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M 44. Donnerstag, den 24. Februar 1881.

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O Das neueste Weltwunder.

(Schluß.)

Die Ausführung des Canals ist von der Firma Couvreux und Her­fen t in Gent übernommen, welche schon früher die Donauregulirung, den Suez­canal und den Canal von Terneuzen her­gestellt hat. Der Baumeister des Suezcanals der greise 74Jahre alte Herr v. Less eps wird auch dies „Wunder" ausführen und gedenkt dessen Vollendung noch zu erleben. Hat Herr Lefleps den Ruf eines genialen Baumeisters, so besitzt jene Firma die Anerkennung großer Reellität; denn bei allen vorbezeichneten Unternehmen war dieses Haus stets vor der stipulirten Bau­zeit und mit Ersparnissen dem Voranschläge gegenüber fertig, während sonst bekanntlich Bauten den Voranschlag gewöhnlich über­schreiten. Der Canal soll 512 Millionen Fr. kosten und innerhalb 8 Jahren vol­lendet fein.

Die Vortheile dieses künstlichen See­weges werden der ganzen Menschheit zu Gute kommen ; sie bestehen hauptsächlich in der Abkürzung de« Seewege» um durch­schnittlich 3000 Seemeilen. Die größten Vortheile bringt der Panamacanal dem Seewege von dem Osten nach dem Westen der Vereinigten Staaten; die Fahrt von New-Aork nach St. Francisco wird dadurch um mehrere tausend Seemeilen kürzer. Der Weg von England nach Californien, wie überhaupt die Fahrt von europäischen Häfen nach den westamericanischen Handels­stationen und nach den Inselgruppen im großen Getan, wird dadurch ganz bedeutend

42 Die Heldin des Böse«.

Nach dem Französischen von I. Rüttger». (Fortsetzung.)

„Das Bündniß, welche» Sie mir jetzt von Neuem vorschlagen," sagte sie endlich, „reizt mich immer weniger. Sie sprechen von Gefahren und Vortheilen 1 Die ersteren sehe ich wohl, aber die letzteren vermag ich nicht zu entdecken I Uebrigen», ehe ich mich zu irgend etwas verpflichte, habe ich wohl da« Recht zu fordern, daß Sie mir sagen, wer Sie sind."

„Wie — also Sie haben Ihre Zweifel von neulich noch immer nicht abgelegt? Uebrigen«, um jede Erörterung betreffs diese« Puncte» zu vermeiden, will ich Ihnen sagen, daß es in diesem Augenblicke auf der ganzen Weit Niemanden gibt, der bestrei­ten könne, daß ich der einzige Sohn de« Verstorbenen Grasen de Vaillantpont sei, und daß differ seinem Grabe entsteigen würde, um mich anzuerkennen. Ist da« nicht klar genug und, welches auch immer Ihre Vermuthungrn sein mögen» begreifen Sie mich jetzt?"

«Ich bin entzückt," antwortete die Wittwe etwa« spöttisch, „Sie so voller Zuversicht zu sehen, aber Sie irren, wenn Sie so glau­ben, e« kännte Niemand Ihr Geheimniß

vermindert. Anzunehmen ist auch» daß viele Schiffe, von Japan und China au«, die japanesische Meeresströmung benutzend, diesen Weg nach Europa der Fahrt durch den Suezcanal vorziehen, so daß sicher auch einige Millionen Tonnen auf den Verkehr zwischen Asien und Europa für den neuen Canal entfallen werden.

Diese Ersparniß an Zeit wird auch eine bedeutende Ersparniß von Geld zur Folge haben, für die Schiffrtonne, also für 20 Centn er, im Durchschnitt 80 Fr. Bringt man die Durchfuhrgebühren des Canals mit 15 Fr. für die Tonne in Abzug so bleibt immer noch eine Ersparniß von 65 Fr. auf die Tonne. Hoffentlich wird bann der Javakaffee, wie aller Kaffee zur Freude unserer Frauen endlich billiger werden, und dürften deshalb unsere Damen Herrn Lefftps ganz besonders in Ehren halten.

Die Durchfuhrfracht durch den Canal ist nur zu 6 Millionen Tonnen angenommen, wird also jährlich 90 Millionen Fr., aber wahrscheinlich mit der Beit noch mehr ein« bringen. Die jährlichen Ausgaben dagegen werden 35 Millionen Fr. nicht überschreiten. Danach würden den stationären, nach Ab­zug von 5 Procent Zinsen, noch 11—12 Procent jährlicher Dividende bleiben. Diese Annahme stimmt mit den thatsächlichen Er­folgen des SuezcanaleS überein, die von 1870—1880 von 8 auf 40 Millionen Fr. jährlich, also in dem Verlaufe eines Jahr­zehnt» auf« Fünffache gestiegen sind. Ein ähnlicher Erfolg ist mit. noch größerer Sicherheit auch für den Panama - Canal zu erwarten. Wir haben hier also neben und es könne Ihnen Niemand die Maske abreißen."

„Diese Worte schienen Leopold wenig angenehm zu wirken.

„Mein Geheimniß — mir die Maske abreißen — stammelte er. „Erklären Sie sich, welches Geschöpf sollte es wagen —"

„Ich zu allernächst," versetzte Madame dÄlneux in festem und bestimmtem Tone.

„Sie ? Sie belieben zu scherzen, Madame." „Ich will also zu Ende kommen. Nun wohl, weil Sie mir nicht sagen wollen, wer Sie sind, so will ich e» Ihnen sagen. Aber Sie wissen, wie vorsichtig ich stet» bin; darum trage ich diesen kleinen Gegen­stand stet» bei mir."

Damit zog sie einen kleinen, eleganten, mit kunstreicher ciselirter Arbeit geschmück­ten und mit Silber ausgelegten sechsläu­figen Revolver hervor.

Dann fuhr sie fort:

„Und dann, obwohl ich überzeugt bin, daß un» Niemand hier hört, so wieder­strebt e» mir, Ihnen die» hier mit lauter Stimme zu sagen — —"

Kühn trat sie dann auf den Mann zu, dem sie gegenüber stand und flüsterte ihm einige Worte in'» Ohr, — der Mann er­bleichte und stieß einen Ruf de» Schrecken» au».

dem „Wunder" eine respektable Gründung die sich von den gängigen modernen Grün­dungen sehr vortheilhaft abhebt, auch eine Art Wunder unserer Zeit.

Deutsche- Reich.

* Berlin, 22. Febr. Die Angelegen­heit Bismarck-Eulenburg hält ganz Berlin in Athem. Für Eulenburg nimmt Alles gegen Bismarck Partei. Sogar Se. Majestät soll seiner Unzufriedenheit mit dem Auftreten Bismarcks im Herrenhause Ausdruck verliehen haben. Die,Voss. Ztg.< schreibt hierüber: „Fürst Bismarck hat sich so schnell wieder von seiner Erkältung, die ihn an das Haus gefesselt, erholt, daß er gestern Nachmittag 4 Uhr bereits wieder zu dem Kaiser ins Palais fahren konnte. Nach der einflündigen Unterredung mit dem greifen Monarchen sah der Fürst aber sehr erregt aus, ließ auch sein Gefährt in den Hof einfahren und fuhr von dort aus in nicht sehr heiterer Stimmung in sein Palais zurück. Man wird wohl nicht fehlgreifen, wenn man annimmt, daß der greife Kaiser den Kanzler nicht in der herzlichen Weise empfangen hat, wie er sonst zu thun pflegt. Das Unwohlsein des Fürsten war über- Haupt mehr auf eine nervöse Gereiztheit als auf eine Erkältung zurückzuführen." Das Ministerium des Innern, welches Graf Eulenburg bewohnt, glich gestern (Sonntag) einem wahren Wallfahrtsort. Man sah dort den Bruder des Ministers, Hofmarschall Grafen Eulenburg, den Wirklichen Ge­heimrath v. W i m o w s k i, den Hofmarschall

„Wer hat Ihnen das gesagt? rief er heftig.

„Sie dürfen es nicht wissen," antwortete sie mit der größten Ruhe. „Aber wissen Sie, daß ich nicht bloß die Beweise von ihrem Aufenthalt im Bagno in den Hän­den habe, sondern auch diejenigen für Ihre merkwürdige Abstammung. — Uebrigen« können Sie sich beruhigen, es hängt von Ihnen ab, ob ich Ihnen nütze oder schade."

„Kommen wir zu Ende, was wollen Sie, daß ich thue, um Ihren angenehm zu fein?“

„Sie heirathen Laura de Saviguy und helfen mir, daß ich später den Baron de Loflange heirathen kann."

„Was den ersten Punct anlangt, so kann ich nur das antworten, was ich bereits Jemand anders geantwortet habe: Diese Heirath hängt nicht von meinem Willen ab. Ebenso erscheint mir der Plan, den Sie im Auge haben bezüglich der Heirath mit dem Baron de Lossange» auch nicht realifirbar. Es kommt kaum in einem Roman vor, daß Gouvernanten die Väter ihrer Schülerin­nen heirathen."

„Man sieht, daß Sie mich nicht kennen. Sie brauchen nur nachdrücklich zu wollen, nur meinen Anweisungen zu folgen, um der Gemahl der Erbin zu werden, denn sie ist die Erbin, wenigsten» bi» jetzf"