mehrere geschickte Df« freiere, unter diesen auch ihn von dem spanischen Heere abrief. Niemand wußte einen Grund dieser Maferegel anzugeben, inzwischen mußte er die bisher im Gene« ralstabe bearbeiteten Geschäfte schnell in Ordnung bringen, konnte aber doch nicht zur rechten Stunde damit fertig werden, als die ganze Schaar Osficiere unter starker Bedeckung den Heimzug antrat. Einen Tag später ritt er ihnen nach, fein Pferd war gut, er traute seinem Führer und glaubte bestimmt, sie schon beim nächsten Nachtquartier einzuholen. Bis zum Mit- lage ging die Reffe ohne Störung durch das öde Land fort, da sanken dem Obersten die Augen zu, er hatte seit ein paar Nächten nicht geschlafen. Der Führer benutzte diesen Augenblick zu entspringen, um zu den Seinrn zu kommen. Als der Oberst wieder erwachte, fast aufgelöst von der H.tze und blind von den Strahlen der