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Freitag, bett 25. Mär, 1881.

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Die ,Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Man abonnirt gegen Vorausbezahlung zu Fuld a in der Expedition, Buttermarkt Nr. 112,auSwärtS beiden Postämtern. Der vierteljährliche AbonnementSpreiS beträgt ausschließlich Bringerlohn in Fulda eineMarkund 50 R.-Pfg., mit vringerlohn 1 M. 70 Pf., auswärts bei den Postämtern: bei der Post abgeholt 1 Mark und 50 R.-Pfg., ins Haus gebracht 1 Mark 90 Pfg. Die ,illustrirten Sonnt« gsblätter' der Fuldaer Zeitung kosten vierteljährlich in Fulda 20 Pfg., auswärts am Postschalter 25 Pfg., in'S HauS gebracht 40 Pfg Inserate: Die Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., bei Wiederholungen 50»/, Rabatt, fc

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Auf das 2. Quartal 188t der ,Kuldaer Zeitung^ bitten wir un­gesäumt zu abonniren.

Die.Fuldaer Zeitung erscheint an allen Werktage« mit den» Da­tum des folgenden Tages u«d kostet vierteljährlich bei der Expe­dition (Buttermarkt Nr. 112) so­wie an den Postschalter« Mk. 1.50. J«'s Haus gebracht: in Fulda Mk. 1.70, auswärts Mk. 1.9p. Die Richtung der ,Fuldaer Zeitung^ ist anerkanntermatze« eine ent­schiede« katholische; auf dem Gebiete der Politik ist ihr Stand- punet der des Centrums; auf wirthschaftlichem Gebiete geht fie rülkfichtslos gegen Wucherer und Halsabschneider vor und bringt häufig belehrende und anregende Artikel für die landwirthschafttrei- bende Bevölkerung. SSmmtliche Loeal- und Proviueial-Nachrichten von einigem Jntereffe. Cours- und Marktberichte. Familiennach­richten re. Inserate finden durch die ,Fuld. Ztg." bei ihrer starke« Auflage (ea. 2000) die intensivste Verbreitung.

Deutsches Reich

* Berlin, 23. März. Die Budget- commission des Reichstags hat mit 15 gegen 9 Stimmen dahin entschieden, daß die Ko­sten der Durchführung des Zollanschlusses

j Altonas, soweit sie vom Reich zu decken sind, der Genehmigung des Reichstag» be-

; dürfen. Fürst Bismarck hat stets die i entgegengesetzte Meinung vertreten.

i — (Reichstag, 23. März.) Fort- i setzung der dritten Berathung des Etats.

Czarlinski und Ow beklagen die Massen« ? auswanderung. Staatssecretär Bötticher ’ erklärt, es werde dem Reichstag in der i nächsten Session ein Gesetz wegen Regelung des Auswanderungswesens und Gewerbe- I betrieb» der Auswanderungsagenten zugehen.

Beim Militäretat beschwert sich Kayser dar­über, daß die sächsische Militärverwaltung s den Soldaten verboten habe, in seinem z (Kayser's) Laden Cigarren zu kaufen, i Ackermann und Minnigerode treten für ; diese Maßregel ein. Es folgt dir Berath- I ung über die Bewilligung der Kosten für \ den Zollanschluß Altonas. Referent Benda ■ empfiehlt den Antrag der Budgetcommission, i wonach für die Kosten de» Zollanschluffes ; Altona'» die Genehmigung de» Reichstag» { erforderlich ist. Kardorff und Genossen - beantragen eine motivirte Tagesordnung, j Staatssecretär Scholz führt aus, daß die Reichsregierung nicht die Genehmigung des Reichstags einzuholen brauche, der Bundes- rath habe übrigens sich über die Frage noch nicht schlüssig gemacht. Nachdem Del- , brück sich sehr entschtzden für die Resolution l der Budgetcommisffon ausgesprochen, wird l die Sitzung auf morgen vertagt.

; — Die deutsch-österreichischen Delegirten

‘ hielten gestern wiederum eine Sitzung be- ; treffs Vorbesprechungen zum Abschluß des deusch-österreichischen Handelsvertrags ab.

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tl. Geschichtlicher Rückblick über besonders in der Reforwatto«s- zett aufgehobene Klöster im Re­

gierungsbezirk Caflel.

(Fortsetzung.)

Sehr berühmte Klöster befanden sich in dem Kreis Wolfhagen. Vor allen das Benedictinermönchskeoster Hasungen auf der breiten Felsenhöhe über dem jetzigen armen Dorfe Burghasungen. Dasselbe wurde 1020—1030 von dem Erzbischöfe Aribo von Mainz zu Ehren und über dem Grabe des kurz zuvor auf dieser Anhöhe gestor- denen Eremiten Heimerad aus Schwaben, welcher daselbst viele Wunder gewirkt hatte, begonnen, und von Erzbischof Siegfried, welcher früher Abt zu Fulda war, um das Jahr 1074 zu einem größeren Stifte er» weitert, in welchem er selbst sein Begräb- niß fand. Das Stift war ganz aus Qua­dersteinen erbaut mit drei Kirchen neben und über einander, bis zu dem Thurme auf der platten Krone des Berges. An seinen Resten wird noch jetzt die Maurer­kunst der alten Meister bewundert. Auch die unterste und kleinste Kirche ist noch vorhanden. Dasselbe wurde 1528 aufge­hoben und in eine Vogtei^verwandelt. Au»

den Hasunger Klostergütern sind zum Theil die zwei Pfarrstellen zu Wolfhagen dotirt.

In einem tiefen, engen Waldtheile der EmS liegt die weibliche Irrenanstalt Merx­hausen. Diese» Hospital war ein 1213 gestiftetes, erst mit Nonnen und seit 1485 mit Mönchen besetztes Kloster des Augu­stinerordens. Die dem hl. Johannes ge­weihte 600jährige Klosterkirche ist noch vorhanden. Landgraf Philipp verwandelte dieses Kloster 1533 in genanntes Hospital für Geisteskranke weiblichen Geschlechts.

Vor der Kreishauptstadt Homberg lag das Nonnenkloster St. Georg, welches um die Mitte des 13. Jahrhunderts von einem Ritter von Hohenberg oder Homberg ge­gründet war und von Prämonstratenser Chorfrauen bewohnt wurde. Die Güter des Klosters wurden von Landgraf Philipp eingezogen und die Klostergebäude später zu einem protestantischen Schullehrersemi­nar für Althessen und einer Taubstummen­schule umgewandelt.

Im Kreise Melsungen bestand das Klo­ster Breitenau, eine» der ansehnlichsten in Hessen. Jetzt befindet sich daselbst die LandeS'Correctionsanstalt. Die Entstehung dieses Klosters wird erzählt: Graf Werner VI von Gudensberg» der auf der Höhe de» nahen Holzhausens ein neues Schloß i

Die österreichischen Commissare machten ihre Vorschläge, welche Tarifpositionen ent­gegen den Vorschlägen der deutschen Com- missare nicht gebunden werden sollen. Der Tarifvertrag soll auf zehn Jahre abge­schlossen werden. Bei den Verhandlungen ist jede Ermäßigung der Zölle ausgeschlossen. Man glaubt an ein Zustandekommen de» Vertrages, bei welchem allerdings nicht .viel herauskommen wird. Für die Frage der Aufhebung der Beschränkungen für die österreichische Vieheinfuhr nach Deutschland sind 2 Experten (Veterinär « Aerzte) aus Wien hierher beordert worden, um an den Berathungen der Subcomission theilzu« nehmen.

Pr»bi«eielles ««d Lveales.

* Fulda, 24. März. Leider kam uns gestern das nur in einem Theile unserer Auflage veröffentlichte Telegramm:

,,-e. Berlin, 23. März, 2Uhr Nachm. Die in Paderborn und Osnabrück gewähl­ten Bisthumsverweser sind vom Staate anerkannt und das Sperrgesesetz für beide Diöcesen aufgehoben"

zu spät zu, um es sofort allen unseren Lesern mittheiten zu können. Heute können wir noch beifügen, daß die staatliche Verwalt­ung de» bischöflichen Vermögens in Pader- born mit dem gestrigen Tage aufgehört hat, und daß die Gehälter der Geistlichen vom 1. Jan. d. I. ab nachgezahlt werdm. Ferner unterliegt e» keinem Zweifel, daß diese Beschlüsse de» Cultusministeriums, die wir zwar nicht überschätzen, aber gleichwohl als sehr entgegenkommende betrachten, prin« erbaut und zu seinem Sitze gewählt hatte, entschloß sich, weil er kinderlos blieb, aus seinen Gütern dem Himmel ein Haus zu stiften. Da gab ihm Gott ein Zeichen, wohin er bauen solle, wie kurz zuvor ein ähnliches auch den Ort bestimmt hatte, wohin das berühmte Kloster Reinhardbrunn am Thüringer Walde begründet ward. Allnächtlich über dem grünen Bergkeffel, wo sich die Edder mit der Fulda vereinigt, wurde ein Glanz wie von sieben Lichtern und himmlischen Gestalten erblickt. Da baute Werner das Kloster Breitenau, in welchem auch später seine Leiche beigesetzt wurde; (cf. Pfister, Landeskunde v. Kur Hessen). Auch zu Gensungen und zu Heydau be­standen blühende Klöster. Das Cisterzien- ser-Nonnenkloster Heydau bei Altmorschen bestand schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und wurde 1527 von Land­graf Philipp aufgehoben. Das Kloster wurde zuerst in ein Schloß, und später in ein Fruchtmagazin umgewandelt. Die Kirche wird seit 1817 von Altmorschen als Pfarr­kirche benutzt. Ferner hatte Spangenberg ehemals ein der hl. Jungfrau geweihtes Carmeliter-Mönchskloster. Man weiß aber nicht, wann und von wem es gestiftet und wann es aufgelöst worden ist. Die jetzige Stadtkirche soll als Klosterkirche dazu ge-