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os Mittwoch, den 16. Februar 1881.

Fuldaer Ol Jdtana.

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Warum treiben wir Bienenzucht?

(Schluß.)

Das Angeführte ist wohl hinreichend, zum Betriebe der Bienenzucht anzuspornen. Allein das genügt nicht. Es müssen auch die Hindernisse weggeräumt werden, welche der großen Verbreitung der Bienenzucht im Wege stehen.

Es ist nämlich nicht zu verkennen, daß seit Einführung der Separation in den Feldmarken, sowie durch den intensiveren Betrieb der Landwirthschaft der Bienen­zucht eine Menge Blüthen entzogen worden sind, auf die sie vor dreißig Jahren noch angewiesen war. Doch dieser Umstand be- weist noch nicht, daß sich die Bienenzucht nicht mehr rentire. Das Gedeihen dersel­ben hängt nicht allein vom Dasein eines gewaltigen Blüthenmeeres ab, sondern auch davon, daß zur Zeit vieler Blüthen schö­nes, den Bienen zuträgliche- Wetter herrscht. Es kann daher nicht jedes Jahr ein gutes Bienenjahr sein, eben deshalb, weil viel­leicht zur Zeit der Hauptblüthe vorherrschend schlechtes Welter ist, besonders da nicht, wo hauptsächlich Früh, oder Spättrachten vorherrschen. Es muß deshalb nothwendig eine vernünftige Betriebsmethode eingeführt werden, soll auch unter jetzigen schwierigen Verhältnissen die Bienenzucht jenen Umfang erreichen, den sie nach dem Gesagten haben muß. Eine vernunftgemäße Be­handlung kann allein die Bienenzucht heben und sie so verbreiten, wie es dem nothwendigen Bedürfnisse entspricht. Be­sonders muß das Abschwefeln der

Bienen, da» Unvernünftigste, was es gibt, aufhören, oder doch eingeschränkt werden.

Glaubte Jemand in Vorstehendem den Nutzen der Bienenzucht erschöpft zu haben, so wäre das weit gefehlt. Diese eigenar­tige Beschäftigung wirkt so wohlthuend auf den Menschen, daß dies gar nicht zu ver- kennen ist. Wie der Landwirth vor­herrschend conservativen Sinnes ist und mit gläubigem Gottvertrauen allen Ge­schicken des Lebens entgegensieht, wie wir in dem Forstmanne den reichen Naturfreund und Thierliebhaber von lustiger Fröhlich, keit und treuer Herzlichkeit sehen, so er. scheint uns jeder wahre Imker als ein Mensch von größter Liebenswürdigkeit, häuslicher Sorgfalt und zuvorkommender Gastlichkeit. Selten wird ein Imker zu den Schlemmern und leichtsinnigen Menschen zählen. Ein Imker bewies auf der west- Mischen Bienenversammlung zu Lehn­hausen, daß die Imker die besten Ehe- männer seien. Doch wer diese Behauptung zu vielsagend finden sollte, dem will ich einige Worte aus der Rede des bekannten Emil Hilbert, die er in der Versammlung deutscher Imker in Prag im Sept. 1879 hielt, anführen. Er sagte: „Jedes anwe­sende Mädchen sollte Amor bitten, daß ihr einst ein Bienenzüchter als Ehegespons zu Theil würde......" und führte dann

weiter aus:

„Die so viel belächelte Kaste der Bienen­züchter hat im allgemeinen jedenfalls einen großen Fonds von Moralität, ein Herz auf dem rechten Fleck, und somit Liebe

und Gefühl im Leibe. (Lebhaftes Bravo!) Die Biene ist es, welche uns verjüngt, und welche uns selbst im Greisenalter noch mit dem Kinde fühlen lehrt......

Diesen ethischen Gewinn schlägt er höher an, als Tausende von Gentnern Honigs, den die Bienenzüchter erzielen. Daher, weil dies die Regierungen erkannt haben, geschieht auch jetzt so viel, die Bienenzucht zu heben."

Wenn schon das äußere Treiben der Bienen so anziehend wirkt, so geschieht dies in noch höherem Grade beim Be^ trachten des inneren Stocklebens oder des anatomischen Baues der Bienen. Daher sehen wir denn in jedem Lande Vereine entstehen, um die Zucht der Bienen zu fördern. Dutzende von Zeitschriften und Hunderte von Bienern sind seit 30 Jahren entstanden, unter denen nicht wenige einen hohen, wissenschaftlichen Werth haben. Das alles wäre nicht möglich, wenn die Bienenzucht nicht einen außerordentlichen Reiz auf so viele Menschen ausübte. Wie veredelnd aber die Bienenzucht in allen Kreisen wirkt, das zeigt schon jede Bienen- Versammlung, wo aller Unterschied der Stände aufgehoben ist, und jeder in seinem Mitimker einen Bruder und Freund sieht. Wahrlich, wenn es möglich wäre, daß jeder Mensch ein Bienenzüchter sein könnte, es würden die Menschen viel neidloser neben einander wandeln, und da» unselige Tret- ben der Solialdemokraten müßte bald er­stickt sein. Wenn e? aber auch nie wahr werden sollte, was B. v. Berlepsch einst wünschte: „Vor jedem Landhause eine Bie-

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Die Heldirr des Böse«.

Nach dem FranzSsischen von I. RüttgerS.

(Fortsetzung.)

Nachdem er ihm unter den schmeichelhaf­testen Ausdrücken seinen Dank abgestattet, hatte er ihn zugleich für jenen Tag zum Diner eingeladen.

Anfang» hatte sich Mielmont entschuldigt, indem er seine Vorliebe für die Einsam- keit vorschützte und ähnliche Vorwände vor­brachte. Lossange hatte darauf erwiedert, daß die Zahl der Gäste nur eine kleine sein werde; daß auch der Graf de Vail- lantpont dazu gehöre, der vielleicht einige interessante Geschichten au» seinem wechsel- vollen Leben erzählen würde. Von Damen hatte er hinzugefügt, würden nur seine Tochter nebst Gouvernante anwesend.

Endlich hatte der Maler, wie in Folge eines plötzlichen Entschlusses, der Bitte de» Barons nachgegeben.

Man stand also an jenem Tage schon im Begriffe sich zu Tische zu begeben^— aber der Fremde erschien noch immer nicht.

Der Baron konnte sein Erstaunen und Bedauern nicht zurückhalten, als Bertha, hinauüblickend, plötzlich ausrief:

„Da kommt unser Nachzügler!"

Wer in diesem Augenblick Leopold de Vaillantpont genau beobachtet, hätte deut­lich wahrnehmen können, wie unangenehm ihm die Anwesenheit des Künstlers war.

Auf Madame d'Aulneux dagegen mußte der Ausruf Bertha's wohl die entgegenge­setzte Wirkung ausgeübt haben; denn ihre Gesichtszüge belebten sich, sie eilte an's Fenster und rief:

„Ach! wie glücklich bin ich, daß ich die­sen schönen Einsiedler sehen darf, der nun schon so lange in unserer Nähe weilt! Oh!" fügte sie hinzu, während Mielmont dem Eingänge näher kam, „ein wahrer vollendeter Künstler — ein langer Bart, ein üppiger Haarwuchs. — Aber er trägt eine Brille — das stimmt meine poetische Begeisterung ein wenig herab."

»Ja, ja," sagte Eharle» lachend, „diese Brille ist freilich wenig poetisch, aber er trägt sie nur in geschloffenen Räumen, draußen, in der freien Natur, kann er sie entbehren, hat er mir gesagt."

Eine Secunde später ging die Thür auf und ein Diener meldete Herrn Georges Mielmont.

Nachdem George« und Madame d'Aul­neux einander gegenseitig vorgestellt wor­den, sagte diese zu dem Künstler:

„Was meine theure Schülerin, Bertha •'

de Lossange, mir über Sie erzählt hat, gibt mir eine hohe Idee von Ihrem männ­lichen Muthe und Ihrer künstlerischen Be- gabung. Muth und Genie, das sind zwei herrliche Eigenschaften, die Gott nur seinen Lieblingen verleiht, bei Ihnen hat er da­mit Bescheidenheit und Sinn für die schöne Natur verbunden. — Darum freut e» mich sehr, Sie hier zu sehen und ich hoffe, noch lange und oft dieses Glück genießen zu können."

„Madame," antwortete Georges mit langsamer und etwas schneidender Stimme, „es freut auch mich, Sie anzutreffen. — Ich danke Ihnen für Ihre Worte und ich werde Sie nicht vergeffen."

Das Diner begann. Der Künstler nahm Platz in der Nähe Bertha's, ihr gegenüber saß die Gouvernante, die ihrerseits Leopold neben sich hatte.

Während de» Diners sprach Charles von den Gemälden, welche er bei dem Einsiedler gesehen — Bertha fuhr plötzlich mit ihrem Ungestüm dazwischen und rief:

„Ah, Madame d'Aulneux, ich habe ver­gessen Ihnen einen Umstand milzutheilen, der uns Alle in das höchste Erstaunen versetzt hat, als wir bei Herrn Mielmont waren: in einem feiner Albums befindet sich ein Frauen-Portrait, welches — Sie